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Herbst 2009 (Saison 2009/10, 1. Salzburger Landesliga)

// Fotos aus dem Herbst 2009 //

1. Runde // USC Eugendorf – SV Austria Salzburg   1:3 (1:0)

Eugendorf, 1. August 2009 – 19:00 Uhr ::: 1.500 Zuschauer (offiziell)

Ligastart am Monatsersten, eine nochmals stark verstärkte Austria-Mannschaft und ein attraktiver Gegner auswärts zum Auftakt – klar, dass hier auch das Wetter mitspielen musste und so war alles angerichtet für ein gelungenes Wochenende als Beginn der Mission Landesliga. Trotz schlechter Ergebnisse in den Vorbereitungsspielen startet die neu formierte Truppe voller Selbstvertrauen in die Meisterschaft, immerhin hat man sich vor einer Woche mit einem überzeugenden 18:0 im Cup bereits warm geschossen.

Bei Volksfeststimmung an diesem wunderbaren Sommerabend entwickelte sich bald ein Landesligaspiel auf hohem Niveau, Respekt an beide Mannschaften für das hohe Tempo – immerhin war es trotz der zwei Stunden zurückverlegten Anstoßzeit speziell in Hälfte 1 noch ordentlich heiß. Die Austria war bei diesem sehr ansehnlichen Schlagabtausch leicht feldüberlegen und hatte auch die eine oder andere sehr gute Möglichkeit. Eugendorf war aber stets gefährlich, spielte ebenfalls gefällig nach vorne. So kam es, dass für einmal die Abseitsfalle nicht zuschnappte und Suppan trocken zum 1:0 einschieben konnte. Wenig später hatte man großes Glück, aus einer ganz ähnlichen Situation nicht noch höher in Rückstand zu geraten. Fazit nach 45 Minuten: Dumm gelaufen.

Nach Seitenwechsel sah man gleich wieder eine spritzige Austria, die schnellstmöglich den Ausgleich erzielen wollte um dann auch noch möglichst viel Zeit zu haben, das Spiel eventuell noch komplett zu drehen. Eugendorf blieb zunächst aber gefährlich, hatte auch zu Beginn der 2. Halbzeit noch Chancen, die Führung auszubauen. Es war aber doch die Austria, die das Spiel immer mehr an sich reißen konnte. Herausragender Akteur bei der Spielgestaltung war dabei Stefan Federer, der einige Aktionen zum Zunge schnalzen aufs Feld zauberte. Zunächst war da eine Aktion, wo er dem Gegner mit viel Ballgefühl den Ballkontakt verwehrte, eine schnelle Kombination einleitete, die er selbst mit einem überragenden Weitschuss abschließen konnte – der Eugendorfer Torhüter rettete in höchster Not. Wenig später war auch für ihn nichts mehr zu machen, als abermals Federer einen Traumpass auf Bernd Winkler spielte und dieser mit einem sehenswerten Schuss genau ins linke Kreuzeck den Ausgleich erzielte. Ein absolutes Traumtor war das und ein überfälliger Ausgleichstreffer. Während die Austria immer mehr Dominanz erlangte, mussten sich die Hausherren teilweise auch mit Fouls helfen. Bei einem viel zu rüden Einsteigen sah ein Eugendorfer völlig zurecht glatt Rot, schon verwunderlich, warum selbst so etwas bei Analysen der Medien noch als „zu harte Entscheidung“ ausgelegt wird. Die Austria-Familie freut sich über ein fleißiges Video-Team, das jede Szene einfängt – in dem Fall macht es uns sicher: Rot war absolut richtig. Jetzt zählte natürlich nur der Sieg, man hatte in Überzahl noch genügend Zeit. Lange dauerte es daraufhin auch nicht, bis die Führung geschafft war – Bernd Winkler gewann in ausgefuchster Art und Weise einen Zweikampf im Strafraum und schaffte es abschließend noch, den Torhüter zu überheben – 1:2. Zittern musste dann auch keiner mehr so richtig an diesem lauen Sommerabend, spätestens nach dem 1:3 wenig später war alles klar. Nach einem Eckball war es abermals Bernd Winkler, der einnetzte – diesmal brachte er aus der Bedrängnis einen super Kopfball zustande, dem der Torhüter nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Ein lupenreiner Hattrick drehte das Match also, toller Einstand für Bernd Winkler bei seinem Comeback zur Austria in einer neuen Ära.

Ein verdienter Auswärtssieg einer absolut überzeugenden Austria, immerhin ging es auch gegen einen wie erwartet starken Gegner, den man erst mal in den Griff bekommen musste. Man freut sich dadurch so richtig auf das erste Heimspiel in einer Woche gegen Henndorf und hofft auf ein ähnlich schönes Spiel.

2. Runde // SV Austria Salzburg – Henndorf   4:2 (2:1)

Maxglan, 8. August 2009 – 17:00 Uhr ::: 1.550 Zuschauer (offiziell)

Nach dem glanzvollen Start in die neue Saison beim Auswärtssieg in Eugendorf war man bei Verein und Umfeld guter Dinge, dass man ein ähnliches sehenswertes erstes Heimspiel hinlegen kann. Zusätzliche Sicherheit gab den Optimisten, dass Henndorf auf deren vermeintlich gefährlichsten Spieler wegen einer Sperre verzichten musste.

Doch weit gefehlt: Das Spiel hatte kaum begonnen und sofort wurde klar, dass es eine sehr mühsame Angelegenheit wird und ein steiniger Weg zu vollem Punktezuwachs zu gehen ist. Unter anderem hatten die Gäste einen sehr spielfreudigen und somit brandgefährlichen Ex-Austrianer in ihren Reihen – Milan Pavlovic. Doch das schon nach wenigen Minuten hochverdiente Führungstor für die Henndorfer erzielte noch einer seiner Kollegen. Die Austria war kämpferisch voll bei der Sache, versuchte Druck aufzubauen und wurde doch auch relativ rasch belohnt – 1:1. Anstatt sich selbst mit einem guten Pausen-Ergebnis zu belohnen, schenkten uns die Henndorfer sogar die Führung. Ein sehenswertes Eigentor haben sie uns mitgebracht, der Torhüter rannte raus – doch der Verteidiger wäre so höflich gewesen und hätte ihm den Ball zurückgeköpfelt. Ohne jegliche Bedrängnis überlisteten sich die Gäste so selbst. Zur Pause eine glückliche 2:1-Führung der Austria.

Nach Seitenwechsel war Henndorf dann bemüht, doch noch die Früchte der Arbeit zu ernten. Engagiert aufspielende Gäste wollten jetzt den Ausgleich. Auch weil die Entlastungsangriffe der Violetten phasenweise recht ungefährlich waren, schaffte es Henndorf, dem Treffer näher zu kommen. Mitte der 2. Halbzeit war es dann auch soweit: Es musste natürlich ausgerechnet Pavlovic sein, der viel zu lange Zeit hatte, nicht attackiert wurde und einen super Schuss ins Tor losgelassen hat. Augleich – 2:2 und 25 Minuten Zeit für die Austria, den fix eingeplanten 3er einzufahren. Sofort wurde ein Schäuflein zugelegt, was sich bereits eine Viertelstunde vor Schluss bezahlt machte, als Cavic zur 3:2-Führung einnetzte. Zum Zittern war es trotzdem bis zum Schluss, denn in der Schlussphase war meist Henndorf am Drücker und man wusste, dass ein Patzer der diesmal anfälligen Abwehr reichen könnte, um 2 wichtige Punkte zu verlieren. Erst mit der letzten Aktion des Spiels, einem Konter nach 5 Minuten Nachspielzeit, konnte Bernd Winkler zum 4:2 einschießen und die Punkte ins Trockene bringen.

Auch solche Spiele gibt es also, in der Landesliga werden wir uns ohnehin wieder an mehr Spannung gewöhnen müssen. An eine andere Neuigkeit dürfen wir uns gewöhnen: Der „vioLETTER“ ist das neue kostenlose Stadionmagazin der Austria. Informativ, tolles Layout und voll in Farbe ist das kleine Heft eine absolute Bereicherung für unsere Heimspiele.

4. Runde // SV Austria Salzburg – Hallwang   5:2 (3:2)

Maxglan, 22. August 2009 – 17:00 Uhr ::: 1.900 Zuschauer (offiziell)

Drei Siege zum Auftakt in Ehren, doch ernst wird es heute. Die Hallwanger kommen nicht nur mit weißen Trikots sondern auch mit einer blütenweißen Weste nach Maxglan. Allen ist klar, dass ein „6-Punkte-Spiel“ um den Aufstieg ansteht. Besondere Spiele finden in letzter Zeit bei der Austria häufig bei Sauwetter statt – wie auch bei der Meisterfeier Anfang Juni standen die Akteure im Regen. Fast 2.000 Zuschauer trotzten den unwirtlichen Bedingungen und machten eine magische Fußballstimmung.

Ausgerechnet der sonst so zuverlässige Tormann Alex Trappl erwischte einen schlechten Tag, was bereits in der 3. Minute ein Gegentor verursachte: Einen schlechten Abschlag stoppte sich Gimpl, der dann allein auf Trappl zulaufen konnte und die Nerven behielt – 0:1. Wenig später eine weitere 100-prozentige Chance für die Gäste, doch das unterste Ende der Querlatte rettete. Mit dem 0:1 war die Austria mehr als gut bedient, das wusste man dann auszunutzen: In der 13. Minute reichte es Lubo Neubauer. Kurz wurde er nicht attackiert, worauf er sich ein Herz nahm und aus großer Distanz voll abzog – wunderschönes Tor zum 1:1-Ausgleich. Es folgte ein gigantischer Torjubel, spätestens jetzt war hier die Hölle los und der Hexenkessel Maxglan nahm volle Fahrt auf. Unvorstellbare Zustände waren es dann, als 2 Minuten später das Spiel komplett gedreht war. Eine flotte und ganz präzise Angriffsaktion mit Traumflanke schloss wieder Lubo Neubauer ab – ein Kopfball zum 2:1 in der 15. Minute und dann „explodierte“ die Fankurve förmlich. Wer eine Viertelstunde zu spät gekommen ist, der darf sich getrost in den Hintern beissen. Was da in der Anfangsphase abging, war der Wahnsinn. Aber der Wahnsinn ging weiter. Die Abwehr der Austria kam in der 1. Halbzeit einfach nicht zur Ruhe, es war nur eine von vielen weiteren Chancen, die wieder Gimpl für die Hallwanger zum 2:2 nutzte. So präzise die Angriffe gefahren werden, so schlampig war teilweise das Pass-Spiel der Abwehr. Einer kam dann aber noch in der 1. Halbzeit, Bernd Winkler packte einen scharfen und perfekt platzierten Schluss aus – 3:2 für die Austria zur Pause. Es waren irre 45 Minuten und die Führung ist überaus glücklich.

Nach Seitenwechsel kam dann mehr Ruhe ins Spiel der Austria, die Abwehr agierte viel sicherer und ließ nur noch wenig zu. Das Highlight war das 4:2 von Cavic, ganz überlegt und in aller Ruhe schloss er mit seiner Klasse ab. Eine 100-prozentige Chance für Hallwang wurde daraufhin noch zugelassen, doch erneut hatten wir das nötige Glück und es wurde nicht mehr spannend. Stattdessen gelang Bernd Winkler in der Schlussphase mit einem tollen Freistoß noch das 5:2. In den letzten Minuten hatte man dann sogar Chancen auf einen noch höheren Sieg, das 5:2 klingt am Ende aber eindrucksvoll genug – es hätte auch viel knapper laufen können. In einem hochklassigen Landesliga-Match hat es die Austria geschafft, Hallwang gleich fünf Tore zu schießen, wobei die Gäste in den ersten drei Saisonspielen ohne jeden Gegentreffer geblieben ist.

Viele Zufriedene Zuschauer, ein packendes und höchstklassiges Landesliga-Spiel und am Ende ein 3-Punkte-Vorsprung an der Tabellenspitze mit weit besserem Torverhältnis – das lässt sich sehen, weiter so!

3. Runde Landescup // SV Austria Salzburg (1. LL) – TSV St. Johann im Pongau (RLW)   1:3 (0:1)

Maxglan, 25. August 2009 – 18:30 Uhr ::: 1.200 Zuschauer (offiziell)

Ein wunderschöner Sommerabend und eine tolle Kulisse in Maxglan machten Lust auf die 3. Runde im Landescup, der Gegner war der härteste Brocken im Topf. Mit St. Johann kommt eine Mannschaft von der Westliga-Spitze mach Maxglan. Trainer dort ist einer der 94er-Austrianer, Franz Aigner. Dass er es nicht so besonders mit unserem Verein hält, ließ er über ein Zeitungsinterview verlauten. Immerhin antwortete er mit entsprechender Geste bei „Franzi wink amoi“, vielleicht lässt sich da ja noch jemand überzeugen nachdem seine Arbeit beim Konzern ja auch bereits wieder Vergangenheit ist.

Kurios war, dass Emich für die Austria quazi eine B-Mannschaft auf’s Feld schickte. Leistungsträger wie Bernd Winkler und Lubo Neubauer kamen erst in der 2. Halbzeit, im Tor war Ersatzmann Huber. In Wahrheit will man es natürlich nicht als B-Mannschaft bezeichnen, der breite Kader der Austria soll eine Qualität zeigen können. Im Prinzip hat es auch ganz gut geklappt, man hätte durchaus in Führung gehen können. Der Pausenstand von 0:1 durch ein Eigentor von Schleindl war ziemlich unglücklich. Nach Seitenwechsel fing man sich das 0:2. Nach dem Anschlusstreffer kam noch mal richtige Cup-Stimmung auf, leider wehrte die Hoffnung auf den Ausgleich nur kurz – bald folgte das 1:3. In der Schlussphase ließ auch die Konzentration nach, man hätte höher verlieren können. Es hätte aber mit einer Führung auch ganz anders laufen können.


Fazit: Man wäre wohl reif für die Westliga, wenn auch nicht für die Spitze. Bis es soweit sein kann, ist aber ohnehin noch genügend Zeit und nachdem es auch bisher geklappt hat, sich auf jede Liga einzustellen, dürfen wir guter Dinge sein, dass wir im Falle eines Aufstiegs in die Westliga auch dort eine gute Figur machen. Das Aus im Landescup schmerzt kaum, der tolle Saisonstart überstrahlt alles und nur in der Meisterschaft können wir das Saisonziel erreichen: Aufstieg!

Generalversammlung, 28. August 2009 – Salzburg, Neue Mitte Lehen

Neuer Wochentag, neue Location: Am Freitagabend, 28. August 2009 um 18:00 Uhr begann die 3. ordentliche Mitgliederversammlung der Salzburger Austria seit der Neugründung 2005 bzw. Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der untersten Leistungsstufe im Sommer 2006. Anders als bei den beiden vorangegangenen Terminen versammelte man sich nicht mehr im Obertrumer Braugewölbe sondern dort, wo man als Austrianer ganz tief verwurzelt ist – in Lehen. Das bestens gelungene Nachfolgeprojekt auf dem Areal des ehemaligen Lehener Stadions bietet einen tollen Seminarraum und ganz allgemein ein besonderes Flair für eine derartige Veranstaltung.

Die wesentlichsten Sachen waren, dass der Vorstand unverändert bleibt und großen Zuspruch von den Mitgliedern genießen kann. Er bleibt somit wie gehabt bestehen, mit Obmann Gernot Blaikner an der Spitze. Viele – teils kuriose – Anträge machten alles zu einem langen Abend, der ob der Themen allerdings weit weniger spannend war als im Februar 2008. Der Verein samt anhängiger GmbH wirtschaftet solide und schuldenfrei. Der Leitsatz um die Entwicklung ist nicht nur ein Motto, sondern wird so auch umgesetzt: „Gemeinsam wachsen!“ drückt in 2 Worten die tatsächliche Entwicklung aus: Die Kampfmannschaft schießt uns ungebremst nach oben, die Einnahmen werden ebenso größer wie die Ausgaben, Sponsoren- und Zuschauereinnahmen werden größer und nicht zuletzt stoßen auch immer mehr Nachwuchsspieler zu uns. Nur weiter so!

6. Runde // SV Austria Salzburg – Zell am See   3:1 (2:1)

Maxglan, 5. September 2009 – 17:00 Uhr ::: 1.525 Zuschauer (offiziell)

Mehr als beachtlich startete die Austria in die Landesliga – 5 Spiele, 5 Siege stehen bereits zu Buche. Dahinter verbirgt sich nicht etwa eine leichte Auslosung für den Saisonstart, im Gegenteil: Bereits zum Auftakt musste man bei Vizemeister Eugendorf auswärts bestehen und auch den vermeintlich härtesten Konkurrenten an der Tabellenspitze hatte man zu knacken. Weil Hallwang aber abgesehen vom Aufeinandertreffen in Maxglan vor 2 Wochen auch noch alles gewonnen hat, gilt es für die Violetten, nicht locker zu lassen. Der heutige Gegner Zell am See würde das wahrscheinlich auch sofort bestrafen, die Pinzgauer freuen sich ebenfalls über einen gelungenen Saisonstart. Einzig Hallwang musste man sich in der Vorwoche auswärts mit 3:4 geschlagen geben.

Die mehr als 1.500 Zuschauer konnten sich rasch davon überzeugen, dass die Austria auch in dieser Woche nicht locker lassen würde. Sofort zwang man den Gästen das eigene Spiel auf, verlagerte die Partie in die gegnerische Hälfte und machte immer mehr Druck. Ein starker Keeper hielt für Zell einige Zeit das 0:0, bei einem Weltklasse-Freistoß von Lubomir Neubauer genau ins Kreuzeck war er aber absolut machtlos. Lubo spielt ohnehin eine Wahnsinns-Saison, ständiger Aktivposten in der Offensive und immer für wunderschöne Tore gut. Für das obligate Gegentor sorgte man diesmal auch selbst, Peter Urbanek war der Pechvogel – 1:1. Wenig später war der Fehler bereits wieder korrigiert. Ein wunderschöner Angriff hätte ein erneut starker Cavic bereits fast abgeschlossen, der Zeller Torwart konnte gerade noch abwehren ehe jedoch Oliver Schmidt für den Abstauber bereit stand – 2:1 war dann auch der verdiente Pausenstand. Nach Seitenwechsel plätscherte das Spiel etwas dahin, die Zeller versuchten viel, wurden aber nicht allzu gefährlich. Ohne sich allzu sehr zu verausgaben, war die Austria bemüht, durch ein weiteres Tor den Zuschauern ein Zittern in der Schlussphase zu ersparen. Zunächst scheiterte man mit einem Superschuss noch an der Querlatte, wenig später wurde Stefan Federer im Strafraum alleine gelassen. Das nutzte er zum 3:1, die entgültige Entscheidung in diesem Spiel. Ein souveräner Auftritt einer Austria mit dem logischen Selbstvertrauen der vielen Siege.

Erstaunlich diszipliniert verhielt sich größtenteils die Fankurve, man steht unter besonderer Beobachtung. Einzig darüber, ob sich Uzo Uba über die Anfeuerungen mit seinen Initialen „U-U“ gefreut hat, sollte man sich Gedanken machen. Magistrat und Fußballverband warten förmlich auf Fehler, so geht man nicht mit dem Aushängeschild des Salzburger Fußballs um. Mit dem Erfolg kommt offenbar der Neid, statt Rückendeckung gibt’s Drohungen der Platzkapazität betreffend und Schikanen wo es nur auszudenken ist. Österreichische Diplomatie ist ganz was anderes.

Nächste Woche geht’s nach Saalfelden, statt „7 Tage, 7 Nächte“ könnte man dort vielleicht „7 Runden, 7 Siege“ singen. Skeptikern sei noch gesagt, dass der Top-Goalgetter der Pinzgauer gesperrt ist. Herr Fekete war schlau genug, sich bei 2:0-Führung in Piesendorf die Rote Karte abzuholen. Immerhin hat er mit Schoder, der selbiges Kunststück auch fertig brachte, jemanden zur Unterhaltung auf der Tribüne. Damit dürfte alles angerichtet sein für Sieg Nummer 7 beim Klub mit dem etwas präpotenten Namen „FC Pinzgau“.

7. Runde // FC Pinzgau Saalfelden – SV Austria Salzburg   2:0 (0:0)

Bürgerau, 12. September 2009 – 17:00 Uhr ::: 1.600 Zuschauer (offiziell)

Dass in dieser Saison von Anfang an alles wie am Schnürchen läuft für die Austria ist das Eine. Dazu kommt aber auch noch, dass sich jetzt der schwierige Gegner in der 7. Runde schon vorab selbst geschwächt hat: Mit Robert Fekete fehlt Saalfelden der Knipser schlechthin durch eine Rot-Sperre, selbiges Schicksal teilt er mit einem weiteren sehr wichtigen Stammspieler, Rudi Schoder. Spätestens dadurch wurde die Favoritenrolle von der allgemeinen Öffentlichkeit klar der Austria zugetragen.

1.600 Zuschauer gaben dem Match auf der in die Jahre gekommenen Anlage in der Saalfeldener Bürgerau eine schöne Kulisse, etwa 800 Austria-Fans waren es an diesem Nachmittag.

Zu sehen war zwar eine feldüberlegene Austria, deren Offensivspiel aber diesmal irgendwie nicht so recht ins Rollen kommen wollte. Die Dominanz führte selten zu Chancen, immer öfter war dann ein Saalfeldener Bein im Weg und je länger das Spiel dauerte, je besser schaffte es Saalfelden, die Angriffsbemühungen der Austria bereits im Keim zu ersticken. Die beste Chance in der 1. Halbzeit vergab Cavic, sein Ball landete auf der Querlatte. Inzwischen hatte aber auch Saalfelden bereits große Torchancen mit dem Charakter von Konterangriffen.

Nach Seitenwechsel schöpfte man vor allem durch die Einwechslung von Bernd Winkler Hoffnung, aber am Spiel änderte sich nichts. Saalfelden hatte inzwischen den letzten Respekt abgelegt, konterte noch entschlossener und kam so auch zur bereits nicht unverdienten 1:0-Führung. Zu allem Überdruss verletzte sich dann noch Spielgestalter Lubo Neubauer bei einem aussichtsreichen Angriff ohne Fremdeinwirkung. Er fällt jetzt etwa einen Monat aus. Obwohl das gewohnte Offensivspiel weiterhin nicht stattfand, kam man vereinzelt zu Chancen. Spätestens als auch Rottensteiner an der Latte scheiterte, musste man darauf gefasst sein, dass es wohl so sein könnte, dass dies nicht unser Tag ist. Die endgültige Bestätigung gab’s in der Schlussminute, Benedek besiegelte mit seinem Treffer zum 2:0 die erste Saisonniederlage.

Was dann noch folgte, beschreibt man am besten mit einem Wort – unnötig. Anstatt sich vom eigenen Publikum feiern zu lassen, rannten die Saalfeldener beim Torjubel vor den Austria-Anhang – mit allem was (nicht) dazugehört, provokanten Gesten usw. Speziell Rottenspacher als Sohn des Trainers agierte dabei völlig daneben, ganz spezielle Grüße an dieser Stelle an einen sonst sehr ausbaufähigen Provinzkicker. Ebenso unnötig leider auch die Reaktion darauf, einige waren völlig durchgeknallt und rannten auf’s Feld. Umgehaut wurde dabei leider nicht nur der Zaun, sondern auch Vereinspersonal der Austria, das Verantwortung trägt und schlichten wollte. Die Folgen wären beinahe weitreichend gewesen, schließlich kam man aber zur Vernunft und so gibt’s keine Rücktritte im Vorstand – laut angedacht wurde bereits. Am Ende stehen einzelne Hausverbote, die wenn wohl gerecht, so doch recht unoriginell sind. Aber wie sollte eine Lösung sonst schon aussehen.

Beim FC Pinzgau ging also alles schief. Wunden lecken und dann bleibt zu hoffen, dass in einer Woche beim Heimspiel gegen Maria Alm wieder alles besser wird. Wer denkt, Maria Alm ist jetzt der Jausengegner zur richtigen Zeit: Kann sein, nur: Mit Robert Fekete ... ähm ... Dalibor Radic fehlt ihnen jetzt sogar ein Stammspieler ...

8. Runde // SV Austria Salzburg – UFC Maria Alm   4:0 (3:0)

Maxglan, 19. September 2009 – 17:00 Uhr ::: 1.200 Zuschauer (offiziell)

Der erwartete leichte Gegner war es, der mit Maria Alm am Samstag in Maxglan gastierte. Der Aufsteiger aus dem Pinzgau gab im Sommer ihre schärfste Waffe Gerhard Fabian an Seekirchen ab, ohne ihn zu ersetzen – kein Wunder, steigt doch in dieser Saison mit ziemlicher Sicherheit niemand aus der Landesliga ab. Für die Austria kam die Schießbude der Liga genau zum richtigen Zeitpunkt: Es galt, sich für die Niederlage in Saalfelden zu rehabilitieren.

Nico Mayer schmeckte der Jausengegner besonders, ihm gelang das wichtige 1:0 und in der 2. Halbzeit stellte er den 4:0-Endstand her. Die beiden weiteren Treffer gelangen Winkler und Cavic noch vor der Pause.

An einem Hexenkessel ist es jedenfalls nicht gelegen, warum Maria Alm hier keine Chance hatte. „Nur“ 1.200 Zuschauer waren es diesmal, ob der unsicheren Situation um den Vorstand war den Fans auch nicht zum singen zumute. Freilich war es kein Protest irgendwelcher Art, schon gar nicht gegen die Mannschaft.

In den Tagen nach dem Spiel kam die Meldung, dass es keine Rücktritte im Vorstand gibt und alle geschlossen weiterarbeiten. Damit dürfte gesichert sein, dass beim nächsten Heimspiel im Derby gegen den SAK eine ganz andere Stimmung herrscht. Den Blau-Gelben will man natürlich einen Hexenkessel bereiten, aus dem sie in jedem Fall ohne Punkt herauskommen. Zuvor geht’s auswärts ran – in Anterhing am Samstag hoffentlich erfolgreicher als zuletzt in Saalfelden.

Bis dahin ist die Tabellenführung mit diesem klaren Sieg nicht nur verteidigt, mehr noch: Platz 1 ist wieder einzementiert, da sich Hallwang bei 3:2-Führung in Hallein in den Schlussminuten noch die Butter vom Brot nehmen ließ und gar noch eine 4:3-Niederlage einstecken musste.

9. Runde // Anthering – SV Austria Salzburg   1:3 (0:2)

Anthering, 26. September 2009 – 16:00 Uhr ::: 1.500 Zuschauer (offiziell)

Bei herrlichem Wetter machte sich die Austria-Gemeinde auf den Weg nach Anterhing, um endlich wieder die Stimmung zu machen, für die sie bekannt ist. Man durfte zuversichtlich sein, dass die Austria diesmal den Gegner nicht unterschätzt – immerhin hat Anterhing in vor einer Woche einen Punkt aus Saalfelden entführt.

Die Violetten begannen sehr stark, der Anfangsdruck führte gleich zu Chancen – auch bis zum ersten Tor dauerte es nicht lange: Bernd Winkler verwertete einen klaren Elfmeter bereits in der 7. Minute. Die Austria hatte stets alles im Griff, kurz vor der Pause gelang das wichtige 0:2. Nach Seitenwechsel sah man ein unverändertes Bild, eine souveräne Austria spiele sich im Schongang zum Sieg. Wenige Minuten der Spannung erlebte man aber doch noch, als Anterhing noch der Anschlusstreffer gelang. Doch wenige Minuten später stellte Stefan Federer mit seinem Treffer zum 1:3-Endstand auch die ganz Nervösen wieder ruhig.

Ein ungefährdeter, souveräner wenn auch glanzloser Sieg bringt wichtige Punkte und eine gelungene Generalprobe für das prestigeträchtige Derby in einer Woche gegen den SAK.

10. Runde // SV Austria Salzburg – SAK 1914   0:2 (0:2)

Maxglan, 3. Oktober 2009 – 16:00 Uhr ::: 1.600 Zuschauer (offiziell, damit ausverkauft wegen behördlicher Auflagen)

Nach 22 Jahren standen sich die beiden traditionsreichsten Vereine Salzburgs wieder bei einem Pflichtspiel im Derby gegenüber. Was sich damals noch in der zweithöchsten Spielklasse abspielte, passiert diesmal in der Landesliga. Das hat viele Gründe, nicht zuletzt aber auch die Bedingungen, die seitens der Politik aufgestellt werden und  mit denen die Stadtvereine eben zurechtkommen müssen. Den SAK plagen nach wenigen Monaten auf der neuen Anlage in Nonntal gleich Lärm-Beschwerden der Anrainer (typisch Salzburg, der Flughafen lässt grüßen), während die Austria bei horrender Platzmiete an den ASKÖ auch noch mit einer Zuschauerbeschränkung seitens des Magistrats bei knapp 1.600 klar kommen muss. Hier werden den leidenschaftlich am Leben gehaltenen Stadtvereinen Steine in den Weg gelegt, auf der anderen Seite zahlt die Stadt ohne dass sie es müsste Zig-Tausend Euro Förderung an R** B*** (Standort der Dosen ist Wals-Siezenheim und nicht die Stadt) – tja, die klebrige Limonadenfirma hat es offenbar verdient weil sie gar so sozial ist und den jungen Salzburger Sportlern gar optimale Aussichten verschafft. Zum Kopfschütteln.

Also waren es dann eben diese knapp 1.600 Glücklichen, die das Stadtderby live in Maxglan miterleben durften. Stimmung, die auf die höchste Spielklasse schließen lässt, kam trotzdem auf. Doch etwas stimmte an diesem Tag nicht. Das Spiel verlief entgegen aller Erwartungen. Schon in der 1. Minute wurde Winkler sehr fragwürdig wegen vermeintlichen Abseits zurückgepfiffen, er wäre allein auf den SAK-Schlussmann zugerannt. Ein frühes Tor fiel dann 3 Minuten später, der SAK nutzte gleich die erste Chance – es war aber auch eine hundertprozentige – zur Führung. Wieder einmal ein unglaublicher Schnitzer in der Abwehr, aber immerhin ist es daheim noch immer gelungen, einen Rückstand aufzuholen. Diesmal lief aber gar nichts zusammen und per Elfmeter konnte der SAK sogar nachlegen – 0:2, damit hätte niemand gerechnet. Nur in den letzten Minuten vor der Halbzeit kam die Austria noch mal etwas auf. Zunächst verschoss Winkler einen Elfmeter, danach entschärften der SAK-Keeper und die Stange mit viel Glück seinen Fallrückzieher. Wer darauf hoffte, dass sich in der 2. Halbzeit noch alles zum Positiven wenden könnte, der wurde bitter enttäuscht. Die Violetten wirkten alles andere als spritzig, kamen zu spät in die Zweikämpfe und machten nichts aus ihrem Ballbesitz. Kein Schuss aus der 2. Reihe, über die Flanke kam nichts. Die Bälle wurden verschenkt und so sah man, wie die anfangs zu lässigen Austrianer immer mehr unsicher wurden. Ein Spiel ohne jeden Austria-Geist ausgerechnet im Stadtderby, man könnte die Mannschaft total an den Pranger stellen – nur ihre sehr gute Punkteausbeute in den bisherigen Spielen schützt sie davor noch. Auch der Trainer muss sich einige Kritik gefallen lassen, im Vorfeld spuckte er noch große Töne und nach dem unansehnlichen Spiel beklagte er mangelndes Spielglück, anstatt schonungslos anzusprechen, welchen Schmarrn die leidenschaftslosen Kicker in Violett heute ablieferten. Schade auch, dass Emich einen Mario Schleindl vollkommen ignoriert – beim Mini-Testspiel gegen den SAK im Sommer traf er zweimal, einen Versuch wäre seine Einwechslung allemal wert gewesen. Aber vielleicht ist Mario ja einfach schon zu lange der Austria treu ...

Ganz nach dem Motto „Verlieren kann man, aber nicht auf diese Art und Weise“ müssen wir auch dieses Spiel abhaken und darauf hoffen, dass nächste Woche in Puch wieder alles ganz anders aussieht. Immerhin können wir uns über unerwartete Schützenhilfe von Maria Alm freuen, sie besiegten vollkommen überraschend den FC Hallein auswärts. Erster Verfolger ist nun wieder Hallwang, 2 Punkte beträgt der Vorsprung der Austria.

11. Runde // FC Puch – SV Austria Salzburg   2:2 (1:1)

Waldstadion Puch, 10. Oktober 2009 – 16:00 Uhr ::: 1.200 Zuschauer (offiziell)

Eine Woche nach der peinlichen Heimschlappe gegen den SAK hatte die Austria mit dem FC Puch auswärts eine scheinbar lösbare Aufgabe zu bewältigen. Die Zuversicht vor den Spielen ist den Violetten jedenfalls nicht vergangen, Heli Rottensteiner hat im Interview einen Sieg in Puch versprochen – eine mutige Ansage in Krisenzeiten.

Ein trüber, herbstlicher und auch regnerischer Nachmittag wurde es dann in Puch – in der 2. Halbzeit strahlten die groß dimensionierten Flutlichtmaßen bei voller Energie. Richtiges Austria-Fußballwetter eigentlich, eine Einladung zum Kämpfen einfach. Tatsächlich schaute es schon ganz anders aus, als noch in der Vorwoche gegen den SAK. Puch war zwar immer wieder gefährlich, speziell in der 1. Halbzeit, aber die Austria war die überlegene Mannschaft. Folgerichtig ging man durch eine schöne Aktion von Bernd Winkler auch in Führung. Bereits zuvor traf Nico Mayer mit einem Schuss aus der zweiten Reihe nur die Stange. Wenig später patze allerdings Torhüter Alexander Trappl, ließ einen eigentlich bereits locker gefangenen Ball aus den Händen und ein Pucher drückte das Leder über die Linie. Über die Anerkennung des Treffers als reguläres Tor beschweren wir uns nicht, immerhin war es ein Tormannfehler und wir sollten noch ganz andere Gründe zum Meckern haben an diesem Nachmittag. Dennoch sei angemerkt, dass es schon bitter ist, dass Trappl daraufhin schwer verletzt ausscheiden musste, weil der Pucher Spieler beim Tor auch Torhüter Trappl förmlich weggeräumt hat. Er wurde u.a. mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert, wo er bis in die Woche hinein liegen musste. Noch in der ersten Halbzeit verletzte sich auch der eingewechselte Ersatzgoalie Stefan Huber am Schienbein. Er biss mangels Alternative bis zum Schluss auf die Zähne. 1:1 war dann das unbefriedigende Resultat zur Halbzeit.

In der 2. Halbzeit wurde die Austria immer überlegener, schon nach wenigen Minuten holte Heli Rottensteiner mit einem Traumtor die Führung zurück – 1:2 und die Sicherheit für Heli, dass ihm sein Versprechen im Vorfeld keiner mehr wirklich übel nehmen kann. Es wurde nachgesetzt und so sah alles nach einem Auswärtssieg aus. Doch wie aus dem nichts konterten die Pucher noch einmal gefährlich und netzten sofort zum 2:2 ein * a). Der Austria blieben noch etwa 20 Minuten, die Puch jetzt nur noch über die Zeit bringen wollte. Gut 5 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit wurde ein Pucher ausgeschlossen * b). Quazi mit dem Ende der regulären Spielzeit traf Urbanek per Kopf zum vermeintlichen 2:3, doch das Tor wurde für irregulär befunden und nicht anerkannt * c). In der Halbzeit hätte sich der Pucher Torwart wegen Zeitspiels beinahe noch eine gelbe Karte abgeholt *d). So blieb es auch am Ende bei einem höchst unbefriedigendem Resultat – 2:2.

Die Sternchen sind Schiedsrichter Wagenhofer gewidmet, der SFV präsentierte sich durch seine Person wieder einmal von seiner urtypischsten Seite:

a)       Dem Konter der Pucher zum 2:2 ging ein lupenreiner Rückpass der Hausherren voraus. Der Schiedsrichter hatte freien Blick, schaltete aber offenbar nicht und ließ trotz heftiger Proteste weiterlaufen.

b)       Die Siegchancen der Austria wären ohne den Ausschluss wohl größer gewesen, da mehr Zeit geblieben wäre. Unfassbar langsam bewegte sich der Spieler nach langen Diskussionen vom Platz, bis er an der Seitenlinie draufkam, dass er seine Kapitänsschleife ja noch übergeben muss und noch mal langsamsten Schrittes zurück und wieder hinaus ging. Dem nicht genug hielt er sich dann auf der Bank auf. Laut Reglement muss er weg vom Platz, der Schiedsrichter erklärte alles bei totaler Gelassenheit und nach minutelanger Fußball-Pause ging es dann irgendwann auch noch mal weiter.

c)       Außer Urbanek war noch ein weiterer Austrianer in Ballnähe, ansonsten hielt sich nicht ein einziger Spieler im näheren Umkreis der Kopfball-Flanke auf, der Schiedsrichter ist trotzdem sicher genug etwas gesehen zu haben, dass er meint er kann den Siegtreffer aberkennen. Eine Fehlentscheidung der extremsten Sorte, noch dazu spielentscheidend.

d)       Anstatt den Pucher Keeper für sein elendiges Zeitspiel wenigstens mit Gelb zu bestrafen (uns hätte es ohnehin nichts gebracht), unterstützt ihn der Schiedsrichter sogar dabei. Halbwegs schnell wurde ihm in der Nachspielzeit in Ball zum Abstoß zugeworfen, doch er wollte die andere Kugel haben. Jene, frisch aus dem Wald mit der extralangen Lieferzeit und dafür warf er den anderen Ball auch gleich wieder weg. Der Schiri pfiff in die Pfeife, mahnte ihn mit einer Geste aber nur, anstatt Gelb zu zücken. Das, obwohl er schon beim Ausschluss wie bei vielen anderen Aktionen zusehen konnte, wie sehr es die Pucher auf die Uhr angelegt haben. Außerdem ist eine Ermahnung nach dem Motto „noch einmal und dann kriegst ...“ nicht gerade nachvollziehbar, wenn dann eh gleich Schluss ist.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber dieser Punkteverlust geht auf die Kappe des Schiedsrichters. Es waren auch nicht nur die ausführlicher beschriebenen 4 Fehlentscheidungen, sondern generell ein Spiel, indem der vermeintlich Unparteiische mit zweierlei Maß gemessen hat. Puch durfte eine Blutgrätsche nach der anderen anbringen, ohne Rot oder auch nur Gelb zu sehen. Unsere Spieler mussten sich schon vor einer Berührung des Gegenspielers hüten, um nicht Gelb zu bekommen. Der Verband hat leider zu wenige Kandidaten, die den aktuellen Schiedsrichtern seriöse Konkurrenz machen. Im Übrigen erstreckt sich das skandalöse Agieren des SFV in Sachen falsch interpretierter Verhältnismäßigkeit in weiterer Folge ja auch vom grünen Rasen auf den grünen Tisch. Während die Austria für die Vorfälle am Rande der Partie in Saalfelden satte 2.000 EUR Strafe ausfasste, muss etwa der Lieferinger SV für einen Betrugsversuch an den Verband nur ein Zehntel dieser Summe bezahlen – 200 EUR dafür, dass Spieler Wressnig mit falschem Spielerpass eingelaufen ist und so etwas beim Lieferinger SV bereits zum wiederholten male vorkommt. Der Strafrahmen reicht bis 5.000 EUR, unverständlich, warum die Austria als Melkkuh genommen wird, während man sich von anderen Klubs betrügen lässt. Am grünen Tisch hätte man die Zeit, überlegte und seriöse Entscheidungen zu treffen. Doch wie am Spielfeld verliert man auch hier jede Relation und macht sich so zu einem Fußball-Verband, wie man ihn sich schlechter nicht vorstellen könnte.

14. Runde // SV Austria Salzburg – USC Eugendorf   2:0 (1:0)

Maxglan, 31. Oktober 2009 – 14:00 Uhr ::: 1.150 Zuschauer (offiziell)

Exakt drei Monate ist es her, als mit dem Auswärtsspiel in Eugendorf für Austria Salzburg die Mission Landesliga begann. Als überaus ehrgeizig wurde das vom Verein definierte Ziel Aufstieg von den meisten angesehen. Viel mehr als in den letzten drei Spielzeiten stand man vor dieser 1. Runde in der Ungewissheit, ob es die Violetten denn auch schaffen würden. Alles andere als zuversichtlich stimmte einem als Fan die Vorbereitung, die namhafteste Verstärkung Bernd Winkler auf der Stürmerposition war für viele ein Fragezeichen. Mit dem Auswärtsspiel zum Auftakt bei Vizemeister Eugendorf hat auch der Spielplan der Austria gleich eine große Aufgabe vor die Brust gesetzt. Mehr denn je seit dem Neubeginn im Sommer 2006 war man auf eine Niederlage gefasst, als die beiden Mannschaften bei abendlicher Sommerhitze zum Anstoß um 19:00 Uhr auf das Spielfeld kamen. Zur Pause lag man noch zurück, ehe ausgerechnet der zum Stürmer umfunktionierte Bernd Winkler zum Mann des Spiels wurde: Mit einem lupenreinen Hattrick drehte er das Spiel zum 1:3-Auswärtssieg, schenkte den Fans an diesem wunderschönen Sommerabend auch ein Spiel nach ihrem Geschmack und schickte die Austria auf die Reise in eine sehr erfolgreiche Hinrunde.

Weil zwei Spiele der Rückrunde noch in diesem Kalenderjahr stattfinden, kommt es schon jetzt zum Wiedersehen mit den Eugendorfern in Maxglan. Im Gegensatz zum Spiel am 1. August ist die Austria diesmal haushoher Favorit. Man hat sich bestens zurechtgefunden in der Landesliga und will als Herbstmeister den 5-Punkte-Vorsprung in den letzten beiden Spielen vor der langen Winterpause natürlich nicht schmelzen lassen. Ein sehr unangenehmer Gegner ist Eugendorf auch jetzt noch, die Grün-Weißen haben zuletzt eine gute Figur abgegeben und finden sich mit Saalfelden und Hallwang auf den Verfolgerplätzen der vorderen Tabellenregion.

Vor 1.150 Zuschauern bei kaltem aber freundlichen Wetter in Maxglan begünstigte der Mann des Hinspiels auch das zweite Aufeinandertreffen mit Eugendorf zugunsten der Austria: Schon in der 8. Minute setzte sich Bernd Winkler schön durch und drückte den Ball zur 1:0-Führung über die Linie. Die Violetten dominierten das Spiel, Eugendorf blieb aber gefährlich. Nach einem Eckball war ein Eugendorfer per Kopf zur Stelle und setzte den Ball an die Querlatte. Nach Seitenwechsel war die Austria weiterhin feldüberlegen, Eugendorf war nicht mehr allzu gefährlich. Trotzdem galt es jetzt natürlich, den zweiten Treffer nachzulegen, um sich ein Zittern in der Schlussphase zu ersparen. Das gelang dann auch, in der 65. Minute war es Mario Schleindl, der für klare Verhältnisse auch beim Resultat sorgte. Der wiedererstarkte Mario Schleindl krönte damit auch eine tolle persönliche Leistung, schon in der 1. Halbzeit wirbelte er im Angriff gehörig und holte einige Top-Chancen heraus. Schön, dass Mario Schleindl als Mann der ersten Stunde seit Neugründung auch in Salzburgs höchster Spielklasse der Austria noch viel Freude machen kann. Das 2:0 war zu diesem Zeitpunkt bereits überfällig, Nico Mayer traf wenige Minuten zuvor nur die Unterkante der Querlatte und ließ klar erkennen, dass auch er wieder voll zu seiner Form gefunden hat.

Ein souveränes 2:0 war dann auch der Endstand, so marschiert die Austria mit dem 5-Punkte-Polster weiterhin zielgerichtet in Richtung Westliga. Eine Woche muss die Konzentration jetzt noch hochgehalten werden in diesem Jahr, denn in Henndorf sollen auf keinen Fall Punkte liegen gelassen werden.

15. Runde // Henndorf – SV Austria Salzburg   1:4 (0:2)

Henndorf, 7. November 2009 – 14:00 Uhr ::: 700 Zuschauer (offiziell)

Das von der Saison bereits ziemlich mitgenommene Grün des Rasens in Maxglan erholt sich bereits seit einer Woche, während es für die Mannschaft der Austria noch ein Auswärtsspiel zu bestreiten gilt, bevor man sich in die lange Winterpause verabschiedet. Es geht ganz tief in den Tabellenkeller zu Schlusslicht Henndorf, die Wallersee-Gemeinde ist bereits seit Mitte September in der Landesliga ohne jeden Punkt. Umso peinlicher und ärgerlicher wäre es, ausgerechnet dort unmittelbar vor der langen Pause noch Punkte liegen zu lassen. Gewarnt ist man ohnehin, schließlich war es schon im Heimspiel Anfang August nur ein Zittersieg gegen Milan Pavlovic & Co.

Im Spiel stellten die Violetten ihre Favoritenrolle gleich unter Beweis und dominierten sofort. Ein Eckentrick von Rottensteiner und Mayer war das erste Highlight, als Mayer den angespielten Ball schnappte und in den Strafraum zog, wurde er gefoult – Bernd Winkler erledigte den Rest mit seinem Elfmeter souverän. Nachdem Schleindl eine große Chance auf die komfortablere 2:0-Führung zunächst noch liegen gelassen hatte, machte er es eine Minute später besser und traf. 2:0-Führung also zur Pause, da sollte nichts mehr passieren.

Nach Seitenwechsel hatten die Mozartstädter keine Probleme, die Bengalen und der Rauch der Anti-Fekter-Choreographie von den Fans (Protest gegen das strikte gesetzliche Verbot von Feuerwerkskörpern in den Fankurven Österreichs) als Intro zur 2. Halbzeit waren noch nicht erloschen, da erhöhte Lubo Neubauer bereits auf 3:0. Rechtzeitig vor der langen Pause meldete sich also einer jener Spieler zurück, die uns im Herbst am meisten Freude gemacht haben. Winkler setzte den violetten Schlusspunkt mit dem 4:0 aus Sicht der Austria. Dass den Gastgebern wenig später noch der Ehrentreffer gelang störte dann keinen mehr, Mannschaft und Fans freuten sich über einen nie gefährdeten Auswärtserfolg vor 700 Zuschauern.

Die Konkurrenz hat voll gepunktet, wird aber an der Souveränität der Austria verzweifeln – am 5-Punkte-Polster wird in den nächsten Monaten ohnehin nicht gerüttelt und wir alle sind zuversichtlich, dass auch im Frühjahr nichts davon schwinden wird. Damit geht ein sehr erfolgreicher Herbst zu Ende, die Überlegenheit der Austria ist dabei in dieser Deutlichkeit für viele von uns sogar eine Überraschung. Anders als in den vorangegangenen Spielzeiten, aber lange hat es nicht gedauert, bis man sich auch in Salzburgs höchster Spielklasse an die dominante Rolle gewöhnt hat.

In diesem Sinne eine erholsame Winterpause, mit neuer Motivation ins Frühjahr – den Zuschauerzahlen wird es gut tun.

 

R** B*** Salzburg – SK Rapid Wien, 29. November 2009 – 0:0

 

// Fotos aus dem Herbst 2009 //

 

Frühjahr 2009 (Saison 2008/09, 2. Landesliga Nord)

Die Frühjahrssaison startete ob des langen Winters und damit notwendig gewordener Spielabsagen für die Austria erst am ersten April-Wochenende. Mühsam besiegte man dabei Thalgau mit 2:1. Doch schon vor diesem Spiel – die Mitstreiter um den Titel konnten die Winterpause bereits früher beenden – entwickelte sich die Frühjahrssaison 2009 für Austria Salzburg zu einem großen Wunschkonzert. Kuchl nahm Grünau auf deren Anlage 2 Punkte im Aufstiegsrennen weg, die im Herbst so hartnäckigen Tennengauer selbst sollten sich daraufhin Woche für Woche mehr von der Tabellenspitze zurückziehen und die grün-weißen aus Wals zum ersten Verfolger der Austria machen. Unter dem neuen Trainer Didi Emich formte sich eine homogene Truppe, die viele ihrer Schwächen vom Herbst ablegen konnte. Besonders erfreulich war, dass man sich immer mehr auf das spielerische besinnte und bei unverändert starkem Kampfgeist auf kleinkarierte Nörgeleien auf dem Spielfeld größtenteils verzichtete. So konnte die Mannschaft ihr Potential abrufen und feierte Sieg um Sieg, immer öfter waren auch echte Gala-Auftritte dabei wie etwa beim 9:0-Heimsieg über Oberhofen am 18. April. Das vor Monaten schon zum Spitzenspiel erklärte Match beim SV Kuchl am 26. April war dann in Sachen Brisanz bereits stark entschärft, souverän siegten die Violetten auch dort mit 2:0. Auch der übrig gebliebene Verfolger Grünau konnte keinen Austria-Fan mehr nervös machen, einen Showdown beim Heimspiel gegen die Walser am letzten Spieltag musste man nicht befürchten und man war am 6. Juni dann auch tatsächlich meilenweit von ungewollter Dramatik entfernt. Trotzdem nahmen die Jungs ihre Aufgabe noch mal ernst und verabschiedeten sich wahrlich meisterlich mit einem 3:0-Heimsieg über den Zweiten Wals-Grünau aus der Liga, was in der Abschlusstabelle stolze 13 Punkte Vorsprung auf die Herren aus Wals bedeutet. Dass solch eine anständige Vorstellung eines feststehenden Meisters zum Saisonausklang vor den eigenen Fans zwar wünschenswert, aber nicht selbstverständlich ist, verdeutlichte ein Spiel der 1. Bundesliga genau 6 Tage zuvor in – na klar – Wals. Die Meisterfeier wäre vollkommen gewesen, wenn auch das Wetter gepasst hätte. Immer wieder regnete es an diesem wirklich unwirtlichen Juni-Samstag, vielleicht hat der Wettergott ja schon in einem Jahr wieder Gelegenheit, es bei der nächsten Auflage dieses fast schon zur Gewohnheit gewordenen Anlasses Meisterfeier besser zu machen. Mit Saisonende ist es bekanntlich „Business as usual“, wenn Spieler kommen und gehen – so wie auch heuer bei der Austria der Fall. Besonders zwei Abgänge der Austria sind jedoch hervorzuheben, weil die beiden Männer von Stunde Null bei Austria Salzburg waren und seit Sommer 2006 dafür gesorgt haben, dass unser Verein wieder in die Spur kommen konnte – unvergessen werden uns deshalb Oliver Trappl und Wolfgang Würnstl bleiben. An dieser Stelle der Wehrmutstropfen an der sonst tollen Arbeit des neuen Trainers Emich: Stillos, dass die beiden verdienten Austrianer im bedeutungslosen Saisonfinish gegen Grünau vom Trainer nicht berücksichtigt wurden und bei ihrem Abschied keinen Einsatz mehr bekamen. Alle Blicke sind jetzt nach vorne gerichtet, denn auch in der Landesliga setzt man sich den Meistertitel und damit verbundenen Aufstieg in die Westliga als Ziel. 4 Verstärkungen standen bereits zum Saisonausklang 2008/09 fest, weitere werden folgen. Wir freuen uns auf August, wenn die Austria in der höchsten Salzburger Spielklasse um den Titel kämpft.

