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Violette Teufel
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salzburgfans.com-Webmaster
Christoph |
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Fanclub-Portrait
„Violette Teufel Austria Salzburg Fanclub e.V.“
Ich habe das Interview mit Obmann Michael
Niederer im August 2004 geführt und anschließend dazu diesen Bericht verfasst.

Im Folgenden stellen wir euch einen kleinen, engagierten und
außergewöhnlichen Fanclub des Traditionsklubs Austria Salzburg vor. Als Obmann
berichtete Michael Niederer über das Prinzip, Aktivitäten und wissenswerte
Details zu dieser Gruppe von begeisterten Fußballanhängern.
Wir schrieben die
mittleren Neunzigerjahre: Just in jener Zeit, als der „erste Schwung“ der
großen Erfolgsjahre von Austria Salzburg langsam seinem Ende zusteuerte, ging
es ans Eingemachte bei der Gründung des Austria Salzburg Fanclubs „Violette
Teufel“. Drei junge Burschen, die ihre Liebe zum Fußball und zu Austria
Salzburg in der Volksschule entdeckten, schnupperten in ihrem jungen Leben
gleich einmal die violette Erfolgsluft der Salzburger Austria. Einer dieser
drei war Michael Niederer, der heutige Fanclubleiter. Das besondere daran: Die
Jungs waren bzw. sind Niederösterreicher. Als Rapid (würde sich für junge Leute
aus Niederösterreich wegen der geringeren Distanz doch eher als Klub anbieten)
1996 Meister wurde, war das Herz dieser Burschen längst violett eingefärbt –
und dabei sollte es auch bleiben. In diesem Jahr (1996) entstanden auch die
ersten konkreteren Planungen für die Gründung eines eigenen Fanclubs. Die
jungen Niederösterreicher hatten damals keine Ahnung über die Arbeit von
bereits bestehenden Fan-Organisationen. Ohne jeden Einblick wagten sie den
Sprung ins kalte Wasser, indem dann ein eigener Fanclub gegründet wurde. Da es
in deren Umgebung (Wilhelmsburg an der Traisen) keinen Verein von Anhängern der
Salzburger gab, machten die motivierten Jungs einen Anfang. Unter dem wenig
kreativen Namen „Fanclub Wilhelmsburg/NÖ“ wurden die Anfänge der Entstehung des
jetzigen Fanclubs gemacht. 1997 begann dann ein langes Hin und Her, ehe man
sich endlich auf einen endgültigen Namen einigen konnte. Mit dem Heimspiel von
Salzburg gegen Rapid am 24. Mai 1997 (2:0 für Salzburg) wurde dann die
offizielle Gründung vollzogen. Es war damals freilich nur eine Handvoll Leute,
die von der Gründung an mit dabei waren. Keiner dieser wenigen Gründungsmitglieder
war zuvor jemals Mitglied bei einem anderen Fanclub. Diese Leute haben also
absolutes Neuland betreten. Mit der Zeit gewann der Fanclub einige neue
Mitglieder für sich. Seit dem 5. November 2001 sind die „Violetten Teufel“ als
eingetragener Verein auch im Vereinsregister angeführt (e.V.). Heute zählt die
Gruppe 32 Mitglieder. Der Kern des Fanclubs ist und bleibt zwar in
Niederösterreich, die Mitglieder verteilen sich aber mittlerweile auf sämtliche
Bundesländer Österreichs. Es ist auch das Ziel des Klubs, Mitglieder aus allen
Ecken und Enden des Landes zu gewinnen. Dass ein bundesweit aktiver Fanclub
auch Nachteile mit sich bringt, ist Obmann Michael Niederer (er hört auf
„Präsi“) bewusst: „Dadurch wird natürlich einiges schwieriger, durch die großen
Entfernungen der einzelnen Mitglieder sind organisierte Fanfahrten fast
unmöglich“. Um effizienter an Choreographien arbeiten zu können, sehnt sich
Michael Niederer besonders nach mehr Mitgliedern aus Niederösterreich. Für eine
Mitgliedschaft sind keine besonderen Voraussetzungen erforderlich, dass das
Fußballherz für Austria Salzburg schlagen muss ist klar. Als
selbstverständliche Bedingung, um dabei sein zu können wird es auch angesehen,
dass man Fußball nicht mit Gewalt verbindet. Die „Violetten Teufel“ (kurz:
„VT“) distanzieren sich entschieden von jeder Art von Gewalt und Rassismus im
Stadion. Vielmehr wird auf die völkerverbindende Seite des Fußballs wert
gelegt. Anti-Rassismus-Aktionen werden von dieser Gruppe bei Gelegenheit auch
unterstützt. Die Salzburger Fankurve hat so ein wenig den Ruf als aggressive
Fantribüne. Es gibt defacto immer wieder Ausschreitungen mit Beteiligung
einiger Leute, die sich über Austria Salzburg eine Bühne für ihre Aggressionen
verschaffen. Dass sich dieser Umstand in Form von Negativschlagzeilen über die
Salzburger Fanszene im Allgemeinen auch auf die „Violetten Teufel“ etwas
niederschlägt, ärgert Präsident Niederer. Fußball ist aus der Sicht der „VT“
übrigens keine reine Männersache. Einige der Mitglieder sind weiblich, darunter
zum Beispiel auch die Kassiererin, Schwester von Präsident Niederer. Mit den
Einnahmen, die Carina ihrem Bruder Michael vermelden kann, werden diverse
Aktivitäten des Fanclubs finanziert. Für 36 Euro (20 Euro bis zum 16.
