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Eine turbulente, aber recht erfolgreiche erste
Herbstsaison in der Westliga neigt sich für Austria Salzburg just mit einem
absoluten Highlight dem Ende zu. Nach mehr als 5 Jahren gibt’s die Rückkehr
nach Kleßheim, freilich 120 Meter vom einstigen Revier entfernt – ab in den
Gästesektor des zum Lichterpuff umfunktionierten Stadions. Damit schließt
sich ein Kreis, der so viele Emotionen beinhaltet, unterschiedliche
Anschauungen des Fußballs, kontroverse Diskussionen auf Stammtischen, immer
frischer Gesprächsstoff und dabei geht’s nur um ein Thema: Was macht einen
Fußballklub aus? Als Anstoß zu diesem Derby gab’s die Grundsatzdiskussion bereits
am Mittwoch im Rahmen der Pressekonferenz mit RBS-Juniors-Trainer Nico Kovac
und Austria-Obmann Walter Windischbauer. Die üblichen Giftpfeile flogen also
klassisch zwischen Maxglan und Kleßheim umher. Die Truppe um Nico Kovac ist
spätestens seit der Derby-Niederlage im August (2:1 für die Austria im ersten
Aufeinandertreffen) reichlich angestachelt. Das mediale Interesse ist für
Regionalliga-Verhältnisse ohnehin enorm, Regional-TV-Sender Salzburg Plus
etwa überträgt das Spiel in voller Länge und wiederholt es noch mehrmals an
diesem Wochenende. Endlich konnte das violette Salzburg die Grundsatz-Frage
um die Werte im Fußball wieder mit einem Spiel beantworten anstatt mit
Diskussionen. Um 11:00 Uhr war für die Fans der Austria Derby-Treffpunkt beim
Lehener Stadion. Die Neue Mitte Lehen hat nach dem Abriss des Stadions ja
immer noch ihren Charakter behalten, nämlich den grünen Lehener Stadionrasen
im Zentrum. Die bereits zahlreich versammelte „Curva Viola“ marschierte zur
S-Bahn-Stadion und fuhr weiter bis zum Europark um von dort die letzte Etappe
im Fußmarsch anzutreten. Lautstark und sehr zahlreich zog die Anhängerschar
in Richtung Stadion nach Kleßheim um dort den Gästesektor so zu füllen, wie
das dort noch nie zuvor der Fall war. Um 14:00 Uhr war Anstoß, 5.500 (!) Zuschauer waren im
Stadion. Etwa 3.500 wollten sehen, wie die Austria den Inbegriff des
Kommerzfußballs bekämpft. Die RBS-Fans hatten für’s Derby natürlich keine
Eier, sie hinterließen zwei Zeilen Spruchband – inhaltsleer wie deren Stadion
inzwischen selbst bei Bundesligaspielen. Der Rest versammelte sich auf der
Haupttribüne, wo der Unterrang auch voll wurde. Eine fantastische
Zettel-Choreographie unter dem Motto „Never changed passion for glory“ in
unseren wunderschönen Vereinsfarben zeigte dem ganzen Stadion schon vor der
ersten Spielminute, wer in Salzburg die Nummer 1 ist. Ein sehr warmer und sonniger Novembernachmittag sorgte
für viel Schweiß im Gästesektor, wo fast jeder kurzärmlig unterwegs war und
für heiße Gemüter auf dem Rasen. Das erste Highlight hatten leider die Roten
für sich, Aschauer setzte einen Sonntagsschuss zur RBS-Führung in die
Maschen. Die beherzten Austrianer wären durch Vujic eigentlich bald zum
Ausgleich gekommen, hätte nicht der Linienrichter Tags zuvor zuviel gesoffen,
wie sonst sah der den Ball als einziger im Stadion bereits vor der Hereingabe
über der Toroutlinie?!?! Es sollte nicht der einzige Fehler der
Un(?)parteiischen bleiben. Während Dosen-Abwehrchef Hiden für eine klare
Tätlichkeit (Kopfstoß) nur Gelb sah und sich zwei unserer Spieler bei dieser
Aktion auch Kritik-Gelbe abholten was die Verhältnismäßigkeit bereits
abhanden kommen hat lassen, setzte der Schiri den Ungerechtigkeiten noch eine
drauf und verabschiedete Nico Mayer mit ein Dutzendfoul nach 40 Minuten mit
glatt Rot in die Dusche. Schön, dass noch etwas angenehmeres passierte, noch
bevor viele der von der Sonne geblendeten Fans im Gästesektor den Ausschluss
überhaupt registriert hatten: Denn in der letzten Aktion vor der Halbzeit
machte unser Dominik Borozni bereits Lust auf die Ski-Saison, machte einen
Slalomlauf um die RBS-Verteidigung, Hiden als Schlussmonster ließ er dastehen
als wäre er doch ausgeschlossen worden vorhin und als krönenden Abschluss
gab’s einen satten Schuss von der Strafraumgrenze aus volle Tube ins
rot-weiße Tornetz. 1:1 zur Pause. Rund um
den Ausschluss von Nico Mayer nach 40 Minuten mussten auch Trainer Didi Emich
und Sportdirektor Stöger praktisch für Nichts auf die Tribüne, so war es
Co-Trainer Heli Rottensteiner, der die dezimierten violetten Krieger vor
Beginn der 2. Halbzeit zum Kreis auf dem Spielfeld versammelte um sich
einzuschwören. „Ihr könnt jetzt einige Tausend Leute glücklich machen, Ehre
und Stärke für die Austria“ – so etwas aus dem Mund von jemanden, der es ernst
meint. Das musste doch gut gehen. Die Juniors brachten trotz Überzahl wenig
zustande, aber eine gefährliche Aktion reichte leider zur Führung: Aschauer
nutzte einen Abwehrfehler in der 65. Minute zum 2:1. Es sah zum Ende hin
wirklich nicht sonderlich gut aus, aber unsere Kämpfer und die vielen Fans
die hinter ihnen standen, sie bekam was sie sich verdienten: In der 83.
Minute war sich der Bullen-Keeper mit seinem Abwehr-Boss nicht ganz einig,
der pfeilschnelle Lukas Wührer spritzte dazwischen und man hatte so das
Gefühl, dass die Kugel vom Fußballgott beseelt schon von sich aus ins Tor
wollte – durfte sie auch, 2:2 und späte Gerechtigkeit für die Austria. Dieses
Unentschieden fühlte sich an wie ein Sieg, am Ende feierte nur Violett und
das lange nach Spielschluss noch im Gästesektor. Anscheinend ging es auch dem
einen oder anderen auf der Westtribüne unter die Haut, die blieben fast alle
noch da und sahen uns beim Feiern zu. Für unseren Didi Emich war es offenbar
auch ein ganz besonderes Spiel, extra für diesen Tag machte er einen auf José
Mourinho, kaufte er sich einen Anzug, darunter trug er ein weißes Hemd und
eine edle violette Krawatte. Dass er damit nur etwa 40 Minuten in der
Coachingzone verweilen durfte war ihm nach dem Spiel wohl egal, auch aus ihm
brach die Emotion heraus, die Jubelpose der Extraklasse im edlen Zwirn wird
uns in Erinnerung bleiben. So geht man in die Winterpause, wenn man die
Nummer 1 in Stadt und Land Salzburg ist – Salzburg ist komplett weiß-violett!