 

Herbst 2008 (Saison 2008/09, 2. Landesliga Nord)

SV Austria Salzburg – St. Georgen   5:1 (3:1)

Maxglan, 2. November 2008 – 14:00 Uhr ::: 1.100 Zuschauer (offiziell)

Mitte der Woche wurde offiziell die großartige DVD „75 Jahre Austria Salzburg – Die unglaubliche Geschichte des violetten Kultklubs“ präsentiert. Positive Presse und die Vorfreude, sich das neue Highlight im Fanshop beim Spiel gegen St. Georgen am Allerseelentag für EUR 19,33 zu kaufen, machten so richtig Laune auf den Saisonausklang. Tatsächlich alles angerichtet war aber erst am Freitagabend: Da hat der SV Kuchl bereits sein Heimspiel gegen Köstendorf ausgetragen und völlig überraschend mit 1:2 verloren. Damit hat die Austria unverhofft sogar die große Chance, noch vor der langen Winterpause die Tabellenspitze zu erobern. Ein Unentschieden gegen das abgeschlagene Schlusslicht St. Georgen würde dazu schon reichen, natürlich wäre aber alles andere als ein (hoher) Sieg eine ordentliche Blamage.

Zu Beginn des Spiels galt es aber anscheinend gleich mal wieder, das Ritual dieses Herbstes zu pflegen und sich ein dummes Gegentor einzufangen. Tatsächlich ist es jetzt also in diesen 15 Meisterschaftsrunden nur einmal gelungen, den eigenen Kasten sauber zu halten – ausgerechnet beim 2:0 über die hartnäckigen Kuchler im Rahmen des stimmungsvollen Vereinsjubiläums am 13. September. Daraufhin zog sich die Mannschaft allerdings gut aus der Affäre, Mersi Jukic leitete den Umschwung ein, bereits zur Pause stand es 3:1. Nach Seitenwechsel gelangen einer souveränen Austria noch zwei Treffer, zunächst ein Traumtor durch Hammer-Weitschuss vom wiedererstarkten Oliver Trappl, dann ein gekonnter Abschluss von Xandi Seywald kurz vor dem Ende zum klaren 5:1-Heimsieg.

Über die Wintermonate steht die Salzburger Austria somit am 1. Tabellenplatz in der 2. Landesliga Nord mit 2 Punkten Vorsprung auf Kuchl sowie dem klar besten Torverhältnis der Liga. Spannend wird’s auf alle Fälle schon in der 1. Frühjahrsrunde, während die Austria dort bei Golling gastiert, treffen sich die beiden Verfolger Grünau und Kuchl im direkten Duell in Wals-Siezenheim.

Als etwas enttäuschend kann man die Zuschauerzahlen im Herbst betrachten, selbstverständlich mit einer extremen Ausnahme im Heimspiel gegen Kuchl. Bei diesem Heimspiel vor der so langen Winterpause lockte es gerade mal 1.100 auf die Maxglaner Sportanlage. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es am 1. Novemberwochenende eine Spielklasse tiefer gegen Tabellennachzügler HSV Wals beim Herbstausklang immerhin 1.400 Zuschauer. Eine Offensive seitens des Vereins und viel Mundpropaganda der Fans ist auf jeden Fall wichtig und wünschenswert. Anders als zig Vollidioten, die sich in Grödig vor der kritischen Salzburger Presse beim 2.-Liga-Match der Grödiger auf einem Feld vor deren Anlage sehen lassen, um sich dort mit Fans von Wacker Innsbruck in die Quere zu kommen.

Immerhin können wir die Tabellenführung aus einem gefühlt durchwachsenen Herbst mitnehmen. Allen Fans eine möglichst kurzweilige Winterpause, bis wir gemeinsam Ende März wieder voll durchstarten – unbeirrt in Richtung 1. Landesliga.

SK Strobl – SV Austria Salzburg   1:1 (0:1)

Sportanlage Strobl, 25. Oktober 2008 – 14:00 Uhr ::: 850 Zuschauer (offiziell)

Anstatt als Gejagter geht man nun als Jäger in die Rückrunde, die mit diesem Spiel in Strobl beginnt. Zwei Punkte Rückstand auf Kuchl gilt es aufzuholen wobei uns das direkte Duell im April auswärts bevorsteht. Ein wunderschöner Herbstnachmittag am Wolfgangsee und eine schöne Kulisse vor 850 Zuschauern auf der bescheidenen Anlage machten gute Laune, sie sollte uns aber wie schon vor einer Woche wieder abhanden kommen.

Schon vor dem Anstoß zeichnete sich ab, wie es um die Laune der Unparteiischen steht: Assistent Feldbacher fühlte sich von den Fahnen der Austria-Anhänger hinter ihm bedroht, zusammen mit dem Hauptschiedsrichter mahnte er die Fans zur Disziplin – netterweise ohne dass etwas passiert wäre gleich mit einer Drohung. Dass es um den Linienrichter psychisch, nervlich und auch körperlich nicht gut bestellt ist, war gleich klar – leider passte sich auch der Schiedsrichter dem an, aber der Reihe nach:

Die Austria begann hochmotiviert und hatte gleich in den ersten Minuten gute Chancen zur Führung. Doch noch bevor man auf die Idee gekommen wäre, sich auf eine einseitige Partie einzustellen, kamen die Gastgeber ins Spiel. Ein zu langsamer Pecaranin hätte eine Top-Chance für Strobl zugelassen, wenn nicht (wohl irrtümlich) auf Abseits erkannt wurde. Man hätte sich über das eine oder andere Gegentor nicht beklagen dürfen. Dann war es aber doch Mersudin Jukic, der den Unterschied ausmachte und die Führung für die Austria erzielte, durchaus verdient stand es auch zur Pause 0:1.

Die zweite Halbzeit hätte dann schlechter nicht beginnen können. Ein Strobler setzt sich gleich in der ersten Aktion nach Seitenwechsel mit einer Mischung aus Boxen, Ringen und Wrestling an der Seitenlinie gegen Peter Weiss durch, darf die Aktion weiterspielen, legt zur Mitte – Ausgleich. Wirklich unglaublich, dass die Aktion an der Seitenlinie nicht abgepfiffen wurde: Der Linienrichter sah es nicht, weil er schon davongelaufen ist um ein mögliches Abseits zu erkennen – der Schiedsrichter hätte es auf jeden Fall sehen müssen. Zudem müsste man so ein Foul neben sehen auch spüren, hören, fühlen, riechen können – das war von übelster Sorte und überreif für eine Karte. Peter Weiss musste daraufhin ausgewechselt werden. Alles was dann noch folgte, kann man schon unter „Schlussphase des Spiels“ zusammenfassen, vielleicht waren es noch 10 Minuten Nettospielzeit, die man zu sehen bekam. Einerseits zeichnet es schon die Schweinstruppe von Strobl aus, dass man sofort nur noch auf Zeit spielt und das dermaßen augenscheinlich. Andererseits ist es eine Frechheit, dass der Schiedsrichter dies nicht nur nicht unterbindet, sondern wahrlich noch unterstützt. Es war noch keine Stunde gespielt, da lag jeder Strobler bei jeder Aktion minutenlang wie vom Blitz getroffen am Boden, wurde auf dem Spielfeld behandelt. Jeder Einwurf, jede Ecke, jeder Freistoß sowieso, dauerte 3 bis 5 Minuten und wurde gleich von der nächsten Verzögerung gefolgt. Augenscheinlich etwa, wie sich ein Un-Fußballer in Person, der Glatzkopf von Strobl, einfach so hinlegte auf den Rasen, in einem Umkreis von 10 m hatte er keine weiteren Spieler. Der Schiedsrichter ließ ihm die nötige Zeit um den Schlaf nachzuholen, ehe das Spiel irgendwann weiterging. Höhepunkt war die Einwechslung von Lenz. Der war schon im Spiel, alles klar – doch dem immer älter werdenden Herrn Assistenten Feldbacher ging alles zu schnell: Lenz musste nochmal hinaus zu ihm, zeigte ihm seine Nummer. Auch dann ging es nicht zügig weiter, nein – Lenz musste ja noch gründlich ermahnt werden. Gelbe Karten wegen Zeitverzögerung blieben völlig stecken, gab es dann eine, waren natürlich die Violetten die, die zu unfairen Mitteln zu greifen hatten, während auf das Tor gedrängt wurde. Das Schiedsrichtertrio pflegt offenbar eine wunderschöne Handschrift, eine Minute nahm das Notieren einer Karte jedenfalls locker in Anspruch. Seine inferiore Leistung krönte der Schiedsrichter dann noch mit einer Nachspielzeit von 3 Minuten anstatt der fälligen halben Stunde, wie die 3 Minuten verlaufen sind, muss sich wohl nicht mehr erklären.

Nach dem Schlusspfiff entstand dann noch ein Gerangel zwischen Spielern beider Mannschaften, dem Ordnerdienst, ... Fazit: Unter schwierigen Umständen hat es die Austria nicht geschafft, den Sieg einzufahren – für Strobl ist der Punkt nicht besonders verdient, als Gastgeber war die Wolfgangseegemeinde vollkommen überfordert. Einen Punkt auf Kuchl hat man dennoch gut gemacht, im Tennengauer Derby hieß der Sieger nämlich Adnet. Gut für uns, denn wir täten gut daran, aufzusteigen – auch um diese unsympathische Truppe eine Liga tiefer liegen zu lassen.

SV Wals Grünau – SV Austria Salzburg   1:1 (0:1)

Sportanlage Grünau, 18. Oktober 2008 – 16:00 Uhr ::: 1.550 Zuschauer (offiziell)

Spannung pur ist garantiert in dieser letzten Herbstrunde, das war uns allen klar. Während Kuchl auswärts beim FC Bergheim ran muss und wir uns hierbei durchaus einen Punkteverlust der Tennengauer erhoffen dürfen, hat unsere Austria selbst eine schwierige Auswärtspartie zu bei SV Grünau zu absolvieren. Gewinnen wir nicht, ist unser Herbstmeistertitel in Gefahr – andererseits können wir uns schon einmal von unserem punktegleichen Verfolger verabschieden, wenn Kuchl denn Punkte lassen sollte.

Vorweg: Die Austria hat es wirklich geschafft, Kuchl als unangenehmen Verfolger auf den Fersen wegzubekommen. Doch leider insofern, als dass die Tennengauer an uns vorbeigezogen sind, neuer Tabellenführer sind uns sich Herbstmeister nennen dürfen – na Prost! Die Kunde vom 4:1-Auswärtssieg der Kuchler in Bergheim (nach Rückstand zur Pause) erreichte uns noch vor dem Spiel, die Austria war also im Zugzwang und so sah das Ganze dann aus:

Vor mehr als 1.500 Zuschauern am kleinen, feinen Platz in Grünau konnte sich unsere Mannschaft auf eine großartige Unterstützung seitens der Fans freuen, eine Fahnenchoreographie zu beginn rundete das ab. Die Tribüne in Wals-Grünau war fest in violetter Hand – genauso wie das Spiel. Das entwickelte sich zu einer Demonstration von Einbahnstraßenfußball, sodass es nur eine Frage der Zeit war, bis unsere Mannschaft in Führung ging. Nach etwa einer halben Stunde war es dann soweit, ein direkter Freistoß aus schwierigem Winkel, von Mersudin Jukic unerwartet in die Tormannecke gezirkelt, überraschte den Grünauer Schlussmann und es stand 0:1 – auch der Pausenstand. Nach Seitenwechsel nahm das Unheil seinen Lauf, Schuld war unsere Mannschaft selbst. Statt Agieren stand nun Reagieren auf dem Programm, es wurden keine Akzente mehr gesetzt und man ließ Grünau das Heft in die Hand nehmen. 20 Minuten vor Schluss dann die beiden entscheidenden Aktionen unmittelbar nacheinander: Der souveräne Schiedsrichter Bernd Hirschbichler entschied erst auf Elfmeter für die Gastgeber – der starke Ti Hoang verwandelte mit einem scharfen Schuss, wobei Trappl die Ecke erraten hätte. Postwendend dann die Chance zur erneuten Führung für die Austria, Elfmeter: Nico Mayer war leider nicht die richtige Wahl des Schützen – ihm versagten die Nerven, er setzte den Ball neben die Stange. Die Schlussoffensive der Austria kam kaum in die Gänge, die eine oder andere Chance gab es noch – Tor leider keines mehr. Endstand 1:1.

Zum Ende der Hinrunde überholt uns Kuchl somit und ist zur Halbzeit der Meisterschaft 2 Punkte voran. In den beiden vorgezogenen Frühjahrsrunden wird es auch schwierig werden, sich die Winterkrone doch noch zu holen. Kuchl muss noch nach Adnet und empfängt abschließend Köstendorf. Ähnlich schwierig scheint auch unser Programm mit dem Auswärtsspiel in Strobl und dem Ausklang daheim gegen St. Georgen. Trotz des unglücklich verlaufenen Spieltags, fand das ganze dann noch einen gemütlichen ausklang im wunderschönen Grünauer Hof in unmittelbarer Nähe des Platzes in der Gemeinde Wals-Siezenheim.

Länderspiel zur WM-Qualifikation 2010 – 4. Spieltag

Österreich – Serbien   1:3 (0:3)

Wien, Ernst-Happel-Stadion – 15. Oktober 2008, 20:30 Uhr – 48.000 Zuschauer

Nach dem glücklichen aber bemerkenswerten Sieg Österreichs gegen Frankreich Anfang September, brach der große Run auf die Tickets für das nächste Heimspiel in der WM-Qualifikation aus – bald war auch dieses Heimspiel gegen Serbien ausverkauft. Wäre es nicht schnell gegangen, hätte es gar nicht funktioniert mit einer vollen Hütte: Denn eine sang- und klanglose 0:2-Niederlage in Litauen und ein enttäuschendes 1:1 auf den Färöer hätten wohl kaum noch jemanden motiviert, an diesem Mittwochabend ins Ernst-Happel-Stadion zu kommen. Die Nationalmannschaft kann heute also vor ausverkauftem Haus gegen Serbien antreten, obwohl sie es sich kaum verdient hat – schnell geht’s hierzulande immer mit dem „Hype“.

Doch ein echtes Heimspiel war es nicht, ca. 15.000 Serben waren unter den Zuschauern und die machten kräftig Stimmung. Optimismus noch vor dem Spiel, eine stimmungsvolle Einlage einer Abba-Coverband mit zwei bildhübschen Damen und zu Spielbeginn eine kleine Choreographie sorgten für einen tollen Rahmen.

Doch mit Anpfiff des Spiels verschlechterte sich die Stimmung in rot-weiß-rot zusehends. Die Serben wurden viel zu wenig attackiert, aus einem schönen Weitschuss resultierte das 0:1. Beim zweiten Gegentreffer marschierte der bei Hertha BSC tätige Marko Pantelic ungehindert durch die Abwehr, traf die Stange und Jovanovic versenkte den Abpraller im Netz. Das 0:3 war wieder die Folge von inkonsequentem Attackieren in der Defensive, der Torschütze der Serben war nach wie vor hungrig, setzte sich entschlossen durch und erzielte das 0:3. Das alles nach gut 20 Minuten, das Spiel war mehr oder weniger gelaufen. Von wegen da hätte einfach alles den Weg ins Tor gefunden bei Serbien, die Unterkante der Querlatte verhinderte Tor Nummer 4. Verständlich, dass sich bald ein heftiges Pfeifkonzert ergab. Nach Seitenwechsel sah man weiterhin vollkommen unbeholfene Österreicher, die keinen Drang danach hatten, nach vorne Druck auszuüben. Die Gäste haben inzwischen mehrere Gänge zurückgeschalten, das Verwalten ihres Vorsprunges war aber sehr einfach – eine ganz müde 2. Halbzeit über weite Strecken. Einzig Janko kam noch zu einem kleinen persönlichen Lichtblick, als ihm noch der Ehrentreffer zum 1:3 gelang.

Als Fußballfan konnte man bei den Serben in der 1. Halbzeit mehrmals Zunge schnalzen, für Fußball Österreich war es wieder einmal ein katastrophaler Abend. Die Spieler haben nicht nur keine individuelle Klasse, die eine WM rechtfertigen würde – sie vermitteln auch teilweise sehr wenig Lust zum Einsatz, Verantwortungsbewusstsein und vor allem Kreativität im Spiel fehlt total.

Negativ bleibt noch zu erwähnen, dass sich bei den Hymnen einige Pfiffe dazwischen mischten – Fairness und Anstand sind den meisten Fans selbstverständlich, wenige aber zu viele, sehen diese Ehrensache nicht als solche. Für die Serben war es ein genialer Abend in Wien, sie machten tolle Stimmung, feierten die Tore mit Bengalischen Feuern und sahen eine tolle Leistung ihrer Mannschaft unter Kapitän Dejan Stankovic. Für Österreich endete 40 Tage nach der Eintagsfliege gegen Frankreich also die Fastenzeit der Euphorie nicht, im Gegenteil – die WM 2010 wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zurecht ohne uns stattfinden und es bleibt wieder die Erkenntnis, dass trotz jahrelangem Blablabla von Entwicklungsprozess usw. immer noch nichts weitergeht und die Siegermentalität einfach total fehlt. Für das Verkehrskonzept rund um das Stadion ist so ein Spielverlauf traumhaft, vor der U-Bahn-Station ging es schnell weiter, weil sich die Abwanderung der Massen sehr gut verteilte, ab Mitte der 2. Halbzeit setzte die Massenabwanderung bereits ein sodass nach Spielende nicht mehr so viele Leute abzufertigen waren.

Bilder vom Match gegen Serbien

 

SV Austria Salzburg – Köstendorf   3:1 (2:0)

Maxglan, 11. Oktober 2008 – 16:00 Uhr ::: 1.100 Zuschauer (Durchsage)

Wenig Reiz für die Fans, für die Spieler gibt es eher viel zu verlieren – so undankbar sind Runden, wo ein Pflichtsieg ansteht. Nächste Woche geht es zum Schlager nach Wals, doch weil die Punkte auch heute gleich viel Wert sind gilt es, die volle Aufmerksamkeit auf diese 90 Minuten zu richten.

1.100 Zuschauer waren es laut Platzsprecher, der offizielle Spielbericht spricht von weniger – es ist momentan vieles unklar bei uns. Eine recht ansehnliche Fähnchenchoreographie zu Beginn war das Highlight der Hingabe der Fans bei diesem Spiel, viel gute Laune kam ob des am Rasen gebotenen nicht auf. Dabei war der Sieg nicht so richtig in Gefahr, ein frühes 1:0 von Rehrl ? / Lenz ?, das trotz intensiver Abseits-Proteste der Köstendorfer anerkannt wurde, gab die Richtung vor. Die Möglichkeiten der Gäste waren doch sehr beschränkt, umso mehr ist es traurig, dass sie doch weitgehend verschont blieben von violett-weißen Angriffen. Jukic bewies dann doch nochmal starken Willen, setzte in einem Strafraum-Gestocher mehrmals nach, ehe der Ball homorlos ins Tor kullerte – 2:0, der Pausenstand. Nach Seitenwechsel fing sich unsere Mannschaft das obligate Gegentor, schließlich ist ja heute nicht 75-Jahr-Feier – nur gegen Kuchl wurde die Kiste sauber gehalten. Eine schöne Kombination der Gäste war es, die bis zum Abschluss funktioniert hat. Generell ist bei diesem Spiel aber eher ein sehr inaktives Mittelfeld zu bemängeln, dabei sah es nicht nach Schongang aus, sondern viel mehr nach Verkrampfung. Am Ausgleich waren die Gäste aber nicht dran, man hatte eigentlich nichts zu befürchten. Alles klar war aber erst nach dem 3:1: Ein kurz abgespielter Eckball drohte sich schon an der Abwehrmauer festzulaufen, ehe Jukic einfach ein paar Haken ansetzte, ansatzlos draufknallte und das Leder unhaltbar ins Eck donnerte – Extraklasse. Das wars dann aber auch, ein wichtiger Pflichtsieg ohne zu glänzen.

Nächste Woche erwartet uns ein ganz heißer Tanz bei Wals-Grünau. Die recht unterschiedlichen Ergebnisse machen sie unberechenbar, zuletzt zeigte deren Formkurve wieder nach oben und gegen die Austria wird es ihnen an Motivation nicht mangeln. Es wird also eine deutliche Steigerung unsererseits nötig sein, um den Herbstmeistertitel sicherzustellen.

SV Austria Salzburg – FC Bergheim   5:2 (2:2)

Maxglan, 27. September 2008 – 17:00 Uhr ::: 1.100 Zuschauer (offiziell)

Zwei Wochen nach dem glorreichen Jubiläums-Samstag ist leider nichts mehr übrig vom Punktepolster auf Kuchl, weil man sich in Bürmoos die Butter schon wieder vom Brot nehmen hat lassen. Diesmal ist Wiedergutmachung für die 0:1-Niederlage angesagt, doch auf ein leichtes Spiel durften sich die Violetten dabei nicht einstellen. Gegner Bergheim, im Sommer mit der Austria gemeinsam in die 2. Landesliga Nord aufgestiegen, hat einen guten Saisonstart hingelegt und ist voll in der Liga angekommen. Der Austria ist das auch gelungen, im Gegensatz zu Bergheim aber mit hochkarätigen Verstärkungen, die eine ungleich höhere Erwartungshaltung zur Folge haben. Für das Verteidigen der Tabellenführung muss unbedingt ein weiterer Heimsieg her.

1.100 Zuschauer sahen, wie sich dieses Unternehmen bald noch schwieriger als angenommen gestaltete: Schon in der 2. Minute bekam man den Ball nicht aus dem Strafraum, stattdessen endete das Gestocher mit dem frühen 0:1-Rückstand. Das Angriffsspiel der Hausherren kam nur schwer in die Gänge, während ein höherer Rückstand ob der sehr unsicheren Abwehr nie ganz auszuschließen schien. Allmählich schaffte man es dann aber, etwas mehr Druck auf Bergheim auszuüben. Dass es relativ bald mit dem Ausgleich klappte, verdanken wir auch den Argusaugen des Linienrichters: Ein Kopfball von Jukic fand zwar nicht den Weg ins Netz, nach Ansicht des Assistenten aber immerhin den Weg hinter die Torlinie. Die endgültige Klarheit wird uns verwehrt bleiben, kein Kameraauge hat es eingefangen. Eine strittige Szene, die zur Abwechslung endlich mal zu unseren Gunsten entschieden wurde – 1:1. Als alles schon mit dem Unentschieden zur Pause rechnete, wurde Xandi Seywald mustergültig freigespielt, dieser netzte ganz trocken zum 2:1. Wer auf ein x zur Halbzeit gewettet hat, musste sich nur kurz ärgern. Denn der Schiedsrichter ließ noch eine Aktion zu, unsere Abwehr war schnell ausgespielt und spätestens nach dem 2:2 unmittelbar vor dem Pausenpfiff wissen wir, dass sich in unserer Hintermannschaft vieles ändern muss. Gut, dass die Verteidiger in der 2. Halbzeit nicht allzu viel beschäftigt wurden – das Offensivspiel kam jetzt ins Rollen. Ein starker Oliver Trappl spielte im Angriff wieder eine wichtige Rolle. Seine Qualitäten als Freistoßschütze zeigte er auch, kurz nach Seitenwechsel knallte er einen scharfen Schuss an der Mauer vorbei an die Stange. Wenig später dann aber doch die verdiente 3:2-Führung für die Austria durch Peter Weiss, diesmal war die Stange gnädiger und leitete via Innenseite den Ball ins Tor. Beim 4:2 hatte Trappl seine Beine wieder im Spiel, gemeinsam mit Jukic war er plötzlich vor dem Tor, bewies viel Übersicht und spielte noch quer zu Mersi, dessen Winkel noch besser war – Tor, es sollte entschieden sein. Jukic bedankte sich für den Assist Trappls dann noch mit einem ebensolchen, seine Traumflanke verwertete Leitner per Kopf zum 5:2. Es verblieben noch ein paar Minuten, in denen die Austria das Ergebnis verwaltete – wäre der Vorsprung ein oder vielleicht zwei Tore dünner gewesen, wäre das große Zittern ausgebrochen, die Abwehr strahlte in keiner Phase des Spiels Ruhe aus.

Nichts desto trotz, offensiv passte es und allein das reichte diesmal zu einem klaren Heimsieg – die Baustellen in der Mannschaft sind aber weiterhin vorhanden und wir müssen hoffen, dass in Adnet wieder genügend Tore erzielt werden. Die Befürchtung von weiteren Gegentoren besteht zurecht.

SV Austria Salzburg – SV Kuchl   2:0 (1:0)

Maxglan, 13. September 2008 – 17:00 Uhr ::: 1.600 Zuschauer (offiziell)

Samstag, 13. September 1933: Was zuvor geheim mitten in der Salzburger Altstadt beschlossen wurde, verkündete man an diesem historischen Tag: Das bürgerliche Hertha Salzburg fusionierte mit dem Arbeiterklub Rapid Salzburg. Als Farbe wählte man in diesen schwierigen Zeiten eine politisch nicht belegte, violett in Kombination mit friedlichem weiß. Der SV Austria Salzburg war geboren, mit gebündelten Kräften ist man angetreten, um dem SAK von 1914 die Vormachtstellung in der Stadt streitig zu machen und sich selbst als Aushängeschild der Mozartstadt zu etablieren.

Samstag, 13. September 2008: 75 Jahre nach der Gründung findet sich der SAK wieder vor der Austria, die Aussichten für unsere Violetten stehen aber sehr gut, dies bald wieder zu ändern. Von der Ausgangsposition 1933 bis zum heutigen Status stehen natürlich viele, viele Geschichten. Die allerschönsten von ihnen haben die meisten von uns in den 90er-Jahren erlebt, für ein Beispiel einer traurigen Geschichte blickt man am besten ins Jahr 2005 zurück. Von glorreichen Europacupnächten bis Missbrach am Fußball zum Schaden unseres Traditionsklubs ist wirklich alles passiert in diesem Dreiviertel-Jahrhundert.

Klar, dass der runde Geburtstag unseres Vereins ein ganz besonderer Tag werden soll. Der Zufall stand uns im Vorfeld schon mal sehr günstig zur Seite: Zum einen, dass dieses Jubiläum auf einen Samstag fällt und zum anderen, dass die Auslosung im Sommer uns für diesen Samstag ein attraktives Heimspiel gegen den SV Kuchl bescherte. Dass es jetzt in dieser 8. Runde auch noch zum absoluten Top-Schlager, zum Gipfeltreffen in der 2. Landesliga Nord kommt, verdanken wir dem guten Saisonstart der beiden Mannschaften. Punktegleich stehen wir mit den Tennengauern an der Tabellenspitze, von Platz 1 lacht dank des besseren Torverhältnisses jetzt schon die Austria. Ein medial ordentlich gepushtes Spiel und ein attraktiv organisiertes Rahmenprogramm ohne jeglichen unpassenden Event-Charakter ließen einen regen Besucheransturm erwarten. Dass offiziell 1.600 Zuschauer stehen, ist auf Behördenauflagen zurückzuführen – die „Kronen Zeitung“ bereichtete Tags darauf von 2.000, hat damit das wahre Ausmaß der Begeisterung um den Traditionsverein an diesem Tag allerdings auch noch um ca. 500 Fans kleiner verkündet. Lange vor dem Spiel musste das „Tribüne ausverkauft!“-Schild aufgehängt werden, auch hinter dem Tor und auf der Gegenseite hinter den Banden herrschte Massenandrang.

Eine dem Jubiläum würdige Choreographie begleitete die Mannschaften auf das Spielfeld, pikanterweise leitete das Spiel Schiedsrichter Vitzkotter, ein SAK-Mann. Eine zum Bersten gefüllte Tribüne, volle Ränge wohin man blickt auch auf der Gegengeraden und hinter dem Tor und 11 Jungs in violett und weiß längsgestreiften Traditionsdressen mit dem verehrten Wappen auf der Brust und goldenen Rückennummern bei einem Top-Spiel an einem kühlen und herbstlichen Samstagnachmittag im städtischen Salzburg – genau das ist, wofür Austria Salzburg steht und warum es sicht lohnt, sich mit dem Klub der Herzen zu identifizieren. Gänsehaut pur einfach.

Das Spiel wurde den Erwartungen voll und ganz gerecht, aus der violett-weißen Brille gesehen erst recht. Kuchl spielte anfangs gut mit, allmählich zeigte sich aber, dass es sich doch besser Spielt, wenn diese Zuschauermassen hinter einem stehen und dich nicht verlieren, sondern siegen sehen wollen. Unsere Mannschaft übernahm immer mehr das Kommando und nach einer halben Stunde führte eine schöne Aktion zum 1:0, womit dann alle Dämme gebrochen sind und Maxglan endgültig zur Partyzone wurde. Kurz nach der Pause wurde durch wunderbares Kurzpassspiel Nico Mayer (er machte auch das 1:0) erneut perfekt freigespielt, dieser vollstreckte eiskalt zum 2:0. Die Tribüne leuchtete, die vielen Bengalen und deren Rauch irritierten Schiedsrichter Vitzkotter so sehr, dass er sogar mit Spielabbruch drohte und dies über den Stadionsprecher ausrichten ließ – SAK wir kommen ;-) Ansonsten sei aber erwähnt, dass der Unparteiische seiner Bezeichnung diesmal doch gerecht wurde, fehlerfrei war er nicht aber es wurde nicht entscheidend und die Entscheidungen waren auch nicht so ausgelegt, dass man ihm irgendetwas unterstellen könnte – passt schon. Die überlegene Austria ersparte sich daraufhin weitere Tore, der Sieg zum Jubiläum war mit dem 2:0 ausreichend einzementiert. Weil auch dieses Spiel die ganz besondere Geschichte braucht, feiert der Doppeltorschütze Nico Mayer an diesem Tag auch selbst Geburtstag, die Austria wird 75 und ihr aktueller Youngstar Nico Mayer 19. Totale Euphorie nach Spielende, die Mannschaft schmiss sich ins Jubelbad und genoss den weiteren Abend.

Gefeiert wurden am Abend aber auch noch Leute aus längst vergangenen Tagen. Während auf der Großbildleinwand vor der Abends immer noch zum Bersten gefüllten Tribüne die Ende Oktober erscheinende DVD „75 Jahre Austria Salzburg“ mit Ausschnitten präsentiert wurde, erzählten violett-weiße Legenden über ihre Erlebnisse mit dem Verein. Karl Kodat, Hans Gegenhuber, Herbert Rettensteiner & Co., alle waren sie da, um zum Geburtstag dem Klub die Ehre zu erweisen, der sie einst zum Star gemacht hat. Auch der langjährige Nachwuchsleiter Hans Ecker ist gekommen, obwohl der alte Mann nicht bei vollen gesundheitlichen Kräften war. Sie sind Austria-Ikonen von damals, graue Haare haben sie mittlerweile gemeinsam und noch etwas: Die Liebe zu ihrer Salzburger Austria, der sie auch heute noch und für immer die Daumen drücken – mehr denn je schätzen sie jetzt unseren Klub und die Leute, die ihn tragen und die das Mitwirken aller Spieler in Form einer gelebten Geschichte Woche für Woche unvergessen machen. Violette Helden aus den 90er-Jahren wie Otto Konrad, der auf der DVD ein ausführliches Interview gibt und sich auch schon sehen hat lassen bei der Austria in ihrer Ära nach 2005, stehen auch zum schillerndsten Verein Salzburgs.

Gefeiert wurde in Salzburg die ganze Nacht, ein perfekter Tag zum Jubiläum von Salzburgs Fußball-Aushängeschild Austria – ohne groß aufgezogenes Event und dafür mit viel Fußballtradition, ohne fade Allstar-Kickerei sondern mit gegenseitigem respektvollen Austausch von Geschichten zwischen Verein, Mannschaft und Fans von heute und den ewigen Helden der Austria von damals.

Länderspiel zur WM-Qualifikation 2010 – 1. Spieltag

Österreich – Frankreich   3:1 (2:0)

Wien, Ernst-Happel-Stadion – 6. September 2008, 20:45 Uhr – 48.000 Zuschauer

Nach der durchaus nicht überragenden Europameisterschaft und der Verpflichtung eines namhaften internationalen Trainers beginnt für unsere Nationalmannschaft jetzt das Projekt WM 2010 in Südafrika. Um dort hinzukommen, muss man sich gegen teils starke Gegner durchsetzen und mehr Siegermentalität als zuletzt zeigen. Der Glaube an Besserung ist durchaus da, die Stimmung rund ums Team ist recht gut. Es wird der Mannschaft durchaus zugetraut, weiter zusammenzuwachen und unter dem neuen Trainer endlich den nötigen Schliff zu bekommen. Indiz für die Aufbruchsstimmung ist das rege Zuschauerinteresse, das Spiel gegen Frankreich war vorzeitig ausverkauft, während auch der Vorverkauf fürs nächste Heimspiel gegen Serbien im Oktober bereits gut angelaufen ist.

Die Rahmenbedingungen für diesen Auftakt in die WM-Qualifikation könnten besser kaum sein. Ein wunderschöner, sonniger und heißer Spätsommertag, ein ausverkauftes Ernst-Happel-Stadion bei diesem Schlagerspiel und das größte Open-Air-Fest Europas an diesem Wochenende in Wien, das Donauinselfest. Für ergiebige Feierlichkeiten nach einem Sensationssieg wäre also alles angerichtet.

Das Stadion füllte sich allmählich und bald zeigte sich, welch tolle Atmosphäre an diesem Abend zu erwarten ist. Man wurde perfekt eingestimmt und spätestens bei den Hymnen herrschte absolutes Gänsehautgefühl. Daraufhin begann ein sehr munteres Spiel mit einer defensiven, aber nach vorne nicht abgemeldeten Österreichischen Mannschaft. So kam man in der 8. Minute zu einem Freistoß, den Ivanschitz in den Strafraum brachte und Janko mit guter Präsenz im 16er-Raum und dem nötigen Glück (abgefälscht) unhaltbar ins Netz drücken konnte. Mit Disziplin in der Defensive und dem nötigen Glück (Latte rettete vor einem Eigentor) hielt man den Vorsprung, um ihn in der 41. Minute auf 2:0 auszubauen. Das Tor war fast eine Kopie des ersten Treffers, wieder fand ein Ivanschitz-Freistoß den Weg in den Strafraum, Aufhauser kam irgendwie zum Schuss aus kurzer Distanz – auch der wurde noch abgefälscht und fiel unhaltbar ins Netz. 2:0 war auch der Pausenstand, es roch schon zur Pause nach einer Sensation.

Die klare Führung schrumpfte in der 2. Halbzeit wie befürchtet dann noch in einer Phase, wo Frankreich genug Zeit (30 Minuten) für den Ausgleich hatte – einmal verdribbelt, dann war der Anschluss für Frankreich hergestellt. Mitten in einer kritischen Phase des Spiels führte ein wichtiger Entlastungsangriff zunächst zu einem Eckball für Österreich. Marc Janko wurde vor den Augen des Schiedsrichters im Strafraum sehr ungeschickt niedergerissen, worauf es zurecht Elfmeter gab. Ganz trocken täuschte Kapitän Ivanschitz den Torwart und verwandelte zum so wichtigen 3:1. Damit hat Österreich den Franzosen ihre letzte Moral weggeschossen, je länger das Spiel dann noch dauerte, umso mehr ergab sich die „Equipe Tricolore“ ihrem Schicksal. Unsere Mannschaft hatte nicht mehr viel zu befürchten von Henry, Benzema & Co. In der kritischen Phase hatten wir auch in der 2. Halbzeit Glück, so verhinderte Manninger unter erneuter Mithilfe der Latte einen weiteren Treffer der Franzosen. Die Kombination aus dem nötigen Glück und vor allem der wiedergefundenen Siegermentalität und des Vertrauens auf eigene Stärken anstatt des bloßen Reagierens bei so einem namhaften Gegner haben es an diesem märchenhaften Spätsommerabend tatsächlich möglich gemacht, den Weltmeister von 1998, den Europameister von 2000 und zuletzt den Vizeweltmeister von 2006 zu besiegen.

Am Donauinselfest war dann im Anschluss die Stimmung so ausgelassen, wie man sich das vorstellen kann – bei der 25. Auflage dieser Mega-Veranstaltung noch dazu mit Rekordbesuch. „So geht Österreich, Österreich geht so ...“, jubelte eine Fan-Schlange in Rot-Weiß-Rot und machte die Nacht in Wien zum Tag. Teamchef Karel Brückner bremste angesichts des Auswärtsspiels am Mittwoch in Litauen, wo weitere 3 Punkte genau so wichtig sind wie heute gegen Frankreich, wieder auf ein normales Maß. Seine weisen Worte: „Ein Vogel macht nicht den Frühling“. Wir verfolgen unser Nationalteam weiter und hoffen, dass der unverkennbare Aufwärtstrend weiter anhält und Punkte weiterhin nicht ausbleiben.

Fotos vom zauberhaften Spätsommerabend im Wiener Prater

Saison 2008 / 09 – Landescup – 3. Runde

SV Austria Salzburg – SV Hallwang   2:2 (0:0) ..... Elfmeterschießen 3:4

Maxglan, 27. August 2008 – 18:30 Uhr ::: 1.200 Zuschauer (offiziell)

Der Landescup geht in seine 3. Runde und früher als in der letzten Saison beschert uns die Auslosung schon jetzt einen Klub aus der 1. Landesliga. Nachdem man Anfang Mai gegen den FC Hallein überaus unglücklich am Finaleinzug gescheitert ist, ist unsere Mannschaft topmotiviert, diesmal einen Landesliga-Klub aus dem Bewerb zu werfen. Helfen soll dabei der Heimvorteil, den die Austria erstmals in dieser Cup-Saison genießt. 1200 Zuschauer – für den frühen Mittwochabend sehr beachtlich – sorgen dafür, dass die Violetten auf den 12. Mann setzen können.

Nach einer ausgeglichenen, torlosen ersten Halbzeit, wurde der Abend so richtig interessant. Die Austrianer legten einen Zahn zu, Lenz vergab zunächst noch eine große Möglichkeit auf die Führung. Wenig später legte er auf den starken Rehrl ab, der den Ball schön traf und zur völlig verdienten Führung einschoss. Bundesliga-Schiedsrichter Brugger war für Hallwang das, was für uns der Heimvorteil war: Er pfiff einen sehr schmeichelhaften Elfmeter für die Gäste – erst im Nachschuss haben sie verwertet, 1:1. Doch die Austria kam wieder zurück und wiederum völlig verdient netzte Diaz zum 2:1. Die eine oder andere Chance wurde noch vergeben und je länger das Spiel dauerte, je mehr verlagerte sich alles in unsere Hälfte. Dass es für Hallwang in der 91. Minute doch noch zum 2:2-Ausgleich klappte war einerseits eine Folge des Ganzen, andererseits aber auch ein Tormannfehler – ausgerechnet so kurz vor Schluss rutschte der Ball Alex Trappl unglücklich durch und kullerte ins Eck. Der psychologische Vorteil dieses Last-Minute-Treffers war für Hallwang auch der Schlüssel zum Erfolg im Elfmeterschießen, bei der Austria vergab Nico Mayer gleich den ersten Elfmeter – als auch Pecaranin vergab, war das unglückliche Ausscheiden besiegelt.

Die Austria wäre verdienter Sieger gewesen, so bleibt nur die Erkenntnis, dass man auf jeden Fall jetzt schon mit den Landesliga-Klubs mithalten kann. Dass die Abwehrleistung jedoch ausbaufähig ist und bei manchen Spielern etwas mehr Spritzigkeit nötig wäre, wurde aber ebenso ans Tageslicht gebracht.

SV Austria Salzburg – SC Golling   5:1 (3:1)

Maxglan, 9. August 2008 – 17:00 Uhr ::: 1.200 Zuschauer (offiziell)

Nachdem es die über den Sommer vermeintlich enorm Verstärkte Austria in der 1. Runde beim Heimspiel gegen eher mäßig eingeschätzte Strobler nicht schaffe, die ersten 3 Punkte einzufahren, gastiert jetzt gleich ein Titelkandidat in Maxglan. 1.200 Zuschauer wollten sehen, ob es schon diesmal besser läuft. Nach dem Auswärtsspiel bei St. Georgen läuft die Austria auch noch bei diesem Heimspiel in Trauerflor auf, Fan-Legende Ossi, wie die Austria selbst ein 1933er-Jahrgang, ist leider verstorben.

Tatsächlich bekamen die Zuschauer einiges geboten. In der Offensive läuft alles viel besser zusammen, es wird variantenreich gespielt und die Laufwege stimmen sich bereits sehr gut ab. Ein erster Beleg dafür war das frühe 1:0, ein Traumpass vom entfesselt aufspielenden Mersi Jukic wird von Mario Schleindl angenommen und eiskalt verwertet. Damit kommen wir zum noch nicht so sicher wirkenden Mannschaftsteil, der Abwehr: Urplötzlich lief ein Gollinger auf das Tor von Alex Trappl zu, er war nicht weniger cool als Schleindl und glich aus. Ein weiterer schöner Austria-Angriff mit selbem Personal wie schon beim 1:0 führte wenig später bereits zum 2:1, eine präzise Hereingabe von Jukic mit souveränem Abschluss von Schleindl. Mersudin Jukic scheiterte kurz vor Schluss an der Querlatte, somit war ihm selbst heute kein Treffer vergönnt, doch dass der Junge bei diesem Spiel herausragend agiert und gleich bei allen 5 Treffern als direkter Vorbereiter in Erscheinung getreten ist, rechnen wir ihm hoch an – zum Pauschallob für die Mannschaft gehört bei diesem Spiel einfach noch eine Erwähnung des tollen Spiels von Jukic gesondert dazu. Gemeinsam mit Mario Schleindl, der mit seiner Schnelligkeit ein idealer Abnehmer für die genialen Pässe von Jukic ist, hat die Offensive eine enorme Gefährlichkeit, die den Gegnern in dieser Liga noch sehr viel Kopfzerbrechen bereiten wird.

Generell zeigte sich die Mannschaft gegenüber dem Heimspiel gegen Strobl stark verbessert, es wurde geschossen, man lief sich nicht mehr fest, ... – einzig die Abwehr muss noch Sicherheit gewinnen.

R.I.P. Oswald „Ossi“ Starzinger

Da ist die Träne auf dem Mozartkopf der Ultras nach dem tragischen Unfalltod des jungen Gerli noch nicht einmal getrocknet, da ereilt die nächste erschütternde Nachricht unsere Austria-Familie: Ossi ist 75-jährig gestorben.

Ossi war der Inbegriff eines Vollblut-Austrianers. Mit seinem vollen Namen Oswald Starzinger kannten ihn bis vor seinem Tod nicht alle, unter seinem kurzen Spitznamen und als legendärer „Opa-Viola“ war er aber so gut wie jedem ein Begriff. Ein Begriff? Nein! Mehr als das! Mit seinen witzigen Kommentaren, seinem unverwechselbaren Gesicht und mit seiner Tröte erregte er im positivsten Sinn die Aufmerksamkeit der Fangemeinde. Als eine gewisse Dosenfirma vor 3 Jahren im Begriff war, ihm ein Stück vom Sinn des Lebens zu entziehen, leistete er leidenschaftlich Widerstand: So mussten ihn im September 2005, als sich die violette Fangemeinde endgültig mit Hass aus der Dosen-Vorstadt verabschiedet hat, vier Polizisten vom Stadion wegschaffen. In den letzten Jahren seines Lebens bestärkte er die Moral des Violett-Weißen Weges. Seine Anwesenheit hat uns stets bewiesen, dass wir Fans den Verein in die richtige Richtung führen. Spätestens der Blick auf das Austria-Urgestein zeigt uns allen, dass es sich bei uns immer noch um den Arbeiterverein von 1933 handelt, den wir Woche für Woche mit Liebe unterstützen und für dessen Farben wir gekämpft haben. Ossi hat uns die neue Ära unseres Klubs mit seiner Leidenschaft an die lange Geschichte des Traditionsklubs gebunden und zusammengeschweißt.

Die Austria war sein Leben, mit ihr teilt er sogar das Geburtsjahr. Während er seinen 75er im April noch feiern konnte, bleibt ihm die 75-Jahr-Feier von Austria Salzburg im September leider verwehrt. Wahrhaftig: Ossi, wir werden dich sehr vermissen!

SV Austria Salzburg – SK Strobl   1:1 (0:1)

Maxglan, 26. Juli 2008 – 17:00 Uhr ::: 905 Zuschauer (offiziell)

Einige neue Sponsoren, hochkarätige Neuzugänge und jede Menge Motivation, den Aufstieg in die 1. Landesliga zu schaffen – die perfekten Voraussetzungen für den Saisonstart. Wer aber jetzt glaubt, alles sei angerichtet, der irrt: Die Veranstaltungsbehörde des Magistrats hat sich ausgerechnet die Woche vor diesem Auftaktspiel ausgesucht, um uns ihre bürokratische Seite näher zu bringen. Eine Begehung der Anlage endete mit sehr undankbaren Ergebnissen: So muss der Stehplatz-Bereich der Tribüne wieder mit Sitzschalen bestückt werden, was die Gesamtkapazität der Tribüne auf 604 und die der gesamten Anlage auf 1.004 senkt. Was für jeden anderen Verein im Salzburger Unterhaus völlig ausreichend wäre, ist für uns eine enorme Einschränkung – der Vorstand arbeitet bereits an Lösungen, um Auflagen zu erfüllen, welche die Anlage für eine Kapazität von mindestens 2.000 Personen genehmigt. Thema dabei sind Fluchtwege bzw. Treppenabstand und Statik der Tribüne sowie sanitäre Anlagen.

Wer jetzt aber dachte, das Auftaktspiel würde ausverkauft sein, der irrte gewaltig. Es kamen nämlich ohnehin nur 900, was eine enttäuschende Zahl ist. Trotz der hochkarätigen Neuerwerbungen. Trotz der wieder höheren Spielklasse. Trotz passablen Wetters. Zum Vergleich: Beim Auftaktspiel in der 1. Runde der Saison 2007/08 kamen gegen den UFC in der 1. Klasse Nord 1.200 Zuschauer nach Maxglan. Urlaubszeit war damals übrigens auch. Hoffentlich geht der Trend künftig doch in die richtige Richtung.

Nichts desto trotz wurde wieder kräftig Stimmung gemacht. Sehr engagiert ging unsere Mannschaft ins Spiel, von Beginn an wurde versucht, die kampfstarken Strobler in die Defensive zu drängen. Doch in der 16. Minute wurde ein Freistoß der Gäste schön in unseren Strafraum gezirkelt und ein Kopf war zur Stelle und verlängerte den Ball unhaltbar via Innenstange ins Netz zum überraschenden 0:1. Die Violetten übernahmen gleich wieder das Kommando, hatten ein enormes Übergewicht an Spielanteilen. Was sich aber nach dem Gegentreffer bald abzeichnete war, dass es ein schwieriges Unterfangen werden würde, dieses Spiel zu drehen. Zur Pause blieb es beim 0:1. Nach Seitenwechsel ein unverändertes Bild: Die Spielanteile bei der Austria, dennoch kaum größere Chancen. Der im Vorfeld hoch eingeschätzte Neuzugang Mersudin Jukic konnte zwar seine Klasse aufblitzen lassen, er fand aber nie den Weg durch die vielen Beine der Strobler Abwehr. Immer wieder rannte er sich an der Abwehr fest, nachdem er bereits 1, 2 Spieler ausgespielt hat. Die verletzten Geier und Ebner fehlten an allen Ecken und Enden, somit hatte Lenz aus den Flanken kein Futter . Somit musste sich Lenz die Bälle selbst holen, wobei er bei den Zweikämpfen oft zu spät dran war und nicht viel zu bestellen hatte. So musste ein Eigentor für unseren Ausgleich herhalten, in der 67. Minute verlängerte ein Strobler Spieler mit dem Kopf im Strafraum einen Ball unhaltbar ins eigene Tor zum 1:1-Ausgleich. Kurz darauf schrammten 2 Violette knapp am Ball und an der Führung vorbei. Trotz intensiver Bemühungen fand unsere Mannschaft aber auch in der Schlussphase nicht mehr das richtige Rezept, um das zweite Tor zu erzielen. Was leider verabsäumt wurde, waren Schüsse aus der 2. Reihe. Stets lief man sich stattdessen in der Abwehr fest und musste immer wieder neu aufbauen.

Davon, dass die Mannschaft noch nicht zu einer homogenen Truppe zusammengewachsen ist, konnte man sich bereits in den Vorbereitungsspielen ein Bild machen. Dass es aber gegen den 12. der vergangenen Saison im Heimspiel nur zu einem Unentschieden reicht, hätte kaum jemand gedacht. Man darf aber dennoch guter Dinge sein, denn die Klasse von Heli Rottensteiner, Mersudin Jukic & Co. ist allemal da – wenn die Mannschaft bald zu sich findet, dann wird es in dieser Liga keine Ehrenrunde geben. Nächste Woche geht’s für die Austria in den nördlichen Flachgau zu St. Georgen, ehe in 2 Wochen das erste richtige Spitzenspiel der Saison in Maxglan stattfindet: Der SC Golling kommt und bis dahin haben wir hoffentlich auch die behördlichen Genehmigungen, denn dieses Spiel wollen dann bestimmt wieder weit mehr als 1.000 Leute sehen.

