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Groundhopping

Deutschland im Mai 2009

 

 

 

 

 

 

::: Frankfurt ::: Nürnberg ::: München ::: Berlin :::

 

Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund

ERLEBNISBERICHT

 

Im Finish der Bundesliga-Saison ist für Borussia Dortmund nach einer sensationellen Siegesserie (5 x en suite) noch das internationale Geschäft möglich, während es für die Frankfurter Eintracht wohl nur noch um einen guten Saisonausklang geht. Am Samstagvormittag kamen wir mit einem günstigen Nachtzug (Liegewagen) am Frankfurter Hauptbahnhof an. Wir sahen uns nach dem sehenswertesten in der Stadt um, gingen unter anderem durchs Bankenviertel. Beim Stadion angekommen staunte man nicht sofort, von außen ist das Waldstadion, das ja längst „Commerzbank-Arena“ heißt, ein eher kühler Klotz. Doch spätestens die Innenansicht begeisterte uns, was für ein Schmuckkästchen. Wie auch Auf Schalke dient als Anzeigetafel ein schöner Videowürfel oberhalb des Mittelkreises. Dortmund dominierte das Spiel, ohne zwingend am Drücker zu sein. Beide Halbzeiten verflachten, wobei die Gäste spät aber doch noch zu ihrem verdienten Auswärtssieg kamen. Erst 10 Minuten vor Schluss brachte Zidan die Borussen in Führung. Die Fans in der mit 51.500 Zusehern ausverkauften Arena machten super Stimmung. Am Abend vergnügten wir uns in Alt-Sachenhausen im Apfelweinviertel – so geht man in Frankfurt fort, war ein hammergeiler Abend.

 

Die Eintrittskarte, sehr vernünftiges Preisniveau

 

 

+ Frankfurt - Dortmund

+ Samstag, 2. Mai 2009

+ Waldstadion Frankfurt

+ 51.500 Zuschauer (ausverkauft)

+ Deutsche Bundesliga (1.)

+ Ergebnis: 0:2 (0:0)

+ SR: Manuel Gräfe

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1. FCN – FC Ingolstadt 04

ERLEBNISBERICHT

 

Auf der Heimreise von Frankfurt wollten wir noch ein Spiel sehen, es bot sich das Freistaat-Derby 1. FC Nürnberg gegen FC Ingolstadt 04 an. Die „Clubberer“ sind voll im Aufstiegsrennen, während bei den Ingolstädtern der Abstieg aus Liga 2 droht. Bei herrlichem Sonntagswetter und bestem Rasen durfte man sich jedoch einiges mehr erwarten als das, was wir zu sehen bekamen. Der „Club“ startete druckvoll, kam aber kaum zu Torchancen. Wenn, dann war aber ordentlich Alarm vor dem Kasten der Gäste, viel Unvermögen im Abschluss verhinderte ein ganz frühes Tor für die Hausherren. Bald war der Bann aber gebrochen und die verdiente Führung da. Das Niveau war unter aller Kritik, in der 2. Halbzeit sank es ins Bodenlose. Eigler scheiterte eine halbe Stunde vor Schluss an der Stange, Nürnberg verabsäumte es bis zuletzt, gegen schwache Gäste 2:0 in Führung zu gehen und musste mehrere male ordentlich zittern. Am Ende war Ingolstadt zu schwach. Wir sich die schwachen „Clubberer“ in der Schlussphase vor eigenem Publikum (mehr als 40.000 in der 2. Liga) immer wieder zur Eckfahne verschanzten, anstatt es doch zu probieren, zum 2. Tor zu kommen, war schon sehr enttäuschend anzusehen. So gehört der „Club“ nicht in die 1. Bundesliga.

Generell konnte man vom 1. FC Nürnberg sehr enttäuscht sein. Wie schon im Dezember 2006 bemerkt ist dieser verein restlos überteuert. Für eine Sitzplatzkarte auf der Gegentribüne (gute Plätze aber das allertollste Stadion ist es nun auch nicht) bei einem Zweitligaspiel EUR 37,00 zu verlangen ist schon mutig. Nimmt man alles zusammen, kann sich der „Club“ keinem Preis-Leistungs-Vergleich stellen, denn vor allem die lange Wartezeit bei der Abfertigung der Match-Besucher, die nach dem Spiel zurück zum Hauptbahnhof wollten, war eine Frechheit.

Außerdem fällt auf, dass man im „easy-credit-Stadion“ von Werbung nur so zugepumpt wird, bei jedem Eckball schaltet sich der Biersponsor auf der Anzeigetafel samt Stadionsprecher ein, selbst die Torschützen auf den anderen Plätzen brauchen auf der Videotafel eine Widmung eines Sponsors. Es gibt wirklich feinere Dinge als ein 1. FCN – Heimspiel.