Eine frühe Anstoß-Zeit, die Alpendorf Bergbahnen zu Gast
in Maxglan – richtig, das letzte Heimspiel im Kalenderjahr steht an. Der SCR
Altach ist zu Gast in dieser ersten Rückrunde der Saison und wie mit so
vielen Klubs, die ab jetzt Gegner bei unseren Heimspielen sind, ist aus dem
Hinspiel auswärts eine Rechnung offen. Diesmal besonders mit dem Torhüter der
Vorarlberger, Martin Bischof. Schön, dass der „Eiergoalie“ seinem Namen auch
zum Saisonausklang in Maxglan noch mal alle Ehre machte und als provokanter
Looser fürs erste zu den Akten gelegt werden kann. Das Spiel hatte wieder mal
einen besonderen Rahmen, die Stierwascher präsentierten eine sehenswerte
Choreographie über die gesamte Tribüne. Die bärenstarke Austria ging schon in der 5. Minute in
Führung, Vujic bediente Nico Mayer und dieser setzte einen super Schuss zum
1:0 ins Netz. In der 21. Minute traf es unser Top-Scorer selbst, per Elfmeter
stellte er auf 2:0. Elfmeterschießen kann doch jeder, so netzte er in kurz
vor der Pause auch noch aus dem Spiel heraus. 3:0 der Pausenstand. Nach Seitenwechsel hatte die Austria alles im Griff,
Souveränität und Dominanz total. Einer hatte noch nicht genug, Spielmacher
Nico Mayer schenkte Altach-Keeper Bischof noch gehörig ein. Zunächst in der
85. Minute nach schönem Zusammenspiel und als krönenden Schlusspunkt mit einem
wunderschönen Weitschusstor in der 90. Minute. So gestaltet man ein Heimspiel und so schieß man sich
für’s bevorstehende Derby ein. Nach dem Derby in einer Woche in Kleßheim
geht’s in die Winterpause. Am 19. März erwarten wir dann in Maxglan beim nächsten
Heimspiel einen starken Gegner, den FC Kufstein.
Eine Woche nach dem großen Westderby in Innsbruck mit
Tausend Austrianern beim Auswärtsspiel, ging das Heimspiel gegen den FC Hard
leider in der Kategorie „Routine und Alltag“ unter, die 700 Zuschauer
bedeuten Minusrekord. Die Austria ist gegen die blau gekleideten Vorarlberger
noch mal in den weißen Trikots vom Westderby in Innsbruck aufgelaufen, es
wäre doch gelacht, nicht auch in diesen Trikots gewinnen zu können. In der
12. Minute gelang Vujic nach Zuspiel von Mayer der Führungstreffer, im Stile
eines Topstürmers ließ er im Abschluss nichts anbrennen und zog genau im
richtigen Moment ab. Je näher des dem Pausenpfiff zuging, bettelte unsere
Hintermannschaft aber um den Ausgleich. Hard vergab jedoch die größten
Chancen und so blieb es beim 1:0 zur Pause. Nach Seitenwechsel sorgte Urbanek
mit einem Traumtor in der 50. Minute bald für klare Verhältnisse. In der
Folge vergaben die Austrianer viele weitere gute Chancen. Einzelne
gefährliche Ansätze von Hard brachten auch nichts ein. Der Deckel war längst
drauf, trotzdem gab’s noch eine Zugabe: Lukas Wührer traf in der 89. Minute
noch, Endstand 3:0. Über das bevorstehende Auswärtsspiel in einer Woche bei
Union Innsbruck herrscht derweil noch Rätselraten, ob und wie die Partie
stattfindet entscheidet sich erst in der kommenden Woche.
Seit der Bekanntgabe des Spielplans im Sommer ist dieses
Wochenende wohl eines der ganz heiß ersehnten in dieser Saison für jeden
Violetten. Die Salzburger Austria gastiert beim Erzfeind im Westen, das
Tivoli-Stadion sieht nach mehr als 5 Jahren wieder ein „echtes“ Westderby.
Schwarz-Grün gegen Violett-Weiß gab’s zuletzt in der Bundesliga und im Jahr
2003 im ÖFB-Cup sogar noch mit den umgekehrten Vorzeichen wie heute. Denn
damals war Austria Salzburg als Bundesligist Gast am Tivoli, setzte sich
damals gegen Regionalligist Wacker durch. Inzwischen sind die Innsbrucker
wieder dort, wo sie – bei aller Rivalität – hingehören und das violette
Salzburg ist seit 2006 auf dem steinigen, aber auf dem besten Weg dorthin. Eigentlich im Sinne der Fans verlegten die Tiroler das
Spiel auf Sonntagnachmittag, damit auch die am Samstag zum
Rapid-Auswärtsspiel mitgereisten Wacker-Fans dieses Westderby sehen können.
Das Polizeiaufgebot ist ohnehin da und übertrifft in dessen Zahl jedes
übliche Bundesliga-Niveau, für Sicherheit sollte also in jedem Fall gesorgt
sein – sollte man meinen. Ein Dutzend Busse rollten aus Salzburg ins Inntal.
Bei der Ankunft in Innsbruck erwartete uns Schwerverbrecher schon die Polizei
auf der Autobahn und begleitete die Busse über eine spezielle Route vor das
Tivoli-Stadion. Man fühlte sich übersicher, selbstverständlich ist es zum
Kopfschütteln, legen wir es mal positiv aus: Man konnte sich fühlen wie auf
Präsidentschaftsbesuch inmitten dieser Polizei-Eskorte. 2.000 Zuschauer waren es dann im Tivoli-Stadion, etwa die
Hälfte davon wollten Violett (diesmal allerdings in weißen Trikots) siegen
sehen. Am Fuße der bereits mit Schnee angezuckerten Nordkette entwickelte
sich ein intensives Spiel mit dem ersten Höhepunkt nach einer Viertelstunde.
Marko Vujic brachte einen schönen Angriff der Salzburger zum Abschluss und
drückte zum 0:1 ein. Die Fans im randvollen Gästeblock hinter dem Tor waren
aus dem Häuschen, wussten sie doch noch nicht, dass es der letzte eigene
Torjubel des kühlen Nachmittags bleiben sollte. Auf der Gegenseite gelang
noch vor der Pause der Ausgleich nach einem Freistoß. Nach Seitenwechsel
entschied ein provokanter Türke aufseiten der Hausherren das Westderby, Ildiz
brachte die Tiroler mit einem schönen Schuss in der 51. Minute in Führung und
machte mit einem Elfer-Tor in der 65. Minute dann alles klar. Beim Torjubel
versuchte er, die angefressenen Gästefans mit einzubinden – eine schlechte
Idee nicht nur in Istanbul. Es blieb beim 3:1 für die extra für dieses Match
mit zahlreichen Profis gespickten Innsbrucker, das Ergebnis sollte aber
leider nur eine Randnotiz bleiben. Tatsächlich erinnerte der Nachmittag in Innsbruck nicht
an einen Kindergeburtstag. Provokationen von beiden Seiten, der Innsbrucker
Torhüter spießte nach Spielende vor der jubelnden Nordtribüne etwa ein
Schwein, gab es und eine kleine Gruppe, die nach dem Spiel aus dem
Gästesektor völlig ungehindert über die Haupttribüne fast bis zur Nordtribüne
vorstoßen konnte. Rundherum kleinere Konflikte, passiert ist freilich nichts
Gröberes. Die Tage und Wochen nach dem Westderby nutzten die Medien zu einer
einseitigen Hetzjagd gegen Austria Salzburg, von den nicht minder bösen
Tirolern war kaum die Rede. Leider wurde das Spiel verloren – die Lust, Tirol
bzw. Innsbruck in die Suppe zu spucken ist ungebrochen.