Saison 2008/09 – Landescup – 1. Runde

USV Leopoldskron / Moos – SV Austria Salzburg   0:5 (0:3)

Sportplatz an der Moosstraße, 19. Juli 2008 – 17:00 Uhr ::: ca. 350 Zuschauer

Zur erwartet klaren Sache wurde die 1. Runde im Landescup. Wie schon im Vorjahr ging es dabei ausgerechnet zu den Gelsen an die Moosstraße. Die etwa 350 Zuschauer sahen ein total einseitiges Spiel, das spätestens zur Halbzeit entschieden war. Zwar ist unsere Mannschaft noch keineswegs so eingespielt, wie sich das der violette Feinschmecker vorstellt – für einen klaren Sieg in diesem Spiel hat es erwartungsgemäß gereicht. Man könnte behaupten, die Neuzugänge haben sich perfekt eingefügt – eher spricht es jedoch für deren individuelle Klasse, dass etwa 2 x Mayer und 1 x Jukic dafür gesorgt haben, dass bereits nach 45 Minuten alles klar war. Die beiden und Heli Rottensteiner dürften uns in dieser Saison wohl noch viel Freude bereiten. In der 2. Halbzeit traf noch der starke Rehrl, ehe ein Eigentor das vorprogrammierte Debakel der Gelsen abrundete.

So richtig ernst wird es dann in einer Woche, wenn am Samstag um 17:00 Uhr Maxglan wieder zum Hexenkessel wird und im Heimspiel gegen den SK Strobl die ersten drei Punkte in der neuen Liga eingefahren werden sollen – schließlich gibt es erneut nur eine Mission: Aufstieg!

Wallersee-Cup 2008: Blasse Austria und Turnier-Abbruch

Enttäuschend verlief am Freitagabend, 11. Juli 2008, der diesjährige Wallersee-Cup – aus Sicht der Austria ebenso wie für den Veranstalter. Das Blitzturnier musste nämlich wegen eines Gewitters, ferner wegen eines Stromausfalles, noch vor den Platzierungsspielen abgebrochen werden. Somit war auch die Austria nur in zwei Mini-Spielen zu sehen. In den 45 Minuten gegen Landesliga-Meisterkandidat Neumarkt war man die deutlich schlechtere Mannschaft und verlor das Spiel mit 0:1. Außer einer guten Chance bleibt nur der Eindruck einer Mannschaft, die sich wahrlich erst finden muss. Besser erging es uns im Spiel gegen den zukünftigen Liga-Konkurrenten Köstendorf, etwas weniger Stress in den Zweikämpfen erleichtere der Austria den Spielaufbau. Tor wollte trotzdem keines gelingen, der Stromausfall bei der Flutlichtanlage setzte dem Spiel bei 0:0 ein Ende – der Wind und das im Anzug befindliche Gewitter machten dieses Match ohnehin nicht gerade zu einem erkenntnisreichen Testspiel. Der letzte freundschaftliche Aufbau-Kick findet am Mittwoch gegen den USK Hof statt, ehe es am Samstag mit dem Cup-Spiel in den Ernst der Saison 2008/09 geht – standesgemäß gastieren wir in der 1. Cup-Runde bekanntlich wieder bei den „Gelsen“ an der Moosstraße.

Vorbereitungsphase für die Saison 2008/09; 1. Testspiel

SV Strasswalchen (1. LL) – SV Austria Salzburg (2. LL Nord)   1:0 (1:0)

Sportplatz Strasswalchen, 5. Juli 2008 – 18:00 Uhr ::: ca. 180 Zuschauer

Neue Saison, neuer Trainer und einige neue Spieler. Doch eines soll gleich bleiben: Der Erfolg. Klares Ziel für die Saison 2008/09 in der 2. Landesliga Nord ist der 3. Meistertitel in Folge, was den Aufstieg in die 1. Salzburger Landesliga bedeuten und unser Projekt Neugründung an ein gewisses Etappenziel bringen würde. Dann wären wir 3 Jahre nach dem Zerwürfnis mit dem PSV schon wieder dort angekommen, wo uns einst der letzte Ast einer Hoffnung auf die Rettung vorm Totalabstieg abgebrochen wurde.

Die Luft wird dünner, doch die Austria weiß damit umzugehen und damit man den Titelhattrick schafft, überlässt man im violetten Salzburg nichts dem Zufall. So wurde die Mannschaft weiter verstärkt, die namhaftesten Neuzugänge sind Helmut Rottensteiner (von Landesligist Neumarkt) sowie Ex-Austrianer Gerhard Struber – er war zuletzt bei Landesliga-Absteiger SC Leogang aktiv. Sportlicher Verantwortungsträger für die Mission Meistertitel ist ebenfalls ein neuer Mann, der ehemalige mazedonische Nationalspieler Miroslav Bojceski (39) kam von Grödig, wo er seine aktive Karriere beendete – jetzt hat er bei seiner ersten Trainerstation gleich die ganz große Herausforderung gefunden.

Landesligist Strasswalchen als von der Papierform her höherklassiges Team kommt der Austria als Testspielgegner natürlich genau recht. Auf Strasswalchens kleiner Sportanlage hatte die Austria viele Spielanteile, ein zunächst ausgeglichenes Match bestimmten spätestens ab der 2. Halbzeit ausschließlich die Mozartstädter. Der Unterschied: Die kurze gefährliche Phase nutzten die Gastgeber zu einem Tor, während bei den neu formierten Austrianern im Abschluss wenig klappte. Die knappe 0:1-Niederlage schmerzt aber kaum, es bleibt die Erkenntnis, dass System ins Spiel unserer Mannschaft einkehrt. Coach Miro gab das ganze Spiel über lautstark Anweisungen, der sympathische kleine Mazedonier fordert von der Truppe Disziplin (keine unnötigen Fouls) und überlegtes Kurzpass-Spiel. Als Glücksgriff könnte sich Neuzugang Nicholas Mayer erweisen, ihm sah man seine technische Klasse an – dazu kommt, dass er körperlich auch größer ist als einige andere „Zaubermäuse“. Defensiv stark präsentierte sich auch Neuzugang Mario Milic, der Blondschopf arbeitete fleißig, räumte fast alles ab, setzte auch offensiv Akzente und wurde speziell bei Distanzschüssen gefährlich. Die Niederlage in diesem Vorbereitungsmatch ist kein Wehrmutstropfen, es gab aber doch einen an diesem Tag: In der 2. Halbzeit verletzte sich Flankenspezialist Michael Geier, er muss voraussichtlich 5 Wochen pausieren. Bis er also eventuell mit Helmut Rottensteiner gemeinsam die gefährlichste Flügelzange im Salzburger Fußball bilden kann, wird es noch eine Weile dauern.

Ein edles Auftreten legt unser Verein ja stets hin, neu in dieser Saison sind wunderschöne violett-weiße Ringelstutzen – bei diesem Testspiel wurden sie erstmals getragen, sie sind ein sehr stilvoller Teil der Spielkleidung.

Weiter geht die Testspiel-Serie am kommenden Freitag bei einem Blitzturnier am Wallersee, das erste Pflichtspiel der neuen Saison steigt dann am 19. Juli in der 1. Runde des Landescups – Gegner dabei ist, so hat es das Los wollen, wieder Leopoldskron / Moos. Der 1. Spieltag der Meisterschaft steht am 26. Juli auf dem Programm, um 17:00 Uhr empfängt die Austria den SK Strobl.

 

Frühjahr 2008 (Saison 2007/08, 1. Klasse Nord)

F O T O S   F R Ü H J A H R   2 0 0 8

8. Juni 2008: Österreich – Kroatien   0:1 (0:1)

Obwohl ich angesichts meiner kritischen Ansicht der UEFA nicht gerade intensiv um Tickets für die EM bemüht war, bin ich durch unser Fanforum auf ein verhältnismäßig günstiges Angebot gekommen und so kaufte ich zwei Karten für Österreichs Auftakt in dieses Turnier gegen Kroatien. Es ist ohnehin an der Zeit, einmal ein Länderspiel zu sehen, bei dem es richtig um etwas geht – noch dazu, wenn Österreich als Gastgeber gegen Kroatien in die EM startet und das fesche Wiener Ernst-Happel-Stadion der Austragungsort ist.

Die Nacht der Meisterfeier hatte keine allzu großen Erscheinungen von Müdigkeit zur Folge an diesem Sonntag, so machte ich mich gemeinsam mit Michael von den VT auf in die Bundeshauptstadt. Die Eltern unseren Niederösterreichischen Stürmers Mario Lenz nahmen uns im noblen Auto bis Niederösterreich mit, in der Nähe von St. Pölten machten wir uns zunächst noch in Michaels Wohnung frisch, bevor uns seine Eltern noch zu einem gegrillten Mittagessen eingeladen haben. Gestärkt von der köstlichen Mahlzeit machten wir uns auf den Weg zum St. Pöltener Bahnhof, von dort reisten wir mit dem Zug weiter nach Wien. Dort konnte auch ich mich nicht gegen die eine oder andere rot-weiß-rote Bemalung wehren, eigentlich findet man als Fan dieses nach Kinderfasching anmutende Style ja zum Kotzen. Am Westbahnhof angekommen wurde uns bald klar, dass viele Kroaten sich einem Heimvorteil der Österreicher entgegenstellen werden. In der U-Bahn, vor dem Stadion und auch auf den Rängen sah man rot-weiß-rot vor allem im karierten Muster, also im Design Kroatiens. Wir hatten unser Motto für unseren EM-Besuch: „Für unser Land, nicht für euer Event – Patrioten, keine Konsumenten!“

In Wien war herrliches Wetter, blauer Himmel, ein paar Wolken und recht angenehme Temperaturen waren wie geschaffen für ein tolles Fußballspiel. Wir waren recht zeitig im Stadion, nahmen bald auf unseren Sitzen der Kategorie 1 Platz und konnten das Vorprogramm der UEFA beobachten. Recht sympathisch fand ich die Sprecher: Ein neutraler in der Mitte, sowie Kroate Zlatko vor dem Block der Kroatien-Fans und ÖFB-Stimme Andi Marek vor dem Support-Block der Österreicher. Das Turnier war noch jung und so waren auch die Werbe-Botschaften der Euro-Hauptsponsoren auf der Anzeigetafel anfangs noch halbwegs erträglich. Mit zunehmender Häufigkeit fühlte man sich jedoch bald auch im Stadion schon immer mehr als Konsument. Damit kann ich fließend zu einem weiteren Kritikpunkt an der UEFA übergehen: Das schicke Turnier-Design, das dem Stadion verpasst wurde (unter anderem sehr ansprechend ist die blau überdeckte Leichtathletik-Bahn), wird von hässlichen schwarzen Tornetzen getrübt, die uns über die gesamte Vorrunde dieser EM hin verfolgen sollten. Warum erst ab dem Viertelfinale auf die viel schöneren weißen umgestellt wurde, weiß kaum einer.

Es folgte noch eine kurze tänzerische Vorstellung, ehe endlich die Mannschaften einmarschierten und zur Bundeshymne standen. Dabei gab’s faires Verhalten beider Lager, es mischten sich keinerlei Pfiffe in die Hymne des Gegners – wunderbare Momente. Auf den Rängen fand sich alles ein, was Rang und Namen hat – von UEFA-Präsident Platini bis zu unseren Ministern, dem Kanzler und Bundespräsidenten – alle waren sie im Stadion.

Pünktlich um 18:00 Uhr wurde angepfiffen, keine 3 Minuten dauerte es bis zum Aufreger des Spiels: Aufhauser begeht ein ungeschicktes Foul im eigenen Strafraum und so beginnt die EM für Österreich denkbar schlecht mit einem Elfmeter für Kroatien. Superstar Modric verwandelte ihn in der 4. Minute ganz sicher zum 0:1, die ohnehin schon akustisch dominierenden kroatischen Fans waren nun total aus dem Häuschen, gleich gesellte sich auch das eine oder andere Bengalische Feuer zum lautstarken Support. Erwähnenswert ist dabei auch, dass die Kroaten ihr Nationalteam viel kreativer und mit einer größeren Vielfalt an Fanchören unterstützen als das die Österreicher tun – der Heimvorteil für unser Team war damit relativ gering. Dieser frühe Gegentreffer war natürlich alles andere als ein gutes Mittel, um die Anfangsnervosität abzuschütteln. Die Kroaten kontrollierten daraufhin das Spiel, Österreich hingegen kam erst in den letzten Minuten der 1. Halbzeit vereinzelt zu guten Aktionen. Diese waren aber ein Fingerzeig für eine starke 2. Halbzeit unserer Burschen. Da verloren die Kroaten allmählich ihren Spielfluss, kamen immer seltener gefährlich vor das Tor von Jürgen Macho und überließen Österreich die Spielanteile. Ivanschitz & Co. spielten gefällig nach vorne, allein die Chancenauswertung wäre ausbaufähig. Gegen Ende des Spiels kamen die Kroaten durch die offenen Räume noch zur einen oder andren Konterchance, die sich nicht nutzen, mehr kam von den Gegnern aber nicht in dieser 2. Halbzeit. So müssen wir dem Ausgleich nachweinen, der auch in der 93. Minute bei einem gefährlichen Kienast-Kopfball denkbar knapp verfehlt wurde.

Was bleibt ist außer einem phasenweise ziemlich guten Eindruck des Spiels unserer Nationalmannschaft nichts, weil bei so einem Spiel eben nur das Ergebnis zählt. Da sind wir jetzt einfach nur froh, dass wir ohne große Erwartungen ins Stadion gekommen sind – immerhin haben wir ein gutes und interessantes Spiel bei dieser Europameisterschaft gesehen. Für den Zuschauer geht es rein ums Dabeisein, nicht mal der auf dem Ticket abgedruckte offizielle Preis steht in einer fairen Relation zum Gebotenen – ganz abgesehen vom Schwarzmarkt. Immerhin waren wir aber wohl bei einem der stimmungsvolleren Spiele dieser EM und im wohl schönsten Stadion, das gute alte Ernst-Happel-Stadion ist nämlich eines der wenigen bei dieser EM, welches nicht einen lieblosen, für das Turnier maßgeschneiderten Zweckbau, ausstrahlt.

Ein Detail noch am Rande: Einen Flitzer gab’s auch zu bestaunen. Wundert euch nicht, wenn der euch vorenthalten wurde, liebe Zuseher an den Fernsehgeräten. Die Übertragung gestaltet die UEFA nämlich selbst, sie sendet das Signal an die Sender, die ausstrahlen. Da wird so etwas natürlich nicht gezeigt, ebenso wie euphorischer Torjubel, wenn sich eine Gefahrenquelle wie radioaktive Strahlung zeigt, ein Bengalisches Feuer etwa. Der europäische Fußballverband will also ein Fußballfest, aber genau nach seinen Vorstellungen – auch wenn sie teilweise noch so absurd sind. Skandalös ja auch die Ticketvergabe. Da geht ein großer Teil ohnehin schon an Sponsoren, damit die ja noch effizienter werben können. Ein oft überschüssiger Teil geht an Verbände, die ihr Kontingent dann nicht vollständig an den Mann bringen. Viele Tickets werden vielfach verkauft, bis sie an denjenigen gelangen, der für einen horrenden Preis das Spiel im Stadion sieht. Der Schwarzmarkt blüht dadurch und der echte Fan bleibt auf der Strecke. Höhepunkt des ganzen sind Bilder von vielen leeren Rängen beim Viertelfinale (!) der Holländer in Basel gegen Russland (nicht das einzige Spiel wo das Stadion nicht voll war). Klar, dass die UEFA ihre eigenen Fehler nicht ins Bild rücken will.

Angesichts solcher Erkenntnisse freut sich der wahre Fußballfan, wenn dieses „Event“ endlich wieder vorbei ist. Fahnenkostüme powered by einer Tageszeitung, Fan-Schals mit Firmenlogo als Beigabe eines Menüs bei einer Restaurant-Kette oder schreckliche Fan-Hüte in allen Landesfarben geziert mit dem Logo des offiziellen EM-Bierlieferanten sind Sachen, die wir am modernen Fußball hassen. Die Bierpreise von belämmerten Standlern in den Fanzonen sowie die ewige Sicherheits-Berichterstattung und Panikmache tun ihr Übrigens, in diesem Sinne liebe wahren Fußballfans – ertragen wir es und dann geht’s in die neue Saison.

FANKURVE STATT FANZONE – SCHEISS EM 2008!!!

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7. Juni 2008: SV Austria Salzburg – USV Elixhausen   4:1 (2:0)

Die zweite Saison eines SV Austria Salzburg, bei dem sämtliche Geschicke im Vereins den Fans obliegen, geht jetzt zu Ende. Der Spielplan meinte es wieder gut mit uns und bescherte der Austria in dieser letzten Runde erneut ein Heimspiel. Das ist deswegen so nett, weil so nach dem Schlusspfiff elegant zur Meisterfeier im Festzelt übergegangen werden kann und eine Saison der Superlativen an einem richtigen Festtag gebührend gefeiert werden kann. Jaja, der Start des Vorhabens, diesen liebenswerten Klub wieder zurückzuführen, hat bestens geklappt – kaum einer außer die Fans und Sympathisanten selbst hätte es sich so vorgestellt.

Trotz unglücklicher Terminkollision mit dem Auftakt zur Fußball-EM fanden wie schon im Vorjahr beim Saisonausklang weit über 2.000 Zuschauer den Weg zur Austria. Unter ihnen waren auch wieder Freunde der Austria aus ganz Europa, unter anderem gaben sich auch die Treusten der Treuen von Borussia Dortmund wieder bei uns ein Stelldichein. Die Gäste aus Elixhausen, die ohnehin nicht in der Lage gewesen wären, den Feierlichkeiten einen Dämpfer zu versetzen, fanden bald in den Takt des violetten Festes und überließen unserer Mannschaft das Spiel. Nach dem 2:0 zur Pause konnten sie zwar noch verkürzen, zwei weitere Treffer unserer Jungs ließen die Saison würdig ausklingen – Endstand war 4:1.

Die „Ultras“ brachten zu Spielbeginn eine wunderbare Choreographie mit einem Meisterteller, dazu ein Spruchband. Zu Beginn der 2. Halbzeit setzte sich die Pyro-Abteilung der Kurve noch ein letztes Mal in dieser Saison kräftig ins Zeug. Je näher es dem Schlusspfiff entgegenging, umso ausgelassener wurde die Stimmung auf den Rängen. „10 Minuten noch in dieser Arschloch-Liga“, motivierte Vorsänger Salva die Supporter dazu, bis zur letzten Sekunde unsere Jungs in die nächsthöhere Spielklasse zu schreien. Der Fangesang schlechthin zum Meistertitel war heuer wie auch schon 2007 „Cavese“ – welch stimmungsvolles Meisterlied, minutenlang wurde durchgehalten, auf der Kurve und auch später im Festzelt. Nach dem Schlusspfiff kam es zu den typischen Szenen, wenn ein ruhmreicher Klub Meister wird: Fans auf dem Spielfeld, ein Kult-Objekt eines Papp-Meistertellers, Bengalische Feuer, Bier-Duschen, ...

Im Festzelt unmittelbar vor dem Platz versammelten sich die feierhungrigen Fans, bis es zum Höhepunkt im Festzelt kam, hatte man einen mehr als netten Zeitvertreib: Sehr positiv ist nämlich auch die Nachwuchsarbeit in unserem Verein. So wurden in dieser Saison ALLE unsere (4) eigenen Nachwuchsmannschaften Meister, eine Ehrung jagte die nächste. Die Austria stellt mit ihren schon jetzt mehr als 150 aktiven Kindern aber noch mehr Nachwuchsteams, die hier nicht miteinbezogenen treten in Spielgemeinschaften mit dem Lieferinger SV an. Schließlich kam es dann zum ultimativen Hauptakt dieser Meisterfeier, als das Salzburger Stadtoberhaupt, Bürgermeister Heinz Schaden unserem Kapitän Ivan Pecaranin die offiziell angefertigte Meisterschale übergeben hat. Getrübt wurde eine sonst tolle Feier zum einen von einigen labilen Geschöpfen, bei denen etwas Alkohol statt guter Laune nur Aggression auslöst einerseits und zum anderen von einer Abordnung Deutscher (!) Polizisten, die eigentlich wegen der EM im Lande sind und das feuchtfröhliche Fest mit ihrem unangemessenen Handeln quasi beendeten. Damit erreichte die heurige Meister-Fete nicht ganz den Wert jener von 2007, es war aber einmal mehr eine tolle Sache.

24. Mai 2008: SV Austria Salzburg – ASV Salzburg   1:0 (1:0)

In der Vorwoche wurde amtlich, was eigentlich längst klar ist: Mit dem Meistertitel in der 1. Klasse Nord steigt die Austria in die 2. Landesliga Nord auf. Ein klarer Auswärtssieg in Hof lässt nun auch rechnerisch schon vorzeitig keinen anderen Meister mehr zu. Damit ist die ohnehin schon geringe Brisanz nun auch weg – für den Erfolg können wir es verkraften. Jetzt gibt’s noch Details, die für die Liste der Saison-Superlativen in Frage kommen – etwa ein Torschützenkönig Mario Lenz.

Immerhin, trotz der sportlichen Bedeutungslosigkeit konnte auch bei diesem Heimspiel die 1000er-Marke an Zusehern geknackt werden. Wenn der Meister nach Hause kommt, darf er auch edel auftreten – heller waren die Austria-Trikots nie: Als weißes Ballett durften unsere Meisterkicker nach dem Titelgewinn diesmal spielen. Die wunderschönen weißen Ausweichtrikots signalisierten die Leichtigkeit des Seins bei einem souveränen Meister.

Weil wir aber nicht in Madrid, sondern in Salzburg sind, musste man aber doch feststellen: Galaktisch spielte unsere Meistermannschaft mit der seltenen Spielkleidung nicht auf. Wohl bemüht, aber oft unkonzentriert agierten die Jungs – der ASV hätte durchaus treffen können diesmal. Dieses Erfolgserlebnis verwehrten sich die Itzlinger aber vor allem auch selbst und so war der frühe Treffer unseres Xandi Seywald diesmal das Goldtor – 1:0 der Sieg des Meisters.

In der Halbzeit wurde den Zuschauern der neue Trainer präsentiert. Es ist der mazedonische Ex-UEFA-Cup-Spieler Miroslav Bojceski von Grödig. Er schwingt ab 26. Juni das Zepter bei der Austria, Interimscoach Gerhard Stöger kann damit wieder im Hintergrund die Fäden ziehen. Das Ziel vom neuen Coach ist selbstverständlich in der neuen Saison der Aufstieg in die 1. Landesliga (4. Spielklasse). Das erste Spiel mit unserem neuen Trainer, der auch die UEFA A-Lizenz besitzt, steigt dann gleich am Tag nach seinem Arbeitsantritt Ende Juni beim Jubiläums-Spiel des SK Bischofshofen, zu dem uns die Pongauer eingeladen haben – auch der BSK wird heuer 75 Jahre alt.

Unsere Truppe müht sich jetzt freilich über die Runden, das Heimspiel in zwei Wochen wird mit Sicherheit viel mehr Spaß machen: In der letzten Runde empfangen wir Elixhausen – anschließend ist Maxglan im Ausnahmezustand (soll natürlich jetzt jährlich die Regel werden) wenn tausende Mitglieder, Fans und Sympathisanten des Violetten Salzburgs aus ganz Europa am Tag des EM-Auftakts unsere Austria hochleben lassen und im Festzelt die abgelaufene Erfolgs-Saison gebührend feiern.

7. Mai 2008: SV Austria Salzburg – FC Hallein 04   1:2 (1:1)

Mittwoch, 7. Mai 2008 – Ein wunderschöner Frühlingstag in Salzburg: Sonne, Sonne und nochmal Sonne. Dazu ein passabler Rasen auf unserer Sportanlage in Maxglan, der richtig Appetit auf ein Fußballspiel macht. Weiters ein Gegner, der zwei Spielklassen höher spielt uns unsere Truppe intensiv fordern wird. Für Spannung ist also in jedem Fall gesorgt. Vor allem auch deshalb, weil es richtig um etwas geht heute: Mit dem Finaleinzug im SFV-Cup könnte man nämlich auch direkt das Ticket für den ÖFB-Cup 2008/09 lösen und auf einen namhaften Gegner treffen. Einen Sieg ist unsere Austria davon also nur noch entfernt – und der soll heute her.

 

Damit das alles klappt, sind heute mehr als 1.500 Fans nach Maxglan gekommen – die offizielle Homepage der Austria berichtet gar von 1.700 Besuchern. Unter ihnen war eine Stürmerlegende der Salzburger Austria aus vergangenen Tagen: Hans-Gerd Schildt entzückte einst die Leute im Lehener Stadion und in ganz Österreich mit seinen Treffern. Heute ist der Deutsche extra mit dem Zug aus Kiel – quasi durch die ganze Bundesrepublik gereist – nach Salzburg gekommen, um „seine“ Austria zu sehen. Gemeinsam mit David Brenner, dem aufstrebenden Salzburger SPÖ-Politiker, nahm Schildt den Ehrenanstoß vor. In der Halbzeit kam er zum Interview mit dem Stadionsprecher auf das Spielfeld, dabei lag es ihm am Herzen, einige Worte an die Fans zu richten. Er lobte die Art und Weise, wie wir das ewige Feuer der Austria brennen lassen und motivierte uns dazu, unsere Tradition stets weiter zu bewahren und immer voll zu unseren Farben zu stehen. Die Ikone vergangener Tage erinnert sich gerne zurück an seine vielen schönen Jahre in der Mozartstadt, sie haben ihn geprägt. Heute informiert er sich regelmäßig über Internet über die Entwicklungen in unserem Verein und beobachtet mit Freude den aufstrebenden Trend. Schön, dass immer wieder Violette aus der großen Vergangenheit den Weg zu uns finden und zeigen, dass es ihnen auch nach ihrem eigenen Vertragsende nicht egal ist, wohin der geliebte Verein geht – große Moral!

 

Große Moral erwarteten die vielen Anhänger auch von den 11 Helden, die heute das violette Trikot überstreifen durften. Gänsehautstimmung wie immer bei unseren Heimspielen schon beim Einmarsch der Mannschaften, umrahmt von einer sehenswerten Choreographie musste es jedem Spieler eine Freude sein, hier auflaufen zu dürfen. Auf einem großen Transparent stand geschrieben: „Gestern Europa, heute Salzburg, morgen Österreich“ Wie wahr auch, gibt es uns mit einem Sieg heute in der kommenden Saison ja schon wieder österreichweit. Während des Spiels wurde es nur einmal kurz ruhig, als die Fanclubs mit Transparenten ihre Verbundenheit zu den Fan-Freunden aus dem süditalienischen Barletta zeigten – zwei junge Barlettani verunglückten vor wenigen Tagen tödlich bei einem Verkehrsunfall, leider hat so ein Unglück ja auch das Leben eines unserer Ultras gekostet.

 

Die geniale Atmosphäre entpuppte sich gleich als großer Heimvorteil für die Austria, ein höllischer Lärm setzte die Halleiner voll unter Druck. Unseren Spielern wurden die letzten Motivationsnerven angekitzelt und so machten die Violetten von Beginn an Druck. Völlig verdient kamen die Austrianer dann in der 18. Minute zur Führung, Oliver Trappl spielte auf für Mario Lenz und der Goalgetter musste nur noch einschießen zum 1:0. Der Weg der Torschützen war ein Sprint zur Fankurve, die ihn und die Mannschaft euphorisch bejubelte – ein einzigartiger Torjubel, den man nicht weiter beschreiben kann, der absolute Wahnsinn nahm seinen Lauf. Mit etwas Fortune wäre die Führung längst höher gewesen. Allmählich schafften es die Halleiner dann doch, sich etwas aus der Umklammerung zu befreien. Schneller als vielleicht verdient, ernteten sie dafür ihre Früchte – noch dazu durch ein unglückliches Eigentor. Ein Ball, der lange in der Luft war, hinaufgeköpfelt von einem Violetten, senkte sich allmählich über den Torwart hinweg genau ins Eck des Tores. Unsere Mannschaft reagierte doch recht geschockt, die Abwehr wirkte plötzlich unsicher. Der Zustand änderte sich dann aber wieder rechtzeitig und noch vor der Pause war unsere Offensivabteilung mehrere Male kräftig am Drücker. Vor allem Oliver Trappl hatte die neuerliche Führung am Fuß. Pausenstand war 1:1. Nach Seitenwechsel bekam man von den Gästen zunächst lange Zeit gar nichts mehr zu sehen, die waren in ihrer eigenen Defensive mehr als beschäftigt. Unsere Jungs wirbelten mit unglaublicher Willenskraft, doch Tor gelang keines. Je länger die 2. Halbzeit dauerte, umso dicker wurden die Chancen für die Austria. Immer mehr wurde klar, wer da jetzt ein Tor schießt, der gewinnt. Hallein kam dann doch nochmal etwas besser ins Spiel, allmählich entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Den Matchball schlechthin hatte kurz vor Schluss Mario Schleindl am Fuß, leider vergab unser Goalgetter seine hundertprozentige Chance ganz knapp – der Ball hätte drin sein müssen, streifte aber nur die Latte und verfehlte das Tor. Einmal war höchste Gefahr vor unserem Tor, doch Trappl verkürzte gekonnt den Winkel. Wenig später hatte unser Torhüter großes Glück, als er weit seitlich vom Tor einen verunglückten Abschlag produzierte – ein Hallein-Spieler konnte aufs leere Tor schießen und traf dabei die Querlatte. Tja, und was dann noch kam war die Vervollständigung einer abgedroschenen, aber stets richtigen Fußball-Weisheit: „Wenn du sie vorne nicht machst, ...“ In der 91. Minute träumte der Schiedsrichter von einem Foul an Halleins Spielmacher und Top-Torjäger Jasmin Jahic. Ein Foul hat wirklich nur der Schiedsrichter gesehen, es gab nochmal Freistoß – wenngleich aus recht großer Distanz. Jahic trat selbst an, sein Ball wurde von der Mauer abgefälscht und sprang unhaltbar ins Tor – 1:2, unglücklicher kann es nicht zugehen. Als wäre dem Schiedsrichter klar, welch gravierende Fehlentscheidung er eben getroffen hat, ließ er recht lange nachspielen. Es kam noch der eine oder andere lange Ball nach vorne, weit hat es auch dann nicht gefehlt, dann wäre der Ball noch einem unserer Spieler optimal vor die Füße gefallen – doch leider, es wurde nichts mehr mit dem Ausgleich, die paar Minuten Nachspielzeit waren eben zu wenig.

 

Damit verpassen wir mit der Austria den Einzug in den ÖFB-Cup denkbar knapp und unglücklich. Unseren Spielern war nach dem Abpfiff die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, den Fans genauso. Der schöne Tag und Abend nahm ein ganz schmerzvolles Ende, um ein Haar hätte die Sache ganz anders ausgesehen. Nichts desto trotz und wenn Jasmin Jahic sich noch so gerne fallen lässt und die Halleiner sich wahrscheinlich selbst nicht erklären können, wie sie hier zu zwei Toren gekommen sind: Man kann es Jasmin Jahic nicht nehmen, dass er ein Spiel entscheiden kann. War es fußballerisch heute nur Glück, schauspielerisch war es auf jeden Fall können. Der Schiedsrichter wollte von Karten heute absehen, hätte es aber besser anders gemacht. Jahic verfügt nicht nur über Gefühl im Fuß, sondern auch über das Geschick, zu Tricksten wo immer es geht – und auch so was kann ein Spiel entscheiden.

 

Die beste Fankurve weit und breit nahm das bittere Ausscheiden mit Fassung, sofort tröstete man sich wieder mit „Wir werden Meister!“. Gänsehaut pur auch nach dem Spiel, die 11 violett-weißen Krieger wurden gefeiert, als hätten sie das große Ziel erreicht – einzig die Welle und die lachenden Gesichter fehlten natürlich. Bengalische Feuer, das Vereinslied aus ganzem Herzen gesungen und den Spielern allen Respekt und anerkennenden Applaus nach dem Spiel für einen super angenommenen Kampf im bitteren Cup-Drama. So grausam das Ausscheiden auch war, wir Fans wissen genau: Das ist Fußball – und dafür hassen wir ihn nicht, dafür lieben wir ihn!

Auf zum Meistertitel, Austrianer – You’ll never walk alone!

3. Mai 2008: SV Austria Salzburg – USK Obertrum   3:0 (1:0)

Man hätte sich als Fan der Salzburger Austria diesen 3. Mai 2008 ja durchaus dick im Kalender angestrichen, das Heimspiel gegen Obertrum könnte ja noch der Kracher des Frühjahrs werden. Doch jetzt ist dieses vermeintliche Schlagerspiel doch ohne jede Würze, zu groß ist mittlerweile schon der Vorsprung der Violetten in der Tabelle. Vielmehr ist es heute die Generalprobe für das brisante Cup-Halbfinale am Mittwoch gegen den FC Hallein 04.

Die Fans, 1.200 waren es heute, zelebrierten das Spiel trotzdem und gaben ihm mit einer sehenswerten Choreographie zu Spielbeginn auch den Rahmen eines Spitzenspiels. Auch die Obertrumer waren mit einer Dorf-Abordnung hier, die eine oder andere grüne Rauchbombe haben sie mitgebracht. Schon in der 4. Minute änderte sich etwas am Spielstand: Der starke Diaz tankt sich robust auf der linken Seite durch, flankt präzise in die Mitte wo Goalgetter Mario Lenz den Ball schön zur Salzburger Führung einköpfeln kann. Es entwickelte sich ein interessantes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, die Stange verhinderte den Ausgleich der Gäste. In der 2. Halbzeit machte Seywald mit dem 2:0 den Sack zu, für den Endstand von 3:0 sorgte 20 Minuten vor Schluss erneut Mario Lenz.

Nach dem Spiel beschäftigte man sich kaum mit dem Spiel, alle Gedanken und Blicke sind bereits auf Mittwoch gerichtet. Man spürte, wie die Fankurve den 7. Mai herbeisehnt – mit dem FC Hallein soll ein Top-Landesligist an die magische Kraft von Violett-Weiß glauben müssen.

1. Mai 2008: ASV Taxham – SV Austria Salzburg   0:4 (0:2)

Der Staatsfeiertag, genannt „Tag der Arbeit“, musste heuer wieder einmal als Termin für ein Nachtragsspiel herhalten, nachdem am Ostermontag das Spiel in Taxham noch dem schlecht getimten Winter zum Opfer gefallen ist. Schade für den Gastgeber-Verein, hatten sie doch schon schöne Matchplakate und ein Spieltagsheft mit dem Datum des 24. März drucken lassen. Immerhin, die kleine feine Matchzeitschrift gab’s trotzdem für die Besucher – und generell wusste das Layout der Taxhamer zu gefallen, auch schöne Eintrittskarten wurden extra für dieses Spiel gedruckt.

Die Sportanlage Bolaring am Rande der gleichnamigen Siedlung und direkt gegenüber dem großen Shopping-Center „Europark“ füllte sich zwar, aber der Andrang war doch überschaubar: 750 Zuschauer kamen bei wechselhaftem Feiertagswetter. Auch die akustische Darbietung der Austria-Fans war auf Schongang eingestellt, ältere Bewohner der Bolaring-Siedlung konnten einen verhältnismäßig ruhigen Nachmittag genießen. Der Sportplatz ist durchaus okay, wenngleich natürlich wenig attraktiv – durch das ganze Rundherum mit großem Siedlungsbau und der S-Bahn nebenan erinnert alles etwas an einen Ghetto-Bezirk.

Doch allzu viel Schrecken jagten die Taxhamer Gangster unserer Mannschaft nicht ein, einzig ein Lattenknaller beim Stand von 0:0 war richtig erwähnenswert. Unsere Jungs machten das Nötigste, trafen in beiden Spielhälften jeweils zweimal. Neubauer und Seywald machten in der 1. Halbzeit alles klar, in der 2. Spielhälfte garnierten Schleindl und Ebner den Sieg auf ein klares 4:0.

Fazit: Ein gemütlicher, nie spannender Nachmittag am Stadtrand von Salzburg – ein Pflichtsieg. Nicht mehr und nicht weniger.

24. April 2008: SV Austria Salzburg – USV Hüttschlag   4:0 (3:0)

Nicht, dass wir es nicht genießen würden, aber: Eine Liga kann fad werden, wenn eine Mannschaft zu stark dominiert. Was Ribery und Toni der Deutschen Bundesliga antun, machen Trappl und Schleindl in der 1. Klasse Nord des Salzburger Unterhauses. Nie fad werden kann allerdings ein Cup-Bewerb, denn da ist die Saison bei der ersten Niederlage zu Ende. Weil aber die Austria äußerst selten verliert, tanzt unsere Mannschaft immer noch auf zwei Hochzeiten. Der Meistertitel in der Liga wird uns in die 5. Leistungsstufe befördern und auch der Cup hat seine speziellen Reize: Schlägt man heute Hüttschlag und setzt sich in zwei Wochen im Halbfinale durch, dann ist man als Finalist des Landescups fix für die erste Hauptrunde des ÖFB-Cups 2008/09 qualifiziert. Und diese Cup-Saison soll es in sich haben, erstmals müssen auch die Top-Teams allesamt ab Runde 1 ans Werk – es winkt also ein enges Kuscheln der Loskugeln in einem Topf etwa mit Rapid Wien, Wacker Innsbruck oder den ganz besonderen roten Herrschaften von der Autobahn-Böschung.

Da das Flutlicht noch nicht ganz den Tauglichkeitskriterien des SFV entspricht, musste um 18:00 Uhr angepfiffen werden, was die 1000er-Marke diesmal knapp verhinderte. Großer Andrang herrschte trotzdem, wegen des anhaltenden Zuschauer-Zustroms um 18:00 Uhr verlegte sich der Anstoß wie schon beim Cup-Spiel gegen Wagrain um 20 Minuten nach hinten. 900 Zuschauer waren es schließlich zu dieser für Werktag etwas zu frühen Anstoßzeit bei teils regnerischem Wetter. Tags zuvor fiel das Match bekanntlich dem Regen noch zum Opfer, das Spiel hätte ja bereits gestern Mittwoch gespielt werden sollen.

Hüttschlag wollte sich sichtlich nach Kräften wehren, doch angetrieben von einer überwältigenden Fankurve übernahm die Austria die Initiative und stellte die wahre Rangordnung her – die auf dem Papier klassenhöheren Pongauer hatten keine Chance. Ein Doppelpack von Mario Schleindl nach gut 20 Minuten versetzte den Gästen bereits den Todesschlag. Das Sahnehäubchen für eine exzellente Mannschaftsleistung setzte noch in der ersten Halbzeit Oliver Trappl mit dem 3:0 drauf. Nach der ganz starken 1. Halbzeit war alles klar. Vor dem Spiel ließ Interimstrainer Gerhard Stöger sogar in der Presse die für dieses Spiel groß angekündigte „totale Offensive“ kommunizieren, weit aus dem Fenster gelehnt und dabei alles gehalten, was versprochen wurde – Gratulation. Obwohl in der 2. Halbzeit alles eher auf Ergebnisverwaltung ausgelegt war, wurde gefällig weiter nach vorne gespielt. Ein Treffer resultierte auch daraus dann noch – wunderschön knallte Alexander Seywald die Kugel zum 4:0-Endstand ins Netz. Die Stimmung kochte unterdessen, ein weiterer sensationeller Pokalabend mit fantastischer Stimmung – jeder auf der Kurve brüllte sich mit seinem Verein ins Halbfinale.

Die Semifinal-Partien finden in 2 Wochen, am 7. Mai statt – die Austria darf wieder Gastgeber sein. Ausgelost wird am Montag und im Topf sind keine Westligisten mehr. Nachdem Grödig schon im Herbst ausgeschieden ist, erwischte es in dieser Runde auch Anif und Seekirchen. Mögliche Gegner fürs Halbfinale sind somit Zell am See, FC Hallein und der Sieger aus ASV – FC Puch, höchstwahrscheinlich also ein Klub aus der 1. Landesliga. Also: Einmal gewinnen noch, dann sind wir zum einen im Landescup-Finale in Grödig am 21. Mai mit dabei und zum anderen für den ÖFB-Cup qualifiziert. Kein Wunder, dass es bereits bei diesem Match von der Kurve ertönte: „Innsbruck wir kommen!“

19. April 2008: SV Austria Salzburg – USC Abersee   4:0 (1:0)

Nach dem geglückten Start ins Frühjahr 2008 geht es für unsere Austria jetzt Schritt für Schritt in Richtung Meistertitel in der 1. Klasse Nord, es gibt keine Zweifler mehr und mit jedem Sieg wird es auch mathematisch immer eindeutiger. Die Spiele sind ob dieser Dominanz zwar nicht mehr so richtig spannend, dem guten Besuch tut dies aber keinen Abbruch – mehr als 1.200 waren es diesmal. Dieses Heimspiel stand unter der Patenschaft einer politischen Partei: Die Salzburger SPÖ trat als Matchsponsor auf, es gab einen roten Ehrenanstoß und reichlich Heinz-Schaden-Gummibärli – wenn das dann doch bitte einmal bei diversen Genehmigungen rund um die Heimstätte weiterhilft.

Dass bei der Austria jedem geholfen wird, zeigt ein Transparent des Vereins, dass die Spieler den Rängen vor dem Spiel präsentierten: „Jubel, Meistertitel und Oberhaus statt Böller, Punkteabzug und Krankenhaus“ Damit dürften auch die letzten pubertierenden Jungs darüber Bescheid wissen, welche negative Tragweite gewisse Aussetzer erreichen.

Das Spiel wurde in der 1. Halbzeit zu einer recht zähen Angelegenheit, die starke Serie der Aberseer zu beenden, war anfangs kein leichtes Unterfangen. Erst kurz vor der Pause erlöste Mario Lenz die Zuschauer mit dem Führungstreffer. Nach der Pause legten die Violetten nach, was Abersee immer mehr unter Druck kommen ließ. Ein erzwungenes Eigentor brachte das 2:0 und damit die Vorentscheidung. Lubo Neubauer blieb sein Treffer verwehrt, er knallte das Leder an die Latte. Dafür netzte der wiedererstarkte Goalgetter Mario Lenz noch zweimal, Endstand war dann ein auch in der Höhe verdientes 4:0.

In der Woche steht das Cup-Viertelfinale an, ein Sieg gegen Hüttschlag und man darf weiter von der Teilnahme am ÖFB-Cup 2008/09 hoffen.

5. April 2008: SV Austria Salzburg – Union Hallein   4:0 (0:0)

Vor einer Woche kam die Austria mit einem Auswärtssieg im Schlagerspiel gegen Bergheim optimal aus den Startlöchern, nun soll auch der Heimauftakt drei Punkte bringen. Als Schlager – soweit es bei dieser Dominanz der Bezeichnung gerecht wird – kann man auch dieses erste Heimspiel im Jahr 2008 durchaus bezeichnen, hat doch Union Hallein im August mit einem 1:0 als einzige Mannschaft der Austria in dieser Saison Punkte abgeknöpft. Nun wollen die Herren aus der Salzstadt auch aus Maxglan zählbares mitnehmen.

 

1.400 auf Austria-Sieg gestimmte Zuschauer und eine motivierte Heimmannschaft wollten die Halleiner so eindrucksvoll wie möglich aus solchen Träumen reissen. Verzichten musste unsere Truppe auf Stammtorwart Alexander Trappl sowie auf dessen Bruder Oliver Trappl, immerhin zwei absolute Fixpunkte in der Austria-Startelf. Zu den allgemeinen Voraussetzungen noch eine Anmerkung: Der Rasen war in schlechtem Zustand, verhindern und reagieren war also leichter als gestalten und agieren.

 

Begünstigt davon, dass die Austria nur schwer zu ihrem Spiel fand, begannen die Halleiner recht stark. Eine Riesenchance vergaben die in rosa US-Palermo-Style aufgelaufenen Gäste stümperhaft, als ein allein auf Ersatzkeeper Schörghofer zulaufender Spieler den Ball sehr billig unserem Schlussmann für eine leichte Parade überlassen hat – lobenswert dabei natürlich dennoch das tolle Stellungsspiel von Schörghofer. Weniger leicht war unser Mario Schleindl zu stoppen, als er nach einer halben Stunde allein auf dem Weg zum Tor war – Halleins Torwart half sich mit der Notbremse, Torraub und klare rote Karte. Damit rettete er zwar das 0:0 zur Pause, für die zweite Halbzeit verhieß es den Gästen natürlich nichts Gutes. Da dauerte es nicht lang, bis Würnstl zum 1:0 traf. Wenig später erhöhte Lubomir Neubauer mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für die Austria auf 2:0. Dann gab es nach einem Foul an Schleindl Elfmeter, Mario Lenz soll antreten und seine Torsperre beenden – gelungen, 3:0. Wenig später zeigte sich auch sofort die Wirkung vom neuen Selbstvertrauen und Lenz traf zum 4:0-Endstand.

 

Die Fans zeigten sich diesmal auch aber nicht nur von der Schokoladenseite. Zu Spielbeginn gab es eine schöne Choreographie der Viennola, zu Beginn der zweiten Halbzeit eine sehenswerte bunte Pyro. Rauch und Bengalisches Feuer verzauberten die Fankurve, leider konnten gewisse Ausläufer dieser Einlage nicht unter Kontrolle gehalten werden – das sollte nicht mehr vorkommen. Dank viel Glück und fleißiger Ordner (bei uns ja alles ausschließlich Fans selbst) ging nochmal alles gut und die Unparteiischen haben keine Notiz davon genommen.

Nächste Woche geht’s nach Abtenau, zum nächsten Heimspiel empfangen wir in zwei Wochen dann Abersee. Bis dahin kann fleißig über den neuen Trainer spekuliert werden, der im Sommer Interimscoach Gerhard Stöger ablösen wird. Die Kandidaten stehen angeblich Schlange, 18 (!) sollen es in die engere Auswahl geschafft haben und Gespräche mit dem Verein führen. Nicht nur die Spieler tragen sich dem Verein so gut wie täglich an, jetzt geht das auch bei den Trainern los – die Austria als Top-Adresse im Salzburger Fußball. Für Ende April können wir Klarheit erwarten, die Medien lassen Namen wie Leo Lainer oder Miroslav Polak verlauten (Tageszeitung Österreich, Salzburger Nachrichten, ...). Wenn schon die Tabelle eine klare Sprache spricht, in gewissen Fragen gibt’s also immer noch Spannung.

29. März 2008: FC Bergheim – SV Austria Salzburg   1:2 (0:1)

Eine lange, wenngleich durch Hallen-Highlights und turbulenter Generalversammlung nicht ununterhaltsame Winterpause, geht für die vielen Fans von Austria Salzburg nun zu Ende. Ausgerechnet, als alle schon auf Frühling programmiert waren, gab sich zu Ostern der Winter ein hoffentlich letztes Stelldichein – nach der Absage des für Ostermontag angesetzten Spiels in Taxham, klappte es diesmal und es konnte endlich losgelegt werden.

Durch die Absage in Taxham, muss man auf den gesperrten Ivan Pecaranin ausgerechnet bei diesem Schlagerspiel in Bergheim verzichten. Ein weiteres Plus für die Hausherren könnte sein, dass sie bereits wieder ein Meisterschaftsspiel bestritten und gewonnen haben. Mit einem Heimsieg könnten die Bergheimer vorübergehend bis auf zwei Punkte an uns herankommen. Die Blau-Weißen sind zudem heiß auf Revanche, im August mussten sie sich bei uns in Maxglan nur knapp mit 0:1 geschlagen geben. Match-Winner mit seinem Tor war damals ein gewisser Mario Schleindl, dieser Name sollte in diesem Bericht noch öfter fallen.

Die Bergheimer haben sich auf das Spiel des Jahres auf ihrem Sportplatz gewissenhaft vorbereitet, für die vielen Austria-Anhänger wurden Paletten aufgestellt, um für möglichst viele eine passable Sicht zu gewährleisten. Die Mühen sollten sich lohnen, 1.800 Zuschauer fanden sich bei Traumwetter in Bergheim ein – man konnte kräftig am Frühling schnuppern.

Der Bergheimer Torhüter erklärte sich gleich freiwillig zum Buhmann der Runde, als er sich mit einer R** B***-Kappe ins Tor stellte – der Austria-Anhang hinter ihm tobte. Seine Provokation fiel ihm selbst auf den Kopf, denn das Kapperl sollte die erste Halbzeit nicht überleben. Als er sie bei einer Aktion im Spiel verlor, war sofort jemand vom Austria-Fanblock zur Stelle und schnappte sie vom Boden weg. Das Sündenstück wurde dann feierlich zum Opfer der Flammen. Als der Torwart die Kappe wieder aufsetzen wollte, sie nicht mehr fand und deshalb mit Ordnern diskutierte während das Spiel weitergelaufen war, hätte er beinahe ein Tor kassiert. Den Deckel seiner dummen Aktion setzte dem Keeper dann sein Verein selbst auf, als sich der Platzsprecher in der Pause bei den Violetten für die Sache entschuldigte.

Um Stimmung waren an diesem Nachmittag auch die Gastgeber bemüht, zu Beginn übten sie sich an einer Zettelchoreographie und während des Spiels versuchten sie sich auch ab und zu mit einzubringen. Alle Dämme sind dann aber nicht gebrochen, dazu versaute ihnen unsere Mannschaft die Laune. Unsere Jungs kamen gut ins Spiel, mit seiner zweiten großen Chance machte Mario Schleindl in der 13. Minute den Führungstreffer. 0:1 – dabei blieb es auch zur Pause, ein Stangenschuss verhinderte eine höhere Führung. Nach Seitenwechsel gelang den Bergheimern bald der Ausgleich (49.). Allmählich fanden die Violetten dann wieder zu ihrem Spiel, eigentlich agierte über weite Strecken des Spiels nur die Austria. In der 70. Minute war es erneut Mario Schleindl, der mit seinem zweiten Treffer die Früchte der Arbeit für die Mannschaft ernten konnte – 1:2. Bei seinem ersten Treffer blieb er cool, als er allein auf den Torhüter zulaufen konnte – bei seinem zweiten Treffer setzte sich Mario sich im Zweikampf durch und schoss gekonnt ein. Dann ließen die Austrianer die Partie dahinplätschern, Bergheim schien nicht im Stande zu sein, noch eine größere Schlussoffensive einzuleiten. Was noch kam, waren ein paar hohe Bälle in den Strafraum und die eine oder andere Standardsituation. Insgesamt war es für die Hausherren zu wenig, gottlob fiel auch keinem mehr zufällig der Ball glücklich vor die Füße und so konnten wir einen ganz wichtigen und verdienten Auswärtssieg feiern.