Lebensjahr, gratis bis zum 12. Lebensjahr) ist man bei den „VT“ ein Jahr lang
Mitglied. Mit diesem Beitrag leistet man einen wichtigen Anteil zum Budget der
Gruppe. Die Mitgliedsbeiträge sind die größte Einnahmequelle für den Fanclub.
Besonders stolz ist der Fanclub auf das im Dezember 2001 ausgetragene
Fußballturnier zugunsten krebskranker Kinder, bei dem auch Fußballprominenz vor
Ort war. Als der mittlerweile gefeuerte Salzburg-Trainer Lars Söndergaard
erstmals in der Kritik stand, versuchten die „Violetten Teufel“, ihren kleinen
Beitrag dazu zu leisten, Lars schnell wieder aus der Schusslinie zu bringen. In
Windeseile wurden T-Shirts und ein Spruchband angefertigt. Lars Söndergaard
selbst war sehr angetan von dieser prompten Aktion des Fanclubs. Die „Violetten
Teufel“ verspüren bei jeder gelungenen Choreographie der Südtribüne in Salzburg
Stolz, egal von welchem Fanclub die jeweilige Einlage auch organisiert wurde.
Man sieht sich als Teil der Kurve. Wie alle Fanclubs von Austria Salzburg
können auch die „Violetten Teufel“ der Aktion „Sponsorennamen weg aus den
Vereinslogos“ viel abgewinnen. Bei Auswärtsspielen in Bregenz wird mit den
Jungs von „Sudden Death Bregenz“ die Fan-Freundschaft „begossen“. Das ist die
einzige wirkliche Fan-Freundschaft, international gibt es nur einzelne
Kontakte. Auf der eigenen Fantribüne, der „Curva Sud“ in Salzburg, versucht
man, mit allen Fanclubs gut auszukommen. Interne Ungereimtheiten der Violetten
Fans sollten auf jeden Fall vermieden werden, so Niederer. Besonders gute
Kontakte hat der Fanclub zu den „Stierwaschern“. Aber auch zu den von der
Mentalität etwas anders gesinnten „Ultras“ haben die „VT“ gute Kontakte, ließ
„Präsi“ Niederer wissen. Im Salzburger Stadion erkennt man die „Violetten
Teufel“ an ihrer Kleidung. Von T-Shirts (auch Girlie-Shirts) über
Kapuzensweater bis hin zu Regenjacken gibt’s fast jedes Textil mit Aufdruck des
Fanclub-Logos. Will jemand ein bestimmtes Stück, so meldet der sich beim
„Präsi“, dieser gibt die Bestellung weiter und sorgt dafür, dass in einer Woche
das gewünschte Textil mit Aufdruck bereits verfügbar ist. Besonders dankbar ist
der Fanclub um Michael Niederer ihrem Textildrucker Johann Tanzer (Werbegrafik
Johann Tanzer). Er ermöglicht ihnen selbst bei geringen Auftragsmengen sehr
günstige Preise für die Beflockung der Textilien. Außerdem erkennt man die
Gruppe durch ein Transparent. Dieses soll wegen Transportschwierigkeiten jedoch
bald durch ein neues Stofftransparent ausgetauscht werden. Eine Zaunfahne für
Auswärtsspiele ist in Arbeit. Besonders stolz ist der Präsident auf eine 3x3
Meter große, violett-gelb karierte Fahne. Dazu gibt’s von den „VT“ noch einige
Doppelhalter, die bei den Salzburg-Spielen zum Einsatz kommen. Als wichtigstes
Medium, um auf sich aufmerksam zu machen, sieht Michael Niederer aber das Internet.