Das nächste Salzburger Derby steht an, wieder ein
Heimspiel. Gegner Neumarkt musste im Sommer bereits unliebsame Erfahrung mit
der verstärkten Austria-Mannschaft machen, verlor die Vorrunde zum ÖFB-Cup in
Maxglan durch zwei späte Tore mit 2:0. Die aktuelle Formkurve der heutigen
Gäste zeigt allerdings steil nach oben und so ist man im violetten Lager
gewarnt. Spätestens als Neumarkt nach 10 Minuten nach einem
schönen Angriff per Kopfball das 0:1 gelang, war jedem klar, welch harte Nuss
das werden würde. Durch eine messerscharfe Freistoßflanke auf den Kopf von
Urbanek gelang diesem der Ausgleich zum 1:1-Pausenstand. In der zweiten
Halbzeit sah man eine total feldüberlegene Austria, die voll auf Sieg spielte
aber sich nur zaghaft Chancen erarbeitete. 10 Minuten vor dem Ende war es
dann ein perfekter Freistoß von Marko Vujic, der die verdiente 2:1-Führung
brachte. Es sah dann ganz danach aus, dass die Violetten es sicher über die
Zeit bringen würden – bis zur Nachspielzeit: Da war für einen Moment
Abwehrspieler Milic im Strafraum schlecht postiert, seine Attacke bewertete
Schiedsrichter Jäger als Foul und entschied auf Elfmeter. Kreuzer verwandelte
diesen sicher zum 2:2-Endstand. Der Elfer war natürlich umstritten,
vermutlich billig aber keine Fehlentscheidung. Die Austrianer haderten
dennoch zurecht mit dem Unparteiischen. Der dem Elfer-Foul vorangegangene
Freistoß Neumarks auf Höhe Mittellinie war schnell abgespielt und das
meilenweit vom Tatort des Fouls entfernt und wurde so vom Schiri toleriert.
Ganz entgegen seiner sonst so kleinlichen Linie. Zweierlei Maß also, wie
übrigens auch bei den Karten. Neumarkt konnte das Spiel zerstören wo es nur
möglich war, ohne Gelbe Karte – fürs einmalige Reklamieren bzw. fordern der
Gelben Karte sah sie unser Vujic aber prompt. Am Ende also ziemlich blöd gelaufen, ein Remis mit dem klaren
Fazit: Zwei verlorene Punkte. Drei Wochen nach der Tabellenführung finden wir
uns jetzt im Niemandsland der Tabelle. Jetzt stehen zwei Auswärtsspiele mit
berechtigter Hoffnung auf gute Punkteausbeute an – zunächst gastiert die
Austria in Höchst, bevor es in zwei Wochen zum Westderby nach Innsbruck geht,
wo gegen Wacker viel Brisanz im Spiel sein wird.
Nun also doch. Nach wochenlangem Rufmord durch die Presse
im Auftrag der WSG Wattens fand am Montag die entscheidende Sitzung der
Regionalliga-Kommission mit Vertretern der betroffenen Vereine und aller drei
Landesverbände im noblen Innsbrucker Hilton-Hotel statt. Spät aber doch
erfassten es doch auch die Tiroler, dass man bei Erfüllung des
Sicherheitskonzeptes nichts zu befürchten hat und zähneknirschend kippten die
Wattener doch noch deren einstimmigen Vorstandsbeschluss, das Spiel gegen
unsere Austria auf keinen Fall im Alpenstadion stattfinden zu lassen. Die
drei Punkte werden also jetzt doch im Hochsicherheitstrakt Alpenstadion
ausgespielt, auch in der Hoffnung, dass sich der krankste Teil des Innsbrucker
Anhangs zur selben Zeit am frühen Samstagabend bei deren Heimspiel im Tivoli
befindet. Die Fans der Austria zeigten sich von der
Schokoladenseite, arbeiteten die letzten Wochen mit viel Ironie auf indem sie
Brainstorming betrieben haben und Schlagworte des Verbrechens auf Plakate
schrieben und das Tiroler Volk darüber belehrten, dass das alles eigentlich
nur deren Ansicht unseres Vereins und dessen Fans ist. Kein zusätzlicher Cent
außer dem Eintrittsgeld sollten die Wattener einnehmen, die Fanclubs riefen zum
Gastro-Boykott auf. Der wurde großteils auch durchgesetzt, durstige Ausnahmen
bestätigen die Regel. Zum Glück traf die Wattener dieser Einnahmen-Ausfall
offenbar überraschend, so wurden die Eintrittspreise von den üblichen 7 EUR
überraschend nicht angehoben, Damen hatten sogar freien Eintritt. Die Hausherren waren die bessere Mannschaft, vorne
brandgefährlich. Doch die besten Chancen wurden liegen gelassen. Unsere
Mannschaft machte es besser in Sachen Effizienz: Urbanek köpfelte eine
Maßflanke zum 0:1 kurz vor der Pause ins Netz und stellte den Spielverlauf
auf den Kopf. Gleich nach Seitenwechsel hätte Bernd Winkler für die
Vorentscheidung sorgen können, leider schob er den Ball knapp am Tor vorbei.
Dann entdeckte leider auch Wattens die Effizienz: Ein Eckball führte zum
Ausgleich, wenig später legten sie auch noch das 2:1 nach. Dann zeigte unsere
Mannschaft aber wieder große Moral und übernahm das Kommando. Einige
gefährliche Konter wurden unbeschadet überstanden und vorne war man bis zur
letzten Sekunde am Drücker, noch den Ausgleich zu erzielen. Letztlich blieb
es beim 2:1, man kann der Chance von Winkler auf das 2:0 nachtrauern.