 

 

+ 1. FC Nürnberg – Ingolstadt 04

+ Sonntag, 3. Mai 2009

+ Frankenstadion

+ 40.118 Zuschauer

+ Deutsche Bundesliga (2.)

+ Ergebnis: 1:0 (1:0)

+ SR: Zwayer (Berlin)

 

 

FC Bayern München – Bayer 04 Leverkusen

ERLEBNISBERICHT

 

Mitten rein ins spannende Titel-Finish 2009 der Deutschen Bundesliga, Englische Woche an diesem 32. Spieltag – ab nach München zum vorletzten Bayern-Heimspiel der Saison. Am Ende einer durchwachsenen Saison ist für den FC Bayern noch alles möglich, ein Heimsieg gegen Bayer Leverkusen soll eine gute Ausgangsposition für die beiden letzten Spieltage schaffen.

Wir nahmen im Mittelrang der Südtribüne in der natürlich ausverkauften Allianz-Arena Platz und sahen, wie sich die Bayern anfangs recht schwer taten. Während Bayern-Spielmacher Ribery zwar unermüdlich ankurbelte, wollte im Spiel nach vorne kaum etwas zusammenlaufen und so hatten in der 1. Halbzeit sogar die Gäste die besseren Möglichkeiten. Nur einem ungewöhnlich gnädigen Schiedsrichter Kinhöfer ist es zu verdanken, dass nicht mindestens ein Elfmeter für Leverkusen gepfiffen wurde und es vorerst beim torlosen Remis bleiben konnte. Nach Seitenwechsel kamen die „Roten“ dann aber allmählich in die Gänge. Da reichte dann auch schon ein schönes Zuspiel auf Goalgetter Luca Toni im Strafraum, um in Führung zu gehen – der Italiener setzte sich wunderbar durch und ließ mit seiner absoluten Klasse die Kugel über die Linie kullern. Der „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ (Bayern-Tormusik) und anschließend für Luca Toni noch „Bello e impossibile“ ertönten und schon war die Stimmung gehoben. Es folgte eine schöne Kombination vom wiedererstarkten Lukas Podolski mit Superstar Frank Ribery, welche der Franzose mit dem 2:0 krönte. Der vor seinem Wechsel zurück nach Köln noch einmal stark aufspielende „Poldi“ machte dann aber auch selbst noch eines, als ihm Kumpel Schweinssteiger den Ball mustergültig auflegte. Am Ende war’s ein klares 3:0 für in der 2. Halbzeit starke Bayern. Der Titelkampf bleibt enorm spannend, auch Wolfsburg und Hertha BSC sind mit ihren Siegen im Gleichschritt in Richtung Meisterschaft unterwegs.

 

 

 

+ Bayern München - Leverkusen

+ Dienstag, 12. Mai 2009

+ Allianz-Arena

+ 69.000 Zuschauer (ausverkauft)

+ Deutsche Bundesliga (1.)

+ Ergebnis: 3:0 (0:0)

+ SR: Kinhöfer

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Hertha BSC Berlin – FC Schalke 04

ERLEBNISBERICHT

 

Mitten drin im irren Finish der Bundesliga-Saison 2008/09 hatte völlig unerwartet auch Hertha BSC Berlin beste Karten, die Schale nach ganz langer Zeit wieder in die Hauptstadt zu holen. Ich habe mich bereits im März im Karten für dieses letzte Hertha-Heimspiel in dieser Saison bemüht und natürlich mit Freude beobachtet, wie sich die Spannung bis zu diesem Spieltag immer mehr zugespitzt hat. Berlin ist im Hertha-Fieber, diese Euphorie wollten Macho und ich hautnah miterleben und so ging’s am Samstagmorgen mit dem Flugzeug von München nach Berlin-Schönefeld. Die Hauptstadt grüßte und mit leichtem Regen, wir fuhren erst zum Alexanderplatz, von dort mit der Straßenbahn vorbei am reichlich bestreikten Reichstagsgebäude (Milchbauernstreik mit vielen Zelten), dem Brandenburger Tor usw. zum Zoologischen Garten, dem größten Zoo Deutschlands. Den besuchten wir aber nicht, stattdessen wühlten wir uns durch eine Menschenansammlung von Demonstranten (gegen Kapitalismus, ... „umdenken, gegenlenken“ ;-) zu einer gemütlichen Gaststätte, wo wir gut essen konnten und beim Bierstand endlich mal anschreiben konnten. Im Gastgarten fanden sich dort dann mehr und mehr Schalker Fans ein. Als dann auch die Sonne herauskam, stieg die Vorfreude aufs Match und wir machten uns auf den Weg zum Olympiastadion. Bald waren wir dort, trotz Großstadt war alles sehr übersichtlich. Wo man jetzt Musik hörte, hörte man DAS Lied – es sollte das Lied zur Meisterparty in Berlin werden: „Atzenmusik... Hey das geht ab, wir holen die Meisterschaft“. Ein gewaltiger Stimmungsmacher und vor allem ein echter Ohrwurm, Berliner Meister-Rap vom Allerfeinsten. Im Inneren des antiken Bauwerks lösten wir dann gleich unseren Bier-Gutschein ein, Hertha-Spieler Pal Dardei spendierte Freibier beim letzten Heimspiel, weil er dagegen gewettet hatte, dass zu den vergangenen 3 Heimspielen mehr als 55.000 Leute kommen.