Auf der Homepage des Fanclubs (www.violette-teufel.at) kann sich jeder über
den motivierten Fanclub informieren. Den Aussagen von Niederer ist ein gewisser
Stolz zu entnehmen, dass die Page stets sehr aktuell ist. Es wird bei der
Homepage großer Wert auf Informations-Vielfalt gelegt, man findet dort
Spielberichte, Fotos und kann nicht zuletzt über Internet eine Mitgliedschaft
anbahnen lassen. Abschließend sei noch ein Ausblick in die Zukunft gewagt: Noch
für diese Saison ist von den „VT“ eine schöne Choreographie geplant. Die
Salzburgfans dürfen sich schon jetzt darauf freuen. Diese Choreographie ist das
aktuell wichtigste Thema im Fanclub. Bernhard „Moa“ Maier als Vizepräsident und
kreativer Kopf der Gruppe arbeitet fieberhaft an den Vorbereitungen dieser
Aktion. Mittelfristig soll die Gruppe größer werden, mit mehr Mitgliedern will
Michael Niederer die „Violetten Teufel“ schon in einigen Jahren zu einem
renommierten Fanclub mit Ansehen in ganz Österreich machen.
Zusätzlich noch einige Informationen zum
Präsident der „Violetten Teufel“, Michael Niederer persönlich:
Um 1992 brachte Michael
sein Volksschulfreund Christian zum Fußball und somit zu Austria Salzburg. Sein
erstes Spiel der Salzburger Austria sah der Niederösterreicher 1996. Gegner
damals war Vorwärts Steyr, Salzburg gewann das Spiel mit 4:0, „sie erinnern
sich sicher“. Michael gefällt besonders der englische Fußball. Nicht alles, was
mit Fußball zu tun hat, ist ihm allerdings auch immer recht: Pfiffe von Fans
gegen eigene Spieler, negative Abfärbungen von Fan-Ausschreitungen auf die gesamte Szene und Rassismus sind
Niederer ein Dorn im Auge. Sportlich war die größte Enttäuschung des
Gewalt-Verfechters Salzburgs Niederlage im Cup-Finale 2000 gegen den GAK nach
Elfmeterschießen. Auf die Frage, welchem Typ um Österreichs Fußball er bei
Gelegenheit eine Kopfnuss verpassen würde, war er sich zwischen Didi Kühbauer
und Michael Wagner selbst nicht ganz im Klaren. Der Liverpool-Sympathisant
reist wie alle anderen Mitglieder des Fanclubs per PKW oder mit der Bahn zu den
Spielen „seiner“ Austria. Als Fanclub-Leiter hat er Einblick in alle wichtigen
Bereiche der Gruppe. Er bezeichnet sich selbst als Kopf dieser Anhängerschar,
mit dem diese steigt oder fällt. Er ist es, der alle wichtigen Dinge um den
Fanclub im Überblick hat. Michael kennt auch einige Spieler der Austria
persönlich, besonders zu Alexander Schriebl, Kai Schoppitsch und Markus
Scharrer pflegt er persönliche Kontakte. Bei Matchbesuchen lässt der
„Häuptling“ der „VT“ auch gute Kontakte zu Ex-Salzburgern wie Martin Amerhauser
oder Robert Früstük aufleben. Für Michael ist Fußball ein wichtiger Bestandteil
in seinem Leben. Den Unterschied von Fußball zu anderen Sportarten machen die
einzigartige Atmosphäre sowie die begeisterten Menschen im Stadion aus, so
Niederer. Um diese Außergewöhnlichkeit des Fußballs zu verstärken, fordert der
„Fußball-Narrische“ auch die Legalisierung der Bengalischen Feuer. Länderspiele
interessieren den Niederösterreicher nur noch am Rande, als Patriot fiebert er
gegebenenfalls vor dem Fernseher mit. Der neue TV-Vertrag der Bundesliga mit
Premiere und ATVplus ist für Niederer ein „echter Gewinn“. Wenn er mal nicht am
Fußballplatz ist, dann interessiert sich Michael für Fortgehen, Musik aller Art
und auch fürs Autofahren. Ein interessanter Typ, dieser angehende 20-jährige
Sportartikel-Verkäufer (beginnt bei einer Handelskette in Niederösterreich) aus
Wilhelmsburg an der Traisen.
... Michael im
Word-Rap:
Ø Auswärtsspiel :::
immer ein Erlebnis
Ø
Curva Sud ::: einzigartig
Ø
Block West ::: die beste Kurve in Österreich
Ø
Deutschland ::: Hassliebe
Ø
Salzburg ::: tolle Stadt
Hier nochmals alle wichtigen Eckdaten des
Fanclubs „Violette Teufel“ im Überblick:
Gegründet:
1997
Mitgliederanzahl
(Stand: 08/2004): 32
Herkunft:
Wilhelmsburg an der Traisen (Niederösterreich)
Präsident:
Michael Niederer
Schriftführer:
Bernhard Maier
Kassier:
Carina Niederer
Web-Auftritt:
www.violette-teufel.at