Nachdem auf die Eroberung der Tabellenführung im letzten
Heimspiel gleich eine große Portion Ernüchterung durch eine 2:5-Niederlage aus
Dornbirn mitgenommen wurde, dürfte es angesichts der bevorstehenden Gegner
nicht leichter werden und es wird herausragende Leistungen brauchen, wenn mal
auch nach den nächsten Wochen an der Spitze mitmischen will. Im Heimspiel gegen Anif standen sich demnach die beiden
aktuell besten Salzburger Amateurteams gegenüber, wobei der heutige Gegner
seine Seele ja bereits dem „Teufel“ verkauft hat – man kooperiert mit dem
Getränkekonzern aus Fuschl am See, der 2005 Auslöser dafür war, dass wir uns
jetzt in dieser neuen Ära befinden. Dementsprechend hochkarätig ist auch der
Kader, es wird bestimmt eines der schwierigsten Heimspiele dieser Saison. Doch wie schon im Spiel gegen den „Teufel“ selbst, kämpfe
sich unsere Mannschaft ganz verbissen ins Spiel und hatte auch nicht das
Handicap, in Rückstand zu geraten. Vielmehr haderte man zunächst noch etwas
mit dem Schiedsrichter, viele Zuschauer haben einen Elfmeter für die Austria
gesehen, der Schiedsrichter war nicht darunter. Doch der wichtige
Führungstreffer gelang dann doch: Marko Vujic zog durch seinen Ballbesitz
viele Anifer auf sich, genau im richtigen Moment spielte er auf den
freistehenden Nico Mayer ab, welcher den Ball am Torhüter vorbei zur
verdienten Führung in die Maschen knallte. Nach Seitenwechsel kam Anif
allmählich besser ins Spiel. Eine Großchance wurde noch ausgelassen, der
nächste Fehler wurde dann eiskalt mit dem Ausgleich bestraft. Die Austria
antwortete mit großer Moral und zeigte in der Schlussphase noch mal vollen
Siegeswillen. Der Ball wollte nicht mehr ins gegnerische Tor, letztendlich
konnte bzw. musste man aber auch mit dem Remis recht gut leben, zumal die
Gäste kurz vor Schluss noch die größte Chance des Spiels ungenutzt gelassen
haben.
Das
Heimspiel gegen Seekirchen versteht sich als Nachtragsspiel der vorgezogenen Runde
– das gibt’s nicht alle Tage. Hier ist alles einfacher, hier wird
chronologisch nummeriert und so wird dieses Heimspiel ganz einfach als 7.
Runde geführt. Die
Seekirchener um ihren sportlichen Leiter und Ex-Austrianer Toni Feldinger
schätzte man eigentlich recht stark ein, auch nach ihrem verkorksten
Saisonstart. Immerhin haben sie Leute wie Markus Scharrer oder auch den bei
der Austria glücklosen Stani Vasily in ihren Reihen und sind in den letzten
Jahren zur gefestigten Westliga-Mannschaft geworden. In
Maxglan merkte man dann aber auch sehr bald, dass bei den Jungs vom Wallersee
momentan der Wurm drinnen ist. Reifeltshammer gelang der frühe
Führungstreffer und ein Borozni-Freistoß fand wenig später durch Mithilfe des
Tormanns auch den Weg über die Linie. 2:0 nach nur 13 Spielminuten. Wieder
nur wenig später fiel eigentlich das 3:0 durch Vujic, doch der schwache
Gishammer wollte mal wieder mehr sehen als das herkömmliche menschliche Auge
und entschied auf Foul am Torwart – man muss es einfach gesehen haben um zu
wissen, wie dieser Mann Fehlentscheidungen wie am Fließband produziert. Doch
die Austria war diesmal einfach zu stark, als dass dieser Gishammer
entscheidend Einfluss nehmen hätte können. In der 2. Halbzeit war’s mit der
Ausnahme eines Stangenschusses von Scharrer nur Einbahnstraßenfußball auf das
Tor der Gäste. Der die ganze Saison schon bärenstarke Abwehrspieler und
Assist-König Gabriel Kreuzwirth krönte seine starke Leistung diesmal mit
einem eigenen Tor, dann traf noch Federer zum 4:0. Tja, und mit einem 5:0
könnte sich die Austria gar eine tolle Momentaufnahme holen, die
Tabellenführung nämlich. Ausgerechnet einem, der es ob Verletzung zuletzt
schwer hatte, gelang in der 90. Minute dieser Befreiungsschlag: Bernd Winkler
schloss seinen 20-Minuten-Einsatz mit dem Tor zum 5:0 und der Tabellenführung
ab. Ein
tolles Spiel der Austria, das war’s dann mit den englischen Wochen. Ein
wichtiger Sieg in Anbetracht der schwierigen Aufgaben, die jetzt anstehen: Am
Samstag geht’s nach Dornbirn, dann empfangen wir im Heimspiel den USK Anif.
Die Tabellenführung tut deshalb sehr gut, nach Verlustpunkten ist Wattens
noch vorne, doch die scheinen nicht in der Lage zu sein, ihr Heimspiel gegen
uns abwickeln zu können und schenken uns vielleicht 3 Punkte. Naja ;-)
Keine Probleme bereitete Reichenau am Samstag der in allen
Belangen überlegenen Austria. Körperlich und konditionell waren die Gäste
unterlegen, vielleicht steckte ihnen auch ihr Match unter der Woche noch in
den Beinen. Nachdem die Innsbrucker noch ein schmeichelhaftes 0:0 mit in die
Pause nehmen konnten, löste Vujic per Elfmeter in der 2. Halbzeit bald den
Torreigen aus. Mit dem 2:0 machte der starke Nico Mayer alles klar, zum
Drüberstreuen traf Vujic noch einmal und der zuletzt formschwache Neubauer
fixierte den 4:0-Endstand.
Die ersten beiden Heim- und Auswärtsspiele in der Regionalliga
West verliefen für Austria Salzburg überaus erfreulich, 8 Punkte aus diesem
schwierigen Auftaktprogramm kann man getrost als gelungenen Saisonstart
bezeichnen. Jetzt braucht es dieses Auswärtsspiel beim SC Bregenz in der 5.
Runde wohl schon dazu, die Träumer vom nächsten Aufstieg auf den Boden der
Realität zu holen. Wo, wenn nicht in Bregenz könnte Austria Salzburg baden
gehen – und damit hat der schöne Bodensee mal gar nichts zu tun. An diesem
Samstag stellten unsere Kicker eine weitere, wenn auch unliebsame, Verbindung
zur Austria-Ära vor 2005 her. Bei den Bregenzern wurde auch in
Bundesliga-Zeiten oft genug verloren, die Höhe war oft die Selbe – 1:5. So
war’s auch diesmal, es schließt sich ein Teufelskreis könnte man sagen,
schöne Grüße noch mal an Axel Lawaree & Co. ;-) Ein sehr gut gefüllter Gästesektor überzeugte eher mit
Quantität als mit Qualität, an den großartigen Support vom Altach-Match
konnte der Austria-Anhang beim zweiten Gastspiel im Ländle bei weitem nicht
anschließen. Leider gelang auch der Mannschaft kaum etwas an diesem
Nachmittag. Eine einschläfernde erste halbe Stunde endete mit dem
Führungstreffer der Bregenzer aus einem Konter. Nach Seitenwechsel wurden
erst Hirsch, dann Nico Mayer ausgeschlossen und den Gastgebern gelang das
abseitsverdächtige 2:0. Vujic konnte zwar wenig später den Anschlusstreffer
erzielen, woraufhin die Bregenzer aber erst richtig loslegten. Beim 3:1 waren
die Hausherren einfach schneller und spielten konzentriert fertig, das 4:1
war ein gekonnter Heber und auch beim 5:1 vermochte unsere Abwehr die
Vorarlberger Angreifer nicht ernsthaft zu bedrängen. Nach dem guten Start jetzt doch eine herbe Klatsche bei
Bregenz, das war gar nichts. Weiter geht’s mit zwei Heimspielen gegen
Seekirchen und Reichenau, Nährboden für Spitzenreiter-Träume könnte bald
wieder vorhanden sein.