In Sachen Aufstieg führt an uns wohl kein Weg vorbei – spätestens nach dieser Runde ist eine Vorentscheidung gefallen. Neben den Bergheimern verloren auch Obertrum und Hallein ihre Heimspiele. Die Austria kann sich jetzt auf Phrasen aus München stützen und ihre Verfolger mit dem Fernglas suchen. Mit einem fetten Polster grüßt violett-weiß mittlerweile von der Tabellenspitze, 9 Punkte Vorsprung auf Obertrum und 8 Punkte Vorsprung auf Bergheim, das zudem ein Spiel mehr bestritten hat als wir, stehen zu Buche. Da brennt heuer nichts mehr an. Vielmehr können wir uns die tolle Saison noch mit dem Landescup krönen und uns für den ÖFB-Cup qualifizieren. Wir stellen fest: Der Weg zum Derby gegen die Vorstadt könnte kürzer sein, als es den Roten recht ist. Salzburg sind wir!

Am kommenden Samstag freuen wir uns beim Heimspiel gegen Union Hallein auf eine tolle Atmosphäre in Maxglan. Es wird wohl wieder viele zur Austria locken, schließlich hat unsere Mannschaft mit den Halleinern noch eine Rechnung offen – die Niederlage von Ende August ist bis heute der einzige Fleck auf der weißen Weste unserer Jungs.

Februar 2008 – Generalversammlung und die jüngsten Entwicklungen

Am 9. Februar 2008 wurde die zweite ordentliche Generalversammlung des SV Austria Salzburg abgehalten. Im Obertrumer Braugewölbe ging es an diesem Samstagabend ungleich heißer zur Sache wie im Vorjahr, als viel Zufriedenheit und wenig Zündstoff gegeben waren.

Zufriedenheit über das abgelaufene Vereinsjahr war natürlich in großem Maße da, der Zündstoff war diesmal jedoch auch mit drin. Als der Verein per nächtlicher E-Mail wenige Tage vor der Generalversammlung seine Mitglieder samt Wahlempfehlung darüber informierte, dass mit Gernot Blaikner ein neuer Mann für die Vereinsspitze anti portas steht, war über die Bedeutung dieser Mitgliederversammlung alles gesagt – für den Amtsantritt benötigt Blaikner bei der Abstimmung eine 2/3-Mehrheit. Ein weiteres brisantes Thema stand schon länger fest: Der Verein hat um Absegnung für die Gründung einer vereinseigenen GmbH geworben, welche die Geschäfte in den Bereichen Fanartikelverkauf und Gastro führen soll. Grund dafür: Umsatzgrenzen werden überschritten und so könne der Verein steuerlichen Nachteilen nur mit dieser GmbH entgegenwirken.

Um 19:45 Uhr eröffnete Moderator Thomas Witosek den interessanten Abend, nach einigen allgemeinen Worten zum abgelaufenen Vereinsjahr durch Vorstandsvorsitzenden Mag. Moritz Grobovschek, setzte dieser gleich noch den Paukenschlag zum Auftakt hinterher: GmbH, Blaikner usw. widerstreben ihm und so gab er zur Überraschung aller (auch des restlichen Vorstands) seinen Rücktritt bekannt. Damit steht er nicht wie vorgesehen als Vize-Obmann zur Verfügung, Dr. Thomas Karl wird diese Funktion damit alleine ausfüllen. Sehr interessant auch die Tätigkeitsberichte der weiteren Vorstandsmitglieder, besonders liebevoll und umfangreich war die sportliche Rückschau von Gerhard Stöger. Bei den nackten Zahlen konnte man einen vermeintlichen Schwachpunkt (man kann ihn auch als Pluspunkt für die Fans ansehen) orten: Etwa 3 / 4 der Einnahmen kassiert die Austria von den Fans – etwa durch Mitgliedsbeiträge, Eintrittskarten oder den Erlösen aus Fanartikelverkauf und Gastro. Ohne den Fanverein seiner Besonderheit berauben zu wollen sind sich fast alle einig: Der Fan-Anteil bei den Vereinseinnahmen muss gesenkt werden.

Dem erkrankten Gernot Blaikner war es offenbar sehr wichtig, sich trotz allen Umständen an diesem Abend hier einzufinden – er mühte sich durch einen langen Teil der Versammlung. Sein Erscheinen könnte sehr wichtig gewesen sein, immerhin war Blaikners Beförderung an die Vereinsspitze ein mühsamer Schritt. Unzählige Fragen hatte er zu beantworten, die meisten waren sehr kritisch. Als grundlegendes Argument für seine Wahl stellte Blaikner die Notwendigkeit einer besseren Vermarktung der Austria dar. Mit seinen Kontakten will er dem Klub Sponsoren an Land ziehen, die dabei helfen können, bald wieder in höchstmöglichen Sphären spielen zu können. Das Statut steht zwar, aber den Mitgliedern war die Erklärung von Blaikner zum Respekt der Vereinsfarben und des Vereinsnamens immens wichtig – dadurch entstand ein heißes Diskussions-Klima. Einige haben auch die Verdienste Blaikners zu Austrias Bundesliga-Zeiten nochmal sehr kritisch hinterfragt. Letztlich hat er mit 144 von 169 Stimmen die notwendige 2/3-Mehrheit deutlich erreicht, die Wahl angenommen und festgestellt: „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln, es gibt viel Arbeit!“

Nach einer kurzen Pause wurde das zweite große Thema, die Gründung der „Austria Salzburg Goal! GmbH“ behandelt. Kassier Spannberger wurde mit kritischen Fragen dazu konfrontiert und man staunte nicht schlecht, wie viele Steuerrechts-Experten im Braugewölbe waren. Der Verein SV Austria Salzburg und die vereinseigene Austria Salzburg Goal! GmbH werden künftig Geld hin und her fließen lassen, die Mitglieder haben die Notwendigkeit der GmbH erkannt und deren Gründung abgesegnet.

Nachdem noch die Mitgliedsbeiträge 2009 festgelegt wurden, nahm der intensive Abend um 23:30 Uhr dann ein Ende. Die 169 anwesenden Vollmitglieder (Stimmberechtigung) erwiesen sich also visionär und gaben dem Verein grünes Licht für die angestrebten Strukturen. Etwas faden Beigeschmack gabs aber: Zum einen gibt’s doch welche, die Zweifel an diesen Entwicklungen haben und zum anderen bleibt die Tatsache, dass die patentrechtlichen Werte (Logo, Name) immer noch auf den Namen der Privatperson Mag. Moritz Grobovschek geschützt sind.

>>> Am 22. Februar 2008 wurde bekannt, dass Gustl Kofler als Trainer der Kampfmannschaft zurücktritt. Der Schritt kam zu diesem Zeitpunkt überraschend, allerdings hat es sich abgezeichnet, wie Insider wissen. Die Zahl der Trainings sowie deren Intensität haben über längere Zeit zu einem immer größer werdenden Bruch zwischen Gustl Kofler und der Mannschaft geführt. In einem 45-minütigen Gespräch am Donnerstagabend (21. Februar 2008) stellte man fest, dass der Bruch mittlerweile irreparabel geworden ist und Gustl zog die Konsequenz mit seinem Rücktritt. Aus einem engen Kreis an Kandidaten wird jetzt in aller Ruhe ein Nachfolger gesucht, der ab Sommer im Amt sein soll. Als Anforderungskriterien gilt neben absoluter Fachkompetenz auch ein hohes Maß an Identifikation für den Traditionsklub, violettes Blut fördert den Willen zur Zusammenarbeit. Bis dahin soll der sportliche Leiter, Gerhard Stöger, die Mannschaft interimistisch übernehmen und in die 2. Landesliga Nord führen. Von Seiten der Fans und aller Beteiligten gab’s für Gustl Kofler völlig verdient Dank und Anerkennung für die wertvolle Arbeit und den Erfolg.

8./9. Jänner 2008 – 1. Salzburger Hallencup

TAG 1

Mit etwa 2.000 Zuschauern waren die Veranstalter dieses 1. Salzburger Hallencups doch enttäuscht. Sinnbildlich etwa, dass auch die meisten 6-Mann-Logen am Spielfeldrand leer geblieben sind wobei sich unsere Truppe die Personen in einer der gefüllten Logen als Freikarten-Gäste ausmachen konnte. Wir Fans der Salzburger Austria waren jedenfalls nicht Schuld an den vielen leeren Rängen, das Violette Lager stelle den Löwenanteil des Zuschauerzuspruchs. Kann man die wenigen mitgereisten Innsbrucker noch als „kleine Abordnung“ bezeichnen, so muss man den Besuch aus Ried und Linz als „eine Hand voll“ einstufen.

Mehr als diese 2.000 hätte sich dieser erste Turniertag allerdings auch nicht verdient. Wer seine Karte wie die meisten Austrianer schon im Vorverkauf bestellt und längst bezahlt hat, konnte die 22 EUR vielleicht ja schon vergessen. In der Halle ging es dann weiter mit den horrenden Preisen, aber alles der Reihe nach: Auf der Karte stand „Einlass: 17 Uhr“. Die Austrianer wurden um das ganze Oval zum Sektoreneingang geleitet, nichts von den angesprochenen Parkplätzen vor dem Sektor – jedenfalls nicht übersichtlich angeschrieben. Was folgte war eine Stunde Wartezeit in der Kälte vor den Eingängen, etwa um 18:00 Uhr – also eine Stunde nach der versprochenen Eintrittszeit – wurden die Türen für uns geöffnet. Völlig überforderter Sicherheitsdienst, planlose Ordner und ideenlose Polizei ließen Erinnerungen an Auswärtsspiele zu Bundesligazeiten aufkommen. Grund soll angeblich gewesen sein, dass keine Leute für den Karten-Abriss zur Stelle waren. Ein schlampiger Riss, als es dann doch soweit war, steht als Deckel zur ganzen Sache. Da dürften gewisse Herrschaften wohl vergessen haben, welches Lager der Anhängerschaft diesen Veranstaltungstag noch aus dem ärgsten Schlammassel gerissen hat. Jetzt schließt sich der Kreis mit den hohen Preisen wieder: Wer dann nach der kalten Wartezeit endlich drinnen angekommen Lust auf ein Paar warme Frankfurter hatte, musste EUR 3,40 locker machen – das macht durstig, eine Halbe Bier / Radler aus dem Becher gab’s für EUR 3,60. Prost, Mahlzeit! In vielen Punkten sollten sich die Veranstalter also noch Gedanken machen, wobei abschließend dennoch eine Lanze für die Organisatoren gebrochen werden muss: In diese Halle gehört ein Fußball-Turnier, endlich hat es jemand in die Hand genommen zu organisieren. Das ganze Projekt könnte durchaus reifen und zu einem tollen Fixpunkt im Fußballjahr werden – hoffentlich noch öfters mit unserer Salzburger Austria.

In der Halle gab’s dann aber allmählich auch erfreuliche Sachen zu sehen und zu hören. Toll, dass die Stimme der Austria – Didi Ziesel – die Moderation inne hatte. Seine Stimme ist immer noch wie Musik in violetten Ohren. Er konnte es auch nicht lassen, immer wieder von seiner „Herzenssache“ zu sprechen, wenn er die Austria am Wort hatte – schön, dass Violett ist, was immer schon violett war.

Das Highlight schlechthin hatte dieses Turnier dann gleich zum Auftakt: „Nur schwarz-grün gegen violett-weiß macht unser Derby heiß“, mit voller Solidarität für unsere Tradition begegneten uns unsere speziellen „Freunde“ bei Austrias letztem Derby im Mai 2005 am Tivoli. Umgekehrt finden es auch wir gut, dass bei Wacker jetzt alles in Ordnung ist und der Vereinsname wieder mit „Innsbruck“ endet. Die Farben passen also, die Namen passen – damit ist alles angerichtet für das nächste brisante Westderby, es heißt wieder SV Austria Salzburg gegen FC Wacker Innsbruck. Die Basis stimmt also und weil der Zusammenhalt dieser verfeindeten Lager natürlich keinen Millimeter weiter reicht, gab’s Rivalität pur. Die üblichen Hasstiraden waren voller Emotion, die Leidenschaft nimmt man auch in die Halle mit – vor allem wenn es gegen den Erzfeind geht. Die Innsbrucker schreckten auch vor dem Böllerknall indoor nicht zurück, von unserer Seite gab’s eine wunderschöne Choreographie, die uns mit Sicherheit mehr Sympathien bringt als Pyrotechnik indoor. Eine Erfüllung, wenn man die Mannschaften beim Einmarsch in den Traditions-Trikots sah, die kräftigen Farben ... alles wie früher, nur dass wir diesmal als „David“ gegen „Goliath“ Wacker ins Spiel gingen. Die erste Spielminute versprach keine Sensation, die Innsbrucker kamen per Siebenmeter gleich zur Führung. Doch was dann kam, war genau das, was wir von unseren Underdogs verlangten: Enormer Kampfgeist, alle Kräfte mobilisieren um den Erzfeind vielleicht doch in die Knie zu zwingen. Was wir natürlich nicht verlangen konnten war, dass die Austrianer dabei zu Zählbarem kommen. Doch dazu kam es, Ivan Pecaranin gelang ein schönes Tor zum 1:1-Ausgleich – unbeschreiblicher Torjubel in der violetten Fankurve, die während dem Derby pausenlos Support am Limit geboten hat. Es kam noch besser, als Neuzugang Lubo Neubauer auch den zweiten Rückstand zum 2:2 ausgleichen konnte – ein Tor gegen Innsbruck, so stellt man sich den Leuten in der Mozartstadt vor. In der Folge hatte die Austria die große Chance auf die Führung. Leider gelang der Siegestreffer aber den Innsbruckern, begünstigt durch einen Torwart-Fehler – es sei ihm verziehen. Einen Klassenunterschied hätte man beim Westderby mit der Lupe suchen müssen. Ein bisschen ärgern, dass es nicht zumindest zum Unentschieden gereicht hat, ist also trotz der klaren Vorzeichen durchaus erlaubt.

Bis zum Ankick des zweiten Spiels der Austria an diesem Abend waren es dann gut zwei Stunden. Der Unterhaltungswert war durchaus geboten. Innsbrucker und Rieder liefen aufeinander zu, ein sehenswertes Handgemenge war die Folge. Damit war ja am allerwenigsten zu rechnen, dass die Innsbrucker statt in unsere Richtung plötzlich in Richtung der Rieder losstürmen würden. Damit uns und den LASK-Fans derweil nicht fad wird, wurden wir auch etwas mit eingebunden. Kurz vor unserem zweiten Spiel kamen uns die Freunde aus dem Westen dann doch besuchen, vermutlich aus Frust weil sich in der Zwischenzeit die gesamte Halle gegen sie aufgebracht hat: Ried-Fans, LASK-Fans und natürlich wir Violetten unisono „Innsbrucker Arschlöcher“ – Wahnsinn. Traurig dabei, dass es so ungeordnet abgelaufen ist, dass Kinder aus den Brandherden gebracht werden mussten. Später krachte es auch noch zwischen Riedern und Linzern, wobei besonders die Jungs aus dem Innviertel scheinbar die weihnachtliche Besinnlichkeit bereits zur Gänze abgebaut haben dürften. Natürlich konnte es nicht gänzlich ruhig bleiben, wenn sich solche Fanlager gegenüberstehen. Gottlob stehen am Tag danach eher die anderen als Radaubrüder da – das Image der Austria behält medial gottlob die weiße Weste, die es sich auch verdient hat.

Dann war da noch unser „Freund“ Heimo Pfeifenberger. Der hat vor 30 Monaten genug Unfug mit dem Violetten Stolz getrieben, dass er die Nachwirkungen wohl immer merken wird – Jahrhundert-Fußballer hin oder her. Alle anderen Ex-Austrianer wurden zum Prominenten-Spiel sehr freundlich begrüßt, sogar die Eintracht im Umgang mit Edi Glieder scheint wieder hergestellt – mit seinem mysteriösen Wechsel zu Innsbruck entstand natürlich ein gewisses Misstrauen. Vor allem Otto Konrad wird nach wie vor verehrt, er ist stolz, für die Austria gespielt zu haben – und die Austria ist stolz, solche Persönlichkeiten in den Reihen gehabt zu haben.

Auf die Golden-Goal-Verlängerung der Prominenten-Partie hätten wir verzichten können, „Wir wollen die Austria sehen“, äußerten sich die Fans. Im Anschluss war es dann endlich soweit, leider hatte man gegen Wacker Burghausen weniger Spielanteile als gegen Innsbruck – 0:4 hieß es am Ende, Lubo Neubauer war gegen seinen Ex-Klub kein Treffer vergönnt.

Fazit: Ein sehr interessanter Abend, ein positives Ereignis für unseren Verein, der Hass auf Innsbruck ist ganz der Alte, Austria-Salzburg-Fans als totale Bereicherung eines Turniers von medialem Interesse mit Bundesliga-Luft, die gute Idee hinter dem Hallencup können die Veranstalter noch durch einige Nachbesserungen reifen lassen.

TAG 2

Trotz ausführlichem Live-Bericht gestern im ORF („Salzburg heute“), wo Pichler beim Interview bestens Gelegenheit hatte, noch einmal die Werbetrommel zu rühren um zumindest am zweiten Turniertag mehr Leute in die Halle zu kriegen, war auch am Mittwoch der Besuch sehr enttäuschend. Gar noch weniger als am Dienstag waren es, die Innsbrucker und die Rieder Fans haben sich bei den Sicherheitskräften nicht für den zweiten Turniertag qualifiziert.

Da tut es dann schon gut, wenn man Austrianer ist. Das violette Salzburg nahm es wieder selbst in die Hand, sich einen schönen Hallenfußball-Abend zu machen. Im letzten Gruppenspiel verkauften sich unsere Jungs gegen Bundesligist Altach auch gut, Schleindl gelang der zwischenzeitliche Anschlusstreffer und letztlich stand eine 1:3-Niederlage zu Buche. Überraschenderweise belegte in der anderen Gruppe ein Bundesligist Platz 4, was uns im Platzierungsspiel ein weiteres Match gegen einen Klub von ganz oben bescherte. Bei diesem Spiel gegen SV Ried war unsere Anhängerschaft bis in die Haarspitzen motiviert, unsere Mannschaft lautstark zu unterstützen – ORF Sport Plus war live auf Sendung. Dass wir 1:5 verloren haben, tut den positiven Ereignissen der beiden Turniertage aus unserer Sicht keinen Abbruch. Der hochverdiente Ehrentreffer gelang Hallen-König Ivan Pecaranin, der von Didi Ziesel dann richtiggehend zelebriert wurde: Der Mann hat ein violettes und ein weißes Stimmband und versteht es, die Austria zu würdigen. Dreimal beantworteten wir „IIIVAN“ mit „Pecaranin“. Damit hat die Austria ihr Turnier ehrenvoll zu Ende gespielt, es waren zwei großartige Tage für unseren Verein. Einige Austria-Fans ließen den Finaltag dann noch gemütlich ausklingen, indem sie gemeinsam mit den Linzer Freunden im Finale den LASK zum Turniersieg anfeuerten. Zum Glück wurden die Sicherheitskräfte angesichts der tollen Vorstellung der Violetten Fankurve allmählich locker genug, um uns in den Sektor der schwarz-weißen rüberzulassen.

Leider dürften die beiden Tage den Veranstaltern ein Defizit beschert haben. Jedenfalls sind die Besucherzahlen enttäuschend, obwohl die violett-weiße Fanschar beste Voraussetzungen geschafften hätte. Man kann sich angesichts des Termins nicht über mangelnden Zustrom aus Linz oder Innsbruck beklagen. Vielmehr ist es bedauernswert, dass der neutrale Salzburger Fußballinteressierte daheim geblieben ist. Natürlich jammert man jetzt, dass keine Mannschaft der Dosen angetreten ist – weder die Kleinen noch die Großen. Ein Armutszeugnis für den Fußball in Salzburg, wenn er mit dem Kommerzklub endet. Für die Gänsehautstimmung wird in Salzburg ohnehin immer nur ein Klub sorgen können, insofern haben die Kasperln in Rot überhaupt nicht gefehlt. Bleibt zu hoffen, dass sich die Veranstalter nicht entmutigen lassen und dieses Turnier auch im nächsten Jahr stattfinden lassen – mit unserer Salzburger Austria. Ohne Violett-Weiß wäre das Turnier nächstes Jahr ohnehin zum Scheitern verurteilt - man darf gespannt sein, ob es eine Konstellation mit den Vorstädtern geben wird.

F O T O S   F R Ü H J A H R   2 0 0 8

 

Herbst 2007 (Saison 2007/08, 1. Klasse Nord)

Foto-Gallery Herbst 2007

>>> 28. Oktober 2007: UFC Salzburg – SV Austria Salzburg   0:2 (0:0)

Nur zwei Tage nach dem faden Auswärtssieg bei Elixhausen, mussten die Austria-Kicker wieder in der fremde antreten. Trappl, Lenz & Co. mühen sich über die Runden, das war ihnen auch in diesem Spiel wieder anzusehen. Glanzvollen Unterhausfußball konnten uns unsere Jungs auch beim letzten Auswärtsspiel der Herbstsaison nicht mehr bieten. Man tat sich schwer in Itzling, der UFC rührte mächtig Beton in der Abwehr an und hielt die Null lange genug, um die Fans der Austria zum beißen der Fingernägel zu bringen. Klar hätte viel früher ein Tor fallen können, nicht zuletzt war auch die Stange im Weg – aber mit der Zeit taten sich die Austrianer dann auch immer schwerer, wenn es darum ging, Chancen herauszuspielen. Dieser Umstand machte Kopfzerbrechen, zumal die Minuten immer schneller heruntertickten. So musste ein Eckball herhalten, um den Bann in der 75. Minute endlich zu brechen – Oliver Trappl war per Kopf zur Stelle und konnte damit auch seine Torsperre brechen. Dem Kraftlackel war damit offensichtlich leichter, er rannte zu den Fans und tobte sich mit seiner Freude vor den Leuten aus, die sich so sehr mit ihm über sein Tor freuen. Kurz darauf gab’s Elfmeter für die Austria, Oliver Trappl tat an und ... vergeben. Die totale Rückkehr des Selbstbewusstseins war’s also noch nicht. Dadurch hieß es noch einige Minuten weiterzittern für die Austria-Fans. Erst ehe Seywald mit der letzten Aktion das zweite Tor aus einem Konterangriff machte, war diese Sache durch.

Ein unerwartet spannender Fußballnachmittag also an diesem Sonntag. War der Auswärtssieg mit selben Resultat vor zwei Tagen bei einem ebenso schwachen Spiel der Austria noch souverän und nie gefährdet, so musste man diesmal schon bessere Nerven aufbringen. 550 zahlende Zuschauer waren bei diesem Spiel, insgesamt dürften es doch um einige mehr gewesen sein. Die Fans der Austria peitschten die Mannschaft speziell in der 2. Halbzeit noch einmal gehörig nach vorne, umrahmt von einer kleinen, feinen Choreographie brachte man Stimmung auf den Platz in Itzling. Nächste Woche steht noch das abschließende Heimspiel gegen den HSV Wals auf dem Programm, ehe Spieler, Betreuer und Fans in die wohlverdiente Winterpause gehen können. Gut, dass in den beiden müden Spielen dieses Wochenendes keine Punkte liegen gelassen wurden.

>>> 26. Oktober 2007: USV Elixhausen – SV Austria Salzburg   0:2 (0:1)

Eine Woche nach der Spielabsage erinnern jetzt beim Nachtragsspiel, eine Woche später, nur noch die weiß angezuckerten Berge an den ersten Schnee – der Platz ist einstweilen wieder in saftigem Grün.

 

770 Zuschauer fanden sich ein, die meisten davon wollten, dass der Nationalfeiertag auch zum violetten Volksfest wird. Die Austria ging durch einen Pecaranin-Treffer auch bald in Führung, hatte somit das Nötigste schon getan, ehe die Beine immer müder wurden. Man kann in diesem Spiel eigentlich nur die Qualität des Angriffs analysieren, da Elixhausen eigentlich keine Akzente setzen konnte. Was mittlerweile auffällt ist, dass die Spritzigkeit in den Aktionen nachlässt – es werden dadurch nicht mehr ganz so viele Chancen herausgespielt, wie wir das schon hatten in dieser Herbstsaison. Ergeben sich gute Gelegenheiten, wird oft auch vergeben – die Köpfe scheinen auch zunehmend ausgebrannt. Allzu sehr musste man sich aber nie vor dem Ausgleich fürchten, Elixhausen war sehr harmlos. In der 2. Halbzeit brachte Mario Schleindl dann mit dem zweiten Treffer alles unter Dach und Fach.

Dass der Sieg nicht höher ausgefallen ist, wird uns wohl nicht zum Verhängnis werden. Auch ohne die gewünschte Spritzigkeit in den Aktionen kamen die Violetten hier souverän zu einem ungefährdeten Auswärtssieg, es wird aber immer mehr Zeit für die Winterpause.

>>> 20. Oktober 2007:   (Ersatzprogramm) – FC R** B*** Salzburg – SK Sturm Graz     4:1 (2:0)

Auf der Reise nach Elixhausen zum Auswärtsspiel der Austria erreichte uns die Nachricht, dass wegen des kleinen Wintereinbruchs abgesagt werden musste. Auch das Spiel der Leoganger beim SAK wurde abgesagt, so stellte ich mich mit Ebro zur Abwechslung mal in den Gästesektor in der Vorstadt bei den Dosen. Tolle Stimmung im Sturm-Sektor bei sehr kaltem Herbstwetter erlebten wir dabei, leider kamen die Dosen zu einem sicheren Heimsieg, was uns auch dazu veranlasste, die Veranstaltung schon mitte der 2. Halbzeit vorzeitig zu verlassen. Dass wir den Schlusspunkt, das 4:1 für die Bullen nicht mehr gesehen haben, verkraften wir recht gut ;-)

>>> 13. Oktober 2007: SV Austria Salzburg – ASVÖ SK Liefering   4:0 (3:0)

Seit dem missglückten Antreten auswärts bei Hallein Ende August, läuft alles bestens bei Austria Salzburg. Überstande Cup-Runden gegen höherklassige Gegner, Auswärtssieg gegen den hartnäckigsten Verfolger in der Tabelle und alle weiteren zu holenden Meisterschaftspunkte stehen zu Buche – alles souverän eingefahren. Vier Spiele stehen jetzt noch aus, die Austria muss noch nach Elixhausen und zum UFC – dazu 2 Heimspiele, beim Herbst-Ausklang gegen den HSV Wals und eben heute gegen den SK Liefering. Die Jungs um Gustl Kofler wollen natürlich alles daran setzen, auch in den verbleibenden Runden bis zur Winterpause alles mögliche an Punkten mitzunehmen.

Dass der SK Liefering diesem Bestreben keinen Abbruch machen würde, war bald klar – schon nach acht Minuten stand es 2:0. Das schönste Tor des Spiels ging auf das Konto eines Spielers, der es sich mehr als verdient hat – aber ganz so gedacht war es wohl nicht: Von der Seite schlug Martin Ebner einen hohen Ball in die Mitte, der nicht auf die Spieleransammlung im Strafraum, sondern auf das Tor zusteuerte und auch genau hineinpasste. Längst wurde einen Gang zurückgeschalten, trotzdem dominierte die Austria beim Stand von 3:0 nach Belieben. Das 4:0 war jedenfalls fällig, natürlich kam zunächst ein nicht anerkannter Treffer dazwischen – kurz vor Schluss klappte es aber doch noch, Mario Schleindl drückte den Ball nur noch über die Linie zum 4:0-Endstand.

In den höheren Spielklassen ist Länderspielpause, was wieder einige Sympathisanten aus der Ferne anlockte. Neben einer Abordnung der befreundeten Dortmunder, fanden auch Rostocker und einige LASK-Fans den Weg zur Austria. Erwähnenswert auch, dass die Austria in Wirtschaftskreisen zunehmend interessant wird. So stimmte sich ein großes Pongauer Skigebiet als heutiger Matchsponsor auf den Winter ein – tolle Sache, die Violett-Weiß sehr profitieren lässt.

Auf nach Elixhausen, die Austria lebt!

>>> 29. September 2007: SV Austria Salzburg – USK Hof   3:0 (1:0)

Eine Woche nach dem wichtigen Auswärtssieg im Spitzenspiel in Obertrum, war heute von Anfang an wieder alles auf 3 Punkte eingestellt – Hof sollte im Heimspiel überhaupt kein Problem sein. Wie schon beim letzten Heimspiel gegen Lamprechtshausen, hatte heute der Nachwuchs seinen großen Tag – vor und nach dem Spiel der Kampfmannschaft fanden etliche Spiele der Mini’s statt. Wieder nutzte die Gastro das umfangreiche Programm des Tages für eine kulinarische Reise – diesmal wurde Mexikanisches angeboten.

Es wurde an diesem Samstag schärfer gegessen, als geschossen. Der Chili in Trappl & Co. war diesmal nicht ganz so scharf, vielleicht haben sie einfach keinen ganz so guten Tag erwischt oder es war jetzt erstmals auch eine gewisse Müdigkeit nach den vielen Spielen der letzten Wochen inklusive Cup.

Toll eigentlich, dass unsere Jungs dennoch einen 3:0-Heimsieg einfahren konnten. War das Ergebnis letzte Woche noch zu knapp, so war dieses 3:0 diesmal ein gefühltes – maximal – 2:0. Viel mehr als die Treffer, die gefallen sind, brachte unsere Austria diesmal auch nicht zustande. Beim 1:0 nach knapp einer halben Stunde musste Mario Schleindl nach gutem Angriff nur noch abstauben, wenn man oft an der richtigen Stelle ist, kommt man zu einfachen Toren und schießt sich locker aus der Ladehemmung – Gratulation unserem wiedererstarkten Goalgetter. Bis zur Pause und lange darüber hinaus blieb es bei der knappen Führung, was ob vereinzelten guten Chancen für die Gäste auf den Rängen etwas Skepsis ans Tageslicht brachte. Schließlich machte Abwehrchef und Kapitän Würnstl aber doch alles klar, aus kurzer Distanz zur Entscheidung – 2:0. Die letzte Aktion des Spiels war nochmal ein Tor für die Austria, was wäre ein Sieg ohne Treffer von Mario Lenz. Endstand 3:0, 3 Punkte – passt.

Nächste Woche steht wieder ein kleines Stadtderby an, die Austria ist zu Gast beim ASV – kommt alle hin, unsere Farben verdienen nicht nur den hundertprozentigen Einsatz jedes Spiels, sondern auch die Ausdauer der Fans!

>>> 22. September 2007: USK Obertrum – SV Austria Salzburg   2:3 (0:1)

Perfektes Ausflugswetter ließ die letzte Ausrede verschwinden, diesem Kracher in der 1. Klasse Nord an diesem Samstagnachmittag fernzubleiben. Der USK Obertrum war bestens vorbereitet auf einen Massenansturm der Austria-Fans, der einfache Sportplatz wurde wo es ging noch liebevoll im Detail aufgewertet und man organisierte extra Ordner für die Parkplätze. Der Aufwand sollte sich finanziell mehr als bezahlt machen, 1.500 Zahlende brachten den Sportplatz zum beben – wie gesagt: Finanziell für die Gastgeber bestimmt eine tolle Sache, die Stimmung wird den Obertrumern wohl auch als einzigartig in Erinnerung bleiben.

Alles war dann aber doch nicht perfekt für die Gastgeber an diesem Tag, denn das Spiel haben sie verloren. Die drei Punkte und damit die Tabellenführung gehen an Austria Salzburg, hochverdient durch einen 3:2-Auswärtssieg.

Dabei klingt es im Ergebnis knapper als es war, lange Zeit war es eine klare Angelegenheit für unsere Austria. In der ersten Halbzeit wurde Obertrum nie gefährlich, die Violetten spielten konzentriert und warteten geduldig auf Chancen. Nicht unverdient schoss Lenz nach präziser Hereingabe von Trappl nach etwa einer halben Stunde zur Salzburger Führung ein. In der 2. Halbzeit bestimmte auch die Austria das Spiel und kam dann auch bald zur Vorentscheidung, als Lenz gemeinsam mit zwei weiteren Austrianern auf den Obertrumer Torhüter zulief und das Tor ganz cool selbst machte. Mario Schleindl setzte endgültig den Deckel drauf, als er wenig später von einer Unzulänglichkeit der Obertrumer Hintermannschaft samt Türhüter profitierte und locker einrollte. Obertrum kam zwar noch zu zwei Treffern, einmal etwas glücklich und beim zweiten Mal mit einem schönen Angriff. Der 2:3-Anschlusstreffer bescherte uns noch eine nicht mehr erwartete, nervenzerreisende Nachspielzeit. Eine weitere Torchance wurde dann aber nicht mehr zugelassen und so konnte unsere Mannschaft diesen hochverdienten Sieg auch einfahren.

Es deutet vieles auf eine schöne Saison hin, während auf Obertrum in den nächsten Runden echte Bewährungsproben warten, könnte sich die Austria mit Siegen gegen vermeintlich leichtere Gegner gleich mal einen Punkte-Polster verschaffen.

>>> 16. September 2007: SV Austria Salzburg – Lamprechtshausen   6:0 (2:0)

Keine andere Bezeichnung als „Pflichtsieg“ ist zu finden, wenn man sich über die Erwartungshaltung der Austria vor dem Heimspiel gegen Lamprechtshausen Gedanken macht. Sechs Tage vor dem großen Schlager um die Tabellenführung, auswärts bei Obertrum, sind die drei Punkte heute fix eingeplant. Eine klare Sache scheint also vorprogrammiert, wem da der Anreiz für einen Matchbesuch abhanden kommt, der wird vom Verein auf eine andere, sehr schmackhafte Weise dazu motiviert: Es gibt ein Frühschoppen, eine Woche vor der Eröffnung des Oktoberfestes in München schon heute in Salzburg ganz passend mit Weißbier, Weißwurst & Co. Organisiert wurde diese Spezialität für das lange Rahmenprogramm an diesem violetten Sonntag in Maxglan, vor und nach dem Spiel der Kampfmannschaft liefern sich diverse Teams des Austria-Nachwuchses interessante Turnier-Spiele.

Bei wunderschönem Wetter dauerte es etwas, bis der erste Treffer fiel – Nach einem Eckball köpfelte Oliver Trappl in der 22. Minute zum 1:0 ein und alles nahm den vorhergesehenen Verlauf. Spätestens als sich Mario Schleindl in der letzten Aktion vor der Pause mit seinem Treffer zum 2:0 ein Stück weiter aus seiner kleinen Krise geschossen hat, war eigentlich alles klar. Die beiden Torschützen der ersten Halbzeit trafen auch nach Seitenwechsel, dazu netzten auch Würnstl und – mit dem Schlusspunkt in der 91. Minute – Mario Lenz. Endstand war 6:0, dass der Sieg ohne weiteres auch zweistellig sein hätte können, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden.

Das etwas schlechtere Torverhältnis verhindert für unseren Verein derzeit noch den Platz an der Sonne – heute wäre Platz 1 eigentlich schon drin gewesen. Jetzt müssen wir uns eben noch eine Woche gedulden, dann haben wir mit unserer Austria die große Chance, mit einem Auswärtssieg in Obertrum wieder zurück an die Tabellenspitze zu kommen – und dann hoffentlich endgültig in dieser Saison!

>>> 12. September 2007: SV Austria Salzburg – Wagrain   8:3 (2:1)

Für viele, die nach Dienstschluss noch zur Austria eilten und eigentlich zu spät gekommen wären, ging sich der Anstoß doch noch aus: Mit 20 Minuten Verspätung wurde der Landescup-Schlager gegen Wagrain um 18:20 Uhr angepfiffen. Die Gäste aus dem Pongau kamen in Begleitung von ca. 50 Fans nach Salzburg-Maxglan. Wagrain hat so einiges gemeinsam mit dem Werdegang unserer Austria: So gelang auch ihnen der Aufstieg in die 1. Klasse zu dieser Saison, in der Liga dominiert Wagrain ebenfalls schon nach Belieben – Platz 1 müsste ihnen für dieses schwierige Spiel bei der Austria im Cup Mut machen. Noch mehr Selbstvertrauen bringen die Pongauer aber wahrscheinlich durch das Weiterkommen in der 3. Runde gegen Westliga-Klub Grödig (3. Liga) mit. Über die Favoritenrolle in diesem Spiel war man sich im Vorfeld dennoch einig, die ist bei den Violetten.

Nach vielen Tagen Schlechtwetter wurde ausgerechnet dieser Mittwoch wieder schön, somit begann dieses Spiel mit den letzten Sonnenstrahlen dieses Tages bei wunderschöner Abendstimmung über der Mozartstadt. Die in der heutigen Ausgabe der „Kronen Zeitung“ als „Drachentöter“ titulierten Wagrainer hatten die ganz breite Brust bereits nach drei Spielminuten verloren, da köpfelte Mario Lenz nach Maßflanke von Ivan Pecaranin schon zum 1:0-Führungstreffer der Austria ein. Zwar kam Wagrain per Elfmeter zum Ausgleich, bereits in der 25. Minute war das Köpfchen von Lenz aber schon wieder zur Stelle – 2:1. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Kabine, eine hochverdiente Führung.

Zu Beginn der 2. Halbzeit entflammte erstmals auf der neuen Heimstätte Bengalisches Feuer, mit einer Pyro-Einlage wurde der ohnehin sehr guten Stimmung noch zusätzlich Schub gegeben. Die Spannung wich aber nicht ganz so schnell aus diesem Spiel, da Wagrain nochmals zum Ausgleich kam – 2:2 nach wenigen Minuten in der 2. Halbzeit. Doch dann drehten die Violetten auf. In der 60. Minute ein vielversprechender Angriff der Austria, auf kuriose Weise kam der Ball schließlich zu Mario Schleindl – der hatte keine Mühe um die Führung für die Austria zurückzuerobern, aus kürzester Distanz drückte er das Leder über die Linie. Ein ganz wichtiges Tor für den Top-Goalgetter der vergangenen Saison, denn trotz des Siegtreffers im Spiel gegen Bergheim hat er in dieser Saison ganz offensichtlich noch nicht zu seiner Form gefunden. Für ihn sollte es an diesem Abend noch besser kommen, doch alles der Reihe nach. Spätestens in der 65.- bzw. 69. Minute wurde dieses Spiel dann entschieden, Mario Lenz gelang der Hattrick und auch Oliver Trappl wollte die Anlage nicht ohne Treffer verlassen. Letzterer hatte bei einem wunderschön getretenen Freistoß noch Pech, dieser ging ans Lattenkreuz. In der 71. Minute wurde uns auch noch ein Elfer zugesprochen, Schleindl nützte die Gelegenheit um noch weiter aus seiner Formkrise herauszukommen – souverän verwertete er zum 6:2. Kurz nach seiner Einwechslung traf auch der Sohn unserer lebenden Fan-Legende „Schützei“ – 7:2 und für den Vater wird’s wohl eine durchzechte Nacht wenn der Sohnemann genetzt hat ... In der 87. Minute dann erneut Elfmeter für die Austria – wieder tritt Mario Schleindl an, fast noch cooler als zuvor hat er auch jetzt wieder verwertet – 8:2. Den Gästen gelang dann noch Ergebniskosmetik, 8:3 war der Endstand. Ob mit etwas besserem Zuspruch der Unparteiischen ein zweistelliger Sieg drin gewesen wäre, wollen wir mal nicht hinterfragen – viele von uns vermuteten ganz zum Schluss einen Ball hinter der Torlinie, wenngleich er noch nicht im Netz gezappelt hat.

Letztlich ein klarer und verdienter Sieg, somit sind wir jetzt „Westligaklub-Besieger-Besieger“ – aber gut, wir sind ja nicht am Millerntor ;-) Das Viertelfinalspiel findet im April 2008 statt, noch zwei Siege zum Einzug ins Landescup-Finale und somit zur Qualifikation für den ÖFB-Cup 2008/09. Zunächst gilt es aber jetzt, die volle Konzentration auf die Liga zu richten. Am Sonntag muss der Pflichtsieg gegen Lamprechtshausen her, dann geht es nach Obertrum zum so wichtigen Spiel um die Tabellenführung.

>>> 9. September 2007: USC Abersee – SV Austria Salzburg   0:1 (0:1)

An diesem Sonntag stand das erste Auswärtsspiel nach dem violett-weißen Betriebsunfall in Hallein auf dem Programm. Mit dem USC Abersee erwartet uns dabei ein Gegner, der alles andere als dafür geschaffen ist, uns bei Auswärtsspielen wieder zu alter 3-Punkte-Sicherheit zurückzuführen. Nichts anderes als die volle Ausbeute konnte jedoch das Ziel sein und so taten auch die Fans ihr Übriges: Eine Schifffahrt über den Wolfgangsee wurde als doch etwas außergewöhnliche Anreise-Methode bei der Wolfgangsee-Schifffahrt gebucht. Trotz des trüben Wetters war es ein großer Spaß auf der „MS Salzkammergut“, es wurde bereits fleißig eingesungen – die Leute am Ufer von St. Wolfgang nahmen es auch mit Begeisterung zur Kenntnis ;-)

Die Besatzung vom Seeweg in der Stärke von etwa 200 Mann marschierte nach der einstündigen Schifffahrt geschlossen zum bescheidenen Fußballplatz des USC Abersee. Man stärke sich noch beim hervorragenden Angebot der Gastgeber mit Leberkässemmeln, Wurstsemmeln, Würstel, trank ein paar Bier oder Radler – und schon ging’s los mit diesem schwierigen Match. 1100 Zuschauer fanden sich ein, das kriegt man als USC Abersee mit diesem Sportplatz und bei diesem trüben Wetter wohl nur hin, wenn der Gegner interessant genug ist.

Dass es beim Spiel selbst nicht regnete, änderte nichts an den Nasswetter-Bedingungen – extrem glitschiger und tiefer Rasen forderten auch dementsprechende Kampfbereitschaft. Den Kampf haben beide Mannschaften angenommen, Abersee mit Fortdauer des Spiels zunehmend auch in übertriebenem Ausmaß – wobei der Schiedsrichter nur sehr beliebig und inkonsequent gewisse Vergehen ahndete. Die Austria ging in der 9. Minute in Führung: Nachdem ein Abstauber von Trappl noch geblockt wurde, konnte Mario Lenz den Ball per Kopf noch erreichen und auf 1:0 für die Austria stellen. Ein weiteres Tor der Austria fand keine Anerkennung und so blieb es zur Pause bei der knappen Austria-Führung. Der Unparteiische dieser Partie, immerhin bundesliga-erfahren, war offenbar der Auffassung: „Ein guter Schiedsrichter zeichnet sich dadurch aus, dass er das Spiel sehr lange spannend halten kann“. Demnach ist er tatsächlich eine Klasse für sich, gemeinsam mit seinen Assistenten war es dazu aber unter anderem auch nötig, Oliver Trappl in der 2. Halbzeit aus nahezu einschuss-sicherer Position fälschlich wegen vermeintlichem Abseits zurückzupfeifen. Dann war auch noch Aluminium im Weg, folgerichtig blieben der Austria weitere Treffer verwehrt. Gottlob ging diesmal nicht alles ins Auge und es blieb wenigstens beim 1:0 und somit bei weiteren sehr wichtigen 3 Punkten im Aufstiegsrennen.

Bevor es im Kampf um die uneingeschränkte Herrschaft an der Tabellenspitze weitergeht, steht am Mittwoch das Cup-Spiel gegen Wagrain an. Wagrain inklusive wären es 3 Siege bis ins Landescup-Finale, wobei man sich mit dem Finaleinzug für den ÖFB-Cup qualifiziert – Motivation genug, auch in diesem Bewerb Gas zu geben. Am Samstag sind dann im Meisterschafts-Heimspiel gegen Lamprechtshausen 3 Punkte Pflicht, ehe es sich in 2 Wochen an der Tabellenspitze so richtig zuspitzt: Dann gastiert unsere Austria bei den derzeit punktegleichen Obertrumern, dieser Schlager ist schon jetzt als Pflichttermin für alle Violetten vorzumerken.

>>> 1. September 2007: SV Austria Salzburg – SU Abtenau   5:2 (5:0)

Die Niederlage aus der Vorwoche konnte man bereits beim Cup-Match verdauen, so ging es schon diesmal wieder mit breiter Brust ins nächste wichtige Meisterschaftsspiel. Der Gegner ist wieder einer der stärker einzuschätzenderen Sorte, wenngleich auch Abtenau erst zu dieser Saison in diese Klasse aufgestiegen ist. Nach Taxham und Bürmoos grüßt in dieser Saison bei einem Heimspiel schon zum dritten mal ein trüber Horizont mit reichlich Regen. Vermutlich hat das miese Wetter den einen oder anderen Zuschauer gekostet, laut SFV-Bericht waren es diesmal gar „nur“ 890 – die offizielle Homepage der Austria spricht von gut 1.000.

Wie auch immer, passable Stimmung auf den Rängen. Die allerletzte Emotion raubte uns eine sensationell aufspielende Austria – das Spiel war schnell entschieden, somit war die ganz heiße Luft auf der Tribüne bald draußen. Schon in der 2. Minute gelang O. Trappl der Führungstreffer, nach 37 Minuten stand auf der Anzeigetafel ein 5:0 – wobei die Gäste noch gut bedient waren. Zwei Doppelpacks durch Trappl und Lenz garnierte Xandi Seywald mit dem 5:0 – Halbzeit.

Nach der Pause schalteten die Violetten zurück – soweit sogar, dass Abtenau zu zwei Ehrentreffern kam. Ergebniskosmetik gelungen, denn trotz Bemühungen im Finish kam die Austria nicht mehr dazu, doch noch einen krönenden Schlusspunkt zu setzen. Egal – 5:2 der Endstand, durch die anderen Ergebnisse begünstigt konnte die Austria damit sogar schon an diesem Wochenende die Tabellenführung zurückerobern.

Vom Jäger zum Gejagten – In einer Woche gilt es in Abersee, den Platz an der Sonne zu verteidigen. Ein besonders reizvolles Auswärtsspiel steht bevor, die Austria-Fangemeinde reist per Schiff an.

>>> 29. August 2007: SV Austria Salzburg – Bürmoos   5:0 (2:0)

Nachdem sich das seltene Ereignis einer Austria-Salzburg-Niederlage, nämlich jener vom Auswärtsspiel in Michaelbeuern von August 2006, am vergangenen Wochenende in Hallein ausgerechnet mit der nächsten Auswärtsniederlage (wieder 0:1) feierlich gejährt hat, war gleich vier Tage später Gelegenheit zur Rehabilitation da: Cup-Spiel gegen Bürmoos, die eine Liga höher kicken als die Austria – Bürmoss spielt in der 2. Landesliga Nord.

Um 18:30 Uhr war Anstoß, trotz dieses Termins und nicht sehr einladenden Wetters schafften es etwa 660 Besucher zu diesem Match. Der typische Schnürlregen sorgte von Minute zu Minute auch für typische Pokalspiel-Stimmung: Es wurde immer dunkler, das Flutlicht kam immer stärker zur Geltung und unsere Mannschaft nahm wunderbar den Kampf an.

Erstaunlich, wie die Violetten den „höherklassigen“ Gegner sofort an die Wand spielten – hochverdient die Pausenführung von 2:0, beide Tore in der ersten Halbzeit durch Mario Lenz. Er war es später auch, der den Schlusspunkt – das sensationelle 5:0 – auf dieses Spiel setzte. Die Tore 3 und 4 erzielten Oliver Trappl und ein sehr starker Mario Messner.

Die Stimmung passte sich ganz dem tollen Spiel der Austria an, so eine Atmosphäre bringt den ganzen Stolz in einem hervor, Austrianer zu sein. An diesem Abend inkludierte dieser Stolz auch die Freude, nicht zum Dosenfutter aus der Vorstadt zu gehören. Eine Herzensfreude, Luftsprünge als der Platzsprecher das Scheitern der Roten in der Champions-League-Qualifikation verkündete. Der violett-weiße Fußballgott war aber an diesem Abend nicht nur in Salzburg und Donetsk anwesend, auch aus Wagrain konnte unser Platzsprecher erstaunliche Neuigkeiten vermelden: Dort scheiterte Grödig in der 3. Landescup-Runde, womit uns in der nächsten Runde der Westligist erspart bleibt.

Die Niederlage von Samstag sitzt unserem Team also nicht mehr allzu schwer im Magen, ein zauberhafter Fußballabend an diesem Mittwoch, der dem Gemüt des Austria-Fans sehr gut tut – auch wenn die Tabellenführung in der Liga deswegen natürlich noch nicht wieder zurückerobert ist. Aber eine toll aufspielende Austria-Mannschaft und eine bitter gescheiterte Bullen-Truppe an nur einem Abend, da stellt sich einfach Zufriedenheit ein.

>>> 15. August 2007: SV Austria Salzburg – SC Tamsweg   3:0 (2:0)

In dieser Saison spielt die Austria in einer Liga, wo es sehr oft die Vormachtstellung in der Stadt unter Beweis zu stellen gilt. ASV, UFC & Co. können die Violetten diesmal vergessen, den Liga-Alltag auch – diesmal sind Lungauer zu Gast, der SC Tamsweg soll aus dem Landescup gekickt werden. Ob die Jungs aus der 2. Landesliga Süd trotz der einen Liga höher eine echte Bewährungsprobe für Trappl & Co. sein können, war im Vorhinein nicht so leicht zu sagen. Am Mittwoch stellte sich dann folgendes heraus:

Austria Salzburg wird in die 3. Runde aufsteigen. Bald war klar, dass dieses Duell nur einen Sieger kennen kann. Unser Mannschaft spielte die Lungauer völlig an die Wand, schon nach wenigen Minuten waren die Gäste so tief drin in der eigenen Abwehr, wie Taxham vergangenen Samstag erst mitte der 2. Halbzeit. Die Austria spielte solange Tempo-Fußball, bis vom Ergebnis her alles klar war und schaltete dann einige Gänge zurück – bestimmt war das wichtige Meisterschaftsspiel am Samstag gegen Bergheim dabei schon in den Köpfen. Selbst gegen eine mit angezogener Handbremse spielende Austria-Truppe machten die Lungauer keinen Stich, die kamen zu keiner nennenswerten Entlastung. Die Tore waren sehenswert, Ivan Pecaranin eröffnete mit einem gefühlvollen Kopfball über den Torwart aus kürzester Distanz – das 2:0 wenig später durch einen trockenen Abstauber von Mario Lenz, ebenfalls aus kurzer Distanz, war dann schon die Entscheidung. Nach der Pause war dann noch ein Tor überfällig, denn der groß aufspielende Oliver Trappl hatte noch nicht getroffen. Er machte es eindrucksvoll und ganz in seinem Stil: Er fischt sich im Zweikampf an der Strafraumgrenze den Ball, der eigentlich ganz unter Kontrolle des Lungauer Spielers war, kurzer Blick, Schuss – und genau flach ins Eck zum 3:0-Endstand.