Das Stadion, indem übrigens auch das WM-Finale 2006 zwischen Italien und Frankreich ausgetragen wurde, ist das zweitgrößte Deutschlands nach Dortmund und steht unter Denkmalschutz, was man am offenen Marathon-Tor auf der Westseite erkennt. Dieser Bereich musste auch im Zuge von umfassenden Umbauarbeiten anlässlich der WM 2006 offen gehalten werden, so schrieb es der Denkmalschutz vor.

Gänsehaut pur gab’s dann vor Spielbeginn, als Frank Zander live das Hertha-Lied „Nur nach Hause gehen wir nicht“ zum Besten gab und das ganze Stadion mitsang. Die gut 74.000 Zuschauer im restlos ausverkauften Olympiastadion konnten den Ankick kaum erwarten, die Ostkurve, Heimat der treusten Berliner Fans, zeigte eine beeindruckende Choreographie.

Alles war also angerichtet, aber am Spiel sollten sich Spieler und Fans der Hertha so ihre Zähne ausbeißen. Man musste ansehen, wie eine sehr engagierte Hertha-Mannschaft in der 1. Halbzeit einige gute Chancen ausließ, einmal in aussichtsreicher Position fälschlicher Weise wegen vermeintlichen Abseits zurückgepfiffen wurde und beim Stand von 0:0 das Spiel speziell in der 2. Halbzeit zusehends verflachte. Immer besser bekam die Schalker Abwehr die anfangs noch gefährlich wirbelnden Herthaner um Marco Pantelic und Andrej Voronin in den Griff. So blieb es am Ende tatsächlich beim 0:0. Somit war der Traum vom Meistertitel ausgeträumt, weil Wolfsburg derweil in Hannover siegreich geblieben ist. Das Stadion feierte die Hertha-Kicker trotzdem, angesichts der überragenden Saison und des vielen guten Willens bei diesem Spiel auf jeden Fall zurecht. Dennoch war jedem die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben und das schöne Lied „Hey das geht ab, wir holen die Meisterschaft“ war auch vollkommen verstummt nach dem Spiel.

Wir verweilten noch einige Zeit bei Ständen vor dem Stadion bei Speiß und Trank, ehe wir uns von zwei Typen das Nachtleben des Berliner Bezirks Neukölln zeigen ließen. Wir waren wenig beeindruckt, sahen uns noch um, was Schöneberg zu bieten hatte und am Sonntagmorgen hatten wir überhaupt keine Lust mehr, noch den ganzen Tag in Berlin zu verbringen, noch dazu wo die Kamera streikte. Wir begaben uns schon am Sonntagmorgen wieder zum Flughafen Berlin-Schönefeld, wo wir gegen eine satte Aufzahlung trotzdem froh waren, schon zeitig zurückfliegen zu können und nicht auf die am Abend gebuchte Maschine warten zu müssen. So waren wir bereits zu Mittag zurück am Münchner Flughafen, wo wir im dort ansässigen Kempinski Hotel Airport noch für einige Minuten der Kult-TV-Sendung „DSF Doppelpass“ beiwohnen konnten und Udo Latteck, Jörg Wontorra & Co. live beobachten konnten. Es folgte noch eine mühsame Abstotterung einer hohen Parkgebühr und eine heiße Heimfahrt. Wir waren letztlich einfach nur froh, wieder zu Hause zu sein.

 

 

 

 

+ Hertha BSC – Schalke 04

+ Samstag, 16. Mai 2009

+ Olympiastadion Berlin

+ 74.244 Zuschauer (ausverkauft)

+ Deutsche Bundesliga (1.)

+ Ergebnis: 0:0 (0:0)

+ SR: Gagelmann

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