Das Heimspiel gegen St. Johann sehen viele Beobachter als
richtungsweisendes Spiel für diese Saison. Es geht gegen eine gestandene,
erfahrene Westliga-Truppe mit einen sehr starken Angriff um Erwin Keil &
Co., gegen die man noch im Sommer 2009 im Landescup keine Chance hatte und in
Maxglan mit 1:3 verloren hat. Andere Vorzeichen hat das heutige Match
allemal, die Austria hat sich schließlich ordentlich verstärkt. Dennoch ist
man sich des harten Stücks Arbeit bewusst, dass nötig sein wird, um St.
Johann ohne Punkte heimschicken zu können. Gleich in der 2. Minute wurde klar, dass die Pongauer
sehr gefährlich sind, aus einem Eckball gingen die Gäste früh in Führung. Die
Anfangsphase gehörte klar St. Johann, ein sehr aufmerksamer Stefan Huber im
Tor und das nötige Glück verhinderten einen größeren Rückstand. Doch bald kam
die Austria immer besser ins Spiel und nahm das Heft in die Hand an diesem
heißen Nachmittag in Maxglan. Vujic setzte sich an der Strafraumgrenze durch,
Körpertäuschung, platzierter Schuss – Ausgleich, 1:1. Dann krönte Peter
Urbanek seine starke Leistung gleich doppelt: Erst ein Vorstoß über links,
sein scharfer Schuss prallte von der Latte zwar zurück ins Spielfeld, doch
der Drall war noch in der Kugel in beförderte das Leder von selbst zurück ins
Tor – ein kurioser Führungstreffer. Wenig später war es erneut Urbanek,
diesmal mit einem energischen Vorstoß über rechts, er feuerte seinen Schuss
genau im richtigen Moment ab und der war wieder drin, 3:1 – zugleich der
Pausenstand. Nach Seitenwechsel verwaltete die Austria geschickt den
Vorsprung, es blieb beim 3:1. Eine sehr überzeugende Leistung, die viel Mut
für die nächsten Spiele machen sollte. Einziger Wehrmutstropfen: Der heutige
Mann des Spiels, Peter Urbanek, wird die nächsten beiden Spiele aus
beruflichen Gründen fehlen.
Knapp 500 Austrianer machten sich an diesem Dienstagabend
auf den Weg zur Perle Tirols, nach Kufstein. Die Partie wäre fürs vergangene
Wochenende angesetzt gewesen, wegen der ÖFB-Cup-Teilnahme beider Klubs musste
um wenige Tage verschoben werden. Während wir Austria Lustenau kaum Paroli
bieten konnten, gelang Kufstein der Einzug in die 2. Runde. Auch im
Westliga-Match gegen uns ist Liga-Krösus FC Kufstein der klare Favorit, die
Tiroler wollen hoch in die zweithöchste Spielklasse und haben für die
ehrgeizigen Ziele etwa auch einen Unterrainer von Wacker Innsbruck geholt.
Wenig Mitleid von unserer Seite gibt’s für die Tiroler was die
Sicherheitskosten betrifft. Die Behörde hat den Veranstaltern ein mehr als
8.000 EUR teures Polizeiaufgebot für dieses Spiel verordnet, um sich gegen
befürchtete 400 gewaltbereite Leute des Austria-Anhangs zu schützen. Der
Präsident der Kufsteiner jammert jetzt über die Überreaktion der Behörde, die
solche Kosten verursacht. Wir finden, genau so gehört es ihnen auch – im
Sommer versorgten sämtliche Tiroler Klubs die lokale Presse mit vollkommen
unangemessener Panikmache rund um ihr Heimspiel gegen Austria Salzburg, jetzt
kommt die Abrechnung dafür. Übrigens: Vorkommnisse gab’s keine ;-) Im Grenzlandstation am Fuße der Burg Kufstein bekamen die
900 Zuschauer ein temporeiches Match zu sehen, das die Hausherren bald an
sich gerissen hatten, speziell gegen Ende der 1. Halbzeit drückten die
Tiroler auf die Führung. Die gefährlichste Aktion der Austria gab’s bereits
in der Anfangsphase, als Vujic völlig alleine auf den Kufsteiner Torhüter
zulaufend nach einem sehr fragwürdigen vermeintlichen Abseits zurückgepfiffen
wurde. Nach Seitenwechsel verpuffte der Kufsteiner Angriffswirbel fast
gänzlich, vielmehr wurde jetzt auch die Austria gefährlich und war mit einem
Lattentreffer der Führung sogar näher. Vereinzelt kamen die Tiroler nur noch
zu Aktionen, diese waren aber gefährlich genug um die vielen Violetten
kräftig zittern zu lassen. Am Ende steht ein gerechtes 0:0, die Austria hat sich
leidenschaftlich hineingekämpft in dieses Spiel und den Punkt vollkommen
verdient. Das es auf jeden Fall ein gewonnener und nicht zwei verlorene
Punkte sind, sollte klar sein – in Kufstein werden wohl die wenigsten
Mannschaften einen Heimsieg verhindern können.
Nach dem Sieg in der Vorrunde zum ÖFB-Cup über Neumarkt, freut
sich Austria Salzburg auf die erste Hauptrunde. Das Los bescherte ein
Heimspiel gegen Austria Lustenau, eigentlich recht attraktiv möchte man
meinen. Erstaunlich niedrig blieb dennoch die Zuschauerzahl, eine Woche nach
dem Hit gegen die Vorstädter schafften es diesmal trotz Gästefans nur
insgesamt knapp über Tausend Zuschauer nach Maxglan. Zu gerne hätte man den Abwesenden erzählt, was sie nicht
versäumt haben. Doch leider gibt’s da nicht viel zu erzählen. Die
Anfangsphase verlief ausgeglichen, die Violetten spielten recht mutig mit und
man stellte nicht gleich einen Klassenunterschied fest. Dann kam’s aber
knüppeldick mit einem etwas unglücklichen 0:1, dem 0:2 aus einer Ecke und als
Draufgabe das 0:3 unter Mithilfe des Torwarts. Die Lustenauer zeigten sich
professionell und abgeklärt, deshalb kehrte auch schon zur Pause die
Ernüchterung ein. Nach Seitenwechsel bäumten sich die Hausherren noch mal
auf, der Anschlusstreffer wollte aber nicht gelingen, auch nicht ein
Ehrentreffer. Vielmehr müssen wir froh sein, nicht noch deutlicher unter die
Räder gekommen zu sein, denn gegen Ende des Spiels boten sich den Lustenauern
noch einige gute Chancen, die sie allerdings nicht mehr so effizient nutzten
wie vor Seitenwechsel. Höhepunkt war dann noch ein vergebener Elfmeter von
Karatay, der wegrutschte und den Ball über die Querlatte setzte.
Nachdem man vor einer Woche beim Auftakt in Altach gleich
in der Tabelle anschreiben konnte, sieht sich das violett-weiße Salzburg in
der Westliga diese Woche mit dem ersten größeren Brocken konfrontiert.