Trotz hoher Temperaturen bot der Fanblock eine grandiose Stimmung. In den letzten Minuten hielt es auch die Sitzplatz-Hälfte der Tribüne nicht mehr auf den Schalen – alle standen auf für diese geil aufspielende Salzburger Austria, Vorsänger Salva agierte in den letzten Minuten in der Tribünenmitte und alle gaben Gas, alle Hände waren weit oben. Auch der legendäre Schützei lebt mit seinen Stimmungseinlagen in der Tribünenmitte nun voll auf. Die Austria lebt bescheiden aber glücklich wie kaum zuvor. Schon in Liga 7 war das Stimmungsbarometer teilweise auf Wolke 7, jetzt wird’s sogar noch besser.

Die nächste Runde im Landescup findet am Mittwoch, den 29. August statt – mal sehen, was das Los uns beschert.

>>> 11. August 2007: SV Austria Salzburg – ASV Taxham   5:0 (2:0)

Drei Heimspiele am Stück stehen jetzt für die Austria auf dem Programm, zu den beiden Meisterschaftsspielen kommt am Mittwoch die Cup-Partie gegen Tamsweg. Dieses Spiel wird dann vermutlich etwas schwieriger als das heute, aber dennoch war zunächst das ganze Augenmerk auf dieses Match zu richten. Gegner Taxham gehört zu den schlechter eingeschätzten Teams in dieser Liga.

Der trübe Tag konnte dem Ansturm auf die Tribüne der ASKÖ-Anlage nichts anhaben, der attraktive Mieter reizt bei jedem Wetter. Es entwickelte sich eine großartige Stimmung auf den Rängen, einfach wieder mal ein Samstagnachmittag Austria Salzburg pur. Die Gesänge waren viel abwechslungsreicher als in gewissen Spiel zuvor, es machte Spaß, die Austria über 90 Minuten nach vorne zu schreien.

Bemerkenswert ist, dass die Taxhamer ihre Null sogar fast eine Viertelstunde länger halten konnten als vor zwei Wochen der UFC, erst nach einer guten halben Stunde wurde es Oliver Trappl zu blöd – er lief alleine auf den gegnerischen Torwart zu, machte es souverän und stellte auf 1:0. Wenig später kam auch unser Top-Stürmer aus Niederösterreich zu seinem ersten Tor, eine Traumflanke nutzte Mario Lenz per Kopf zum sehenswerten 2:0. Noch vor der Pause krachte ein Freistoßhammer an die Stange, nicht desto trotz war natürlich schon alles klar nach den ersten 45 Minuten.

Zum Pausenvergnügen tanze ein Hase in rosarotem Kostüm an, netter Unterhaltungswert statt Event & Show mit kommerziellem Hintergrund versteht sich. Der Schnürlregen wurde dann in der 2. Halbzeit stärker, durch das trübe Wetter gingen sogar schon die Flutlichter und die Lampen auf der Unterseite des Tribünendaches an – schön, wenn man’s bei diesem Wetter jetzt so komfortabel hat auf den Rängen. Unsere Kicker kämpften weiter und kamen wieder zu Toren, sein erstes erzielte der Sohn vom Original aus der Fankurve – „Schützei“ heißt der Vater, Florian Groiss der Sohn. Den Endstand von 5:0 fixierte kurz vor Schluss mit seinem zweiten Treffer Mario Lenz, er verwandelte souverän einen Elfmeter und mutiert immer mehr zum „Mario Doppelpack“ – nachdem „Super-Mario“ durch die letzte Saison ja schon einem anderen gebührt bei uns ;-)

Nach dem Spiel – und das wird jetzt zum Ritual werden – war es kaum einem zu kalt, um nicht noch oben auf der Tribüne fleißig Bier, Würstel usw. zu konsumieren, bei gemütlichem Beisammensein wurde über das Spiel und die Austria diskutiert. Das freute den Verein, denn der kassiert dabei bei jedem Heimspiel wichtiges Geld. Zum nächsten mal dann am Mittwoch, wo die 3. Runde im Landescup erreicht werden will – die Hürde Tamsweg kickt eine Liga höher, die Favoritenrolle ist aber bei uns.

>>> 4. August 2007: HSV Wals – SV Austria Salzburg   1:6 (1:3)

Das erste Auswärtsspiel in der neuen Saison stand auf dem Programm, die „Reise“ führte unsere Austria-Gemeinde nach Wals – nein, nicht zu den Unaussprechlichen, sondern beim Heeressportverein Wals gab sich Violett-Weiß ein Stelldichein. Obwohl die Militärischen in der Vorwochen mit einem 3:0-Heimsieg ins Spieljahr starteten, konnte es nur einen Favoriten geben und alles andere als ein Auswärtssieg wäre aus unserer Sicht eine bittere Sensation gewesen.

Dass es sich um den Heeressportverein handelt, sah man gleich einmal beim Betreten der Anlage: Bundesheer-Zelte ließen einem fast das Gefühl hineintreiben, dass man auf ein Neues einberufen wurde. Ansonsten bleibt zu berichten, dass die Preise zwar deutlich über dem Soldatenheim-Niveau lagen, mit EUR 2,50 für etwa Bier und Radler ging es aber doch angenehm moderat zu bei den Walsern.

Nachdem die 1b-Mannschaft einen 2:0-Rückstand noch zu einem 3:2-Sieg drehen konnte, war man über das Ausmaß der Überlegenheit unserer Kampfmannschaft gespannt. Die vielen Fans der Austria (laut Angaben am offiziellen SFV-Spielbericht waren bei diesem Match 1.000 Zuschauer) kamen auch ordentlich auf ihre Kosten. Bereits nach 10 Minuten zog Oliver Trappl entschlossen ab, damit war der Bann auch schon gebrochen – 1:0 für die Austria. Die Tore 2 und 3 folgten zügig. Dann kamen die Heeressportler durch einen Elfmeter noch vor der Pause auf 1:3 heran. Ansonsten blieb die Zone um den Austria-Strafraum streng bewachtes militärisches Sperrgebiet – eine deutliche Steigerung in der Abwehr war zu bemerken. Überhaupt zeigte sich die ganze Mannschaft erfreulich engagiert, lief unermüdlich weiter und kam folgerichtig auch noch zu weiteren Treffern in der 2. Halbzeit. Am Ende steht ein 6:1-Auswärtssieg, Mann des Spiels war der violette Kraftlackel Oliver Trappl mit 4 Toren (das eine oder andere ist wohl als Eigentor zu werten, tut aber nichts zur Sache). Den Rest der Treffer besorgte Mario Lenz, der aus Niederösterreich geholte Spieler wird den Austria-Fans noch viel Freude bereiten. Zu einem Kurzeinsatz kam auch Mario Schleindl noch, er hat seine Verletzung überwunden und wird ab sofort wieder auf Trefferjagd für die Austria gehen.

Die Fankurve legte sich in der ersten Halbzeit einigermaßen ins Zeug, mit zunehmender Spieldauer verflachte die Lautstärke aber doch allmählich etwas – Oberstleutnant Salvatore war emotionell wie eh und je, die Gesänge werden aber immer einfallsloser. Dauergesang ist ja ganz nett, wenn es nicht allzu sehr Überhand nimmt – viele würden sich jetzt einmal mehr Abwechslung und wieder originelleres aus der Kurve wünschen.

Sei’s drum, wie sagte Vereins-Oberhaupt Grobovschek noch beim Saisonausklang im Anfang Juni: „Momentan greift alles ineinander.“ Es sollte sich an diesem erfreulichen Zustand bis dato nichts geändert haben. Nächste Woche empfängt die Austria mit Taxham einen „durchaus schlagbaren“ Gegner – ein Ende der violett-weißen Dominanz ist also überhaupt nicht in Sicht zur Zeit.

>>> 28. Juli 2007: SV Austria Salzburg – UFC Salzburg   5:0 (2:0)

Lange hat es sich hingezogen, doch als vor wenigen Wochen bekannt geworden ist, dass Austria Salzburg die Heimspiele ab sofort auf der Maxglaner ASKÖ-Sportanlage austragen wird, kam dann doch bei den meisten Violett-Weißen Freude auf. Immerhin kann die neue Heimat der Austria mit einer passablen Tribüne für die treuen Fans aufwarten. Der Rasen ist alles andere als gut, aber doch schon deutlich besser als jener in Nonntal. Generell ist die ganze Infrastruktur besser. Ein ganz wichtiger Punkt ist auch, dass jetzt die Gastro-Einnahmen zu 100 % in die Tasche der Austria fließen – eine ganz entscheidende Verbesserung, wenn man sich den Konsum von Bier, Würstel, Schnitzelsemmeln und Co. der vielen Fans vor Augen führt.

Viele Fans waren es jedenfalls gleich zum Auftakt in Maxglan, zum Spiel gegen den UFC kamen gleich einmal 1200 (lt. regionalen Medien), um Austria Salzburg auch in der 1. Klasse Nord siegen zu sehen. Unter den Zuschauern waren auch einige befreundete Fans des LASK, ihr Klub spielte dann am Abend im leider nur wenige Kilometer entfernten Kommerzlager der Roten. Mit einer Choreographie starteten die Fans in die neue Saison, so schön das Spruchband „Seit über 74 Jahr’ schlägt Salzburgs Herz für d’ Austria“ auch gewirkt hat, so schade ist es, dass die Zettelchoreographie nicht im Ansatz „1933“ in weiß auf violett erkennen ließ.

Unsere Mannschaft lief erstmals in den neuen Heimtrikots auf, sie sind ganz nach dem Geschmack der meisten – gut, dass wir hierbei wieder nur über das Design zu diskutieren haben, die Farben haben natürlich Bestand. Für Mario Schleindl ist es sich zum Saisonstart leider nicht ganz ausgegangen, der Top-Goalgetter war noch nicht zu 100 % fit und verfolgte das Geschehen auf dem Spielfeld als Fan von draußen. Mit dabei sind dafür, wie schon letzte Woche im Cup, unsere Neuerwerbungen – speziell auf den von Frenkie Schinkels empfohlenen Mario Lenz aus Niederösterreich ruhen diesmal große Hoffnungen.

Mit etwas Glück und mehr Killerinstinkt im Abschluss hätte der UFC zwar sogar in Führung gehen können, ein Treffer der Gäste wäre aber nur frühe Ergebniskosmetik gewesen – sofort nahm die Austria das Heft in die Hand. Tore waren eine Frage der Zeit, immerhin 20 Minuten stand die Null bei den Nonntalern – dann kam Alexander Seywald an den Ball und drückte ihn zum ersten Saisontor ins Netz. Der Treffer des jungen Austrianers hat dann sofort auch unsere Neuerwerbung Lenz auf den Plan gerufen, 2 Minuten später schrieb auch er auf seinem Trefferkonto erstmals an – 2:0. Bis Spielende wurden noch zahlreiche gute Chancen ausgelassen, dennoch wurden genug Akzente gesetzt um noch 3 Treffer nachzulegen. Am Ende stand dann ein 5:0-Heimsieg zu Buche, das heißt die Austria knüpft nahtlos an die Vorsaison an und ist standesgemäß auch schon nach dem ersten Spieltag Tabellenführer. Ebenso standesgemäß darf auch diesmal noch angefügt werden, dass der Schiedsrichter unter aller Sau gepfiffen hat – bei einer knappen Entscheidung Abseits oder nicht beispielsweise, steht der Assistent sehr gut, der Schiedsrichter hinter den Angreifern – unser Stürmer Trappl rennt alleine auf das Tor zu, der Assistent hat kein Abseits angezeigt ... doch der Schiedsrichter war es, der Trappl zurückgepfiffen hat und den UFC vor einen noch früheren Rückstand bewahrt hat. Wie so oft kann im Bericht nur ein Auszug dessen stehen, was so falsch entschieden wurde – für eine Sonderrubrik ist es dann doch zu schade um die Nerven. Einen echten Wehrmutstropfen gibt’s aber leider auch: Neuerwerbung Michael Geier musste mit Verdacht auf Mittelfußknochenbruch aus dem Spiel, er fällt jetzt voraussichtlich für etwa sechs Wochen aus – Alles Gute auf dem Weg zurück!

Obwohl die Austrianer mit Sicherheit bei weitem nicht am Limit der Möglichkeiten agiert haben, konnte mit den Spielern ein souveräner Heimsieg gefeiert werden – selbes Ritual wie gehabt: Welle und „Wer nicht hüpft der ist ein Bulle“. Die Gastro-Einnahmen der Austria werden sich jetzt auch nach den Spielen noch erhöhen, ganz oben auf der Tribüne lädt ein großzügiger Raum zum Verbleiben ein. Nächste Woche sind wir beim Walser Heeressportverein zu gast, „Habt Acht!“ ihr Austrianer und unterstützt die Mannschaft wieder, damit der nächste Sieg eingefahren wird.

>>> 21. Juli 2007: USV Leopoldskron / Moos – SV Austria Salzburg   3:8 (2:5)

Obwohl man durch enorme Fahrlässigkeit in der Abwehr in Rückstand ging, wurde bald klar, dass die Austria den Jungs von der Moosstraße klar überlegen sein sollte. Schon zur Pause stand ein klarer 3-Tore-Vorsprung. Die Abwehr stabilisierte sich jedoch auch dann noch nicht, so kassierte man noch 2 weitere Treffer. Kein Problem bei diesem Gegner, vielleicht aber irgendwann mal bei etwas stärkeren Teams. Immerhin können wir uns über 8 erzielte Treffer freuen, getroffen hat u.a. auch Neuzugang Mario Lenz, der sich stark eingefügt hat. Das schönste Tor erzielte Ende der 1. Halbzeit ebenfalls ein Neuzugang, Michael Geier zirkelte wunderschön einen Freistoß ins Netz. Zwei der acht Treffer erzielte die Austria aus Elfmetern.

Dass es sich beim Landescup um keinen Bewerb handelt, der dazu beitragen kann, Austria Salzburg in die höheren Regionen des Fußballs zu führen, beweist die Zuschauerzahl: Gut 500 waren es, Hitze und Ferienzeit taten natürlich auch ihr Übriges dazu. In der 2. Runde trifft die Austria zu Hause in Maxglan auf Tamsweg, die Lungauer spielen in der 2. Landesliga Süd.

Foto-Gallery Herbst 2007

 

Frühjahr 2007 (Saison 2006/07, 2. Klasse Nord A)

::: Die schönsten Bilder aus dem Frühjahr 2007 :::

::: 9. Juni 2007: SVAS – Nussdorf   6:0 (4:0)

Der seit Monaten in den Kalendern angestrichene Tag ist endlich gekommen, ein letztes Mal kickt die Mannschaft der Salzburger Austria in der 2. Klasse Nord A – hoffentlich ein Abschied für immer, nie wieder wollen wir ganz in den Keller.

Der Rahmen zu diesem besonderen Spiel ist dermaßen einzigartig, dass es einem eine Freude ist, Violetter zu sein. Mit dem wunderschönen Festzelt und einem tollen Rahmenprogramm steuerte der Verein seinen Teil zum unvergesslichen Tag bei, die Salzburger Fans brachten sich mit unvergleichlicher Unterstützung der Mannschaft sowie mit einer sehenswerten Choreographie ein und das ganz spezielle Flair an diesem Tag kam uns geschenkt, Europa schenkte uns unbezahlbare Aufmerksamkeit. Viele befreundete Fans von Borussia Dortmund sammelten sich auf der Gegenseite unserer Fantribüne, zeigten eindruckvoll die Verbundenheit von Ihnen zu Ihrem Weltklub, dem gigantischen BVB, und ihre Fan-Freundschaft zur Salzburger Austria. Wie in ganz Europa haben wir bekanntlich auch in Süditalien alle Sympathien, viele Jungs aus Barletta erwiesen uns am Ende dieser Saison in der bitteren Liga die Ehre und besuchten uns. Auch das Mutterland des Fußballs, England, weiß zu schätzen, wir sehr wir Austrianer uns um die wichtigsten Werte ihres Spiels kümmern. So besuchten uns auch Jungs aus Leeds, aus Liebe zu unserer Tradition, Mentalität und Verbissenheit im Kampf um Identität unseres Fußball-Vereins. Die Medien waren auch dicht vertreten, bei diesem Spiel war auch der ORF dabei um am Sonntag dann einen guten Bericht zu senden.

Insgesamt fanden sich dann mehr als 2.500 Zuschauer ein, um ein letztes Mal am Fuße der Festung Hohensalzburg im Nonnal die Violett-Weißen siegen zu sehen. Es entstand ein internationales Flair, großartige Stimmung – wie bestellt strahlte uns dazu die Sonne in die glücklichen Gesichter. 90 Minuten und länger kein Gedanke an irgendwelche Vorstadt-Jünger, in unseren Herzen wie immer nur zwei harmonierende Farben, ein Wappen – ein Klub: SV Austria Salzburg.

Unsere Kicker hatten noch ein Ziel vor Augen vor diesem letzten Spiel, natürlich wurde es erreicht: Mit dem 6:0-Sieg konnte sogar noch mehr als +100 in der Tordifferenz hergestellt werden, 109:8 macht dann +101. Mario Schleindl und Oliver Trappl trafen mehrmals, zwei der wichtigsten Männer setzten sich also auch ganz zum Schluss noch einmal voll ein Szene.

Zu Beginn der 2. Halbzeit gab’s noch eine wunderschöne Choreographie mit dem Schriftzug „Meister“ – dass es wunderbar wirkte muss man mittlerweile nicht mehr extra erwähnen, der optische Auftritt der Ultras in Sachen Spruchbänder, Choreographien, Banner, ... hat sich enorm verbessert. Was dann in der letzten Halbzeit der Saison noch folgte, war fulminanter Dauersupport mit Gesängen, die italienisches Flair und die totale Lust am Fußball ausdrückten. Kult-Fan „Schützei“ gab sein Programm noch einmal zum Besten und in den letzten Minuten des Spiels brachen endgültig alle Dämme: Feuerwerkskörper wurden in die Luft geschossen, die Antwort von den Dortmundern auf der Gegenseite blieb nicht aus, auch sie jagten leuchtendes Zeug in die Luft – so lief das Spiel fulminant durch die letzen Minuten.

Nach dem Schlusspfiff die erwarteten, aber doch irgendwie unbeschreiblichen Szenen: Von allen Seiten rannten die Leute auf das Spielfeld, bis es randvoll wurde um die feiernden Spieler – die Fantribüne blieb trotzdem auch gefüllt. Es sollte noch ordentlich gefeiert werden, eine lange Nacht stand bevor.

Schnell füllte sich dann das Festzelt, Bänke und Tische hatten die ganze Nacht lang die selbe Funktion: Sie waren Stehplätze. Keiner setzte sich hin, alle standen die ganze Nacht auf Tischen und Bänken, klatschten, brüllten laut Lieder, die einfach jeder auswendig kann. Vom „Rainermarsch“ über „We are the Champions“, von Austria-Liedern aus den 90er-Jahren bis „Sierra Madre“ ertönten viele bekannte Lieder aus den Boxen und jeder gab Vollgas die ganze Nacht. Ein prächtiges Feuerwerk mitten in der Nacht garnierte die ausgelassenen Feierlichkeiten. Soweit kann man das Ganze also beschreiben, für jemanden der nicht dabei war, ist das Ausmaß dieser euphorischen Nacht aber bestimmt auch nach jeder Erklärung nicht vorstellbar.

Die neue Saison beginnt Ende Juli, geht’s nach unserem Trainer, den Spielern und uns Fans, dann kann wohl in einem Jahr die nächste Meisterfeier stattfinden.

 

::: 1. Juni 2007: SVAS – Seekirchen 1b   5:0 (3:0)

Donnerstag, 1. Juni 2006: Die Pläne des neu gegründeten SV Austria Salzburg, in Kooperation mit dem Polizeisportverein den violetten Mythos bald wieder zurück in höhere Sphären des Klubfußballs zu bringen, scheitern bei der Generalversammlung des PSV Schwarz-Weiß Salzburg im Vereinsgebäude in der Alpenstraße. Das Scheitern passierte auf kuriose und unverständliche Weise und ist letztlich nur durch die Arroganz gewisser Personen zu erklären.

Damals hätte niemand gedacht, dass bereits ein Jahr später pure Euphorie die violett-weiße Fußballwelt bestimmt – trotz unterster Spielklasse. Die Austrianer haben in der Zwischenzeit auch gezeigt, wie man eine Generalversammlung seriös abhalten kann. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht, um eine ewig junge Phrase sprechen zu lassen – im Nachhinein betrachtet ist es uns auch allen lieber, diese wunderschöne Aufstiegssaison in purer Eigenständigkeit absolviert zu haben. Soweit ein paar Sätze zu den erstaunlich rasanten Entwicklungen im Vereinsgeschehen, für den finalen Saisonrückblick ist es aber noch zu früh – 2 Heimspiele stehen noch aus, eines davon heute, am ...

Freitag, 1. Juni 2007: Gelassenheit vor dem vorletzten Saisonspiel der Salzburger Austria gegen Seekirchen, der Aufstieg ist ja längst fixiert. Gegen die 1b-Mannschaft des Westliga-Klubs ist Austria Salzburg haushoher Favorit, ein Sieg ist in dieser Saison sowieso gegen jeden Gegner ein sehr wahrscheinlicher Ausgang. Dass mittlerweile drei Punkte wie eine sportliche Selbstverständlichkeit wirken, sehen alle – dass aber diese Dominanz alles in allem überhaupt nicht selbstverständlich ist, das haben wir fast schon vergessen. Vor einem Jahr hatten wir nichts für den Spielbetrieb und jetzt haben wir ein derartig schlagkräftiges Gerüst am Werk, dass man die Sorgen automatisch weiter zurückdrängen kann, wie sie eigentlich weg sind. Dafür an dieser Stelle ein Dankeschön an den Verein mit allen seinen aktiven Organen und Mitgliedern.

Damit zum Spiel: Ein anhaltender Schnürlregen, der niemanden trocken ließ, erforderte auch den Fans zum Ende der Saison hin noch einmal eine gewisse Härte ab – teilweise schüttete es auch aus allen Kübeln. Für die Spieler bedeutete das natürlich tiefen Boden, schnell werdende Bälle und nicht nur nasser Rasen – sondern vor allem auch viel Schlamm und Unebenheiten am Platz. Erstmals gingen für die Austria in Nonntal auch die Flutlichter an, die ganze magische Wirkung war aber – etwa dem Auswärtsspiel in Seekirchen vergangenen Oktober gegenübergestellt – doch deutlich abgeschwächt, Anfang Juni ist es eben am Abend auch ohne Flutlicht lange hell, selbst bei Schlechtwetter. Zu Spielbeginn eine kleine Doppelhalter-Einlage, sie ergab „Viola per sempre“ (Für immer Violett). Dann hatte ein sehr populärer Ex-Bundesligaspieler der Salzburger Austria seinen Auftritt: Markus „Maxl“ Scharrer, zu Bundesliga-Zeiten bis zur feindlichen Übernahme durch Red Bull stets mit vollem Herzen im Dienste für violett-weiß, besuchte uns bei diesem Heimspiel und führte den Ehrenanstoß durch.

Es dauerte nicht lange, bis unsere Kicker den Bann brechen konnten und in Führung gingen – 3. Minute, 1:0 durch Oliver Trappls Freistoß. Jetzt konnten wir auf das 100. Saisontor der Austria warten – und auch das ließ nicht lange auch sich warten: In der 16. Minute ließ es sich unser Kapitän Wolfgang Würnstl nicht nehmen, das Jubiläum persönlich zu zelebrieren. 2:0 also, dabei hatte unsere schärfste Waffe noch gar nicht abgedrückt – Mario Schleindl wurde es dann aber auch bald zu blöd, er erhöhe in der 41. Minute auf 3:0.

In der etwas verkürzten Halbzeit-Pause hatte dann unser Platzsprecher einen weiteren prominenten Gast am Mikrophon, der zu Bundesliga-Zeiten bei der Salzburger Austria durch seine Liebe zum Verein, seinem Herzblut, seinem charmanten Auftreten und durch seinen vorbildlichen Charakter erstaunliche Popularität erlangen konne: Der smarte Däne Lars Söndergaard, einer der beliebtesten Trainer unseres Vereins, besuchte uns und zeigte, dass seine Verbundenheit anhaltend und beständig ist – auch in dieser Spielklasse hält Lars zu uns. Er gab ein sympathisches Interview und gesellte sich bei Regen in der 2. Halbzeit auch zu uns auf die Fantribüne. Diese eröffnete die 2. Halbzeit mit dem „Feuer der Leidenschaft“, eine geniale Pyro-Show erhellte den Platz.

In der 2. Halbzeit spiele die Austria souverän weiter und kam zu weiteren Treffern: In der 57. Minute erhöhe Schleindl erneut sein Tor-Konto, diesmal per Elfmeter – gar keine so leichte Aufgabe, denn der Elfmeterpunkt liegt nicht zufällig auf eine Rasen-Insel, sondern auf schlammigen Festland ;-) Den Schlusspunkt setzte in der 69. Minute mit dem Tor des Tages Fritz Oberascher – ein traumhafter Weitschuss senkte sich zum Endstand von 5:0 ins Netz.

Auch als feststehender Meister gewinnt unsere Mannschaft also alle Spiele in beeindruckender Art und Weise. Die Jungs um Gustl Kofler können mit einem Torverhältnis von 103:8 ins letzte Saisonspiel, daheim gegen Nussdorf gehen und sich vielleicht der Motivation wegen noch ein Ziel setzen: Plus 100 in der Tordifferenz – mit einem 5:0 wie heute wäre auch das geschafft. Trainer Gustl Kofler war bei diesem Spiel übrigens nicht auf der Bank, er erholt sich noch nach einer Kreislaufschwäche. Von den Fans wurde er mit einem Spruchband gegrüßt, beim Saison-Ausklang inklusive Meisterfeier nächste Woche ist auch Gustl wieder dabei – wir freuen uns.

 

::: 19. Mai 2007: SVAS – Perwang   6:0 (3:0)

Vor einer Woche hat Austria Salzburg in Mattsee in Sachen Aufstieg auch rechnerisch alles klar gemacht, sodass es beim Heimspiel gegen Perwang zum Meisterempfang kommt.

Beste Voraussetzung für die Jubiläums-Choreographie anlässlich des 10-jährigen Bestehens der „Violetten Teufel“, Austria-Salzburg-Fanclub mit den Ursprüngen aus Niederösterreich. Unter dem Motto „Per aspera ad astra“, was soviel bedeutet wie „Von den schwierigen Anfängen zu den Sternen, gestaltete der etablierte Fanclub eine schöne, wenn auch nicht restlos gelungene Einlage zu Spielbeginn. Dass nämlich die geballte Ladung violett-weißer Luftballons als Ganzes den Salzburger Horizont besteigt, war so nicht geplant.

Das Spiel hatte kaum begonnen, schon zappelte der Ball im Netz. Mario Schleindl, der Top-Goalgetter mit Ladehemmung beim letzten Heimspiel, traf diesmal sofort. Auf dem schwierig zu bespielenden Geläuf entwickelte sich der erwartet einseitige Spielverlauf. Obwohl die Perwanger recht bemüht wirkten, mussten unsere Austrianer bei weitem nicht die letzte Spritzigkeit ausgraben, um die Gäste klar abzuschießen. Am Ende wurde es ein 6:0, wobei die Hälfte der Treffer auf das Konto unseres Top-Scorers Mario Schleindl ging. Diesem fehlen jetzt für die Führung in der landesweiten Torschützenliste aller Ligen nur noch 2 Treffer – dann hat er Mustac von Bad Vigaun eingeholt. In der Kategorie „Unbezwingbare“ führt nach wie vor unsere Abwehr um Keeper Alex Trappl.

Weitere Spannung kann man sich auch noch holen, wenn man sich für das Torverhältnis in der Abschluss-Tabelle interessiert. Auf die 100er-Marke der geschossenen Tore fehlen nur noch zwei Treffer, diese dürften in den noch ausstehenden beiden Partien wohl fallen. Bei unseren bisher nur 8 Gegentreffern wäre sogar eine Tordifferenz + 100 möglich, ob sich das noch ausgeht – dies bleibt wohl die spannendste Frage, die uns die Saison 2006/07 noch beantworten wird.

 

::: 5. Mai 2007: SVAS – Blau-Weiß Salzburg   8:0 (4:0)

Den erwartet klaren Sieg konnte die Austria im Derby gegen Blau-Weiß einfahren. Die Gegenwehr der Lieferinger war ohnehin nur in deren Defensive vorhanden, aber selbst dort kaum wahrzunehmen. Es waren doch deutlich weniger Zuschauer am Platz, als zuletzt gegen Schleedorf und Michaelbeuern – sie bekamen aber mehr Treffer zu sehen. Wenn Sie die Zahl 8 nicht mögen, sei Ihnen geraten, aufs Weiterlesen zu verzichten. Das Spiel endete mit 8:0 für die Austria, der Sieg hätte durchaus auch höher ausfallen können – zum Hinspielresultat fehlte den Violetten nur ein Treffer. 4 Spiele vor Ende der Meisterschaft steht der Austria in der Tabelle eine Tordifferenz von 88:8 zu Buche, nachdem der Meistertitel wohl nicht mehr zu verspielen ist kann sich die Truppe um Gustl Kofler zum Saison-Finish noch ein neues, interessantes Ziel stecken: 100 Tore zu erzielen. Ob sich vielleicht sogar die Differenz +100 ausgeht ... ? Nächste Woche will die Austria jedenfalls auch rechnerisch den Aufstieg fixieren und an den neuen kleinen Detail-Zielen arbeiten – es geht nach Mattsee. Dort wird dann Mario Schleindl wieder ganz heiß auf seinen nächsten Saison-Treffer sein, denn erstaunlicherweise traf unser Top-Goalgetter bei diesem Spiel nicht – obwohl er durchspielte und der Sieg nicht allzu knapp ausgefallen ist.

Rund um dieses Spiel wurde die Fangemeinde auch auf die Neuaufnahme des Vereinsliedes unter dem Titel „Go-Go-Goal 2007 – Wir singen nur für Violett“ eingestimmt. Es gab in limitierter Auflage Schals zu kaufen, die Käufer konnten sich damit einen namentlichen Eintrag im CD-Heft sichern. Erstmals wird dieses Lied beim letzten Heimspiel der Saison und der anschließenden Meisterfeier zu hören sein.

 

::: 21. April 2007: SVAS – Schleedorf   2:1 (1:1)

Man sollte ja gewisse Superlative nicht überstrapazieren, wenn sie aber jeweils aufs Neue ihre Rechtfertigung haben – warum nicht. Es steht der nächste Top-Schlager auf dem Programm, wieder kommt der Tabellenzweite nach Nonntal. Anders als noch vor zwei Wochen sind es jetzt wieder die Schleedorfer, die Austria Salzburg am dichtesten auf den Fersen sind. Auch der Gegner von heute gehört zum elitären Kreis der ganz wenigen Mannschaften, die der Austria in dieser Saison Punkte kosteten – in Schleedorf gab’s im September wegen vieler vergebener Chancen der Violetten ein torloses Remis. Die Ausgangslage ist also praktisch die selbe wie vor zwei Wochen im Spiel gegen Michaelbeuern, damals hat die Austria ja das Beste daraus gemacht – hoffentlich auch diesmal.

Zu Spielbeginn zeigten die Ultras eine sehr aufwändige Choreographie. Dabei wurde ein Jägersmann mit Waffe in der Hand dargestellt, der sein Visier auf Austrias Hindernisse der letzten Zeit richtete. Der Abschuss wurde durch lauten Böllerknall simuliert. Als „Hindernisse“ präsentierte man das Wappen der Dosen aus der Vorstadt, das PSV-Logo sowie abschließend passend zum Spiel die Ortstafel „Schleedorf“. Die Choreographie wurde bis ins Detail geplant und ausgeführt, im Hintergrund wurde eine riesige mit Landschaft (Himmel, Berge, Wolken, ...) bemalte Fläche angebracht. Die Fans hielten mühevoll gebastelte Bäume hoch (dem Detail zuliebe war auch ein kleiner Waldpilz, eine Blume, ... dabei). Ein Wegweiser im Wald zeigte: „Bundesliga 1933 km“. Darunter der Spruch zur genialen Einlage: „PUNKTEJAGD AUF DEM WEG NACH OBEN ... WIR SCHIESSEN ALLES IN GRUND UND BODEN“

Die Zuschauerzahl genau zu ermitteln ist derzeit ja nicht möglich, auf jeden Fall waren es wieder annähernd so viele wie gegen Michaelbeuern – im Vierstelligen Bereich müssen wir uns in dieser Liga sowieso für nichts mehr schämen.

Wetter passt, Zuschauerzahl passt, Choreographie passt – alles angerichtet für den nächsten Schlager in Nonntal. Doch bei aller Kraft, die wir Fans den violett-weißen Hauptakteuren auch einimpfen können – das Spiel muss erst gewonnen werden. Und tatsächlich wurde Schleedorf zum erwartet schwierigen Gegner. Die Jungs aus dem hohen Norden des Salzburger Landes traten unerschrocken auf und kamen auch zur ersten großen Chance in der Anfangsphase. Wenig später hatte auch die Austria die erste gute Gelegenheit, in Führung zu gehen – der Kopfball von Würnstl sprang noch am Feld auf und dann leider knapp über die Querlatte. Praktisch im Gegenzug wurden dann die Schleedorfer für ihre starke Leistung belohnt, nach einem harmlosen Freistoß kam es im Salzburger Strafraum zu einem Gestocher wo am Ende die Austrianer das Nachsehen hatten. Weil unsere Mannschaft schon vor dem Rückstand erkennen ließ, dass sie sich der Bedeutung und des schwierigen Gegners bewusst ist, musste auch kein Schalter mehr umgelegt werden – die Austrianer spielten konsequent weiter, versuchten Druck zu machen. Unter Druck kann der Gegner Fehler machen, davon profitierten unsere Männer dann auch: Nach einem Einwurf für Salzburg und einigen Zuordnungsfehlern in der gefährlichen Zone vor dem Schleedorfer Tor, querte der Ball durch den Strafraum bis er schließlich bei Mario Schleindl landete – und wenn die Kugel mal unter der Kontrolle unseres Top-Goalgetters ist, dann kann man sich schon vorstellen wie die Situation ausgeht: Tor, Ausgleich – 1:1.

Nach Seitenwechsel sah man zunächst ein ähnliches Spiel wie davor, bald kam dann aber der Knackpunkt: Nach Foulspiel sah ein Schleedorfer direkt Rot. Im Überzahlspiel dauerte es dann nur bis zur nächsten Aktion, bis die ersehnte Führung für die Violett-Weißen da war. Nach einem Eckball schaltete Ivan Pecaranin am schnellsten und netzte ein – 2:1 für Austria Salzburg. Ein dritter Treffer gelang in der letzten halben Stunde dann zwar nicht mehr, der entschlossene Drang dazu nahm mit zunehmender Spieldauer auch ab. Gegen Ende wurde das Ergebnis auch etwas verwaltet, allerdings ohne dass die vielen Fans zittern mussten – auch bei Schleedorf war die Luft draußen.

Das Spiel war also wieder ähnlich schwierig wie schon im September in Schleedorf, wobei die Dominanz der Austria vielleicht sogar im Auswärtsspiel etwas stärker war als bei diesem Heimsieg. Am Wichtigsten ist aber, dass diesmal der Michael-Konsel-Verschnitt im Tor der Schleedorfer bezwungen werden konnte – wohl einer der stärksten Keeper im Salzburger Unterhaus.

Über den Aufsteiger in unserer Liga dürfte es spätestens nach diesem Spiel keinen Zweifel mehr geben, es gilt aber natürlich jetzt, den ersten Meilenstein auf dem Weg zurück sicher einzumauern. Nächste Woche soll deshalb im nächsten schwierigen Spiel der nächste Sieg her. Gegner wird auswärts Seeham sein, im Herbst war ein Kraftakt erforderlich um diese Truppe knapp 2:1 zu besiegen. Wenn ihnen auch diesmal ein ähnlich gutmütiger Schiedsrichter beiseite steht, wird es für die Austria enorm schwierig, da etwas mitzunehmen.

 

::: 7. April 2007: SVAS – Michaelbeuern   2:0 (1:0)

Wenn auch mit einer mäßigen Leistung, der Pflichtsieg in Unken wurde eingefahren – somit ist alles angerichtet für das vorentscheidende Spiel im Hinblick auf den heiß ersehnten ersten Aufstieg in der neuen Ära der Salzburger Austria.

Gegner Michaelbeuern hat im Winter an Qualität in der Mannschaft verloren, ist aber nach wie vor erster Verfolger unserer Violetten im Aufstiegsrennen. Die Jungs aus dem Grenzland zwischen Salzburg und Oberösterreich waren es auch, die unserer Mannschaft die bisher einzige Saisonniederlage zugefügt haben – am 26. August 2006 verlor die Austria dort mit 0:1.

Diesmal freilich soll alles anders werden, die Bezeichnung „Schlagerspiel“ ist mit Sicherheit berechtigt – selten jedoch bringt ein solches Top-Spiel einen derartig hohen Favoriten mit sich wie in diesem Fall die Austria. Statistisch ist es nur der eine Fleck auf Austrias weißer Weste, den Michaelbeuern vergangenen August verpassen konnte, der für die Gäste spricht – vom den Ansprüchen, vom Umfeld mit den vielen Fans sind es überhaupt nur Faktoren, die für die violett-weiße Vorentscheidung sprechen.

In den Medien wurde von 1.800 Zuschauern bei diesem Spiel berichtet. Weil ich hier die objektive Darstellung auch beim tiefsten Bekenntnis zur violett-weißen Religion beibehalte, muss man dabei aber doch von einer etwas überhöhten Zahl ausgehen. Wie dem auch sei, der klare vierstellige Bereich sollte es auf jeden Fall gewesen sein – und für diese Spielklasse ist das ohnehin schon einzigartig genug.

Dass es sich bei Michaelbeuern nicht um einen derartigen Jausengegner wie etwa Trimmelkam handeln würde, konnten uns die Gäste bald klarmachen. Dass ein Punktegewinn für den Tabellenzweiten an diesem Tag ausgeschlossen ist, konnte die Austria den Gästen jedoch auch bald beibringen. Trotz der härteren Nuss verloren die Jungs von Gustl Kofler nie das Konzept und die Geduld, die Mannschaft ließ nie locker. Und weil nicht jedes Spiel so verläuft, wie Schleedorf auswärts, war die logische Konsequenz die Führung für Austria Salzburg – in der 35. Minute war der Bann gebrochen und unser Top-Goalgetter Mario Schleindl netzte wunderschön zur Führung. Michaelbeuern konnte auch nach Seitenwechsel nie Hoffnung schöpfen, schon gar nicht in der letzten halben Stunde, denn in der 60. Minute war es abermals Mario Schleindl der traf – ermachte frühzeitig alles klar für diejenigen, die nicht ohnehin schon siegessicher genug waren. Am Hattrick schrammte unser Matchwinner zwar knapp vorbei, das störte aber keinen – ausgelassener Jubel nach dem Spiel, die Spieler feierten mit den Fans und umgekehrt. Auch Trainer Kofler genoss kurz die Euphorie vor den Fans, keiner zweifelt am Aufstieg.

Nächste Woche muss bei Großgmain ein weiterer Pflichtsieg eingefahren werden, dann gastiert Schleedorf in Salzburg – der Klub, der gegen uns in der Hinrunde trotz vieler Chancen der violett-weißen ein 0:0 erringen konnte und mittlerweile auch wieder zum engsten Austria-Verfolger in der Tabelle herangekommen ist.

 

::: 24. März 2007: SVAS – Trimmelkam   7:0 (4:0)

Bis zum Matchtag hin war nicht ganz sicher, ob die ohnehin schon sehr lange Winterpause an diesem Samstag ein Ende finden sollte. Und das trotz des so milden Winters, ja ausgerechnet in der Woche vor dem planmäßigen Start unserer Liga feierte die kalte Jahreszeit doch noch ein Comeback. Während gegenüber am SAK-Platz ein Landesliga-Spiel abgesagt wurde, gab der Schiedsrichter am Union-Platz grünes Licht – die Austria konnte also loslegen.

Die Entscheidung, dass gespielt wird, dürfte auch zig Fans von Borussia Dortmund sehr gefallen haben. Von den schwarz-gelben aus dem Ruhrgebiet machte sich eine satte Abordnung auf den Weg in die Mozartstadt, die Südtribüne der Westfalen pflegt eine Freundschaft zu den Fans der Salzburger Austria. Insgesamt lockte dieses Match etwa 800 Zuseher an. Vom Drumherum ist noch anzumerken, dass das violett-weiße Merchandising auch in der untersten Spielklasse optimal funktioniert. Vom Regenschirm über Accessoires wie Wimpel, Kugelschreiber, Buttons gibt es in Sachen Fanartikel nicht nur die Klassiker zu kaufen, sondern auch alle Kleinigkeiten, mit denen man sich Tag für Tag zu seinem Verein bekennen kann.

Die Frühjahrssaison begann mit einer imposanten Choreographie, bei der das einzig traurige das Thema selbst ist: Vergangenen November verlor die violett-weiße Fankurve einen ihrer treusten Bestandteile. Gerhard „Gerli“ Weiß verunglückte bei der Rückfahrt einer Fanreise nach Dortmund tödlich. Weiß auf schwarz strahlte sein Konterfei, umgeben von etlichen Bengalischen Feuern auf den Union-Platz – im Hintergrund Salzburgs Festung. Eindrucksvoller und würdiger hätten seine Freunde, die Fans der Salzburger Austria, diesen Nachruf für „Gerli“ nicht gestalten können.

Auch das Spiel begann mit einer Trauerminute für den Verstorbenen. Die Austria legte dann so los, wie es den Farben violett und weiß gebührt. Ein echter Express rollte auf das Tor der Gäste zu. Der erste Treffer fiel aus einem Elfmeter, es folgten einige schöne Kombinationen und so stand es zur Pause schon 4:0 – alles klar also. In der 2. Halbzeit begünstigte ein weiterer Elfmeter sowie ein kurioses Eigentor das Ausmaß unseres Sieges, der mit 7:0 sogar noch recht knapp ausgefallen ist, wenn man sich die vielen Chancen und Stangenschüsse zu Gemüte führt. Es war eine Demonstration der Überlegenheit unserer Austria in dieser Liga, die Gäste hatten keine Chance.

Für Spannung waren die Herren aus Trimmelkam also nicht zu haben an diesem Nachmittag, den im Eintrittsgeld erwarteten Unterhaltungswert musste man aber dank des Torhüters der Gäste auch diesmal nicht missen. Gut schulterlange, blonde Haare bei einem Fußballer rufen natürlich sofort die kreativen Adern der Fans auf den Plan: Die Gesänge reichten von „Du hast die Haare schön“ über „Sex mit der Blonden“ bis „17 Jahr, blondes Haar – so stand sie im Tor“.

Mit Spruchbändern wurde wieder aktuelles Geschehen rund um König Fußball thematisiert. Unter anderem präsentierte man die Meinung zum Vorschlag von Innenminister Platter, der im Rahmen der EURO 2008 eine Präventivhaft für Fußballfans durchbringen will.

Alles in allem ein netter Fußballnachmittag, trotz kühlen Temperaturen und teils leichten Schnürlregens – wir sind es ja gewohnt hier in Salzburg. Nächste Woche geht es nach Unken und schon beim nächsten Heimspiel in zwei Wochen sollte dann der wichtige Meilenstein für den ersten Aufstieg gesetzt werden, wenn Verfolger Michaelbeuern auf den Union-Platz muss.

 

::: 20. Jänner 2007 – Generalversammlung SVAS

Rund 200 Vereinsmitglieder der Salzburger Austria in ihrer neuen, noch jungen Ära haben sich am Samstag, 20. Jänner 2007 im Braugewölbe der Privatbrauerei Josef Sigl in Obertrum am See eingefunden. Darunter waren rund 150 Leute mit Stimmrecht. Die stimmberechtigten Vollmitglieder bestätigten quasi einstimmig sämtliche Vorstandsmitglieder und Rechnungsprüfer. Aufgrund der grandiosen Arbeit im vergangenen Vereinsjahr wäre jedes andere Abstimmungsergebnis überraschend gewesen. Dass neben der seit Monaten erfolgreichen Kampfmannschaft auch der Nachwuchs ein immer festerer Bestandteil im Verein wird, ist allen ein großes Anliegen und es unterstreicht das Motto des Klubs in seiner neuen Ära ganz deutlich: „Gemeinsam wachsen!“

Die Funktionen im SV Austria Salzburg:

Vorstandsvorsitzender: Mag. Moritz Grobovschek, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Mag. Dr. Thomas Karl, Kassier: Christoph Spannberger, Kassier-Stellvertreter: Christian Neff, Schriftführer: Volker Rechberger, Schriftführer-Stellvertreter: Alexander Hütter, Rechnungsprüfer: Bernhard Knoll, Peter Ager

::: Die schönsten Bilder aus dem Frühjahr 2007 :::

 

Herbst-Saison 2006

::: Die besten Fotos aus der Herbstsaison 2006 :::

Völliger Neustart macht den SV Austria Salzburg eigenständig

Über die Details vom Scheitern der Kooperation mit dem PSV wird auf dieser Homepage nur noch ein Satz verloren: Es lag wieder einmal an grenzenloser Arroganz auf der anderen Seite, die dazu geführt hat, dass jetzt der noch steinigere Weg von der untersten Klasse an genommen werden muss. Man kann sich vorstellen, wie schwierig es den Verantwortlichen – immerhin alles Vollblut-Austrianer – gefallen ist, die Entscheidung zu treffen, Austria Salzburg in der untersten Spielklasse antreten zu lassen. Das Argument für den Wert des Risikos sind die tollen Fans, die Lebensversicherung für die Salzburger Austria. Der Weg nach oben ist nun also ein noch steinigerer und vor allem längerer. Dennoch ist es ein gutes Gefühl, dass der Verein nun absolut eigenständig ist. So startet der SV Austria Salzburg ab der kommenden Saison 2006/07 völlig neu in der 2. Klasse Nord A. Heimstätte wird vorerst der SAK-Platz in Nonntal sein.

22. Juli 2006: Klassenunterschied – Aus im Landescup gegen Anif

Beim ersten Anziehen rührte sich was, der violette Motor sprang aber noch nicht an – beim zweiten Versuch sollte es jetzt klappen mit der Rückkehr unserer Salzburger Austria. Nachdem bei den meisten der tiefste Schock über den notwendig gewordenen Neustart in der untersten Spielklasse überwunden ist, wird es jetzt auch Zeit, dass der Spielbetrieb anläuft. Zwar gibt es Jahreszeiten, wo Fußball noch viel mehr schmeckt als jetzt im Hochsommer, aber ein Violett-Weißer trägt mittlerweile schon derart Sehnsucht nach ehrlichem Fußball in sich, dass es schon jetzt kaum zu erwarten war.

Eine neue Heimstätte ist gefunden, der UFC-Platz wird ab sofort Austragungsort der Heimspiele sein. Somit ist das Salzburger Kulturviertel Nonntal mit dem violett-weißen Kick um eine Facette reicher, es kommt die Fußballkultur dazu – die Salzburger Festspiele haben also immer mehr zu bieten. Der Platz selbst und sein bescheidener Name sind dabei viel weniger einzigartig, als das wirklich phantastische Umfeld und die geniale Lage dieser Grünfläche. Umgeben von markanten städtischen Gebäuden, einen Steinwurf von den historischen Plätzen der Salzburger Altstadt entfernt und garniert mit einem feinen Blick zu Salzburgs Wahrzeichen Nr. 1, der Festung, ist dieser Platz für unsere Situation als Luxus zu betrachten. Auf einer kleinen Holztribüne an der Längsseite des Spielfeldes nehmen die treusten Fans Platz, bei Choreographien ist die Ansicht der Faneinlage so noch zusätzlich durch die Festung im Hintergrund aufgeputzt. Es ist doch viel schöner, wenn ein imposanter Blick über den Platz hinaus auf die Dächer der Stadt, auf die Kirchen und die Festung Hohensalzburg mal ein schlechtes Spiel trotzdem zum Erlebnis machen, als wenn dafür eine Show-Einlage zur Halbzeit sorgen muss.

Apropos schlechtes Spiel: Leider wurde uns gleich beim ersten Spiel der neuen Ära wieder gezeigt, dass es Spiele gibt, wo man am besten nicht zu genau hinsieht. Im Landescup gegen Landesligist Anif war man zwar Außenseiter, auf ein 0:6-Debakel hätte aber auch nicht bald jemand gesetzt. Jeweils 3 Tore in der 1.- und 2. Halbzeit, kaum eigene Torchancen – es roch nie nach einem knappen Spiel. Die Saison wird zeigen, wie weit das Potenzial der momentanen Mannschaft schon reicht. Nichtsdestotrotz: Mit dem Aufstieg in dieser Saison, weg von der letzten Liga rechnet nach wie vor der Großteil der Violetten.

Auftakt in die Meisterschaftssaison ist jetzt am kommenden Samstag bei Liefering. Am Freitag gibt’s dank den TGS (Fanclub) auch ein Saison-Eröffnungsfest für die violett-weiße Fangemeinde.