Ausgerechnet gegen die Juniors der ungeliebten Dosenfirma geht es, die sich
vor fünf Jahren vor den Toren unserer Stadt ansässig gemacht hat und bei
ihrem Einstieg ins Fußball-Business unsere Austria für kurze Zeit eliminiert
hat. Die Vorgeschichte ist also klipp und klar, es wird das Spiel Tradition
gegen Kommerz. Die 2.000er-Marke hätte locker übertroffen werden können, doch
bei 1.800 Zuschauern ist die Kapazität heute ausgeschöpft – so wollen es die
Auflagen des Magistrats. Dementsprechend war die Anlage gefüllt bis zum
letzten Platz, der Anblick des randvollen Sektor B war herrlich. Die Stimmung
war wie erwartet vom Feinsten. Dieses Prädikat kann man übrigens auch der
Gastro bei der Austria geben, für EUR 3,50 bekommt man jetzt wieder frische
und warme Schnitzelsemmerl in bester Qualität. Bereits in der 2. Minute gingen die Vorstädter durch
einen verlängerten Freistoß in Führung. Die kalte Dusche steckten unsere
Burschen allerdings hervorragend weg: In der 12. Minute verwertete Marko
Vujic eine präzise, flache Hereingabe von Urbanek zum Ausgleich. In der 20.
Minute sprang ihm ein Ball nach einem Freistoß von Borozni im Strafraum vor
die Füße, den er in Knipsermanier zum 2:1 über die Linie drückte. In der
Folge waren die Dosen durchaus aktiv und auch gefährlich, Höhepunkt vor dem
Pausenpfiff ein Lattenschuss von Meilinger. Die zweite Halbzeit war durchwegs
eine Zitterpartie. Die Austrianer kämpfen hervorragend, lieferten vollen
Einsatz ab und stemmten sich leidenschaftlich gegen den Ausgleich. Die
größten Chancen vergaben die RB Juniors allesamt, wobei auch die Austria
vereinzelt Torgefahr aufblitzen ließ, auch hier streifte noch ein Schuss die
Querlatte. Es blieb beim 2:1, glücklich oder verdient – in jedem Fall ein
Zittersieg und ein Sieg der größeren Leidenschaft, Willensstärke, Einsatz und
Liebe zum Fußball. Die absolute Genugtuung für jeden Austrianer und eine
weitere wunderschöne Abrundung des jüngsten Kapitels der violetten
Geschichte, jener nach 2005. Auch nüchtern betrachtet stehen wir nach dieser zweiten
Westliga-Runde sensationell da. Als bester Salzburger Westligaklub nämlich,
trotz des schwierigen Auftaktprogramms. Das Medieninteresse um dieses Match
war enorm, neben dem ORF gab sich auch Pay-TV-Sender Sky ein Stelldichein mit
einem guten Bericht am Sonntagabend. Auch das Durchblättern der Printmedien
an den Tagen darauf war eine Freude. Das nächste Spiel am feschen
Austria-Platz (neuer violetter Anstrich), neuerdings vermarkteter Name der
Heimstätte „myPhone Austria Stadion“, hat es ebenfalls in sich. In der 1.
Hauptrunde des ÖFB-Cup empfangen wir am Samstag den SC Austria Lustenau. Man
rechnet sich durchaus Chancen aus gegen die Profis aus dem Ländle, die sich
momentan in der zweithöchsten Spielklasse Österreichs aufhalten.
Die Austria bestreitet die reizvolle Aufgabe Westliga, dazu
diskutiert heute jeder über das ÖFB-Cup-Los Austria Lustenau, da gerät der
Salzburger Landescup beinahe zur Nebensache. Emich setzt auf Rotation und
lässt eine Stammkräfte schonen, viele junge Reservespieler kamen gegen
Hallein zum Zug. Der Held des Spiels sollte aber einer werden, der seine
Fußballschuhe langsam aber sicher an den Nagel hängen wird. Co-Trainer Heli
Rottensteiner zeigte es noch mal allen, brachte kurz vor Schluss die Austria
in Führung. Doch in der kurzen Zeit die noch verblieb, gelang Hallein noch
der Ausgleich, was gleich das Elfmeterschießen zur Folge hatte. Auch diesem
Elferschießen drückte Publikumsliebling Heli Rottensteiner seinen Stempel
auf, er versenkte den entscheidenden letzten Elfer im Netz und bringt die
Austria in die 3. Runde des Landescups. Gegner wird auswärts der FC Puch
sein.
Etliche Busse rollten aus der Mozartstadt ins Ländle, zum
Meisterschafts-Auftakt in der Regionalliga West machte sich die
Austria-Familie zu Hunderten auf den Weg nach Altach. Perfektes Wetter hätte
eigentlich auch das Kommen vieler Einheimischer begünstigt, unter den 800
Zusehern waren wir dann aber deutlich in Überzahl – Heimspiel in Altach!
Sportlich ist die Ausgangslage sehr spannend, nicht zuletzt weil wir selbst
nicht genau wissen, wo unsere Mannschaft steht. Einige Ausfälle durch
Verletzungen und Sperren müssen die Violetten heute gleich kompensieren was
die Sache nicht einfacher machen dürfte. Dennoch wäre es enorm wichtig,
gleich auf dem Punktekonto anzuschreiben, denn mit den RB Juniors in einer
Woche in Maxglan und dem nächsten Aufwärtsspiel in Kufstein stehen alles
andere als Jausengegner ins Haus. Nachdem im „Käfig“ Gästesektor noch Bananen
von den Fans der Lustenauer Austria vom Vorarlberg-Derby aus der Vorwoche zu
finden waren, gab’s von den mitgereisten Austria-Fans eine tolle
Choreographie mit dem Motto-Transparent „Auftaktsieg“. Die Austria begann gut, war anfangs optisch überlegen und
kam vereinzelt zu guten Chancen. Die Altacher konnten zunächst eher über
Standards für etwas Gefahr sorgen. Das Führungstor gelang der Austria, als
der starke Vujic in der 21. Minute eine schöne Hereingabe nur noch über die
Linie drücken musste. Postwendend kam der Ausgleich, wie könnte es anders
sein durch einen per Kopf verlängerten Freistoß. In der Folge verlief das
Match ausgeglichen, die gefährlicheren Aktionen hatte von nun an bis zum
Pausenpfiff Altach. Nach Seitenwechsel ging es nur noch in eine Richtung, die
Austria war klar spielbestimmend und stets brandgefährlich. Während die
Altacher gar nichts mehr zustande brachten, gab’s rollende Angriffe der Violetten.