2. September 2006:  SV Austria Salzburg – Großgmain   11:0 (6:0)

Welch geniale Leistungsschau unserer Austria am Samstag inmitten unserer Stadt! Gut, wir befinden uns ganz tief unten was die Ligen betrifft, wir befinden uns dort, wo Austria Salzburg überhaupt nicht hingehört – aber die Art und Weise, wie unsere Jungs die deutlich höheren Ansprüche auch auf dem Spielfeld klarstellen, ist schon faszinierend, selbst gegen den Tabellenletzten einer Liga jenseits von gut und böse.

Der SSC Großgmain wurde von den Violett-Weißen vorgeführt, dass es eine Freude war. Es stand noch 0:0, als die Gäste ihre einzige gute Chance im Spiel vorfanden, als dieser Angriff überstanden war, legten die Austrianer los mit einem fulminanten Feuerwerk in 11 Teilen. Der Mann, der aus der Kurve kam, Andi Laner, eröffnete mit 2 Treffern den Torreigen. Der Mann des Spiels ist wieder einmal Mario Schleindl, der sich das Gefühl des Einnetzens diesmal gar 5 mal besorgte und auch Geburtstagskind Damir Borozni – er wird 24 – ließ sich seine Position auf der Torschützenliste an diesem Tag mehrfach ausfertigen. Besonders erwähnenswert ist noch der traumhafte Einstand von Jürgen Zweimüller: In seinem ersten Meisterschaftsspiel stand er keine halbe Minute auf dem Platz, schon meldete er sich mit einem Tor. Am Ende hieß es 11:0 (in Worten: elf zu null), damit waren die Gäste sogar noch ganz gut bedient.

Jubel, Trubel, Heiterkeit nach Spielende – und natürlich auch schon Vorfreude auf das Match am kommenden Samstag. Dann geht es gegen Schleedorf, diese Truppe steht bis Samstag noch an der Tabellenspitze. Nächste Woche muss natürlich ein für alle mal die Ordnung wieder hergestellt werden, SV Austria Salzburg muss rauf, sonst gar niemand! Drum in einer Woche ALLE nach Schleedorf, volle Attacke!

10. September 2006:  USV Schleedorf – SV Austria Salzburg   0:0

Was für ein Kaiserwetter an diesem für die Austria so wichtigen Sonntag in der noch jungen Saison. Einige Kilometer nördlich der Landeshauptstadt kam es zum ersten ganz großen Schlager in der neuen violett-weißen Ära: Gastgeber Schleedorf führt die Tabelle an, drei Punkte dahinter – derzeit auf Platz drei – rangiert mit Austria Salzburg der Klub mit den wohl ehrgeizigsten Zielen im Salzburger Unterhaus. Weil das Torverhältnis bereits eine klare Sprache für die Austria spricht, wäre Schleedorf mit einem Auswärtssieg sogar von der Tabellenspitze abzufangen.

Gut Tausend treue Fans wollten sehen, wie ihre Austria die Fronten an der Tabellenspitze richtet. Somit sah sich eine ansehnliche Schar in violett-weiß in Schleedorf wieder, als alle aus den engen Waldstraßen wieder herausgefunden haben. Erwähnenswert an dieser Stelle vielleicht, dass auch die Heimischen ein Häuflein am Platz hatten, das versucht hat, etwas Fans zu spielen. Insgesamt kamen laut Angaben immerhin ca. 1300 Leute zum bescheidenen Fußballplatz zwischen den vielen landwirtschaftlichen Grünflächen in der Umgebung. Beim Stadioneingang gab’s für 4 EUR eine nicht sonderlich edle Eintrittskarte, 3 / 4 der bedruckten Fläche gehören der Werbung für ein Haarstudio und der Rest ist mehr oder weniger Abriss. Dafür konnten sich die Dorfklub-Fans am Eingang gleich mit einem grün-weißen Fanschal ihres Vereins eindecken.

Es entwickelte sich ein rassiges, mit Leidenschaft geführtes Fußballspiel – ganz nach dem Geschmack der Fans. Ganz? Fast! Denn eines sollte sich wie ein roter (*kotz*) Faden durch das Match ziehen: Die miserable Chancenverwertung unserer Austria. In der Vorwoche noch elf (!) mal genetzt, vergab man diesmal Chancen, die für den Rest der Herbstsaison reichen könnten. Besonders in der 2. Halbzeit hat man einen durchaus möglichen Auswärtssieg dadurch verpasst – Höhepunkt war ein Schuss an die Innenstange sowie ein Ball an die Querlatte (letzte Aktion). Es blieb beim torlosen Remis und obwohl man darin 2 verlorene Punkte feststellen muss, bleibt anzumerken, dass im Finish auch Schleedorf zu einer ganz großen Konterchance kam. Ein Unentschieden tut ob der Überlegenheit über weite Strecken des Spiels zwar weh, ein Heimsieg wäre aber katastrophal gewesen und hätte vielleicht die Nerven unserer Spieler für Wochen belastet.

Alles ist weiterhin fest in violetter Hand, den selbst zur Pflicht erklärten Aufstieg zu schaffen – das Spiel der Mannschaft verspricht momentan eigentlich nur das Beste.

16. September 2006:  SV Austria Salzburg – Seeham   2:1 (1:0)

Rupertikirtag in der Salzburger Altstadt, Residenz- Mozartplatz & Co. gehören für einige Tage den „Standlern“. Die grüne Wiese in der Nonntaler Josef-Preis-Allee mietet noch diesen Herbst – so auch zu diesem Heimspiel – Austria Salzburg.

Der Gegner ist der Tabellennachbar, Seeham gastierte in Salzburg. Von der Tausendermarke dürfte man etwas entfernt gewesen sein, dafür gab’s diesmal wieder Tore der Austria zu sehen.

Dass es dem ein oder anderen an diesem Wochenende zu bunt wurde, könnte nicht nur am Rupertikirtag liegen: Wir erwischten wieder mal einen inferioren Schiedsrichter, der ganze drei Treffer der Violetten aberkannte – gottlob fanden zwei Tore auch ihre Anerkennung beim Referee. Grund für die aberkannten Treffer war immer der selbe: Abseits. Dabei ist es schon kurios, dass es sich ein Schiedsrichter ohne jeden Gehilfen an der Linie so klar zu behaupten wagt, es sei Abseits, wenn überall sonst nicht mal ein Schiedsrichter-Assistent die sichere Übersicht behält. Wir werden es nicht nachweislich klarstellen können, dass es Fehlentscheidungen waren – aber drei wegen Abseits vom Schiedsrichter ohne Assistenten aberkannte Treffer sind bestimmt kein ausgezeichnetes Zeugnis für des Schiedsrichters Auge, sondern viel mehr ein ganz schlechtes für dessen Selbsteinschätzung und Charakter. Ein Schiedsrichter hat das zu pfeifen, was er sieht – und er kann keine drei Abseitspositionen gesehen haben bei diesen Toren, schon gar nicht kann er sich darüber sicher sein – und im Zweifel ist mittlerweile vorgegeben, für die Mannschaft im Angriff zu entscheiden.

Um ausschließlich von den anerkannten Treffern zu reden: Salzburg führte zur Pause 1:0, erhöhte nach Seitenwechsel bald auf 2:0. Zum Anschlusstreffer kamen die Gäste noch, ein Elfmeter (über den man natürlich auch streiten kann) brachte ihnen dieses Glück. Wirklich in Gefahr kam der knappe Sieg dann aber nicht mehr, es blieb beim hochverdienten 2:1 für Austria Salzburg gegen Seeham und den Schiedsrichter.

Positiv anzumerken sind noch zwei Sachen: a) Punkteverluste der Verfolger, so erreichte etwa Schleedorf auswärts nur ein 2:2. b) Stimmung – Die nicht zuletzt durch die Schiedsrichterentscheidungen begünstigte Adrenalin-Packung ließ die Emotionen kochen. Die Atmosphäre wirkte sehr gut, besonders erfreulich, dass sich die Stimmung wieder mehr von selbst ergibt. Der Vorsänger muss die Stimmung wieder eher koordinieren als überhaupt erst entfachen und das ist gut so.

24. September 2006:   Blau-Weiß Salzburg – SV Austria Salzburg   0:9 (0:5)

Zur erwartet klaren Sache wurde das kleine Stadtderby am Rupertitag bei den Blau-Weißen in Liefering. Die hoch favorisierte Austria legte von der ersten Sekunde an gehörig los, ein hoher Sieg zeichnete sich schon nach wenigen Minuten ab. So wurde der Schongang noch früh in der 1. Halbzeit gefahren, in dem es auch die gesamte 2. Hälfte weiterging. Dennoch kamen die Violett-Weißen zu einigen weiteren Treffern, am Ende steht ein Ergebnis, bei dem Herbert Prohaska & Co. ein Magengeschwür bekommen – 0:9. Der violette Support musste der unpassenden Infrastruktur des erbärmlich langweiligen Sportplatzgeländes Tribut zollen, die typische Stimmung kam nie auf. Optisch konnte man sich aber ordentlich aus der Affäre ziehen, über die intensive Wirkung des Rauches staunten selbst Kenner ;-)

1. Oktober 2006:   SV Austria Salzburg – Mattsee   3:0 (1:0)

Wahl-Sonntag in ganz Österreich, auf unserer ganz persönlichen Liste 1 stand aber auch diesmal Violett – gegen Mattsee musste der nächste Heimsieg her.

Borozni war diesmal mit seinen beiden Treffern Mann des Spiels, insgesamt schaute ein 3:0 heraus – es hätte durchaus auch öfter klingeln können im Kasten der Gäste.

Eine schöne Choreographie gab’s zu Spielbeginn am Fuße des Mönchsbergs zu bestaunen, als die „Violetten Teufel“ den österreichischen Ausnahme-Musiker „Falco“ mit dem Titel eines seiner größten Hits zitierten: „Out of the dark, into the light“, nach dieser Devise arbeiten sich unsere Kicker jetzt und hoffentlich auch konstant in den kommenden Jahren wieder zurück nach oben.

11. Oktober 2006:   Länderspiel ::: Österreich – Schweiz   2:1 (2:0)

Erstmals gibt’s jetzt hier also auch einen kleinen Bericht über ein Länderspiel. Die Österreichische Fußball-Nationalmannschaft absolvierte am Mittwoch am Innsbrucker Tivoli Neu ein freundschaftliches Länderspiel gegen die Eidgenossen aus der Schweiz. Somit standen sich die beiden Gastgeberländer der EURO 2008 im direkten Duell gegenüber. Dass die Schweizer im Hinblick auf das bevorstehende Großereignis ungleich weiter sind, steht außer Zweifel und insofern waren sie als WM-Teilnehmer 2006 bei diesem Spiel auch Favorit.

Österreich spielte allerdings in der 1. Halbzeit guten Fußball, kam durch einen billigen Elfmeter auch zur Führung. So war erst das schön herausgespielte Tor zum 2:0 der verdiente Lohn eines guten Spiels. Nicht minder verdient war aber auch der Anschlusstreffer der Schweiz in der 2. Halbzeit, Österreich hat genauso stark nachgelassen wie begonnen. Im Finish hatten die Schweizer ihre besten Chancen, dass es beim Heimsieg Österreichs blieb verdankt die Truppe um Hickersberger doch auch einer großen Portion Glück. Im Zuge der Umbauarbeiten am Tivoli Neu für die Europameisterschaft hatten bei diesem Spiel nur 11.000 Leute Platz. Dennoch war es erstaunlich, dass tatsächlich alle Karten weggingen. In der Verfassung der letzten Wochen hat das Nationalteam eigentlich nicht mal einen ausverkauften Dorfplatz verdient. Als Patriot und stolzer Nationalbürger sollte man immer für Österreich sein. Ob man gleichzeitig auch unbedingt für den ÖFB sein muss, kann man aber durchaus hinterfragen. Die Stimmung hielt sich jedenfalls trotz des 2:1-Sieges unter den wahren Fans in Grenzen.

Weil der ÖFB aber stets selbst um die bestmögliche Stimmung nach außen hin bemüht ist und auch die Medien dem Verband um Friedrich Stickler in dieser Hinsicht viel zu viel entgegenkommen, ist die Österreichische Fußballwelt wieder voll in Ordnung. Immerhin konnte eine nicht für möglich gehaltene Steigerung zum Liechtenstein-Match bejubelt werden, wir werden Europameister beim Turnier mit dem geilsten Maskottchen aller Zeiten.

Fazit: Selbst als nicht allzu großer Fan der Volksmusik bleibt bei 12 Euro Eintritt für Grundwehrdiener der Auftritt des Tiroler Echos als Highlight in Erinnerung.

13. Oktober 2006:   Seekirchen 1b – SV Austria Salzburg   0:2 (0:1)

Am Tag des Aberglaubens hatte unsere Salzburger Austria auswärts bei Seekirchen ein prognostiziert richtungsweisendes Spiel zu bestreiten. Doch es war wohl weniger der Freitag, der 13. als vielmehr ein sportlich ungutes Gefühl einiger Salzburger Fans, das die gewisse Skepsis vor diesem Duell aufkommen ließ. Gründe dafür: Mit Damir Borozni fehlt uns ein ganz starkes Glied in unseren Reihen ab diesem Spiel leider für längere Zeit. Dazu war auch Mario Schleindl zuletzt nicht mehr ganz so gut bei Schuss wie er es zu Beginn der Saison schon war. Dazu drohte vom Gegner extra für dieses Spiel mehr Qualität entgegenzukommen, da könnte doch die Seekirchner 1b gleich mal zu einer ersten Mannschaft aufgewertet werden und die besten Kicker der Seekirchner sind einige Ligen höher angesiedelt.

Schätzungsweise etwa 1000 Zuschauer waren bei einem äußerst sehenswerten Fußballspiel dabei. Spielbeginn war 19:00 Uhr, das bedeutete endlich wieder einmal Flutlicht. Das ist für die Salzburger Anhänger natürlich wie eine traumhafte Auflage, richtig Gas zu geben. Vorweg: Die Auflage wurde perfekt ausgenützt. Als die Jungs auf den Platz kamen mussten sie einfach wissen, welch Ehre es für sie ist, das violett-weiße Trikot anhaben zu dürfen und nicht dieses rot-weiße der Gastgeber. Eine Pyro-Show der Extraklasse zierte den Auftakt zu diesem Spiel – und sie war nur für Austria Salzburg bestimmt. Tatsächlich taten die Spieler ihre Schuldigkeit wieder einmal, sie kämpften was das Zeug hielt. Das war ob der guten Einstellung der Heimischen und deren Kampfgeist auch nötig. Die Austria ließ mit dem Kämpfen nie locker, die Mannschaft hat sich nie auf die spielerischen Vorteile verlassen. Diese gingen trotz des Einsatzes nicht verloren und so war es ausgerechnet Mario Schleindl, spielerisch einer der stärksten, der nach einer guten halben Stunde die verdiente Führung für die Salzburger besorgte – Pausenstand 0:1, die Austria war schon mal voran. Pyro-Show der Extraklasse die Zweite machte den Auftakt zur 2. Halbzeit, jetzt waren römische Lichter dran. Schön waren sie, stimmungsvoll – wenn auch von einigen dann etwas übertrieben. Jedenfalls scheint das grundsätzliche Verständnis für derartiges mal da zu sein, primär will ja jeder Stimmung haben. Die Stimmbänder vieler auf der Tribüne von Violett-Weiß wurden bis ausgereizt bis es nicht mehr ging, die Anfeuerungen waren lautstark wie lange nicht. Es wurde eingeheizt wie es nur ging, eine orange Rauchbombe wollte minutenlang nicht ausgehen. Spätestens nach dem Eigentor Seekirchens in der 50. Minute zur 2:0-Führung der Austria war die Euphorie nicht mehr zu überbieten. Bengalische Feuer gemischt mit Wunderkerzen brannten weiter, die Gesänge blieben konstant laut und die totale Emotion schwand einfach nie. Es gab noch einige Chancen auf beiden Seiten, die größeren für Salzburg – Tore fielen keine mehr, wir waren hochzufrieden mit diesem deutlichen und verdienten Auswärtssieg.

Nach dem Spiel wurden die Spieler noch gefeiert, Ausgelassenheit pur am Spielfeld wie auf der Tribüne. Es sind bestimmt viele gewesen, die Tags darauf vielleicht alles hatten – aber nicht ihre Stimme. So ein glanzvoller Abend motiviert einfach, das ganze noch in eine magische Nacht übergehen zu lassen. Allen, die nicht dabei waren kann an dieser Stelle auf zynische Weise herzlich gratuliert werden, man könnte sich wohl in den Allerwertesten beißen, oder? Die Statistik hat schon recht: An einem Freitag, den 13. passiert tatsächlich nicht mehr, als an jedem anderen Tag auch. Den nächsten Freitag den 13. gibt es übrigens im April 2007, vielleicht kann man ja schon jetzt beim SSC Großgmain um eine Austragung an diesem Wochenende schon am Freitagabend bitten. Abschließend noch eine weitere gute Nachricht: Schleedorf kam in Unken über ein torloses Remis nicht hinaus. Die Jungs ganz vom Norden unseres Bundeslandes finden sich somit endlich dort, wo sie hingehören – hinter Austria Salzburg. Dazu haben sie nächste Woche noch die dankbare Aufgabe, Michaelbeuern zu empfangen und mit einem Erfolg unserer Austria den Weg an die Tabellenspitze zu ebnen. Richten es uns die Schleedorfer nicht, dann richten wir es uns eben etwas später selbst.

22. Oktober 2006:   Nussdorf – SV Austria Salzburg   0:1 (0:0)

Was für ein Herbsttag: Traumhaftes Wetter und Austria Salzburg kann mit einem Sieg in Nussdorf endlich und gerade rechtzeitig zum Herbstmeistertitel wieder Tabellenführer werden. Da müsste man sich ja eigentlich auf einen extrem starken Nachmittag der violetten Fangemeinde freuen können. Mehr noch, wenn man an das Spiel des vergangenen Wochenendes in Seekirchen denkt. Leider weit gefehlt, die Stimmung war – verglichen mit jener der Vorwoche wie Tag und Nacht, wobei selbstverständlich das Spiel vom 13. Oktober unter dunklem Horizont das Gute war. Besonders bedenklich dabei ist, dass nicht nur keine Stimmung aufkommen wollte, sondern dann anfangs lange Zeit nicht mal versucht wurde, dass die Anhängerschaft Vollgas gibt. Als man es später doch versuchte, haben viele das Spiel bereits als stimmungsmäßigen Flop abgehakt und sich mit zusehen begnügt.

Auch das Spiel blieb vieles schuldig, es war nicht schön anzusehen. Nussdorfs Angriff musste man nicht fürchten, allerdings tat sich die Austria schon dabei schwer, überhaupt in die Gefahrenzone zu kommen. War man dann doch mal tief in der gegnerischen Hälfte angesiedelt, so fehlte die letzte Spritzigkeit und die entscheidende Durchschlagskraft – auch Schusspositionen aus der 2. Reihe fanden sich selten vor. Das 0:0 zur Pause konnte man gerade mal noch abhaken, aber als man allmählich feststellen musste, dass sich auch in der 2. Halbzeit kaum etwas am dahinplätschernden Spiel änderte, konnte man schon ganz schön nervös werden – schließlich musste für die Tabellenführung und den Herbstmeister unbedingt ein Sieg her. Erst in der 79. Minute erlöste uns Kapitän Wolfgang Würnstl mit seinem goldenen Kopfballtor zur Führung und somit zum knappen Sieg. Das war zu einem Zeitpunkt, als die Nussdorfer längst erkannt haben, dass sie gute Karten haben, an diesem Tag ungeschlagen davonzukommen. Es war also ein extrem kritisches Spiel, indem die Austria aufgrund des Spielverlaufs nicht unbedingt mit einem vollen Erfolg aussteigen hätte müssen. Das Spiel gehört abgehakt und es kann auch abgehakt werden, nachdem wir gewonnen haben hinterlässt uns diese Partie keinerlei Probleme.

Die Spieler müssen ans nächste Match denken, den Fans kann aber angeraten werden, noch einmal drüber nachzudenken: Wie hätten wir uns alle in den Arsch gebissen, wäre das Tor kurz vor Schluss nicht mehr gefallen? Hätten wir nicht das Gefühl gehabt, irgendwas unversucht gelassen zu haben durch unseren fehlenden Support? Ich glaube, ein 0:0 hätte uns in einer ähnlichen weise angezipft, wie einen Stürmer, der einige hundertprozentige Torchancen auf den Sieg vergeben hat – und wir wären selbst schuld gewesen. Auch im Wissen, dass kein halber LKW an Pyromaterial da ist, könnte man der Austria und uns allen zuliebe versuchen, Vollgas zu geben. Das Vergnügen ist dadurch noch immer gestiegen, schließlich sind wir ja nicht beim Match um uns anderswo statt zu Hause zu fadisieren, sondern um dort was zu erleben.

28. Oktober 2006:   SV Austria Salzburg – Liefering   3:0 (1:0)

Vielleicht zum letzten mal mobilisierten sich die wahren Fans von Austria Salzburg zu einem Heimspiel in der Nonntaler UFC-Anlage. Eine andere Heimstätte ist zwar noch nicht gefunden, vieles deutet aber derzeit auf ein Verlassen dieses Sportplatzes hin. Falls es so wäre, dem Rasen und der Infrastruktur würde wohl kaum jemand nachtrauern. Andererseits gibt man sich ja stolz als Stadtverein aus und dazu ein so passendes Hintergrund-Panorama für Choreographien zu finden wie jenes hier mit der Festung Hohensalzburg, das wird doch sehr schwierig.

Die Fans jedenfalls legten sich noch einmal mächtig ins Zeug für dieses Spiel, nicht nur die Choreographie zu Beginn, „Stadtclub“, wusste obwohl nicht perfekt zu gefallen, auch akustisch hatte die Kurve zum Verein einiges drauf an diesem Tag. Das Spiel passte sich dem an, es kam zum erwartet klaren Sieg. Dabei war das 3:0 ob des Spielverlaufs noch bescheiden, Oliver Trappl, der mit dem letzten Treffer das schönste Tor des Tages machte, hätte durchaus noch öfter zuschlagen können, einmal scheiterte er etwa an der Stange. Ach ja, und ein Schmankerl noch: Die Austria hat diesmal einen anerkannten Treffer mehr gemacht als wegen Abseits nicht anerkannte Treffer. Zweimal wurde die Anerkennung verwehrt, 3 Treffer zählten. Unglaublich, wie uns dieses Phänomen in diesem Herbst verfolgt.

Dieses Match war auch das Spiel des Dankesagens: Danke von den Fans an die Mannschaft, die unseren Plan erst umsetzten kann und dies hervorragend macht. Nicht nur das tolle Spiel sondern auch die so wichtige Identifikation klappen ausgezeichnet, dafür gab es super Stimmung. Verein und Mannschaft dankten ihrerseits zurück, die angefertigten Spruchbänder unterstrichen das gemeinsame Denken auf unserem Weg. Die Kinder, violett-weiße Fußballer jüngster Sorte, wurden wohlwollend und mit dem ein oder anderen amüsierten Schmunzler wahrgenommen, dass aber der violette Weg in Salzburg dadurch längerfristig gesichert sein dürfte, muss das wichtigste sein und das sollten wir immer fördern.

Weil Michaelbeuern patzte, ist jetzt Schleedorf wieder unser erster Verfolger – in den letzten Wochen ist aber doch einiges für die Austria gelaufen, der Herbstmeister hat sehr gute Karten, den Aufstieg bald klarzumachen.

::: Die besten Fotos aus der Herbstsaison 2006 :::

 

SV Austria Salzburg im Frühjahr 2006

Foto-Gallery Frühjahr 2006 in Violett-Weiß

1. Juni 2006:   Außerordentliche Generalversammlung des PSV SW

Eine kuriose und unerwartet wenig aufschlussreiche Angelegenheit war die außerordentliche Generalversammlung des PSV Schwarz-Weiß am Donnerstagabend im Vereinsgebäude des PSV. Der SV Austria Salzburg kündigte einen wichtigen Abend für die violette Zukunft an, rief alle kräftig auf, zur Stimmabgabe zu erscheinen. Viele folgten dem Ruf, viele weitere machten sich die Mühe und erteilten Vollmachten zur Stimmabgabe.

Vor Ort stellte sich dann bald heraus, dass wohl alle Mühen umsonst gewesen sein dürften. Die violette Stimmgewalt blieb ausgesperrt, man konnte nur durch ein kleines Fenster zuschauen und sich dann informieren, wie es gelaufen ist. Die einzige Vertretung für unser Anliegen waren die Spieler, sie wollten natürlich Violette sein – aber das war doch entscheidend zu wenig. Den Violetten blieb nur eine Diskussion mit einem Rechtsanwalt, am Abend schien es eine klare Sache für einen Einspruch zu sein, offenbar leichtes Spiel am Rechtsweg. Der Verein wurde in PSV Salzburg (ohne „Schwarz-Weiß“) umbenannt, es gibt nichts aufregendes aus Violett-Weißer Sicht zu berichten. Über denn Sinn, jetzt auch noch den zeitlich mühevollen Rechtsweg zu beschreiten wurde am Donnerstag noch bis zum Erbrechen diskutiert, alle anderen Wege würden wohl über einen völligen Neustart in der 2. Klasse Nord führen. Mittlerweile wird aber auch schon diskutiert, ob denn Violett-Weiß wirklich im Recht ist oder ob nicht etwa eine gewisse Einreichungsfrist für ein Papier versäumt wurde. Wie auch immer, außenstehenden, seien sie auch noch so interessiert, fehlt jegliche Klarheit. Diese wurde seitens der Austria für 10. Juni versprochen. An diesem Tag soll ja bekanntlich das letzte Saisonspiel gegen Schwarzach stattfinden. Ob dieses Spiel überhaupt stattfindet, ob es am Frohnburgweg stattfindet und ob die Heimmannschaft aus unserer Sicht noch unbedingt gewissen muss ... Wir wissen es selbst nicht.

26. Mai 2006:   Anif – PSV / SV Austria Salzburg   4:0 (1:0)

In kritische Gesichter blickte man am Freitag in Anif, wenn man sich nach der Laune der Violett-Weißen Fangemeinde umschauen wollte. Allen war klar, dass es mit einer Niederlage in diesem Spiel schon so gut wie gelaufen sein könnte im Kampf gegen den Abstieg. Noch dazu waren ja die Aussichten auf einen Punktezuwachs nicht die besten, warum sollte auch ausgerechnet auswärts beim Spitzenteam Anif was erreicht werden. Ob Abstieg oder Nicht-Abstieg, die Zukunft wird sich auch bei der Generalversammlung am 1. Juni entscheiden – keine Klarheit also in den Seelen der treuen Fans.

Die für den Freitagtermin doch recht zahlreich angereisten Fans der Austria zeigten auf all die ungewissen Umstände eine Trotzreaktion, machten gehörig Stimmung. Bei Spielbeginn gab’s die erste Pyro-Aktion in der neuen Ära der Violetten, es kam wunderschön rüber. Dann folgte die stimmungsmäßig beste 1. Halbzeit seit langem, der Rest ist ein Produkt des Spielverlaufs.

Lange konnten die Violetten am Spielfeld gut mithalten, hatten sogar selbst einige Chancen (u.a. auch Lattenpech). Kurz vor der Pause nahm dann alles wieder seinen gewohnten Lauf: Es gab Elfmeter für Anif, wie alle im Fußball natürlich umstritten – Tor, 1:0 für die Hausherren, die eigentlich keine Hausherren waren – am Feld nicht, auf den Rängen nicht. Bei einer strittigen Situation im anderen Strafraum ebenfalls noch vor der Pause hätten die Fans der Austria auch gerne Elfmeter gehabt, den gab’s nicht und damit war es mit der Ruhe um den Unparteiischen auch schon vorbei. Es war kein leichtes Unterfangen, beim Abtritt des Schiedsrichters zur Halbzeit in die Kabinen, die erzürnten Fans zu beruhigen. Nach der Pause war es dann die erwartet klare Sache für Anif, das 2:0 ließ nicht lange auch sich warten. Dazu kam dann noch ein Ausschluss eines Violetten und gegen zehn Austrianer war es für die heimischen dann leicht, ein weiteres Tor zu machen. Dann vergaben die Favoriten noch etliche Großchancen, ehe ganz zum Schluss mit dem 4:0 der Endstand hergestellt wurde.

Ganz düster sah die Situation nach dem Spiel aus, alles rechnete mit dem Abstieg. Doch die anderen Resultate machen jetzt noch mal Hoffnung. So hätte man jetzt mit einem Sieg daheim gegen Schlusslicht Schwarzach doch noch gute Karten, in der Klasse zu bleiben. Bevor es zu diesem Spiel kommt, wird aber schon mit großer Spannung die außerordentliche Generalversammlung des PSV erwartet. Am Donnerstag, 1. Juni 2006 werden wir wohl schlauer und können uns ein besseres Bild von der Zukunft unseres Klubs machen. Wie auch immer, SV Austria Salzburg wollen wir immer und überall bestens vertreten. Auf geht’s Violette!

20. Mai 2006:  PSV / Austria Salzburg – Grödig   0:3 (0:0)

Leider gelang es vor einer Woche nicht, sich vor den schwierigen Spielen gegen die Tabellenleader etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Man war knapp dran, aus St. Johann zählbares zu entführen, doch weil der Elfmeter kurz vor Schluss nur an die Stange ging und weil dann sogar noch der späte Siegestreffer für die Pongauer fiel, stehen die Violetten ausgerechnet jetzt unter Zugzwang. Normalerweise kann man locker aufspielen, wenn es gegen hohe Favoriten geht, die Truppe um Milan Pavlovic verspürt aber gerade jetzt einen immensen Druck.

Teil 1 der beiden Monsterwochen konnte man wenigstens noch auf eigener Anlage austragen, wo sich wieder gut 1000 Zuschauer die Partie ansehen wollten. Ganz erfreulich war, dass Hans-Gerd Schildt, einst Idol in Reihen der Salzburger Austria trotz langer Anreise den Weg fand, um als violette Legende den Ehrenanstoß für dieses Spiel vorzunehmen. Otto Konrad ist bei weitem nicht der einzige frühere Aktive, der „seine“ Austria für immer im Herzen behält.

Den Violetten gelang es in der 1. Halbzeit gut, das Spiel ausgeglichen zu halten. Eigene Chancen waren zwar rar, aber zugelassen wurde auch nicht viel. Pausenstand war torlos, 0:0. Dann kam es leider wieder zum Szenario wie gehabt: Die Kräfte ließen allmählich nach und der Gegner kam besser ins Spiel. Natürlich lässt sich bei so einer Einladung ein Spitzenteam der Tabelle nicht zweimal bitten – 1, 2 und 3 ... Gegentore in der 2. Halbzeit erhalten, Spiel doch verloren. Die Stimmung war phasenweise sehr gut, erstmals gab’s Niederschlag bei einem Spiel am Frohnburgweg – doch der Regen hat sich als stimmungsfördernd erwiesen. Mit den Gegentoren sank der Lärmpegel immer mehr, bis nach dem 0:3 Friedhofsstille einkehrte.

Fazit: Wieder nix, für nächste Woche sind die Hoffnungen nicht größer.

13. Mai 2006:   St. Johann – PSV / Austria Salzburg   1:0 (0:0)

Bevor es in den nächsten Wochen gegen die Mannschaften an der Tabellenspitze geht und vielleicht eine zweiwöchige „Punkte-Sperre“ zu befürchten ist, muss die Austria an diesem Wochenende in den Pongau zum Auswärtsspiel in St. Johann. Dass dort Punkte eingefahren werden können, erscheint doch als wahrscheinlicher als ein Zuwachs in den nächsten Wochen – über die Bedeutung dieses Spiels muss somit kein Wort mehr verloren werden.

Es entwickelte sich rasch ein intensives Fußballspiel, beide Mannschaften zeigten klaren Siegeswillen. In der ersten Halbzeit war die Austria dem Torerfolg näher, Aluminium rettete für die Pongauer ein gerechtes 0:0 zur Pause. Als in der 2. Halbzeit regen einsetzte wurde das Geschehen am Feld auch immer leidenschaftlicher, die offiziell 1020 Zuschauer gingen voll mit. Kurz vor Schluss machte sich die überwiegende Mehrheit von ihnen schon mal bereit zum ausgelassenen Tor- und Siegesjubel, 5 Minuten vor Schluss gab es Elfmeter für Austria Salzburg. Doch leider knallte Kapitän Milan Pavlovic seinen Schuss nur an die Stange. Echte Experten wissen, dass es da eigentlich nicht bei 0:0 bleiben kann. Ich erspare mir die ewige Weisheit des Fußballs, die ob Auffrischungen auch nie abgedroschen sein wird, erwähne aber kurz, dass Saller in der 88. Minute der Siegestreffer für St. Johann gelang.

Dem Schiedsrichter wurde von den Violetten Fans spontan mal Schuld zugeschoben, wohl eine der weniger rühmlichen Taten in dieser sonst tollen Frühjahrssaison. Ein Feuerzeug flog ebenso von den Rängen, statt des Ziels Schiedsrichter fiel es einem unserer eigenen Spieler auf den Kopf. Die Vorfälle seien nur erwähnt, es gehört aber dazugesagt, dass dies Dinge sind, die einfach passieren in der Masse und dass so Sachen auch im Zivilleben nicht derart hochgespult werden. Wenn einige Neider meinen, sie müssen so etwas jetzt als „endgültiges Ende der Violetten“ anpreisen, dann haben wir mit dem nächsten Spiel auch schon das Gegenteil bewiesen.

Ein Lob an die Organisatoren, Verpflegung war super – sogar die Musikauswahl traf sehr den Violetten Geschmack, es wurden Lieder aus den besten Zeiten der Salzburger Austria gespielt, nicht förderlich für ein Auswärtsspiel-Gefühl, aber doch sehr angenehm. Wir hätten allerdings auch nicht randaliert, wäre die Vereinshymne von St. Johann gekommen ;-)

6. Mai 2006:   PSV / Austria Salzburg – Strasswalchen   1:0 (0:0)

Am Tag, als in Österreich und Deutschland die endgültigen Meisterschafts-Entscheidungen gefallen sind, sollte sich Austria Salzburg mit einem Heimsieg gegen Strasswalchen wieder ein Stück aus dem Abstiegssumpf herausziehen. Mit einem schwierigen Unterfangen musste man rechnen, immerhin haben die Gäste ein paar Pünktchen mehr auf dem Konto als die Violetten.

Obwohl auch Spiel 4 der Salzburger Austria am Frohnburgweg nicht den ersten Regentropfen brachte, sinkt die Zuseherzahl stetig weiter. Zwar spricht die offizielle Homepage (sv-austria.at) immer noch von 1100, aber es ist offensichtlich, dass es doch weniger werden. Sollte sich die Zahl in dieser Liga bei einem 1000er-Durchschnitt einpendeln, ist das ganze ja noch in Ordnung.

Das Spiel war dem letzten Heimspiel gegen Saalfelden sehr ähnlich, vielleicht mit etwas weniger Intensität und mit einer etwas entspannteren Ausgangslage des Gegners. Aber es war wieder enorm kampfbetont. Tore ließen zunächst auf sich warten, die Violetten hatten bei einem Freistoß in der 1. Halbzeit großes Glück, der unterste Teil der Unterkante konnte gerade noch retten. Als gegen Ende alles schon mit einem torlosen Remis rechnete, schrieb das Spiel erst das prägende Kapitel seiner Geschichte: In der 90. Minute kam noch eine Flanke in den Strafraum und ausgerechnet der eingewechselte und ganz junge (BJ 1988) Xandi Seywald sorgte dafür, dass der Ball im Tor landete. Vom Sieg in letzter Sekunde war allerdings nicht zu sprechen, der Referee kam erst jetzt so richtig in Laune – Schluss war dann erst nach 5 Minuten Nachspielzeit. Ob das Spiel annähernd so lange gedauert hätte, wenn das 1:0 nicht mehr gefallen wäre? Auf die interessantesten Fragen ist es oft unmöglich, die Antwort zu bekommen.

Wäre die Situation zum späten Siegestreffer nicht gewesen – immerhin war es ja nicht so zwingend, dass es in der Luft gehangen wäre – so hätten die Leute wohl mit ganz anderen Gesichtern den Platz am Frohnburgweg verlassen. So herrschte natürlich Jubel, Trubel, Heiterkeit. Nach der Welle legte „Zacherl“ Jelecevic noch eine Sonderschicht beim Feiern mit den Fans ein – sehenswert wie immer. Im Abstiegskampf ist weiterhin alles möglich, der Sieg in diesem Spiel war jedenfalls wieder absolute Notwendigkeit – man muss jetzt alles ernten, was es irgendwie zu holen gibt. Nächste Gelegenheit dazu in einer Woche auswärts bei St. Johann, einem angeblich total rot „verbullten“ Dorf im Pongau.

1. Mai 2006:   PSV / Austria Salzburg – SG Saalfelden   1:1 (1:1)

Mit 37 Tagen Verspätung fand am Montag das Match gegen die Spielgemeinschaft Saalfelden statt. Was eigentlich am 25. März über die Bühne gehen hätte sollen, wurde sinngemäß Inhalt vom Tag der Arbeit – Staatsfeiertag am 1. Mai. Die Lage im Abstiegskampf hat sich in diesen 37 Tagen keineswegs entspannt, im Gegenteil: Jetzt ist dieses Spiel gegen Saalfelden mehr denn je als Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt anzusehen. Einmal mehr verwöhnte uns am Frohnburgweg das Wetter, warum hätte es auch ausgerechnet am Feiertag anders sein sollen. Allmählich dürften solche Bedingungen allerdings notwendig werden, um die 1000er-Marke bei den Zuseherzahlen zu erreichen, bei diesem Heimspiel kam man nur knapp auf die vierstellige Zahl.

Es war aber einiges geboten. Zu Spielbeginn gab es eine umfassende Choreographie, der Tag der Arbeit wollte wörtlich genommen werden – jeder sollte eingestellt werden, sein bestes für unseren Verein zu geben. Die Devise war klar, voller Einsatz für 3 wichtige Punkte. Die Spieler haben den Kampf angenommen, weil auch die Pinzgauer mitmachen wollten, entwickelte sich ein sehr intensives Fußballspiel. Das Spiel der Saalfeldener am Samstag musste abgesagt werden, somit trafen die Violetten auf eine bestens ausgeruhte Truppe. Der Wille unserer Austrianer war aber größer, für uns alle den Sieg einzuspielen – das merkte man in allen Phasen des Spiels. Am deutlichsten wurde das in der 31. Minute gezeigt, Jelecevic besorgte die Führung. Verdient wie die Führung war dann kurz vor der Pause aber auch der Ausgleich für Saalfelden, ein Freistoß-Hammer von Kapitän Brüll brachte uns um die Führung. Nach Seitenwechsel nahm die Intensität des Spiels noch weiter zu, durch sehr viel Einsatz neutralisierten sich beide Mannschaften auf einem für Abstiegskampf der Landesliga recht hohen Niveau. Die Fans am Erdwall gingen voll mit, es gab wieder vieles am Spielfeld, was nicht so ganz nach dem Geschmack von Violett-Weiß abgelaufen ist. Obwohl es diesmal keinen Elfmeter gegen uns gab bleibt festzustellen, dass wohl eher man ein nervöser Ronaldinho am Frohnburgweg aufläuft, als dass irgendwann mal ein Heim-Schiri bei uns antanzt. Um sich nichts nachsagen lassen zu müssen, pfeifen die Herren wohl eher gegen uns. Möglich, dass bei gerechterer Auslegung von kleinen Freistoßentscheidungen oder auch bei Abseits ein besserer Spielfluss der Violetten im Angriff entstanden wäre. Es nagt doch an den Nerven der Jungen Kicker, wenn sie bei jedem Kuschelansatz im Zweikampf zurückgepfiffen werden oder wenn einfach alles Abseits ist. Die Emotionen gingen noch einmal ordentlich hoch, als es zu einer strittigen Entscheidung vor dem Erdwall kam, der schon in die violette Ungnade gefallene Saalfelden-Kapitän Robert Brüll sah ein Feuerzeug neben sich, knallte dieses wuchtig zurück in den Fanblock. Da hat sich der coole, starke und so tolle Robert, der bei Saalfelden alle Zepter in der Hand hat aber ganz schön leicht provozieren lassen. Im Übrigen zeigten sich die Pinzgauer durchwegs als eine eher unsympathische Truppe, für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Aber wollen wir uns darüber nicht beklagen. Vor kurzem waren es noch Kollmann und Dospel, früher mal ein Ogris oder ein Kühbauer – und irgendwie sind uns diese Typen ja richtig abgegangen in den letzten Monaten. Kommerztypen wie die Fußball-Verräter in der Vorstadt sind einfach nicht so kultige Hass-Objekte wie gestandene Fußballer, denen auch bald mal was anzulasten ist. Es blieb beim 1:1 und sehr geehrter Herr Präsident Strasser, das Feuerzeug am Spielfeld verzeihen sie uns – so was kann man schon mal als Trinkgeld für grandiose Unterstützung der Mannschaft verkraften.

Im Abstiegskampf somit nichts Neues, es bleibt spannend. Im Nachhinein noch eine sehr erfreuliche Meldung: Saalfelden kam im Nachtrag gegen den abgeschlagen Letzten, Schwarzach, über ein Remis nicht hinaus. Es dürfte also wenigstens das Spiel gegen uns die Saalfeldner müde genug gemacht haben, dass sie den Pflichtsieg nicht einfahren. So relativiert sich einiges im Leben und im Fußball. Am Samstag geht es weiter, Strasswalchen kommt an den Frohnburgweg – und hoffentlich viele, viele Violette.

29. April 2006:   Oberndorfer SK – PSV / SV Austria Salzburg   2:3 (2:1)

Was für ein schönes Frühlinswochenende könnte das sein, was für ein langes noch dazu mit dem Staatsfeiertag am Montag. Was für ein trostloses Wochenende könnte das aber auch sein, bei so unwirtlichem Wetter am Samstag – Regen, in Gebirgsgauen sogar Schnee bis ins Tal. Zwei Varianten für dieses Wochenende und schon am Sonntag kann man sagen, dass Austria Salzburg wieder einmal der Faktor war, der alles in die bessere Richtung gelenkt hat.

Für Samstag stand ein sogenanntes Auswärtsspiel am Programm. Es ging aber nicht weit weg, Oberndorf bei Salzburg war das Ziel. Grundsätzlich sind solche Trips bei Schönwetter angenehmer, passt das Spiel, kann es aber gerade bei Regen zum unvergesslichen Erlebnis werden. 750 Zuseher waren am Fußballplatz im Oberndorf, fast alle wollten natürlich Zeugen eines Auswärtssieges werden.

Danach sah es aber anfangs überhaupt nicht aus. Natürlich waren die Hausherren Favorit, aber dass sie durch einen Angriff nach so einfachem Strickmuster wie beim 1:0 zur Führung kommen, hätten sie sich wahrscheinlich selbst nicht gedacht – 6 Minuten waren da gespielt. Im Lebensmittelhandel längst obligat gab’s auch unsererseits diesmal eine Aktion „1 plus 1 gratis“, so unterlief Keeper „Sini“ einen anspringenden Ball, der kullerte dann 4 Minuten nach dem Führungstreffer gleich zum zweiten mal ins Netz – 2:0 nach nur 10 Minuten, war’s das? Man konnte nichts anderes annehmen, zumal beinahe noch das 3:0 gefallen wäre. Aber Fußball wäre nicht Fußball, würde alles nach vorgezeichnetem Muster ablaufen. So keimte schon in der 18. Minute plötzlich wieder Hoffnung auf, als Luka Kovacic den Anschlusstreffer erzielte. Zur Pause blieb es beim gottlob nur knappen Rückstand. Nach Seitenwechsel waren die schnellen Biertrinker im Vorteil, da gab’s nämlich schon nach wenigen Minuten das Highlight des Spiels zu sehen: Milan Pavlovic, der Spielertrainer dessen Freistöße in letzter Zeit nicht den gewünschten Erfolg brachten, nahm sich trotzdem wieder ein Herz. Wir sind nicht mehr in Zeiten des Fernseh-Fußballs, daher kann keine zentimetergenaue Angabe über die Distanz gemacht werden. Aber es müsste eigentlich reichen, die Entfernung als extrem weit deutlich zu machen. Beim etwas kuriosen Anlauf von Milan dachte man schon „der wird doch nicht, der ...“ – aber der wird doch!!! Der donnerte die Kugel mit einer unfassbaren Wucht genau unter die Querlatte. Die unwiderstehliche Flugbahn des Balles und die unendliche Kraft, die in diesem Hammer-Schuss steckte, zeigte sich, als der Ball am Tor angekommen war – sonst wäre die Kugel auch nicht von der Unterkante der Querlatte ins Tor gesprungen. Der Jubel über diesen Ausgleich war ebenso sehenswert wie das Tor selbst. Jetzt waren die Violetten am Drücker und sie wollten den Sieg, die Spieler genauso wie die Fans. In der 73. Minute kam der Lohn für ganz viel Einsatz am regennassen Platz, Luka Kovacic traf zur 3:2-Führung der Salzburger. Der starke Neuzugang wird immer mehr zum wertvollen Stürmer und die Fans zeigten, dass ein solch emotioneller Torjubel wie beim Traumtor zum Ausgleich auch bei einem „normalen“ Treffer möglich ist. Ein gewisses Zittern um den Sieg konnten uns unsere Jungs zwar nicht ersparen, aber es war doch auszuhalten. Der Schiedsrichter hatte auch früher ein Einsehen als z.B. beim Spiel gegen Eugendorf und so war nach Ablauf der regulären Spielzeit auch tatsächlich bald Schluss. Eine wunderschöne Jubel-Traube in Violett-Weiß war das Bild des Tages.

Es war ein absolut sehenswertes Spiel, toller Spielverlauf und viel Einsatz. Der Regen war nicht nur egal, er war sogar förderlich für ausgelassene Stimmung auf den Rängen und vor allem für viel Kämpferherz am Feld. Das gestärkte Selbstvertrauen aus diesem Spiel soll jetzt für Montag unser Trumpf im Sechspunkte-Spiel gegen Saalfelden sein, leider haben die Pinzgauer auch einen Trumpf: Ihr Spiel gegen Schwarzach wurde abgesagt, daher sind sie für Montag besser ausgeruht. Es wird sich zeigen, wer die wertvolleren Vorteile hat und wer diese besser ausnützen kann.

22. April 2006:   PSV / SV Austria Salzburg – Henndorf   2:3 (2:1)

Heimspiele: Der wohl aussichtsreichste Schlüssel für eine Mannschaft im beinharten Abstiegskampf – egal in welcher Liga. Hauptgrund: Heimvorteil. Im Vergleich zum ersten Frühjahrsheimspiel gegen Eugendorf fiel dieser allerdings leider um 500 Leute schwächer aus – es kamen 1200 Zuschauer an den Frohnburgweg. Unter dem Strich natürlich immer noch eine überwältigende Landesliga-Kulisse, die für die Spieler schon zu den Grundwerten des Fußballspiels (Einsatz, Kämpferherz) verpflichten sollte. Noch dazu gab’s Beistand einer Legende: Otto Konrad, Torhüter-Ikone aus den bisher besten Zeiten von Austria Salzburg in den 90er-Jahren, machte diesem Spiel den Ehrenanstoß.

Für die Führung in diesem Spiel war von diesen Grundwerten gar nicht allzu viel nötig, schon in der 4. Minute konnte Kapital aus einem Eckball geschlagen werden – 1:0 für Salzburg. Das wieder wunderbare Wetter passte perfekt zum gelungenen Auftakt in dieses Spiel. Schon in der 8. Minute allerdings ist der Henndorfer Helminger für uns auf die Euphoriebremse getreten – Ausgleich, 1:1. Sollte es aber doch unser Tag werden? In der 36. Minute bekam unser Berni Huber eine Torvorlage edelst und von den Gästen selbst gastfreundlich serviert, dass man eigentlich Trinkgeld hätte geben müssen. Eher bekommt man im Heißhunger eine Leberkässemmel nicht in den Magen als diesen Ball nicht ins Tor. Der coole Glatzkopf machte das Ding natürlich – 2:1, die Führung war zu diesem Zeitpunkt nicht zwingend verdient, sie war billig und der Genuss versüßte die Pause.

So konnte Otto Konrad ganz entspannt mit Didi Ziesel beim Halbzeit-Talk plaudern. Jetzt können wir uns darüber im Klaren sein, dass bei den unvergessenen Europapokalspielen und bei all den großartigen Meisterschaftsspielen in den 90er-Jahren mit Otto Konrad hundertprozentige Überzeugung für einen verdienten Traditionsklub zwischen den Pfosten gestanden ist.

Die 2. Halbzeit begann gar nicht so schlecht – zumindest besser, als sie später enden sollte. Es wurde versucht, Druck aufzubauen um die Führung auszubauen. Schließlich sollte noch etwas Kraft in den Beinen sein, für die Pausenführung musste man nicht allzu viel investieren. Doch richtig optimal kam kein Violetter mehr in Schussposition, ein dritter Treffer wurde doch verabsäumt. Wie es beim Fußball so ist, ging der Schuss nach hinten los – Henndorf glich aus. Dass man sich dann nicht mehr aufrappeln konnte war die eigentliche Ernüchterung des Tages. Dazu kam dann noch das Tüpfelchen auf dem i mit einem umstrittenen Elfmeter für die Henndorfer. Sini’s Engel waren diesmal auch nicht dabei – 2:3, Henndorf in Führung. Für eine Schluss-Offensive reichten die Kräfte unserer Spieler leider nicht mehr – aus den besten Phasen des Spiels konnte man kein zählbares Kapital schlagen und so verlor man ein „leichtes“ Spiel, falls es leichte Spiele gibt – dieses wäre so eines gewesen.

Natürlich ist diese Niederlage eine weitere Arschkarte im Abstiegskampf. Leider hilft aber auch langes Nachtrauern nichts, schon am kommenden langen Wochenende gäbe es 6 Punkte abzuholen – auswärts in Oberndorf und am 1. Mai beim Heimspielen gegen Abstiegskonkurrenten Saalfelden.

17. April 2006:   FC Puch – PSV / SV Austria Salzburg  0:0

Dass sich ein echter Salzburger am Karsamstag über einen Auswärtssieg bei Rapid gefreut hat ist so unwahrscheinlich, wie dass an besagtem Tag die Kirchenglocken geläutet haben. Am Ostermontag sollten die zurückgekehrten Glocken die Rückkehr der Austria in die Erfolgsspur einläuten, nachdem es am Samstag beim 1:3 in Hallwang nicht nach Wunsch gelaufen ist.

Was haben eigentlich die „Violetten“, Fans der Salzburger Austria mit den Österreichischen Bundesbahnen gemeinsam? Immer weniger! Bis vor kurzem war das ein schlechter Ruf. Doch während die ÖBB immer mehr den Weg gehen, die eigenen Kunden zu schikanieren und sich damit den Unmut selbst weiter herbeibeschwören, sind die Fans von Austria Salzburg auf Image-Tournee. Wie auch der offizielle Verein bereits mittels Newsletter bestätigt, gibt es bisher durchwegs positive Stimmen zu Violett-Weiß in der Salzburger Landesliga. Auch wenn der Weg steinig und kompliziert ist, aber so gehört es gemacht: Wir ziehen durch die Dörfer und bessern unser ramponiertes Image auf. Immerhin, eine Gemeinsamkeit gab’s dann doch am Ostermontag: Ein Großteil der violett-weißen Fangemeinde war mit einem Regionalzug der Bahn vom Salzburger Hauptbahnhof  zum Auswärtsspiel beim FC Puch angereist.

Vom Bahnhof zum Stadion (oder doch bloß Fußballplatz?) war es ein kleiner Fußmarsch, der geschlossen beschritten wurde – ein sehenswerter Aufmarsch der Fans für ihren Traditions- und mittlerweile Kultklub. Auf der Anlage des FC Puch waren es dann mehr als 1000 zahlende Besucher (lt. FC Puch 1100, lt. SV Austria Salzburg 1300). Fast alle wollten sich den Ostermontag versüßen und einen Sieg von Austria Salzburg miterleben. Sogar der Platzsprecher war so angetan von Violett-Weiß, dass er sich für dieses Spiel als Neutraler bekannte. Es ist halt auch Jahre später nicht von der Hand zu weisen, dass unser Verein 1994 im UEFA-Cup-Finale stand, sich hervorragend in der Champions League präsentierte, Meister wurde, ... Alle haben die Salzburger Austria gemocht, wir lieben sie und das heute noch.

Eine wunderschöne Luftballon-Choreographie in unseren Farben als Intro zum Spiel sollte die Kicker motivieren. Tatsächlich fühlten sich die 11 Mann in Violett-Weiß auch angesprochen. Favorit war natürlich der FC Puch, unsere Kicker ließen das Papier aber nie durchblicken und zogen ein tolles Spiel auf. Besonders in der 1. Halbzeit wurde mächtig Druck aufgebaut, leider fehlte beim Abschluss das entscheidende Schlitzohr. Einen Rückstand mussten wir nie richtig befürchten. Das 0:0 zur Pause war ein Resultat von zu wenig Effizienz der Violetten, dennoch natürlich ein gutes Ergebnis. Fans wie Spieler der Salzburger Austria wollten in der 2. Halbzeit natürlich den Sieg, aber den Kickern ging verständlicherweise allmählich die Luft aus. Dem Höllentempo aus der 1. Halbzeit mussten die Jungs Tribut zollen, dazu steckte auch das Hallwang-Match in den Beinen, das schließlich erst seit 48 Stunden Vergangenheit ist. Die Partie plätscherte jetzt dahin, ein Tor lag nicht mehr so in der Luft wie noch vor Seitenwechsel. Wenige Minuten vor Schluss hätte es aber doch noch klappen können mit dem ersehnten „Dreier“: Ein Foul der Pucher sahen fast alle innerhalb der Strafraumgrenze, der Schiedsrichter verlegte den Tatort allerdings auf außerhalb und entschied nur auf Freistoß, der nichts einbrachte. Dennoch wollen wir dem für die Linien verantwortlichen Platzwart des FC Puch keinen allzu großen Vorwurf machen, Schiedsrichter-Fehlentscheidungen gab es auch schon bei Bundesliga-Heimspielen der Austria in Kleßheim-Zeiten, dort waren die Linien am Kunstrasen stets bestens sichtbar. Es blieb beim torlosen Remis.

Das Ergebnis wurde danach mit unseren Spielern gefeiert, dabei könnte man durchaus auch einem Sieg nachtrauern. Weiter geht’s jetzt am Samstag mit dem Heimspiel gegen Henndorf. Mit dem in Hallwang ausgeschlossenen Bulut Dönmez steht für das Henndorf-Match ein starker Spieler wieder zur Verfügung. Kommt alle zu unserem Heimspiel am Samstag, erlebt Fußball pur – Niemand siegt am Frohnburgweg!

8. April 2006:   Fußball-Gottesdienst bei der Auferstehung der Austria

Vor exakt 313 Tagen, am 29. Mai 2005 fand zum vorläufig letzten mal ein Spiel von Austria Salzburg statt. Es war ein wunderschöner Tag, im letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison 2004/05 gab es gegen Bregenz einen 2:1-Heimsieg, der gefeiert wurde – mit einem ganz schlechten Gefühl im Bauch wie wir wissen. Nach 10 Bundesliga-Runden mit dem nunmehrigen Stadtrivalen R** B*** war es erstmal vorbei mit wöchentlichen Reisen in die Bundesliga-Stadien. Es folgten heitere Videoabende und sonstige Feiern, bei denen Stück für Stück allmählich Informationen durchgedrungen sind, wie es mit Austria Salzburg weitergehen wird.

Wir schreiben Samstag, den 8. April 2006 – und es soll jetzt wieder weitergehen mit Violett-Weißem Fußball in der Stadt Salzburg. Drei Ligen hat die Übernahme des verdammten Weltkonzerns den Verein SV Austria Salzburg gekostet. Statt Abstiegskampf in der höchsten Spielklasse, gibt’s jetzt selbiges in der 1. Salzburger Landesliga. Als Partner für die Zusammenarbeit ergab sich der PSV Schwarz-Weiß (Polizeiverein). Das planmäßig erste Spiel im Frühjahr wäre am 25. März gegen Saalfelden gewesen (Heimspiel). Dieses Match und das Auswärtsspiel in Puch mussten aber gleich mal verschoben werden, der lange Winter macht zu schaffen. Mit dem Heimspiel gegen Eugendorf (3. in der Tabelle) soll es jetzt also endlich losgehen. Gespielt wird am PSV-Platz (Alpenstraße, Frohnburgweg). Vor einer Woche wurden unter großem Jubel unter anderem die neuen violett-weißen Trikots präsentiert. Mit dieser Bekleidung soll die Begeisterung endlich zurück kommen zu den beseelten Fans dieses Traditionsklubs.

Der Fußball-Gott hatte sich an diesem Tag zu Violett bekannt, das Wetter war eine Pracht. Keine Wolke weit und breit, blauer Himmel und grüner Rasen – Fußball-Herz, aber du willst noch soviel mehr. Bereits Stunden vor Spielbeginn wurde am PSV-Platz geschuftet, Fans bauten Bier-Stände an den Spielfeld-Ecken auf, die Arbeit beschränkt sich nicht mehr nur auf das Aufhängen von Transparenten. Am Eingang wurden Info-Blätter verteilt. Diese soll es ab sofort bei jedem Heimspiel geben, so sollen alle wissen, was sie rund ums Spiel erwartet. Als die Spieler zum Aufwärmen auf den Platz kamen, hatten waren schon die wunderschönen violett-weißen Stutzen zu sehen. Das Feeling kam Stück für Stück wieder in unsere Welt zurück. Ein großes Stück auf dem Weg zurück zur Emotion von früher war, als Didi Ziesel das Mikro in die Hand nahm und in seiner bewährten Art und Weise die Minuten bis zum Anpfiff vergehen ließ. Er machte es unverkennbar, so wie immer und vor allem von ganzem Herzen. Was immer nicht mehr so sein mag wie früher, Stimmbruch hat die Austria keinen erlitten – wir haben unseren Platzsprecher, eine treue Seele und ein Herz, das violettes Blut durch die Adern pumpt. Dass die Namen der neuen Spieler nicht auf Anhieb so leicht von den Lippen gehen würde, war ohnehin klar. Mystische Klänge beim Einmarsch, Gänsehaut pur in den Momenten der Auferstehung unseres Fußballklubs, den wir irgendwann in unserer Vergangenheit für uns entdeckt haben und dem wir ewige Treue geschworen haben. Ein Spruchband der Freunde aus Udine war der perfekte Untertitel zu diesen Momenten: „Willkommen Austria Salzburg – Der größte Sieg über den modernen Fußball“ Die Fans zeigten sich von Beginn an von der allerbesten Seite: Es gab eine wunderschöne Fähnchen- Choreographie in den Klubfarben, Doppelhalter kamen dazu und das Bild der auferstandenen Salzburger Austria war komplett. Alles war bereit für das Spiel und die Violetten hatten auch gleich Anstoß.

Das Spiel fügte sich dem erfreulichen Tag perfekt ein. Vom Publikumsliebling, Spielertrainer Milan Pavlovic (für dieses Spiel gesperrt) waren die Jungs in Violett-Weiß perfekt eingestellt. Milan gab sich ganz cool und entspannt in lässigem Outfit (weißes Hemd mit Aufnäher des Austria-Logos) und er sollte diese Ruhe auch nicht verlieren. Etwa 20 Minuten waren gespielt und schon gab’s auch wieder ein Tor für Austria Salzburg nach wunderschönem Spielzug. Der Torjubel war wie früher – zu den Klängen aus der Oper „Aida“ fielen sich die Violetten Kicker am Feld und die euphorischen Fans auf den Rängen in die Arme. Die vielen treuen Anhänger der Austria fanden auf einem unvergleichlichen Erdwall am Seitenrand des Spielfelds Platz. Einen kurzzeitigen Dämpfer zur Festtagsstimmung gab’s kurz vor der Pause, als Eugendorf per Kopfball ausgleichen konnte. Gleich nach Seitenwechsel hatten die Gäste dann eine große Chance zur Führung – vergeben. Wenig später, ebenfalls kurz nach der Pause, machte es Jelecevic besser, traf per Flachschuss schön ins Eck zum 2:1. Den Eugendorfern blieb aber noch so gut wie eine ganze Halbzeit, um hier Punkte mitzunehmen – und es wurde auch noch einmal spannend. In der anbrechenden Schlussphase zeichnete sich unser Torwart „Sini“ aus, indem er einen Elfmeter mit Fußabwehr parierte. Es ging noch einige Minuten hin und her – es war ein kämpferisches Spiel und eine absolute Zitterpartie. Doch beflügelt von 1.650 entfesselten Zuschauern, einer unglaublich lauten Fankurve (mit Echo, vielen Dank dem Supermarkt-Gebäude nebenan) und mittlerweile von eigenem Selbstvertrauen statt anfänglicher Nervosität spielten es unsere Jungs über die Zeit. Ein Ball kullerte nach kurioser Aktion kurz vor Schluss noch knapp am Tor vorbei – es wäre das 3:1 gewesen. In der langen Nachspielzeit vergaben dann auch die Violetten noch einen Strafstoß, das Jubelbad konnte aber niemand mehr verhindern.

313 Tage nach dem letzten Spiel gab’s also wieder einen 2:1-Heimsieg bei Kaiserwetter zu feiern. Diesmal ohne schlechtes Gefühl im Hinterkopf, R** B*** ist hinter uns, jetzt geht’s mit voller Motivation Schritt für Schritt zurück in hoffentlich wieder höhere Ligen.

Foto-Gallery Frühjahr 2006 in Violett-Weiß

 

Oktober 2005 bis März 2006 – Monate ohne die Salzburger Austria

Fotos aus den "Toten Monaten" der Salzburger Austria

31. März 2006:   Violettes Vorspiel – Das ist Austria Salzburg 2006

Jetzt ist es endgültig besiegelt, der SV Austria Salzburg meldet sich zurück in der schönsten Sportart der Welt, Fußball. Freitagabend gab es in der Itzlinger „Funhall“ einen interessanten Abend, jede Menge Spannung und am Ende restlos glückliche Gesichter. Von der Bühne aus sprachen unter anderem der aus der „Kronen Zeitung“ bekannte Hannes Krawagna, der zukünftige Spielmacher der Austria, Milan Pavlovic und die beiden Vize-Präsidenten der Salzburger Austria zu den Fans. Beim Höhepunkt des Abends blieb es einer Fan-Legende in Violett-Weiß vorbehalten, die Hauptrolle zu spielen: Als „Schützei“ die Puppe mit dem neuen Austria-Salzburg-Trikot enthüllt hat, richteten sich die Blicke plötzlich nicht mehr auf dessen originelle Lederhose und seinen sensationellen Strickpullover auf Hausfrauenart. Vor Visionen nahmen sich die Herren auch kein Blatt vor den Mund, zumindest bundesweit sollte unser Verein in einigen Jahren wieder kicken können – mehr soll immer möglich sein. In den Minuten dieser Präsentation ging auch die offizielle Vereinshomepage (sv-austria.at) online, auch diese wurde vorgestellt. Für Speisen und Getränke war bestens gesorgt, der Renner waren aber die neuen Vereins-Fanartikel. Vom Schal in groß und klein bis zum Original-Trikot, von kleinen Aufnähern bis zum Fan-Shirt war für alles gesorgt. Die vielen Mitglieder konnten sich bereits ihre (genial aussehenden) Mitgliedskarten abholen, die Dauerkarten (ebenfalls in feinster Optik) fanden auch reißenden Absatz. In einer Woche soll es jetzt dann tatsächlich losgehen, wenn am Samstag (8. April 2006) die Jungs in Violett-Weiß zum Heimspiel gegen Eugendorf einlaufen, dann werden wir wissen, warum wir so geduldig waren. Wer immer noch nicht überzeugt ist möge den Verlauf verfolgen, Salzburg und Fußball – das ist Violett-Weiß und nennt sich SV Austria Salzburg 1933.

„Violettes Vorspiel“ – 20 Fotos online

4. Februar 2006:   Glory Days IV – Unser Weg mit Austria Salzburg

Mit Gerüchten aber ohne Klarheit ist der erste Monat in „unserem Jahr 2006“ verstrichen. Tag 35 im Mozartjahr sollte nun endgültig Klartext sprechen, wie der Weg der Austria jetzt aussehen wird. Die Informationen verpackt im letzten Videoabend unter dem Motto „Glory Days“ sollten nach mäßigem Besuch bei „GD 3“ wieder ganz viele Interessierte ins Itzlinger „Testa Rossa Caffé“ locken.

Alle Erwartungen wurden am 4. Februar dann erfüllt. Das UEFA-Cup Finalrückspiel der Austria 1994 bei Inter Mailand war auf der Videowand zu sehen, allerdings geriet dies am Samstagabend völlig in den Hintergrund. Alle wollten wissen, wohin sie ihr Weg mit Austria Salzburg führen wird. Die Herren Neugründer hatten ein Einsehen und brachten die angekündigten Neuigkeiten gleich zu Beginn des Abends an die lebendige Fangemeinde in violett-weiß.

Die Vizepräsidenten in der neuen Ära der Salzburger Austria sind Moritz Grobovschek und Thomas Karl (Bild, Vordergrund). Eine ansehnliche Schar von Violetten horchte den beiden gespannt zu, als sie auspackten. Sie verkündeten, dass der Sportverein Austria Salzburg als ersten Schritt der Wiederbelebung eine Kooperation mit der Fußballabteilung des Salzburger Polizeisportvereins (PSV Schwarz-Weiß) angehen wird. Ein ganz wichtiger Wunsch vieler konnte erfüllt werden, der Spielbetrieb soll aller Voraussicht nach Ende März mit dem Heimspiel gegen die SG Saalfelden starten. Heimstätte wird zunächst ein Platz auf der Sportanlage des PSV sein, wobei das ein Problem aufwirft: Eine Tribüne für standesgemäßen Support gibt es dort nicht, auf dem Weg zu einer solchen stehen große Hindernisse noch im Weg – eine Menge Geld würde die Anschaffung auf jeden Fall verschlingen, dazu kommt ein Kampf um die Bewilligung, die Sportanlage befindet sich in einem Naturschutzgebiet. Die großen Medien beschäftigte dieser Abend noch nicht, vor dem Schritt der endgültigen Vollzugsmeldung sind offenbar noch Details abzuklären.

Während wir mit dem geduldigen Warten auf den Spielbetrieb noch etwas durchhalten müssen, spüren wir aber schon ganz deutlich, dass der Verein selbst längst wieder mit Leben angehaucht wurde. So organisierten die Verantwortlichen der Austria im Rahmen dieses Abends eine sehr nützliche Altkleidersammlung. Unter dem schlichten aber ergreifenden Motto „Die Austria für Salzburger“ sammelten die Violetten reichlich Textilien, damit den frierenden Salzburger Obdachlosen, die in der „Wärmestube“ bei ihrer Herbergssuche fündig geworden sind, endlich einmal warm wird in diesem harten Winter. Wie vermeldet wurde, konnte den armen Leuten eine ganze Lieferwagen-Ladung – in Summe etwa 8 Kubikmeter – überbracht werden. Damit sollte mal nachhaltig sichergestellt sein, dass künftig keiner in der Wärmestube mehr frieren muss. Fazit: Mit Austria Salzburg wird einem warm ums Herz!

Jetzt heißt es noch einige Wochen eisern durchhalten, bis dann am 25. März unsere violett-weiße Austria Salzburg einläuft und hoffentlich die Jungs von der SG Saalfelden gleich mal mit einer Packung zurück in den Pinzgau schießt.

Gebt alles für unseren Verein! SV Austria Salzburg, unsere Stadt braucht als „Bühne der Welt“ den Stolz, den sie sich verdient!

Willkommen 2006 in unserem Jahr

Mozart jubiliert, Austria Salzburg agiert, Red Bull krepiert – so wird 2006 zelebriert! Hoffentlich. Ersteres ist ohnehin gewiss, das Wichtigste haben wir selbst in der Hand und über letzteres brauchen wir uns gottlob nicht mehr den Kopf zerbrechen. Die Aussichten sind also bestens für das neue Jahr, auch wenn wir natürlich nicht glücklich darüber sind, von diesem gewissen Nullpunkt aus neu starten zu müssen. Aber nach alldem, was Salzburg schon überstanden hat, sind wir ganz fest davon überzeugt, dass wir auch diese Situation meistern können und ab jetzt wird kräftig angepackt!

Ab sofort wird für salzburgfans.com durch gezielte Maßnahmen auch außerhalb des Internets etwas Werbung gemacht. So ist jetzt eine erste Auflage von Domain-Visitenkarten im praktischen Kreditkarten-Format fertig. Unter anderem sollen einige dieser Karten bei Spielen von Austria Salzburg oder sonstigen Zusammenkünften der Fan-Familie in Violett-Weiß verteilt werden. Dazu an dieser Stelle ein kleiner Hinweis: Wer im Dezember 2006 noch im Besitz einer solchen Karte ist, der hat die besten Voraussetzungen auf ein violett-weißes Weihnachtsgeschenk – Ende des Jahres kommen wir darauf zurück!

Auf also zu 365 Tagen in violett-weiß, bald ist Austria Salzburg wieder startklar – 2006, unser Jahr!

3. Dezember 2005:  Glory Days III – Hattrick für die violette Videoreihe

Noch in der Vorweihnachtszeit wollte die Initiative Violett-Weiß die gemütliche Videoreihe „Glory Days“ mit der 3. Auflage zwischenzeitlich erstmal abrunden. So geschehen am Samstagabend, 3. Dezember – leider merklich auf Kosten der Gästezahl. War bei den ersten beiden Abenden die Hütte randvoll, so hätte diesmal wohl auch noch etwa ein Rainer Calmund platz gehabt im „Testa Rossa Caffé“ bei der „Funhall“ in Salzburg-Itzling. Während das Rückspiel vom UEFA-Cup Semifinale 1994 der Salzburger Austria im Karlsruher Wildparkstadion auf der Videowand zu sehen war, gab’s Gemütlichkeit pur – Wiener Kaffeehäuser, wir stehen euch um nichts nach ;-) Natürlich hätte man gerne noch einmal so viele Leute dabei gehabt wie bei den Abenden davor, jedoch muss sich die violette Fangemeinde natürlich keine Sorgen um ihre Anhänger machen – in der Zeit der Perchtenläufe, Weihnachtsfeiern, Familienverpflichtungen usw. ist das durchaus ausschließlich damit zu begründen. Der beste Beweis dafür ist wohl das rege Interesse an den Mitgliedschaften beim SV Austria Salzburg. Die Helden, die ganz an der Front sind wenn jetzt die Austria wiederbelebt wird, halten sich zwar vornehm zurück mit offiziellen Meldungen, doch dass unsere Austria jetzt schon mehr Mitglieder hat als noch vor dem R** B***-Einstieg, ist ein offenes Geheimnis. Dem Vernehmen nach war’s der letzte Abend dieser „Glory Days“ vor Weihnachten und in diesem Jahr, aber 2006 sollte die gute Idee Fortsetzung finden.

20. November 2005:  Good Bye Lehen – Die letzte Ehre für DAS Stadion

Es ist zwar schon fast wieder 3 Jahre her, als unsere Salzburger Austria das letzte Spiel im Lehener Stadion bestritten hat, doch weil der Mythos nach wie vor aufrecht ist und das Stadion erst jetzt abgerissen wird, sollte vorher noch einmal ein Fest stattfinden. Die Stadt Salzburg tat damit vor allem den Fans von Austria Salzburg einen Gefallen, konnte doch Werbung gemacht werden für Fußball – und somit für Violett-Weiß in Salzburg, war immer so und soll immer so sein. Viele waren gekommen um bewusst die letzten Schritte in diesem Stadion zu setzten, das wir alle mit Sicherheit nie vergessen werden. Was besonders gut ist: Diese vielen waren Violett-Weiße aller Altersschichten, Leute die zwar in die Champions League wollen, aber eben mit Fußball statt Marketing, mit unserem Verein Austria Salzburg. Irgendwie passte das Wetter zum Anlass: Ein Horizont grau in grau, ein eisig kalter Novembernachmittag zwischen Spätherbst und Winter. Beste Voraussetzungen für die letzte Gänsehaut in diesem Stadion – und sie kam: Als nämlich in dieser schwierigen Zeit Persönlichkeiten aus glorreichen Tagen und andere prominente Leute mehr oder weniger deutliche Bekenntnisse zur Violett-Weißen Austria Salzburg und deren treuen Fans anklingen ließen und die Menge der Besucher jeden Seitenhieb ganz sensibel bewertete, war man stolz wie immer, Fan von Austria Salzburg zu sein. Einige der großen Spieler der legendären „94er-Mannschaft“ kamen auf die Bühne und wurden – mit einer Ausnahme (der Name wird nicht erwähnt) – noch einmal bejubelt. Im Stadion gab’s schon vorweihnachtliche Gastronomie mit Glühwein und heißen Maroni. Die Band „Straight up“, die immer schon tonangebend war, wenn die Austria zu würdigen war, heizte auf der Bühne ein – Höhepunkt waren die Vereinssongs der Salzburger Austria. Am Ende wäre es gar nicht mehr nötig gewesen, dass man auch noch von der Niederlage der Dosen-Jünger aus der Vorstadt hören konnte. Was von diesem Fest in Erinnerung bleiben wird ist die Besinnung der Veranstalter und Besucher zu SV Austria Salzburg in Violett-Weiß und in der Stadt Salzburg und damit verbunden: Gemeinsamkeit und Demokratie statt Diktatur, Tradition statt Kommerz, Fußball statt Event, ... Die Stadt für Violett-Weiß, Austria Salzburg für diese Stadt. Gegen 19:33 Uhr fand das letzte große Fest im Lehener Stadion mit einem schlichten aber schönen Feuerwerk sein Ende. Die Abrissarbeiten sollten bald vorbei sein, im Frühjahr 2008 sollte dann die „Neue Mitte Lehen“ fertig sein. Darunter versteht sich ein Seniorenheim, die Stadtbibliothek, ein Einkaufszentrum, Café, Bar, ... Das Spielfeld des Lehener Stadions wird Grünfläche bleiben, ein Park soll als Kern der „Neuen Mitte Lehen“ die Verbindung zum alten Lehener Stadion zeigen.

Der immerwährende Stolz bröckelt nicht, er wächst Tag für Tag! Eine Stadt, ein Fußballklub: Violett-Weiß seit eh und je, das ist warum ich nur auf Austria Salzburg steh’!

Fotos vom Abrissfest für das Lehener Stadion

Video: „Good Bye Lehen! – Ein trauriges Fest”

12. November 2005:  Glory Days II – Fortsetzung der violetten Videoreihe

Zwei Wochen nach dem grandiosen Auftakt der Videoabende in Violett-Weiß unter dem Motto „Glory Days“, bat die Initiative Violett-Weiß all ihre Mitglieder, Unterstützer, Freunde und Sympathisanten zum zweiten Teil dieser Videoreihe. Das „Testa Rossa Caffè” bei der “Funhall” in Salzburg-Itzling wurde erneut zur bullenfreien Zone erklärt und man sah ganz deutlich, dass es in Salzburg sympathischere Charaktäre gibt als benebelte Leute, die gegen Geld eine Schnitte Hirn von sich abschneiden und so in den „Bullenstall“ in der Vorstadt pilgern. War es letztens noch ein Freitagabend, wurde diesmal ein Samstag für’s gemütliche Beisammensein gewählt. Vielleicht nicht zuletzt deshalb war die Hütte diesmal noch voller als noch vor zwei Wochen – obwohl es ja auch damals schon eng war wie in den effektivsten Legebatterien. Man schaute sich diesmal das Viertelfinal-Rückspiel im UEFA-Cup (März 1994) an. Die Austria hatte einen 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel in Wien zu verteidigen, verlor das Spiel auswärts bei Eintracht Frankfurt mit 0:1. Nachdem die Verlängerung keine Entscheidung brachte, kam es zum Elfmeterschießen. Die Augen der vielen Leute mit den violetten Herzen leuchteten auch jetzt noch, wenn man noch einmal bei den Heldentaten von Otto Konrad im Elfmeterschießen zusehen konnte. Wie fast alle noch wissen, der legendäre Torwart von Austria Salzburg hat damals 2 Elfmeter pariert und den entscheidenden letzten Elfer selbst verwandelt und so den Violetten den weiteren Weg ins Finale freigemacht. Im Rahmen des Abends konnten die Besucher auch an den Verkaufsständen der Fanclubs wieder zuschlagen, vor allem die neuen violetten Polo-Shirts mit Austria-Wappen finden nach wie vor großen Anklang. Fortsetzung folgt!

28. Oktober 2005:  Glory Days – Videoabend in Violett-Weiß

Die klare Niederlage der Dosentruppe am Nationalfeiertag in Innsbruck war zwar eine kleine Freude für einige Violette, weil allerdings hausgemachte Glücksgefühle auch sehr gut tun, lud die Initiative Violett-Weiß Freitagabend zum gemütlichen Beisammensein im Rahmen eines Videoabends. Schauplatz war ein Café im Stadtteil Itzling, zu sehen gab’s den unglaublichen Fight im Rückspiel der 3. UEFA-Cup-Runde gegen Sporting Lissabon im Lehener Stadion von Dezember 1993. Alle Erwartungen wurden erfüllt: Volle Hütte, alle gut gelaunt und dass das Spiel an der Videowand den richtigen Ausgang nehmen würde, war ja ohnehin schon klar. Es war hochinteressant, auch 12 Jahre danach dieses Spiel noch einmal in voller Länge genießen zu können. Wer erinnert sich nicht noch an die Weitschusstore von Lainer und Hütter, welche der Austria die Verlängerung ermöglichten und letztlich das Traumtor von Martin Amerhauser als Schlüssel zum Viertelfinale. Nebenbei konnte man mit echten Fans der Austria über Erinnerungen plaudern, die uns keine Kommerz-Fabrik dieser Welt nehmen kann. Das Schöne daran ist, dass man sich schon mal selbst als Kenner der damaligen Zeit sieht, aber dennoch ständig neue interessante Dinge erfährt. Der Abend brachte richtige Gänsehautstimmung, 12 Jahre nachdem dieses Spiel stattgefunden hat. Der Originalkommentar von Robert Seeger sprach den Violetten besonders an Tagen wie diesen aus der Seele, das Spiel war äußerst sehenswert und das Drumherum war perfekt an diesem Abend. Weil es allen so gefallen hat, riecht es stark nach Fortsetzung – auf den nächsten Videoabend in Violett-Weiß unter dem Motto „Glory Days“!

1. Oktober 2005:   Viola-Party

Anlässlich des 50. Geburtstags einer ganz ehrenwerten Person in violett-weiß, wurde am Samstag, den 1. Oktober 2005 bei Abersee eine Viola-Party veranstaltet. Für einen Unkostenbeitrag konnte man nach Lust und Laune trinken und auch Kleinigkeiten speisen. Von der Auswahl mehrerer Biersorten bis hin zum Cola war alles dabei. Für Autofahrer gab’s reichlich „Dark Dog“. Als Location diente ein uriger Stadel, eine richtig ländliche Kulisse also. Vor Ort gewesene konnten sich exklusiv Informationen zu den Plänen der Wiederbelebung des Salzburger Fußballs einholen. Details dazu gibt’s an dieser Stelle keine – viele die es etwas angeht, kennen die Pläne nun ohnehin selbst, andere Violette haben bestimmt ihre Quellen. Was hier verraten werden kann, da es ohnehin kein Geheimnis mehr ist: Das Mozartjahr 2006 wird nicht ohne Austria Salzburg in violett-weiß verstreichen. Das Wichtigste an der Sache war natürlich das Feiern des Jubilars und ferner klarerweise das Bekenntnis zu uns Fans der Salzburger Austria.

Alles Gute auch an dieser Stelle nochmals an „Schützei“ zu seinem 50. Geburtstag. Violett-Weiß seit 1955, das Leben des Jubilars als Motto zur Viola-Party.

 

Saison 2005/06 (Runden 1–10; Der Kampf gegen den Kommerz)

Fotoalbum 2005 – Kampf gegen Kommerz bzw. Red Bull

18. September 2005:  Salzburg – Austria Wien  1:0 (1:0)

Während das von der Fanszene der Mozartstadt organisierte Aktionswochenende gegen den modernen Fußball an diesem Wochenende europaweit (und sogar darüber hinaus, ein Dankeschön auch nach Übersee) seine Kreise gezogen hat, stellen sich die treuen Violetten Fans der Salzburger Austria an diesem Sonntag letztmals in den noch verbliebenen Stehplatz-Sektor Süd des Stadions in Kleßheim.

 

In den letzten Wochen und Monaten hat sich natürlich eine gewaltige Menge Hass auf Red Bull und auf alles, was diesem Unternehmen nahe steht, aufgebaut. Dass der Unmut nie richtig ausgelassen wurde, ist ein Verdienst von allen Violetten für die Initiative Violett-Weiß. Die Initiative war stets auf Sachlichkeit bedacht, hat auf diesem Weg alles erdenkliche gemacht, um unsere Forderungen zu erfüllen. Den Weg der Sachlichkeit wird die Initiative Violett-Weiß beibehalten, allerdings nicht mehr darauf bedacht, mit Red Bull zu kooperieren. Weil der ganze Hass auf Red Bull in unserem Gemüt aber besser wieder der Liebe zur Austria weichen soll, wurde dieser natürlich beim Abschied von Kleßheim und den kommerzialisierten Konsum-Nutten rund um Red Bull natürlich noch so richtig herausgelassen.

 

Der Kommerz-Tempel, inoffiziell schon bestens bekannt als „Bullen-Arena“, war randvoll, zwei Fanszenen ergänzten ein sonst event-geiles Stadion-Publikum. Beide Szenen waren Violett-Weiß, keine der beiden war für den Heimverein, beide wollten Austria Wien siegen sehen. Der Gästeblock, weil es ihr Verein ist – der letzte Rest der einstigen Südtribüne, weil Red Bull für sie so was von das Allerletzte ist, dass sogar einer der größten Rivalen der einstigen Austria Salzburg gegen sie siegen darf und soll. Die Wiener präsentierten ganz passend ein Transparent: „Violett ist die Heimat!“ Wir luden die Hauptstädter unsererseits zu Gesängen im Kanon zu pro Violett und anti Red Bull ein, die Jungs aus Favoriten machten da gerne mit. Die neuen „Fans“ der roten Bullen antworteten mit „Red-Bull“-Chören (!). Das Stadion wurde überflutet von Hass-Tiraden gegen Red Bull. Jeder bekam seine Rechnung, ausgenommen wieder mal der „Kaiser“, aber bei dem tun sich ja selbst die Deutschen Medien schwer, ihn so in die Kritik zu nehmen, wie jeden anderen auch – verdient hätte es auch er. Optisch garniert wurde unsere letzte Darbietung in Kleßheim natürlich zum einen durch Spruchbänder. Zu denen aus der untersten Schublade (jene, die sich die ganzen Vollidioten verdient haben!!!) gesellte sich auch das ein oder andere recht originelle – schon ganz amüsant, wie etwa der dicke Klubsekretär die Rechnung präsentiert bekam („R. Mirtl: Lieber Französisch im Puff als Englisch im Büro), eine moralische Abfuhr für einen Verräter der Salzburger Austria. Der optische Höhepunkt des Tages und zugleich Schlusspunkt für uns Violette in Kleßheim war aber eine kongeniale Einlage knapp 20 Minuten vor Spielende, wo weder Bengalische Feuer, noch mächtig Rauchtöpfe, noch purer Hass fehlte – unter dem Motto: „Die Austria wird euch alle überleben!“ Daraufhin gingen wir unter dem Applaus der von Red Bull angepassten Leute aus dem Stadion. Doch das freche Klatschen kam zu früh: Außerhalb des Stadions ging nochmal mächtig die Post ab, Bengalen flogen von außen noch ans Stadion, die Exekutiv-Bullen waren von Violett mehr gefordert, als die roten Bullen von Violett am Spielfeld. Es ging richtig die Angst um. Wenn es auch kein Denkzettel gewesen sein mag für den modernen Fußball (diese Leute, die es zu bekämpfen gilt, denken nicht!!!), so war es doch ein würdiger Abschied von all den dummen Leuten hier und ein klares Bekenntnis zur VIOLETTEN Linie der Tradition, Emotion und guter Fußball-Kultur.

Abschließende Botschaft an die roten Bullen: Wir brauchen nichts von euch. Euer Geld nicht, eure Leute noch weniger, euren Kommerz-Tempel nicht, ... Wir haben das fundamentale Gut, das euch fehlt: Tradition, Emotion, Fußball-Kultur. F***T EUCH!!!

11. September 2005:  Austria Wien – Salzburg  2:0 (1:0)

Was für ein herrliches Wetter an diesem Sonntagnachmittag. Was gibt’s da besseres, als ein Auswärtsspiel bei Austria Wien. Doch was gibt’s da schlimmeres, als einen anderen Verein als unsere Austria Salzburg dorthin zu begleiten?!?! Selbst Illusions-Fabriken von Fußballfans wussten, dass sie kein Violettes Derby zu sehen bekommen werden. Was man geboten bekam, war ein Spiel zweier Vereine mit reichen Onkels. Doch so richtige „Böse Onkels“ sind nur in Salzburg am Werk. Austria Wien zeigt, wie es auch geht: Dort der reiche Mäzen Frank Stronach, dort aber auch die Tradition in Violett und Fans, die es ernst meinen mit ihrer Austria. Nicht ohne den gewissen stolz verkündete der Stadionsprecher der „Veilchen“ in gepflegt gemütlicher Sonntagnachmittags-Tonart mit Wiener Akzent: „Bei unserer Austria-Familie hat Violett Tradition“, freilich als Anspielung auf die entsetzlichen Vorkommnisse in Salzburg.

 

Im Auswärtssektor des Horr-Stadions fanden sich noch einmal etwa 100 Violette ein, die es immer noch nicht ganz glauben können oder vielmehr wollen, was in so kurzer Zeit aus ihrem geliebten Traditions-Klub geworden ist. Insgesamt wollten gut 7.200 Zuseher dieses Spiel sehen, in Zeiten von Austria in Violett gegen Austria in Violett war der Rahmen und die entsprechende Stimmung dazu durchaus schon mal würdiger. Realisiert haben wir Violette jetzt, wie uns geschehen ist. Verstehen werden wir es nie, dagegen kämpfen immer. Trotzdem wird dieses Spiel für viele der standhaftesten Fans der Salzburger Austria das letzte Auswärtsspiel gewesen sein. Schließlich soll Fußball der Freizeit ja einen Sinn geben und nicht den üblichen Sorgen des Lebens noch weitere Unannehmlichkeiten hinzufügen. Da ist es bestimmt besser, intensiv an der Wiederbelebung der Salzburger Austria zu arbeiten. Dass der Hass auf den Kommerzfußball, insbesondere auf Red Bull und deren „Fans“ dabei natürlich tief in uns drinnen bleibt, ist selbstverständlich und das haben auch die solidarischen Fans von Austria Wien erkannt: „Nach Violett-Weiß streben, die Tradition muss weiterleben, Red Bull müssen wir vertreiben, der Hass wird immer bleiben“, stand auf einem der Spruchbänder der Westtribüne in Favoriten. Man merkt in Zeiten wie diesen, welch feines Gespür Fußballfans für die existenziellen Probleme anderer Szenen – selbst wenn sie große Rivalen sind – haben. Dies gilt für Austria Wien ebenso, wie für etwa für deren Stadtrivalen Rapid, die Innsbrucker, Grazer und für praktisch alle anderen Fangruppes unseres Landes. Es natürlich eher ein Trost als eine Genugtuung sein, wenn am kommenden Aktionswochenende ganz Europa seine Haltung zu Red Bull in Salzburg als Inbegriff von völlig herzlosem Kommerzfußball kundtun wird, aber ein wird ein starker Trost sein – Rückendeckung von den Kurven Europas ist bestimmt mehr Wert als das Imperium Red Bull.

Abschließend noch kurz zu den Geschehnissen am Spielfeld, die ob der Herrschaft von Red Bull leider völlig ins Abseits gerückt sind: Austria Wien siegte zur Freude ALLER im Stadion völlig verdient durch einen Roli-Linz-Doppelpack mit 2:0 (1:0). Red Bull konnte auch im Ansatz kaum präsentieren, was sie sich schon wieder vorgenommen haben. Damit stehen die Kommerz’ler nach dem ersten Meisterschaftsviertel am vorletzten Tabellenplatz mit gerade mal einem Punkt und einem Tor aus den bisherigen Auswärtsspielen. Weiter so ihr herzlosen W*x*r!!!

27. August 2005:  Salzburg – Admira Wacker Mödling  3:2 (1:1)

Ach, was soll man denn groß berichten zu so einem 0815-Event von Red Bull? Bei jedem noch so unattraktiven Heimspiel der alten Salzburger Austria – sei es gegen die Admira oder eine andere graue Maus gewesen – gab’s genug zu erzählen. Jetzt ist alles anders, Fußball ist nicht nur nicht mehr das, was er einmal war in Salzburg – Fußball gibt’s als solchen nicht mehr in Salzburg. Die unbefriedigende „Demo-Version“ davon lässt das wichtigste Feature der Vollversion, die Tradition nämlich – komplett vermissen. Besonders bitter spüren es wir Violette jetzt, wo endgültig alle europäischen Ligen begonnen haben: Alle haben sie ihren Verein – ob groß oder klein – den sie lieben, nur wir in Salzburg haben ihn nicht. Sponsoren, Eigentümer usw. gibt es zur Genüge in ganz Europa, trotzdem können sie überall von ihrem Verein sprechen, diesen anfeuern, ... In Salzburg geht das einfach nicht.

 

Wieder war das Stadion annähernd voll, die Invasion der Käuflichen hält weiter an – was die meisten Stadionbesucher von Fußball verstehen im Vergleich mit den Violetten sei dahingestellt. Traurig genug, dass so vielen die Farben immer noch egal sind – noch trauriger sind einige Gestalten, die sich unter der wenig kreativen Bezeichnung „Crazy Bulls“ einen neuen Sinn für ihr zweifelhaft verstandslosen Leben besorgen wollen. Erstmals bekam man auch ihr neues Transparent im „Mannerschnitten-Design“ zu Gesicht, viel erschütternder als dieser Fetzen allerdings waren die Leute, die davor (!) standen. Im Leben voll daneben, keinen Instinkt und kein Talent für Stimmungsmache, auf Provokation der Violetten basierende Gründe des Stadionbesuchs, ... Rinderwahnsinn also weiterhin in Salzburg, diese Gestalten sind BSE positiv!

 

Kurz zum Spielverlauf: Durch Elfmeter ging die Admira schon in der 4. Minute in Führung, Salzburg brachte es bis zur Pause auf ein 1:1. In der 2. Halbzeit machte Red Bull mit dem 2:1 und dem 3:1 alles klar, das 3:2 der Admira in der Nachspielzeit war nur noch Ergebniskosmetik.

 

Ergebnisorientierte Akustik sowie exakt dem Spielverlauf zugeschnittene Lautstärke mit perfekter Abstimmung gehören zweifelsohne zu den wenigen Stärken der so armen „Crazy Bulls“. Nach dem frühen Rückstand war tote Hose (dabei bekamen wir Violetten ja Solidarität durch die „Toten Hosen“). Zum 1:1 hin gab’s eine Minute Lärm, ehe alles recht flott wieder verpuffte. Nach der Pause kamen die roten Bullen am Kunstrasen auch nur langsam zu ihrem Spiel. Die roten Fans warteten erst ab, dann als das 2:1 gefallen war, gab’s kurz Ekstase. Selbige noch einmal nach dem 3:1. Dazwischen war jeweils nur die pure Armseeligkeit zu spüren. Das 3:2 der Admira in der Nachspielzeit kam leider (!), ja LEIDER (!!!) zu spät.

Wir Violetten beschränkten dem Vorgeschmack auf Stimmung auf die Halbzeitpause, pünktlich zu Wiederanpfiff wurde wieder geschwiegen. Unser Herz hat nur die Violette Austria! Solidarität gab’s bisher von allen Fangruppen, so auch von der Admira bei Spielende mit dem Transparent: „Kämpft weiter für eure Farben!“. Danke auch den wenigen, aber echten Admira-Fans. Wir werden eurem Aufruf folgen!

21. August 2005:  Mittersill – Salzburg (Benefizspiel für Hochwasseropfer)

Ein Spiel für die gute Sache, wir waren dabei – mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

20. August 2005:  Pasching – Salzburg  1:0 (0:0)

7. Runde in der T-Mobile Bundesliga. Superfund empfängt Red Bull. Können die roten Bullen Superfund ihre Anlagepapiere mit dem belebenden Energydrink überschütten oder sind die Wertpapiere von Superfund diesmal mehr Wert als die 0,25-Liter-Dose?

 

Das Spiel war eine relativ öde Angelegenheit – leichte Vorteile für die Anläger. Die Bullen konnten sich nie wirklich aufputschen, vielleicht war doch zu wenig Taurin in den Drinks. Eigentlich sollten rote Bullen auch auf fremden Weiden ihr Können zeigen. Doch die Strategie der Bullenherde war nicht ausgeklügelt genug. Ein Tor fiel dann doch noch: Michael Baur ließ den Kurs der Superfund-Aktie mit seinem Treffer steigen, Red Bull verabsäumte es, sich weitere Marktanteile zu sichern. Die geschäftlichen Usancen, sich nach Ende der Tagung bei den mitgereisten Maklern und Kunden zu verabschieden, wurden teils verabsäumt, überhaupt einzuhalten und teils total unterkühlt durchgeführt. Für Red Bull gilt es jetzt, den Tag abzuhaken und sich in einer harten Vorbereitungswoche auf die Gala am Samstag gegen Nordea zu freuen. Ein Event auf Kunstrasen macht halt doch mehr Freude. Es ist hingegen wieder was wert, in Superfund zu investieren – mal sehen, wie sich der Kurs weiterentwickelt.

 

Mal was anderes: Habt ihr schon mal etwas von Fußball gehört?

 

JA! Bei aller Verhöhnung von allem, was sich beim Kommerzderby abgespielt hat: Es waren Fans mit Herz dabei, die wirklich alles andere als das Gebotene nach Pasching getrieben hat. In den violetten Auswärtssektor der Salzburger mischte sich zum erbitterten Kampf um die Tradition schon merklich Schwerfälligkeit – selbst im Anstimmen violetter Gesänge. Die Motivation geben uns aber zum Glück immer wieder auch die solidarischen Fans der eigentlichen Gegner. So auch die Paschinger mit 2 mehrzeiligen Spruchbändern: DANKE.

Abschließend bleibt zu sagen: WIR SCHEISSEN AUF ÖSTERREISCHISCHEN KOMMERZFUSSBALL ZUM EINEN, LASSEN EUCH DIESEN ABER NICHT OHNE WEITERES AUFZIEHEN! WIDERSTAND WIRD EUCH DARAN HINDERN!!!

13. August 2005:  Salzburg – Wacker Innsbruck  2:0 (2:0)

Auf der Homepage der „Roten Bullen“ groß angekündigt, für die echten Fans aber wegen Traditions-Ausverkauf längst gestorben, sollte ein weiteres „Westderby“ stattfinden. Die Basis eines Westderbys ist selbstverständlich das Städteduell Salzburg gegen Innsbruck. Diese Komponente war gegeben. Dass die ganze Brisanz dieses Duells aber eine ähnliche Tradition hat, wie sie bisher auch die Klubfarben der beiden Teams hatten, wurde wohl vergessen. Das Duell Salzburg gegen Innsbruck verstrich diesmal leider völlig ohne die Farbe Violett. Das ist ungefähr so, wie wenn der Wetterbericht wolkenloses Wetter ansagt und am Himmel keine noch so kleine Lücke blau erkennbar ist.

 

Die Salzburger Fan-Initiative Violett-Weiß hat wieder einen Support-Vorschlag vorgegeben. Bis zur 85. Minute sollen die Violetten Kehlen ruhen, dann soll richtig losgelegt werden – freilich nur für Violett. Die Umsetzung gelang auch, erst wurde teils tiefsten Provokationen von Red-Bull-Fans getrotzt, ehe kurz vor dem Schlusspfiff der Kontrast zwischen feuriger Fußballstimmung und Bullen-Langweile besser denn je zur Geltung kam. Auffällig dabei war, dass die „Violetten“ mehr werden, die Pfiffe der neutralen Zuseher weniger. Viele unverbesserliche Kaufobjekte von Menschen im Stadion gibt es dennoch, einigen macht eine Strichcode-Etikette scheinbar gar nichts aus. Zur Stadion-Auslastung: Das Spiel wurde als „ausverkauft“ gemeldet, war es aber mit Sicherheit nicht – viele Plätze blieben frei. Ob es überhaupt 18.000 waren im Stadion, bleibt fraglich. Der Innsbrucker Sektor war bestens gefüllt, Solidarität blieb nicht aus: „Diktatur der Angepassten!“ stand auf ihrem Transparent, die Nachricht der Tiroler trifft die Umstände in Salzburg exakt auf den Punkt. Überdies haben die Innsbrucker die Gelegenheit des Salzburger Fan-Aufstandes genutzt und das EM-Stadion in Grund und Boden gesungen – eben bis zur 85. Minute. Zu Beginn brachten die Innsbrucker Fans eine imposante Zettelchoreographie, auf der einen Seite was ihr altes, TRADITIONELLES Wacker-Logo, als sie die Zettel umdrehten, dominierten ihre TRADITIONS-Farben, schwarz-grün – garniert wurde das ganze von einem schlichten Transparent: „FC Wacker Innsbruck“. Bei Beginn der 2. Halbzeit zeigten die Nachbarn aus dem Westen dann den roten Bu****, wie Stimmung im Fußball aussieht, der Stadionsprecher freilich fand prompt die unpassendsten Worte zur tollen Pyro-Einlage im Auswärtsblock.

 

Das Spiel selbst hatten die Salzburger ganz klar in der Hand, 2 Tore in der 1. Halbzeit und ein trockenes Spiel über 90 Minuten brachten einen ungefährdeten 2:0-Sieg. Etwas kurios kam dann die „Welle“ mit den Spielern der Bullen nach dem Spiel bei der Südtribüne. Die Emotion war komplett weg, keine violette Seele konnte sich freuen für diese Truppe.

Nach Spielende wurden die Innsbrucker Fanbusse bei ihrer Abfahrt aus Salzburg von den Violetten noch beklatscht, wo sonst die Stinkefinger Hochsaison haben war diesmal der Dank für die Solidarität sehr angebracht. Möge es irgendwann wieder ein richtiges Westderby geben – an Innsbruck wird es wohl nicht liegen, nur an Red Bull.

30. Juli 2005:  Salzburg – Rapid Wien  0:2 (0:0)

Der SK Rapid Wien zu Gast auf ein Fußballspiel in Salzburg. Bisher war es immer so, dass man in der ganzen Woche hin zu diesem Samstag nichts außer das Spiel im Kopf hatte – in der Hoffnung, dass die Salzburger siegreich bleiben. Jetzt ist alles anders: Dem Spiel wird mit einer Gleichgültigkeit entgegengegangen, wie einem Pferderennen, bei dem man keine Wette abgegeben hat. Und zu hoffen, dass Salzburg das Spiel gewinnt, wäre auch sehr vermessen – es würde der Retortenklub siegen, der es mit seinem Geld geschafft hat, unsere Austria Salzburg und all die Identität zumindest vorerst mal auszulöschen. So kommt es, dass viele eingefleischte Violette einen Sieg der Grün-Weißen aus Hütteldorf geradezu herbei gesehnt haben. Der Umstand, dass nur bei einem Rapid-Sieg der Fußball als Sieger hervorgeht, macht diese Überlegung verständlich. Alles andere wäre nur die Krönung eines Mega-Events mit speziellen Show-Effekten. Spätestens bei Kundgabe der Solidarität des einstigen Rivalen wurde dem Violetten und somit echten Salzburgfan klar: Dieses Spiel soll Rapid gewinnen!