Eine Eckenserie, wo ein Corner gefährlicher als der andere kam, brachte
leider nichts zählbares ein. Zunächst rettete ein Altacher auf der Linie,
dann half den Vorarlbergern auch noch die Stange. Der massive Druck der
Austria brachte auch die Überzahl, ein gelb-schwarzer musste nach einer
Stunde mit gelb-rot vom Platz. Die bärenstarken Austrianer drängten weiter
auf das Führungstor, erneut scheiterte man am Aluminium, diesmal wurde die
Querlatte getroffen. Aus heiterstem Himmel gelang Altach in der 89. Minute
die vollkommen unverdiente 2:1-Führung. Den Torhüter der Vorarlberger brachte
dieser Treffer dermaßen in Wallung, dass er provokant in Richtung
Austria-Block lief um zu jubeln – bei professioneller Regelauslegung ist das
eine Rote Karte. Zur großen Genugtuung aller Austrianer kassierte dieser Depp
in der 93. Minute noch den hochverdienten Ausgleich, Oliver Schmidt rettete
den Punkt. Man spricht hier übrigens von einem klaren Tormannfehler, der
Schlussmann der Altacher verabsäumte es, herauszulaufen. Köstlich, wie sich
der peinliche Typ dann lautstark „Eiergoalie“ anhören musste. In dieser
hektischen Schlussphase zerstörte sich der Schiri eine sonst einwandfreie
Leistung, weil er zweierlei Maß anwendete. Zunächst wird ihm vom Assistenten
angezeigt, was er ohnehin selbst sehen musste – die Entgleisung von
Altach-Keeper Bischof, sie blieb ohne Folgen. Beim violett-weißen Torjubel
machte er sich just jene beiden Spieler unserer Austria für die aus, die
übertrieben haben und schickte beide mit gelb-rot vom Platz. Ein skandalöses
Bewerten von Sachen, die auf das Spiel ohnehin keinen Einfluss haben, die
jedoch die selbe Konsequenz nach sich ziehen, wie schwere Fouls mit Attacken
auf die Gesundheit der Spieler. Diese dürfte aber solchen Selbstdarstellern wie
dem „Un“parteiischen gestern ohnehin einerlei sein. Man kann leben mit dem
Punkt, ein weinendes Auge gibt’s aber schon – der Auswärtssieg wäre absolut
drin gewesen. Die akustischen Highlights aus der Kurve: Ein simples
„Soizbuag“, wie es früher einmal war – dass es sich um das echte Salzburg, um
die Austria handelt, zeigen ja ohnehin unsere Farben. Und: Besser denn je,
lauter denn je, gefühlvoller denn je und länger denn je – „Wir san Soizbuaga,
kana mog uns, scheißegal“. Die Visitenkarte der Salzburger Austria ist schon
mal perfekt hinterlassen in Vorarlberg, solch einen Gästeblock hat man im
Schnabelholz bestimmt noch nicht oft erlebt. Der größere Skandal spielte sich nach dem Spielende ab,
als die Polizei den Sektor völlig unverständlich lange nicht öffnen wollte –
es lag überhaupt kein Konfliktpotenzial in der Luft. Nur ganz wenige wurden
aus dem Sektor gelassen, auf Diskussionen ließen sich die präpotenten Beamten
auch nicht ein. Vielmehr auf Pfefferspray, der wie wild angewendet wurde aus
dem Nichts. Ein Fan wurde nach dem Pfefferspray-Einsatz sogar am Boden ein
Stück weggezerrt, nachgetreten, liegengelassen von mehreren Beamten. Der
Polizeieinsatz war einfach nur skandalös. Über die Organisation der Altacher
rund um den Gästebereich kann man auch keine lobenden Worte finden, eine
kleine Gastroecke, die man nur als Minibar bezeichnen kann und für die vielen
Fans ganze 3 Dixiklos – dankeschön! Ein versöhnlicher Ausklang des
Fußball-Abends war nur wenigen gegönnt, die sich wie ich nach Spielende noch
in Violett auf die Gegenseite des Stadions begeben konnten. Dort gab’s
Gastfreundschaft, gute Diskussionen über das Match und eine leckere Bratwurst
– man fragt sich, warum 100 Meter gegenüber die Menschlichkeit ausgeknipst
wird.
Mitte Mai hat es Austria Salzburg verabsäumt, mit einem
Sieg beim SAK den Hallwang-Umfaller auszunutzen und die vehementesten
Skeptiker in Sachen Meisterschaft zu beruhigen. Dass der kühle Nachmittag im
Nonntal aber zum absoluten Tiefpunkt der Spielzeit 2009/10 wurde, dafür
zeichnet weder das Ergebnis noch das unwürdige Wetter verantwortlich.
Entbehrliche Szenen spielten sich nach Schlusspfiff ab, einige Leute suchten
den Konflikt mit dem SAK-Anhang und nicht zuletzt auch mit
Austria-Verantwortlichen. Nie waren die Kritiker von Trainer Emich so stark
am Wort wie jetzt, das verkorkste Frühjahr schien jetzt auch das große Ziel
Aufstieg zu gefährden. Mit dem Verpassen der Meisterschaft hätte man vor
Saisonbeginn leben können, doch nach dem sehr überzeugenden Herbst und dem
entsprechenden Punktepolster sind die Fans bereits voll darauf eingestellt,
das Thema Unterhaus im Juni abhaken zu können. Heute Samstag schreiben wir das lange erwartete Datum,
den 12. Juni 2010. Alles ist wie gewohnt in der letzten Runde. Auch in der
vierten Saison nach der Neugründung beschert uns der Spielplan zum Abschluss
ein Heimspiel, wieder ist ein Zelt aufgebaut und der Verkaufsschlager im
Fanshop sind die Meister-T-Shirts. Eine konzentrierte Leistung beim
2:0-Heimsieg gegen Puch und ein verdienter 2:1-Auswärtssieg in Hallein
machten die Feierstimmung möglich, Hallwangs neuerliche Heimniederlage
fixierte letztlich alles sodass in der letzten Runde niemand mehr
rechnerische Varianten durchdenken oder gar zittern muss. Nichts trübte an diesem Tag die Feierstimmung. Trainer
Emich hat aus dem Vorjahr gelernt und diesmal alles nach dem Geschmack der
Fans gemacht indem er alle Spieler aufstellte, die sich heute von der Austria
verabschieden. Wie intensiv die Abschiede der verdienten Spieler ausgefallen
sind, allen voran jene von Mario Schleindl und Kapitän Ivan Pecaranin, zeigte
sich daran, dass die planmäßige Anstoßzeit 15:30 Uhr eine halbe Stunde
verfehlt wurde. Kurz nach 16:00 Uhr ging’s erst los. Die angesprochenen
Spieler sind Männer von Stunde Null, sie haben 2006 in der tiefsten
Spielklasse ihre Knochen dafür hingehalten, dass die Austria nie untergeht
und verdienen totalen Respekt. Ebenso wie Thomas Karl, uns Violetten als
„Keiler“ bekannt, der nach vier erfolgreichen Jahren im Vorstand einen Strich
drunter macht. Mario Schleindl erreichte im Kampf gegen die Tränen ein
glückliches Unentschieden, während Ivan Pecaranin am Feld noch ein i-Tüpfchen
auf seine Austria-Zeit setzte. Die Spielgemeinschaft des ASK mit dem PSV spiele dem
violetten Festtag ins Konzept und gliederte sich hingabevoll in die
Festgesellschaft ein, ein dankbarer Gegner zum Abschluss. Bernd Winkler
eröffnete den Torreigen. Dann wunderten sich alle, warum ein Elfmeter von Neubauer
geschossen wurde. Für Winkler ging es noch um die Torjägerkrone, für
Schleindl und Pecaranin um das Sahnehäubchen zum Abschied. Egal, Lubo
Neubauer verwandelte sicher und wenig später traf er aus dem Spiel heraus
erneut – sehenswerter Doppelpack. Das Tor des Tages war das 4:0 noch vor der
Pause, ein Abschiedsgeschenk von Kapitän Ivan Pecaranin für sich und die Fans
– ein absolutes Traumtor, einfach abgezogen und der Tausendguldenschuss
senkte sich genau unter die Querlatte. Es gibt Tage, an denen einfach alles
gelingt. Da passte es kurz vor Schluss einfach noch dazu, dass ein weiterer
Elfmeter für die Austria gepfiffen wurde. Diesmal schnappte sich Bernd
Winkler den Ball, knallte ihn in die Maschen und holte sich mit seinem 23.