 

Vor dem Spiel kam es zu einem von salzburgfans.com initiierten Treffen von Vertretern der Initiative Violett-Weiß mit Bundesliga-Vorstand Georg Pangl. Wir deponierten unsere wichtigsten Anliegen beim Burgenländer an der Spitze der Österreichischen Fußball-Bundesliga. Pangl gab sich äußerst sympathisch, signalisierte Verständnis für die Dinge, die uns am Herzen liegen. Er informierte uns, dass sein Sitzplatz beim Spiel gegen Rapid jener neben „Kaiser“ Franz Beckenbauer sein wird. Der Vorstand brachte seinen Wunsch nach einem defensiven Verhalten der Fans im Bezug auf Proteste zum Ausdruck, nicht ohne aber uns zu versichern: „Ich will als Mittelsmann agieren, eure Anliegen an die von Red Bull weiterleiten und versuchen, auch Red Bull zu klärenden Gesprächen zu ermutigen.“ Außerdem meinte er, er würde den Kaiser beim Rapid-Spiel gleich persönlich auf uns Violette anreden und mit ihm darüber diskutieren. Ob’s was bringt, man wird sehen... Kommentare der Unterhaltungsmoderatoren im Stadion wie beim letzten Spiel gegen Mattersburg wurden Red Bull laut Pangl von der Bundesliga schon untersagt.

 

Ohne jeglicher Hilfe der treuen Violetten Fans versuchten einige Red Bull’er, doch so etwas wie Stimmung in die Bude zu bringen. Man kann getrost sagen: Es blieb bei Versuchen. Eine Trommel und der Wille und ein volles Stadion sind eben immer noch zu wenig, wenn das Wichtigste fehlt: Das Herz. Und kein Bulle kann behaupten, ein sonderliches Herz für diesen Klub zu haben. Bestenfalls haben die ein Herz für den Kommerz oder eben die pure Sehnsucht nach der Champions League, die alle anderen wesentlichen Elemente des Fußballs verdrängt. So waren ausschließlich die Rapidfans am Drücker. Bei denen regierte die Solidarität mit ihrem Gegenüber, den Violetten. Die Solidarität war beeindruckend, im Minutentakt kamen neue Spruchbänder, die auf unsere bedenkliche Situation aufmerksam machen sollten. Schön, dass selbst stark verfeindete Fankurven zusammenhalten, wenn es Probleme gibt, die über den eigenen Klub hinausgehen bzw. für die Sache des Fußballs wie wir ihn alle lieben schädlich ist. Auch die Grünen haben erkannt, dass wir Violette als ihre Rivalen im Prinzip Leute sind wie sie selbst – nur eben am Fußballplatz getrennt durch die Farben und etwa 130 Meter. „Guten Abend Red Bull – Gute Nacht Fussball“ war für mich das beste – sprich originellste und aussagekräftigste aller Spruchbänder. Danke Rapid für eure Solidarität!

 

Das Spiel verlief nicht nach dem Geschmack der Dosen-Millionäre. Eine sehr starke 1. Halbzeit der Bullen überschattete eine fragwürdige Rote Karte für Markus Schopp. In numerischer Unterlegenheit kam Salzburg dann in der 2. Halbzeit gegen den regierenden Meister in Schwierigkeiten. Rapid nutzte die Phase der schwächelnden Bullen eiskalt aus, traf 2 Mal und stand sicher in der Abwehr. Als in der 89. Minute (in Anlehnung an die Jahreszahl des einstigen Wiederaufstiegs der Salzburger Austria in die 1. Bundesliga) die Violetten ihre 19:33 Minuten violettem Support starteten, Rapid 2:0 in Front war und das Spiel bald vorüber war, kapitulierten schon die ersten Stadionbesucher in Red Bull Trikots. Was folgte war ein Feiertag in Violett nach Rapid-Sieg in Salzburg.

Nach Verlassen des Stadions marschierten wir noch vor den VIP-Club, um dort unsere Violette Identität mit Sprechchören zum Ausdruck zu bringen. Bei Gesängen wie „Eins kann uns keiner nehmen und das ist die Austria aus Lehen!“ war sogar den Gesichtern einiger Exekutiv-Beamter ein Schmunzeln zu entnehmen. Von den reichen Herren des Klubs ließ sich natürlich keiner blicken, wir akzeptierten es mit den Tönen „Wir kommen wieder!“. Zum Abschluss dieser Violetten Kundgebung gab’s noch einen geschlossenen Marsch der Violetten zum gemütlichen Stüberl nahe vom Stadion. Ein gepflegtes Stiegl-Bier auf Violett krönte den Tag für Violett.

24. Juli 2005:  SV Ried – Salzburg  3:0 (1:0)

Das Heimspiel der roten Bullen vergangenen Mittwoch gegen Mattersburg war wie ein Alptraum für langjährige, treue Fans von Austria Salzburg. Eigentlich war es aber für alle Fußballfans schlimm, sehen zu müssen, wie der Kommerz im Salzburger Fußball eingeschlagen hat. Fans von Red Bull waren klar in der Überzahl, das Häuflein Violetter war fast überflüssig wie Sand am Meer. Nachgeahmte Fähnchenschwingerei und eine inszenierte Welle von bezahlten „Fans“, bei der so gut wie jeder mitmachte – das war zu sehen. Gesichter waren rot-blau geschminkt, die Red Bull Fantrikots waren schon bei diesem ersten Heimspiel nicht zu übersehen. Red Bull siegte gegen Mattersburg 4:0. Damit Siege von Kommerz gegen Herz nicht Überhand nehmen, legen wir Violette uns weiterhin dem Weg quer.

 

Und tatsächlich: Schon beim nächsten Auswärtsspiel in Ried sollte alles anders werden. Erfolgsfans haben es eben so an sich, auswärts nicht präsent zu sein. Es waren zwar einige H**** von Red Bull im Gästesektor, zu melden hatten die aber gar nichts. Die Hosen hatten diesmal eindeutig die Violetten an. Weil wir Violette natürlich ganz andere Interessen verfolgen, als uns dem Kommerz des roten Bullen anzuschließen, gab’s selbstverständlich keinerlei Unterstützung für die Kicker des Weltkonzerns. Im Gegenteil: Erstmals wurde der Kampf gegen die Vorgehensweise von Red Bull in erbitterter Weise geführt. Die emotionellen Violetten unter den 500 Leuten im Gästesektor machten einerseits Stimmung in Violett, um Austria Salzburg nicht untergehen zu lassen. Andererseits wurden Red Bull, speziell Kurt Jara (für saublöde Aussagen) und Kurt Wiebach (verantwortlich für praktisch alles), Rechnungen ihrer Handlungsweise offen gelegt. Den treffenden Spruchbändern (deren Aussage allein scheint den arroganten Herrschaften ja nicht genug zu sein) halfen die Violetten diesmal mit etlichen Bengalen nach, die vom Sektor auf das Spielfeld flogen. Erstmals in der 1. Halbzeit und dann auch noch einmal nach Ende des Spiels. Auch die Rieder hatten bei Spielbeginn ein Spruchband gegen Red Bull parat, danke Rieder für eure Solidarität. Als Dankeschön dafür haben wir den Riedern ja schon beste Unterstützung der Wikinger-Mannschaft geboten.

 

Das Spiel verlief nach unserem Geschmack. Ein Warnschuss von Zickler nach wenigen Sekunden blieb in der gesamten 1. Hälfte die einzige nennenswerte Salzburger Aktion. Ried spielte mit viel Herz, belohnt erstmals kurz vor der Pause mit dem 1:0 – ein Traumtor, genau ins Kreuzeck von Sanel Kuljic. Nach Seitenwechsel wurde Red Bull stärker – cleverer blieb Ried, nach einem allgemeinen Abwehrfehler garniert mit Arzberger-Ausflug kam der Ball zu Angerschmid und der besorgte das 2:0. Den Schlusspunkt setzte kurz vor Schluss noch ausgerechnet ein Salzburger Austrianer, Thomas Eder. Erst machten die Rieder Spieler die Siegeswelle mit den Fans ihres Fansektors, dann auf der Tribüne seitlich vom Spielfeld und dann... Kein Sektor sehnte die Siegeswelle mit den Ried-Spielern so sehr herbei wie der Gästeblock aus Salzburg. Tatsächlich spielten die Rieder bei der Aktion mit, es gab eine äußerst enthusiastische Welle der Rieder Spieler mit dem Gästesektor. Seo wurde von Violetter Seite mindestens ebenso laut angefeuert wie von den Rieder Fans, er dankte es bereits während des Spiels mehrmals mit Applaus in unsere Richtung. Als er nach Spielende noch einen violetten Schal der Ultrás überreicht bekam, küsste er ihn – Jung Won Seo, violett wie wir! Überhaupt wurde der Fall der Bullen nach Spielende noch lange von den Violetten und damit echten Salzburgfans mit leidenschaftlicher Hingebung für die Violette Austria Salzburg gefeiert. Nach dem 2:0 begann übrigens schon der geschlossene Abmarsch der Bullen aus dem Gästesektor, die H**** in den rot-weißen Kommerz-Trikots fühlten sich zum einen nicht wohl und zum anderen sahen sie als Erfolgsfans ein unbefriedigendes Spiel. Am Ende also waren wir Violetten unter uns, es war wie ein Zeichen: Am Ende kommt mit Fußball plus Salzburg immer Austria Salzburg in Violett-Weiß heraus.

Das Auswärtsspiel in Ried war eine Demonstration für Austria Salzburg in Violett-Weiß und gegen Red Bull bzw. deren Handlungen und Vorstellungen von Fußball mit Kommerz. So kann es weitergehen, vielleicht gibt’s ja schon beim Heimspiel der Bullen gegen Rapid wieder mächtig Stress – Rapid bringt bekanntlich Solidarität für die Violetten Fans mit.

20. Juli 2005:  Salzburg – Mattersburg  4:0 (0:0)

Obwohl man es vorher gewusst hat: Es war schon ein ungewohntes Gefühl, sich eine lange Parkplatzsuche antun zu müssen. Die Zusehermassen sind zurück in Salzburg, Fanansturm war es aus mehrerlei Gründen allerdings keiner. Salzburg ist für Fans nämlich die Austria – und das ganze Spielchen soll für Fans in Violett ablaufen. Vieles wurde versucht seitens der wahren Fans, Lohn für alle Mühen gab’s keinen – der Supergau konnte nicht verhindert werden, eine Salzburger Mannschaft lief beim Heimdebüt in der neuen Saison in rot-weißen Trikots auf’s Spielfeld.

 

Dem Violetten war an diesem Tag durchaus bewusst, dass viel mehr Leute einfach nur guten Fußball sehen wollen. Als dieses Bewusstsein bestätigt wurde, kam der dicke Hals gepaart mit Kopfschütteln gar noch deutlicher als man angenommen hätte. Beim Stadion angekommen blickte man in rot-blau geschminkte Gesichter, sah man sehr viele Leute bereits mit den neuen Trikots der Salzburger herumgehen. Verständnis geschweige denn Respekt für die immertreuen Violetten gab’s nicht, ganz im Gegenteil: Der Violette konnte noch froh sein, wenn er einer der wenigen farbechten war, die nicht blöd angeredet oder angeblickt wurden. Dennoch versuchte man, sich an diesem Tag durch nichts provozieren zu lassen. Es gelang einigermaßen. Der einstige kreative Spielraum der Fans, die Stehplatztribüne Süd wurde zur Hälfte mit Sitzen belegt, die Fankurve wurde durch diesen Schritt als solche nicht bloß halbiert – sie wurde ausgelöscht. Fast schon selbstverständlich, dass keinerlei Fan-Material in Violett erlaubt war: Trommeln, Fahnen und Transparente mussten draußen bleiben. Die Stehplätze für heimisches Publikum sind also auf die Hälfte reduziert worden. Umso erstaunlicher, dass selbst in diesem kleinen Eck die letzten verbliebenen Violetten nicht die Überhand haben. Selbst in diesem Sektor sind fast alle für Red Bull in Salzburgs Fußball. Alle lassen sich vom Eigentümer blenden, keiner deckt arrogante Aussagen, Lügen und Widersprüche – etwa von Manager Kurt Wiebach auf. Keiner hat den Weitblick, um in der ganzen Sache den Anfang vom Ende des Fußballs zu erkennen. Kurzum: Fast alle Stadionbesucher machen Red Bull, um in der Sprache des dazu passenden Szene und Mentalität zu bleiben, die Beine breit – fast alle sind käuflich. Wir Violette sind stolz, uns nicht dem Kommerz hinzugeben und unsere Identität und den Charakter zu 100 % zu behalten. Wir singen nur für Violett!

 

Das Stadion – ab sofort eine Mischung aus Disco und Kindergarten (Lichteffekte und Graffiti) – war ausverkauft, Neugier und Erfolgshunger käuflicher Identitäten war der Grund. Selbstverständlich wollten viele einfach nur guten Fußball sehen – verzeiht an dieser Stelle die Verallgemeinerung, aber denkt doch auch darüber nach ob zum Fußball nicht auch das Drumherum gehört und dann weiter... ist dieses Drumherum typisch Fußball oder doch nicht? Von Red Bull organisierte „Stimmungsmacher“ waren stellvertretend für fast alle Stadionbesucher die Veranschaulichung der Zuseher-Typen. Ein Kabarettist und ein Medien-Mann machten die Unterhaltungsmoderatoren im Stadion, das Publikum war leicht zu erheitern und schwenkte nach Aufforderung dicht weiße Fähnchen, welche auf die Sitze verteilt wurden. Den Charakter des Erfolgsfans in den Leuten merkte man in der 2. Halbzeit. Kurz bevor das 1:0 für Red Bull fiel, war es doch einige Zeit auffällig ruhig. Bunte Scheinwerferlichter zogen während des gesamten Spiels auf den Tribünen ihre Kreise, an den Eingängen ging dauernd leichter Rauch hoch. Der Matchball kam natürlich eingeflogen – ganz nach Red-Bull-Art aus der Luft von Extremsportler Felix Baumgartner. Event, Show und Spektakel waren also geboten. Obwohl man aber es sehr feines Fußballspiel geboten bekam, hatte alles Drumherum mit Flair von Fußballspielen überhaupt nichts zu tun. Die Mattersburger zeigten 2 Spruchbänder, der Sinn darin war Solidarität mit den Violetten – Dankeschön dafür. „Stoppt den Rinderwahn“ stand auf einem der beiden, Reaktion des käuflichen Publikums: Pfiffe (ob die überhaupt den Sinn des Transparentes erkannt haben?), Reaktion der Violetten: Dankender Applaus.

 

Das Spiel verlief nach dem Geschmack von Red Bull. Zur Pause stand es noch 0:0, obwohl Salzburg bereits kräftig am Aluminium angeklopft hat. Nach Seitenwechsel kamen allmählich auch die Tore, Zickler traf im Doppelpack – sein 2. Treffer war ein Augenschmaus für den Fußballfan. Carboni traf per abgefälschtem Weitschuss zum 3:0 und Mayrleb köpfelte zum 4:0-Endstand. Fazit: Gutes Spiel zweier Mannschaften, für die man keine positivem Gefühle hat. Auf den Sieger des Abends kommt sogar immer mehr der Hass, besonders auf Eigentümer und das neue Publikum.

 

Als Red Bull die Show abgezogen hatte und die Bullen-Anhänger allmählich das Stadion verließen, zeigten wir Violette, dass es uns auch noch gibt. Eine knappe halbe Stunde lang gab’s angenehme Töne aus dem Violetten Liederarchiv – direkt aus den Kehlen von einigen der letzten verbliebenen Herzblut-Fans der Salzburger Austria. Bei Ohrwürmern wie „Go-Go-Goal“ und „You’ll never walk alone“ gab es selbst in dieser Bullen-Disco mit Kindergarten-Graffiti Gänsehaut pur, man besinnte sich unter den Violetten für einige Momente ganz auf sich selbst. Da störten auch die dummen Pfiffe der Bullen an den Ausgängen nicht mehr.

 

Ich sehe es persönlich so: Unsere Austria Salzburg schläft, tot ist sie nie – eine Fußballmannschaft mit so einem Mythos kann schon der Geist am Leben erhalten. Irgendwann wird es wieder violette Götter geben, die am Rasen Fußball bieten. Bis dahin bleibt weiter die Erinnerung an glorreiche Zeiten in Violett, aber auch an irgendwie schöne Jahre in der Bedeutungslosigkeit – die Tradition wurde immer hochgehalten und im Nachhinein freut einem Violetten das gerade für Spiele in der Bedeutungslosigkeit ganz besonders. Red Bull hat Austria Salzburg vorerst ruhig gestellt – gefallen lassen muss man sich andere Sachen, daher: Mit dem Geist von Austria Salzburg im Herzen gegen den Kommerz und damit gegen Red Bull – zumindest solange dieses Unternehmen nicht ausreichend einlenkt.

Denn: WIR HABEN AUSTRIA SALZBURG IM HERZEN!!!

12. Juli 2005:  GAK – Salzburg  3:1 (1:1)

„Das Abstiegsgespenst könnte in dieser Saison dank der Ländle-Elf eher harmlos bleiben, doch wie scharf sind dessen Zähne dann in einem Jahr...?“ – Dieser war der letzte Satz meines Spielberichtes vom letzten Spiel gegen den GAK vom 2. April. Wenn ich mir über eine meiner Ausführungen von damals sicher war, dann über diese. Keiner konnte ahnen, was da am Abend des 6. April allmählich durchsickerte. Doch wer anfangs gedacht hat, wir wären nach der Übernahme durch Red Bull gleich alle Sorgen los, der irrte leider gewaltig. Die Sorgen sind kaum oder gar nicht weniger geworden, es sind nur andere – aber ebenso echte – Sorgen. Nachdem wir mit unseren Violetten dem Abstiegsgespenst noch dem A.... zeigen konnten, zeigt uns jetzt Red Bull die Zunge des Kommerzes im Salzburger Fußball. Es ist weder nötig, noch auf A4-Format möglich, alle neuen Probleme und Sorgen anzubringen, wir werden es noch oft genug in unsere Sinne geführt bekommen.

 

Die Auswärts-Sektion beim Auftakt der neuen Saison in Graz stellte allen Umständen zum Trotz doch mehrheitlich jene violette Schar, die auch bisher immer zu Auswärtsspielen der Austria gereist ist. Je weiter auswärts die Spiele sind, umso weniger bloße Lokalpatrioten sind im Gästeblock anzutreffen. Gemischte Gefühle gab’s nicht, es gab für viele der wahren Fans der Salzburger Austria in Graz gar keine Gefühle. 2 „fremde“ Mannschaften spielten ein Erstliga-Spiel, man könnte diesen Bericht auch unter „Groundhopping“ reinstellen. Knapp 300 Violetten war der Kampf um die Tradition die Reise zum Spiel in Graz aber doch wert. Es gab ausschließlich Töne für Violett, zu Beginn wurden Fahnen in Violett und Weiß geschwenkt. Beim Führungstor der Salzburger gab’s zum Teil gar keinen Jubel und beim Rest nicht mehr als eine gewisse Reaktion, die aber bald wieder verflachte.

Ganz anders die Situation unter den Fans aus dem „roten Graz“. Diese demonstrierten in ihrem bescheidenen Fansektor neue Einigkeit, „Red Firm“ ist das neue Dach und Stichwort des treuen Grazer Anhangs in Rot. Quasi als Einweihung dieses neuen Fan-Auftritts der GAK-Anhänger gab’s eine ansehnliche Choreographie zu Spielbeginn. Angesichts der mehr als 10.000 Zuseher im Stadion war auch die Stimmung recht gut, die Partie sollte ihr Übriges dazu tun.

 

Der GAK spielte stark, die neue Truppe von Red Bull konnte gut von eigenen Tor fern gehalten werden. Das starke Pressing der Grazer war den hochgelobten Red-Bull-Stars gar nicht genehm. So war der Führungstreffer durch Abwehr-Bollwerk Knavs per Kopf erstmal nicht mehr als Zufall. Alles andere als aus heiterem Himmel fiel in der 38. Minute allerdings der Ausgleich, Ballzauberer Bazina traf wunderschön und akrobatisch zum Ausgleich. Nach Seitenwechsel gelang es dem GAK weiter, dagegenzuhalten, die Grazer gingen mit 2:1 in Führung. Den sicher scheinenden Sieg vermasselte ihnen in der 90. Minute noch beinahe der inferiore Schiri Stuchlik, als er einen Witz-Elfer für Red Bull gab. Schopp traf, aber Stuchlik hat angeblich oft beim Confederations-Cup zugeschaut – war doch klar, dass er es ist, der sich von den kuriosen neuen Schiri-Anweisungen sein Ego verdeutlichen lässt. Der Elfer wurde wiederholt, dann vergab Schopp. Der GAK blieb in Führung, in der 95. Minute fixierte Bazina mit seinem 2. Treffer den 3:1-Endstand.

Ein Fehlstart also für Red Bull, vielen im Auswärtssektor war es herzlich egal – einigen sogar ganz recht. Wer per Zug angereist war, musste die Nacht in Graz verbringen, bevor es wieder Verbindungen nach Hause gab. Erlebnis-Faktoren bleiben also...

7. Juli 2005:  Salzburg – Wacker Burghausen  2:0 (2:0)

Donnerstag, 7. Juli 2005 – 18:30 Uhr: In Elixhausen beginnt bei Regen ein Fußballspiel bzw. eine Halbzeit eines ebensolchen. Es war Salzburgs letzter Test vor Beginn der Bundesliga am kommenden Dienstag auswärts im Graz beim GAK (dessen Trainer Schachner war in Elixhausen auf Spionage).

Beginnen wir mit dem Positiven aus diesem Tag: Salzburgs neue Mannschaft harmonierte fast perfekt, spielte gegen den starken Zweitligisten aus Deutschland, Wacker Burghausen, wirklich stark, offensiv und zielorientiert auf. Jezek und Mayrleb waren die Torschützen zu einem verdienten 2:0-Sieg der Salzburger.

Damit zu den negativen Sachen (der Text sollte noch lang werden):

-          Was denkt man sich dabei, für SO (man lese weiter) ein Spiel dermaßen ungerechtfertigte Eintrittspreise zu kassieren? Selbst die ermäßigte Karte kostete noch 5 Euro.

-          Keine Flutlichtanlage bei Spielbeginn 18:30 Uhr. Obwohl Juli ist müsste man wissen, dass es bei Schlechtwetter bis zum planmäßigen Spielende um etwa 20:15 Uhr ziemlich dunkel werden kann.

-          Äußerst unfähiges Ordner-Personal, total planlos. Lächerliche Diskussionen, wo man sitzen und stehen darf und wo nicht – irgendwas störte jeden, die Ordner sowieso...

-          Der Regen wurde immer stärker, der Boden tiefer und der Horizont dunkler

-          Spielabbruch zur Halbzeit wegen des Regens und der damit verbundenen Bodenverhältnisse sowie auch wegen fehlenden Flutlichts bei einsetzender Dämmerung

-          Der arrogante Manager Kurt Wiebach – wieder im legeren Outfit erschienen – zeigte sich so, wie man ihn kennt. Angesprochen auf die Berichte nach dem Vorfall von zuletzt, als er sich nicht mit einem Fan in violetter Klubjacke fotografieren ließ, machte er sehr blöde Aussagen. Auf die Frage, wie er heute darüber denkt und ob er sein Vorgehen im Nachhinein okay findet: „Ja!“. Er will nichts von „Wüstenrot“ wissen, meinte er – natürlich, und das sagt er ja ebenso – ist ihm die Tradition eher ein Dorn im Auge als ein Anliegen. Angesprochen auf die Proteste der Fans gab er eine für mich überraschende Reaktion von sich, indem er gestikulierend und auch in Worten die Proteste gar als Nichtigkeit darstellte. Natürlich meint er damit die eher wenigen Leute, die auf Violett bestehen, aber vielleicht könnte man ihm ja künftig deutlicher veranschaulichen, dass die Proteste keine Kleinigkeit sind. Leute wie Wiebach machen mit ihrem Vorgehen den Fußball kaputt – kapiert es doch endlich alle!

Ein überaus tolles Gefühl war es für mich dann, Kurt Wiebach von Angesicht zu Angesicht einen lupenreinen Stinkefinger ins Gesicht zu deuten.

Am Dienstag beginnt die Bundesliga-Saison. Die Fans kämpfen jetzt für ihren Klub weiter, solange bis Violett zurückkommt. Wie die Aktionen der Fans aussehen werden, wird man sehen. Durch die Medienberichte nach dem Platzsturm von Mondsee wissen jetzt fast alle darüber Bescheid worum es uns geht, verstehen tut uns trotzdem keiner. Macht nichts, volle Kraft in den Kampf für unser traditionelles Violett!

18. Juni 2005:  Union Raiffeisen Mondsee – Salzburg  1:5 (1:1)

Um 18:00 Uhr war es soweit: Christian Mayrleb und Alexander Zickler standen an der Mittellinie des Platzes an der Sportanlage in Mondsee und machten den Anstoß zur Zukunft vom Salzburger Spitzenfußball. Die Salzburger taten sich bei diesem ersten Test sehr schwer, nachdem Mayrleb doch das 1:0 gelang dauerte es nicht lange, da kamen die Mondseer sogar zum Ausgleich. Zur Pause stand es 1:1. In der 2. Halbzeit entgingen die Salzburger dann einer Blamage beim Auftakt doch noch ziemlich deutlich, das Spiel endete mit einem 5:1-Sieg der Salzburger. Bester Torschütze war Mayrleb mit insgesamt 3 Treffern.

Während der ersten Halbzeit setzten die Salzburger Fans plötzlich zu einem Platzsturm an. Hintergrund war die Farben-Debatte, die außer den treuen Anhängern leider niemand führen will. Den Kampf um die violette Tradition unterstützen erschreckend wenig Leute, die treusten und leidenschaftlichsten Fans werden hier weitgehend alleine gelassen. Das Spiel wurde bekanntlich live auf Salzburg-TV übertragen, auch sonst waren die Medien dicht vertreten – vielleicht war der Protest ja medienwirksam genug, um zumindest einige bisher blinde „Red Bull’er“ zum Nachdenken zu bewegen. Ob die Medien die Anliegen der Fans dabei beachten, oder einfach den Platzsturm an sich thematisieren und als dumm hinstellen werden, bleibt abzuwarten.

Ich versuchte zusammen mit einem Kollegen etwas an die Spieler heranzugehen. Alexander Zickler hat am meisten Verständnis für die Anliegen der Fans, er meinte, es wird auf jeden Fall weitergeredet in dieser Sache. Knavs etwa sprach von einem schwierigen Thema, er verstehe beide Seiten. Seiner Ansicht dürften die meisten Spieler sein. Von den Akteuren selbst bedauert wohl Maynor Suazo den Abschied von violett im Trikot am meisten. Richtig schwache Statements lieferte einer ab, dem so etwas am allerwenigsten zusteht: Heimo Pfeifenberger. Jener Sunnyboy, dem so lange die Fans zugejubelt haben, nimmt die Farben-Diskussion erst gar nicht auf. Dafür thematisiert er den Platzsturm selbst umso mehr. Diesen verurteilt Heimo, indem er sogar von Stadionverboten spricht. Jene Leute, die ihn so lange unterstützt haben, stellt er jetzt als dumm hin. Wie würde denn so etwas bei Rapid enden, wenn eine Farben-Änderung ansteht, fragten wir ihn – worauf er meinte: „Bei Rapid würde es solche Aktionen nicht geben – das gibt es nur bei Salzburg und Austria Wien!“ (Anm.: Mit „solche Aktionen“ war der Platzsturm gemeint)

Auch wenn es keiner versteht: SALZBURG IST KOMPLETT – WEISS-VIOLETT!!!

17. Juni 2005:  Zaungast beim Training

Zum Abschluss der ersten Trainingswoche war ich in Seekirchen bei einer 90-minütigen lockeren Einheit dabei. Spieler und Trainer strahlten gute Laune aus. Der Kapitän steht nun mit Markus Schopp fest, morgen kommt es zum ersten Testspiel in Mondsee.

Bemerkenswert war das Verhalten von Kurt Wiebach. Als er während des Trainings ganz entspannt im legeren Outfit und mit cooler Sonnenbrille aufkreuzte, war er sich nicht zu schade, uns (2 Jungs im jungen Alter) zuerst freundlich zu grüßen. Eine äußerst unsympathische Aktion lieferte er nach dem Training. Als mein Kollege auf ein Foto mit Wiebach wollte, verweigerte der überaus arrogante Manager zunächst das Bild, solange bis sich der gute Kollege von seiner violetten Jacke verabschiedet hat. Dann erst klappte es mit dem Foto. Zitat: „Ich bin nicht violett, ich bin Red Bull!“

13. Juni 2005: DIE ZUKUNFT HAT BEGONNEN!!!

Montag, Wochenende vorbei – ab in die neue Arbeitswoche. Das ist Alltag, das ist Normalität. Nicht jeder erlebte diesem Montag als gewöhnlichen Arbeitstag. Für viele jener Leute, die an diesem Tag am Hangar 7 waren, brachte dieser Tag Spannung pur – es fehlte einigen Leuten gar die Zeit, um an Alltag zu denken. Ja, für die Fans des besten Salzburger Fußballklubs war dieser Tag ein ganz bedeutsamer. Heute sollte Klartext gesprochen werden, keine Fragen sollten offen bleiben. Red Bull Salzburg lud zur offiziellen Mannschaftspräsentation für die Saison 2005/06.

Der Rahmen dazu hätte eindrucksvoller nicht sein können. Beim Hangar 7 am Salzburger Flughafen, dort wo Red Bull sein Imperium eindrucksvoll präsentiert, ging es wahres Mega-Event von Mannschaftspräsentation über die Bühne. Diese Bühne stand vor dem imposanten Dach des futuristischen Hangar 7, umgeben von original Kunstrasen. Am Rasen waren viele Fußbälle von „Adidas“, dem neuen Ausstatter, verteilt. Das Herz dieser Bühne war lebendig, einige sehr hübsche Blondinen zierten dieses Spektakel. Kurz vor Beginn des offiziellen Teils sorgte ein RedBull-Flugzeug, das dem Hangar 7 zusteuerte, für Aufregung. Einige vermuteten darin einen ganz großen Superstar (Figo, Carlos, ...) – es geisterte ja viel durch die Medien zuletzt.

 

Um 11 Uhr eröffnete mit Dietrich Mateschitz der Gastgeber höchstpersönlich diese „Show“. In seinen Begrüßungsworten relativierte er gewisse von den Medien kolportierte Geldbeträge. Außerdem versuchte er, den Sport in den Vordergrund zu rücken und seine Person etwas aus dem heißesten Blickpunkt zu nehmen. Mateschitz selbst wohnte der Veranstaltung übrigens nicht bis zum Ende bei. Auch der neue Manager Kurt Wiebach kam beim Einstieg zu Wort, er liebäugelte in seinen Ausführungen gar mit 10.000 verkauften Abo-Karten für die kommende Saison. In der Folge führten Adi und Edi (Kult-Reporter vom Hitradio Ö3) die vielen Journalisten und die neugierigen Fans durch das Geschehen. Zuerst wurde Kurt Jara auf die Bühne gebeten. Dann kamen nach und nach alle Spieler (darunter 14 Neuzugänge, alle Spieler im feinen Anzug mit Hemd) auf die Bühne, einige Neuzugänge wurden von Adi interviewt. Edi Finger jun. war bereits zu Beginn der Veranstaltung voll des Lobes über die professionelle Abwicklung. Ein Sprecher von „Adidas“ präsentierte offiziell den neuen Matchball. Die treuen Fans warteten am meisten auf die Präsentation der neuen Trikots, freilich in der Hoffnung auf einen Hauch an Violett. Doch um 11:22 Uhr war es dann Gewissheit: Als Thomas Winklhofer und Markus Schopp die neue Spielkleidung herzeigten, kamen einigen fast die Tränen. Rot-Weiß bei Heimspielen und Blau-Weiß auswärts, sich damit anzufreunden wird nicht einfach – selbst wenn im Statut die Vereinsfarben Violett-Weiß lauten. Die Fanklubs geben sich in einer ersten Reaktion kämpferisch, an Auflösungen sei nicht gedacht. Nach Ende des offiziellen Teils um kurz vor Zwölf gab’s für die Anwesenden Fans noch eine Freude, die Adidas-Bälle von der Bühne wurden an die Anwesenden verschenkt. Die zufriedenen Anhänger verließen allmählich den Hangar, während die eingeflogenen Journalisten noch zu einem Mittagessen eingeladen wurden.

Um ein Fazit zu ziehen: Es war sehr interessant, im Hangar 7 dabei zu sein. Vieles von dem was vorgestellt wurde, macht so richtig Appetit auf die neue Saison. Vor allem, dass man trotz des eigentlichen Saisonziels (Europacup-Startplatz) doch vom Meistertitel 2006 träumt, macht hungrig auf mehr. Der Wehrmutstropfen, dass Violett nur noch am Papier aufscheint, wird vielen allerdings sehr fest im Nacken sitzen. Man kann gespannt darauf sein, was die neue Saison am Spielfeld und auf den Rängen bieten wird.

Hier sehen Sie 2 Foto-Galerien. Die erste Gallery befasst sich mit der Präsentation selbst, die zweite Gallery zeigt Einblicke in den Hangar 7.

Fotoalbum – RedBull Salzburg 2005/06 – Die Präsentation

Fotoalbum – Hangar 7 – Das Imperium RedBull um Dietrich Mateschitz

Saison 2004/05

Foto-Album Austria Salzburg 2004 - HERBST            Foto-Album Austria Salzburg 2005 - FRÜHJAHR

 

29. Mai 2005:  Austria Salzburg – SW Bregenz  2:1 (2:0)

 

Nachdem noch vor einer Woche Meister Rapid mit einem fast 4000 Mann starken Auswärts-Support zu Gast war, erinnerte beim Saison-Kehraus gegen Bregenz fast gar nichts mehr an das Gastspiel des Meisters. Der Gästesektor war zwar noch erweitert, aus den 4000 euphorischen Besuchern aus der Vorwoche wurden allerdings 20 Unentwegte – mehr wollten nicht zum „Begräbnis“ ihres Klubs kommen.

 

In Salzburg heißt es zum Saison-Kehraus 2004/05 auch Abschied nehmen. Die Medien berichten da etwa von Neuzugängen, die im Winter geholt wurden oder von Hauptsponsor Wüstenrot. Etwas emotioneller wohl der Abschied von Heiko Laessig, der Deutsche war 9 Jahre ein Salzburger mit Herz, ein Kapitän der sich seiner Verantwortung stets bewusst war, ein Kampfschwein sondergleichen und dabei ein ganz feiner Mensch. Danke Heiko Laessig, wohl unser letztes großes Idol. Eigentlich gab es beim Bregenz-Heimspiel aber einen Abschied ganz anderer Dimension zu begehen in Salzburg, nämlich den vom eigenen Klub. Die treuen Fans haben den Kampf und die Vereinsfarben wohl verloren, an eine positive Überraschung bei der Generalversammlung am Freitag hofft kaum noch jemand. Ein großer Teil der Stadionbesucher wird wohl weiterhin kommen – jene aber, die wirklich ein Herz in violett-weiß haben/hatten, die müssen sich dem Geld von RedBull beugen. Es deutet vieles darauf hin, dass sich die führenden Fanclubs auflösen oder zumindest jegliche Stimmung boykottieren. Für einige war es vermutlich das letzte Spiel für immer. Den besten Fans Salzburgs ist jetzt das ewige Weiterleben der Erinnerung und des Geistes von SV Austria Salzburg im eigenen Herzen wichtiger, als sich als Nutte von Fan einem Verein als Produkt moderner, zeitgemäßer aber werteverachtender Wirtschaft anzuschließen. Fußball könnte auf einen komplett falschen Weg geraten.

 

Exakt 4.762 Zuschauer kamen ins Stadion, auf der Südtribüne mischte sich einiges an Wehmut in viele Gesänge. Allen war bewusst, dass es so etwas ähnliches in Zukunft nicht mehr zu sehen geben wird. Das Spiel begann „komisch“, Salzburg führte nach gut 10 Minuten schon mit 2:0. Dann gab’s allerdings anstatt eines Schützenfestes nur Sommerfußball. Laessig blieb bei seinem Abschiedsspiel ein Tor nur knapp verwehrt, kurz nach Seitenwechsel vergab er einen Elfmeter. Es gab aber noch schöne Aktionen der Salzburger zu sehen, besonders hervorzuheben dabei ist eine unbeschreiblich raffinierte Hereingabe von Laessig (mit der Ferse aufgegabelt) auf Seo, dessen toller Abschluss ging ans Lattenkreuz. Zuvor traf auch Öbster bereits die Querlatte. Ein Tor fiel dann noch, allerdings für Bregenz – Krautberger erzielte noch das 2:1, der Endstand.

 

Schon in den letzten Spielminuten standen viele Leute bereits am Rasen direkt an der Out-Linie. Schiedsrichter Meßner stellte sich aber nicht in den Mittelpunkt, er ließ weiterlaufen – obwohl einige schon einen Fuß im Spielfeld hatten. Dann gab’s den obligaten Platzsturm beim letzten Saisonspiel, die letzten violetten Helden wurden noch einmal gefeiert und die Spieler erfreuten Fans noch mit etlichen Trikots, die in die Menge geworfen wurden. Heiko Laessig war die Wehmut ins Gesicht geschrieben, der große Held verabschiedete sich auch noch von Sachen, die Fans Freude bereiteten – vom Trikot bis zu den Schuhen, Heiko wollte einfach nur Fans glücklich machen. Man kann nicht genug bekommen, diesem großen Mann Danke zu sagen.

 

Es war eigentlich ein perfekter Tag, nur: Wenn man in die Zukunft gedacht hat, blieb einem selbst bei diesem Kaiserwetter so einiges im Hals stecken. Selten war ein Saison-Abschluss so bitter wie diesmal. Da lenken keine sportlichen Perspektiven mehr ab, schließlich gehören solche ja einem grundlegend anderen Verein.

 

DANKE AN ALLE VIOLETT-WEISSEN GÖTTER SEIT 1933!!!

 

DIE LETZTE SCHLACHT IST GESCHLAGEN!!!

 

WIR HABEN AUSTRIA SALZBURG IM HERZEN!!! BIS IN DIE EWIGKEIT!!!

 

 

22. Mai 2005:  Austria Salzburg – Rapid Wien   4:1 (1:0)

 

Ein Sonntag, Traumwetter, gut gefülltes Stadion, Rapid Wien als Gegner, Abstiegssorgen los – aber etwas drückt da doch auf’s Herz... Es könnte das letzte Duell gegen den großen Rivalen aus der Hauptstadt gewesen sein. Diesmal passte noch alles, Salzburg spielte im knalligen Violett, die Rapid-Trikots waren schön traditionell grün-weiß gestreift. Letzteres wird wohl bleiben, doch bei Salzburgs Klubfarben deutet vieles auf einen Wechsel hin. Der harte Kern der Fans kann sich ohne Violett mit keiner noch so geilen Welt-Elf in Salzburg anfreunden. Violett muss bleiben – zumindest in irgendeiner erkennbaren Art und Weise. Warum das so sein muss, sollte jedem klar sein – wer es jetzt noch nicht kapiert hat, für den besteht wohl keine Hoffnung auf Besserung. Zu folgendem Szenario kam es bei diesem Spiel:

 

Von jenen Fangruppen, die IMMER für die Austria da sind bzw. waren, wurde zu einem Sitzstreik aufgerufen. Nur alle 10 Minuten sollten sich die Leute auf der Fankurve erheben, nur um „Salzburg ist komplett Weiß-Violett“ zu skandieren. Der feststehende Meister Rapid Wien brachte einen Anhang von knapp 3000 Leuten mit, die Wiener machten die erwartete Mega-Stimmung. Ein Streik der Südkurve hätte beim Rapid-Match so richtig gut gewirkt. Hätte! Irgendwie suchte man sich aufseiten von „Ultras“ & Co. aber doch das falsche Spiel dazu aus. Konnte auch keiner wissen, wie das Spiel verläuft. Salzburg – gerade den Klassenerhalt fixiert – deklassierte den Meister mit 4:1. Die gesamten Geschehnisse an diesem Tag sind mit einem Wort zusammenzufassen: Komisch. Der Mehrheit (!) der „Curva Sud“ war unter diesem Umständen das totale Auskosten des Sieges gegen Rapid wichtiger, als dass der kleine Funken Chance erhalten bleibt, unsere Austria auch in Zukunft in Violett zu sehen. Es entwickelte sich eine unfassbare Stimmung, Streikbrecher waren in der Überzahl – allein schon auf der Südtribüne. Zu allem Überdruss aber, gab’s dann eine unfassbare Premiere zu sehen: Man sah die Osttribüne nicht nur aufstehen, sondern man sah auch, wie sie Salzburg-Gesänge laut anstimmten, die Streik-Initiatoren sahen das ganze Stadion gegen sich. Es ist ja äußerst positiv, wenn der Funke so schnell auf alle überspringt – allein bei diesem Spiel hätten viele darauf verzichten können. Es ist so schwierig, bei tollen Spielen die Osttribüne zum Aufstehen zu animieren – diesmal standen sie ohne Aufforderung nicht nur auf, die sangen auch noch in Eigeninitiative. Es sind die typischen Erfolgsfans, die plötzlich groß aufkamen. Unfassbar, was sich in der 2. Halbzeit auf den Rängen abgespielt hat. Sollten sich einflussreiche Fangruppen tatsächlich auflösen und die Streikbrecher dieses Spiels die jetzige Fankurve einnehmen: Man muss sich fragen, ob man sich dann als Erz-Violetter überhaupt noch ein Spiel in Salzburg ansehen soll – sei es auf irgendeiner anderen Tribüne als der Fankurve. Es wird wohl vielen so gegangen sein bei diesem Spiel: Irgendwie kann man nicht loslassen von Fußball in Salzburg, der Anstand verlangt es aber... Hin- und hergerissen mit den Gefühlen...

 

Um nochmal zum Spiel zurückzukommen: Mrdakovic sorgte in der 1. Halbzeit für die Führung, in der 2. Halbzeit gab’s Fußball pur. Jank machte das 2:0, Seo das 3:0 mit anschließendem sehr ausgefallenen Torjubel (als Streik-Befürworter war einem so was von schwer in Herz, man wollte irgendwie mitjubeln mit dem Jungen), der eingewechselte Tomic machte das 4:0. Während der 2. Halbzeit machten sich die vielen Rapid-Fans samt Freunden aus Athen, Nürnberg und Venedig bemerkbar, Bengalen, Leuchtraketen, ... Nach einer Spielunterbrechung ging es dann doch noch einmal weiter. Das ergab dann auch die Nachspielzeit von 7 Minuten, in der 96. Minute kam Rapid noch zum Anschluss-Tor – 4:1 der Endstand.

Wie sehr man sich über den Sieg freuen soll, kann jeder selbst für sich bestimmen. Neben Rapid gibt es bei diesem Spiel einen zweiten Verlierer: Die Salzburger Fanszene. Man könnte auch sagen, „Ultras“, „TGS“ &. Co. sind die Verlierer, der Rest ist Sieger. Mit welcher Berechtigung die jetzt führenden Fangruppen ihre Anliegen anbringen und mit welcher Berechtigung die Streik-Brecher ihre Sache an diesem Tag durchgezogen haben – das ist die Frage. Mieße Stimmung bei schlechten Spielen kommt so oft eher von oben nach unten auf der „Curva Sud“, wie Gewitterwolken von Westen nach Osten – und nicht umgekehrt. Aber in dieser Sache muss sich ohnehin jeder selbst festlegen... Fazit: Ein Spiel mit einer ganz komischen Stimmung – komisch wie schon in Innsbruck, aber ganz anders als dort...

Persönliche Meinung zum großen Thema bei diesem Spiel:

Liebe „Stierwascher“ und alle anderen Streikbrecher: Was bewegt euch dazu, den Kampf um die Vereinsfarben zu vernachlässigen? Wenn Austria Salzburg die Farbe Violett verliert, dann habt ihr mit eurer Stimmung diesen Violetten Klub heute vielleicht beim vorletzten Spiel gesehen. Auswärts seit ihr eh’ nicht unbedingt eine „Bank“, bleibt noch das Bregenz-Spiel... Bei „Oh’ wie ist das schön...“ könnte es so weitergehen: „... so was wird man nie mehr wieder sehn“. Vielleicht geht es euch ja darum, die gesamte Südtribüne für euch einzunehmen – das soll ja möglich sein, wenn es um Violett-Weiß geschehen ist. Kommt’s so, dann fehlt Salzburgs Fans aber in Zukunft genau das, was sie bisher ausgemacht hat: Der CHARAKTER und das VIOLETTE HERZ!!!

 

 

14. Mai 2005:  Wacker Innsbruck – Austria Salzburg  0:0

 

Nach dem Heimsieg in der Vorwoche gegen Sturm Graz dürfte der Klassenerhalt gesichert sein. Darauf, dass Bregenz schon aufgegeben hat, will man sich bei Salzburg natürlich nicht verlassen – man will in den letzten Spielen noch einmal das Letzte herausholen, was es aus dieser Mannschaft noch herauszuholen gibt. Etwas leichter als in zwei Wochen auswärts bei der Admira in der Südstadt bei vorprogrammierter Geisterkulisse sollte es den Spielern an diesem Wochenende noch fallen, die letzten Kräfte zu mobilisierten – es steigt nämlich das Westderby.

 

Natürlich haben die Fans von Austria Salzburg in den letzten Wochen und Monaten mitgebangt um den Klassenerhalt. Viel mehr bangen als um den Weiterverbleib in der höchsten Spielklasse Österreichs müssen Salzburgs Fans jetzt leider in anderen – vielleicht wichtigeren – Belangen. Je näher es dem sicheren Klassenerhalt entgegengeht, umso kritischer wird die Lage in Sachen Tradition. Violett könnte schon bald in seine Einzelteile zerlegt werden – vieles deutet etwa auf rot-blaue Salzburger in der kommenden Saison hin. Auch von blau-weiß, silber-blau usw. war bereits sehr konkret die Rede. Welche Personen und Dinge derzeit bei Salzburg in Frage stehen, macht ganz schön nachdenklich – auch wenn man sich das irgendwie so ähnlich gewünscht hätte, als gar nichts mehr nach vorne weiterging. Die Art und Weise entspricht jetzt aber doch nicht so ganz den Vorstellungen der treuen Fans. Diese bekommen Solidarität von (fast) allen Seiten, beim Westderby zeigten sich sogar die Tiroler – sonst so verhasst – mit mehreren Spruchbändern sehr solidarisch. Bei so grundlegenden Sachen wie Tradition, der Basis von emotionellen Fußballspielen, halten auch äußerst verfeindete Fan-Lager ganz fest zusammen.

 

Beim Spiel in Innsbruck (insgesamt leider nur 5.100 Zuschauer), dem vielleicht/wahrscheinlich letzten Westderby von Schwarz-Grün gegen Violett-Weiß, herrschte neben viel Solidarität seitens der Innsbrucker eine ganz eigenartige Stimmung unter den (etwa 500) Salzburgfans. Der Vorsänger versuchte, noch einmal das Letzte aus den violetten Kehlen herauszukratzen. Es scheint so, als ob jetzt auch die treusten Fans zunehmend die Hoffnung verlässt, dass unserem Klub die Basis Tradition erhalten bleibt. Die Innsbrucker Nordtribüne präsentierte bei Spielbeginn eine Choreographie mit einer Mischung aus Solidarität und Rivalität. Von Salzburg kam währenddessen eine Fahnen-Intro, schlicht aber sehenswert – passend zur aktuellen Problematik. Das Spiel war in der 1. Halbzeit äußerst langweilig, es gab keine echten Torszenen. Im Auswärtsblock waren die ersten 45 Minuten auch eher zäh. Ganz anders die 2. Halbzeit: Mit einer Pyro-Aktion setzten sich die Salzburgfans in Szene, die Stimmung war von nun an bis zum Abpfiff großartig im Sektor der Salzburgfans. Das Spiel wurde etwas rassiger, Salzburg war zu mindest ebenbürtig. Seo vergab die beste Möglichkeit des Spiels, auch den Innsbruckern gelang kein Treffer. Es blieb beim 0:0 – Klassenerhalt gesichert, Rapid fertigte Bregenz mit 4:1 ab (Rapid steht als Meister fest).

 

Mit Fortdauer der 2. Halbzeit und nach Spielende gab es eine ganz seltsame „Endzeitstimmung“. Randale blieben bei allem Hass aus, die Salzburgfans plagen derzeit leider ganz andere Probleme als die Nachbarn aus dem Westen. Noch ein Satz zum Spielfeld: Der Geruch eines natürlichen Grüns macht auch ein Fußballspiel aus. Bei manchem Auswärtsspiel (so wie diesmal in Innsbruck) kommt einem da auch als Fan schon so ein gewisser Geist in sich hervor. Schade, dass unsere Mannschaft am nächsten Wochenende schon wieder auf Kunstrasen spielen muss. Fazit: Vieles könnte besser sein in Salzburg. Ob Sorgenfalten bei einer kritischen Lage in einem noch offenen Abstiegskampf auch so tief wären, als jene, die wir jetzt mit uns schleppen – wer weiß... SALZBURG IST KOMPLETT WEIß-VIOLETT!!!

 

 

7. Mai 2005:  Austria Salzburg – Sturm Graz  1:0 (1:0)

 

Dass das Nachtragsspiel bei Rapid verloren gehen könnte, war wohl jedem bewusst. Selbst das Resultat von 0:5 überraschte am Mittwoch nicht besonders, man wusste ob Rapids Stärke und der eigenen Außenseiterrolle war man sich auch bewusst. Eine ganz andere Ausgangslage bietet sich vor dem Heimspiel gegen Sturm Graz. Die Steirer sind dem Abstiegskampf zwar vorzeitig ausgewichen, ihre Auswärtsschwäche allerdings hat sich auch schon bis in die letzten Ecken von Lend & Co. herumgesprochen. Selten war ein Sieg so wichtig wie an diesem Wochenende, Bregenz spielte zeitgleich am Bodensee gegen Tirol – ausgerechnet unsere großen Rivalen gegen die wir uns in einer Woche beim Westderby anlegen werden, sollen also diesmal für den Rest sorgen. Zunächst aber gilt es, endlich selbst mal wieder zu siegen – der letzte Heimsieg datiert noch vom 3. Quartal des Kalenderjahres 2004.

 

6.240 Zuschauer sind es immer noch, die der Austria die Ehre erweisen und ins Stadion kommen. Der Sturm-Anhang war wieder ähnlich stark vertreten wie im September,