Saisontor noch die Torjägerkrone. Konnte man sich diesen Bernd Winkler vor
der Saison noch kaum als Stürmer vorstellen, so ist unsere Nummer 7
mittlerweile von da vorne nicht mehr wegzudenken. Die Zweifel begann er
bereits im ersten Landesliga-Match zu beseitigen, als er nach 1:0-Rückstand
zur Pause in Eugendorf mit seinem Hattrick in der 2. Halbzeit das Spiel
völlig drehte und eine wunderschöne Sommernacht mit einem tollen Einstand in
violett krönte. Mario Schleindl, Mario Lenz, Mersudin Jukic und Bernd Winkler
– 4 Jahre Salzburger Unterhaus, 4 Meistertitel bzw. Aufstiege, 4
Torschützenkönige in violett-weiß. 5:0 war der Endstand, wieder ein
Kantersieg vor eigenem Publikum zum Saisonabschluss – man gewöhnt sich so
schön daran. Diesmal war es zugleich der höchste Saisonsieg und im Kalenderjahr
2010 auch der einzige Sieg ohne Zittern und mit wirklich klarem Ergebnis. Die Stimmung war sensationell, das magische Extra kam mit
dem Gewitter mitte der 2. Halbzeit. Plötzlich schüttete es aus allen Kübeln
worauf der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen musste. Die violetten
Meisterkicker hielten die Stimmung auf den Rängen am Siedepunkt, versteckten
sich nicht vor dem Regen und tanzten auf dem Spielfeld der Fortsetzung des
Spiels entgegen. Im Fanblock war Oberkörper frei angesagt – mit einer selten
hohen Beteiligung. Nach dem Schlusspfiff füllte sich das Meisterzelt, wo die
Spieler (auch die 1B wurde wieder Meister, spielt kommende Saison in der 1.
Klasse Nord) geehrt wurden und Bürgermeister Heinz Schaden unserem Verein
erneut gratulierte. Um 22 Uhr wurde dann strikt dicht gemacht – Sperrstunde.
Das war die erfolgreiche Landesliga-Saison 2009/10, im Sommer geht’s dann in
die neue Saison – die Regionalliga West 2010/11. Neben hochkarätigen
Salzburger Derbys gegen Seekirchen, Neumarkt, Anif, St. Johann und natürlich
den RB-Juniors warten auch die 2. Mannschaften von Altach und Wacker
Innsbruck auf die Austria, ebenso weitere attraktive Gegner wie Bregenz,
Wattens oder Kufstein.
Nach den Vorfällen um das Spiel beim SAK verhängte die
Austria 15 Hausverbote. Darüber hinaus wurde wegen des Rücktritts zweier Vorstandsmitglieder,
darunter auch Obmann Blaikner, diese außerordentliche Mitgliederversammlung
notwendig. Für die meisten unerwartet stellten sich als Kandidaten wirklich
vielversprechende, bedeutende Herren zur Wahl. Bei den Mitgliedern machte
sich Optimismus breit und die neuen Kandidaten wurden wohlwollend in den
Vorstand gewählt. Der neue Obmann ist jetzt Walter Windischbauer, ein Mann
mit guten Kontakten – kurioserweise beim Fußballverband als Vorsitzender im
Strafenausschuss tätig, welcher sich ja nicht unlängst mit unserem Verein
befassen musste. In seinem Team sind weitere neue Köpfe, darunter mit Herrn
Böhm ein Privatrechtsexperte, Christkindlmarkt-Chef Wolfgang Haider als Draht
zur Wirtschaft, ebenso wie Christian Schiefauer (Sponsor mit der Rechnungsnummer
1, war bei Neugründung erster Sponsor) und mit Hans Gegenhuber sitzt auch
eine Austria-Legende im Beirat. Der 10-köpfige Vorstand soll der Austria eine
stabilere und breitere Basis bieten.
Immer spürbarer schlägt es sich jetzt auch in der Tabelle
nieder, dass bei Austria Salzburg seit geraumer Zeit der Wurm drinnen ist. Vorige
Woche halbierte sich der Vorsprung auf Hallwang, jetzt sind es noch 2 Punkte.
Von Hallwanger Seite wird angesichts dessen bereits mit den üblichen
Psychotricks gearbeitet, so haben sie ihr Heimspiel in dieser Runde bereits
am Donnerstag ausgetragen um kurzzeitig die Austria vom Platz an der Sonne zu
verdrängen und den Druck der Violetten beim Stadtderby zu maximieren. Dieses
Vorhaben ist ihnen zum Glück in die Hose gegangen, Strasswalchen siegte zu
Christi Himmelfahrt überraschend auswärts mit 2:1. So hatte die Austria diesen Samstag quazi schon Matchball
zum Aufstieg in die Westliga, mit einem Sieg stünde ein 5-Punkte-Polster mit
besserem Torverhältnis bei noch 3 ausstehenden Runden – darunter 2 Heimspiele
– zu Buche. Ein eindrucksvoller Marsch der violetten Fanclubs sollte aber das
einzig positive an diesem sehr kühlen Mai-Machmittag bleiben. Nachdem die
Austria das frühe Führungstor wieder einmal verabsäumte, machte es der SAK um
Oldie Larionows – 1:0 für die Blau-Gelben. Spätestens jetzt war die totale
Verunsicherung in der Austria-Mannschaft. Die nervöse Hintermannschaft hatte
unglaubliches Glück, dass nicht kurz nach dem 1:0 der Rückstand auf 2:0
angewachsen ist, ein herrlicher Freistoß traf die Unterkante der Querlatte,
wenig später rettete die Stange bei einer Großchance der Nonntaler. Auch nach
Seitenwechsel kam die Austria einfach nicht in die Gänge, bald wurde
Stürmerhoffnung Vasily ins Spiel genommen. Nun die Knackpunkte des Spiels:
Erst verschießt Bernd Winkler einen Elfmeter. Dann netzt Cavic durch eine
Einzelaktion, wobei die Freude nur kurz wehrte: Denn postwendend stellte
Larionows die SAK-Führung wieder her, 2:1. Dann gab’s erneut Elfmeter für die
Austria – der gefoulte Vasily schoss selbst und wieder konnte der SAK-Keeper
parieren. Damit war die Geschichte des Spiels geschrieben, zwei Elfmeter
binnen ca. einer Viertelstunde zu verschießen spielt es nicht – es blieb beim
2:1. Jetzt muss die Austria also mit 2 Punkten Vorsprung über die letzen 3
Runden kommen. Das Restprogramm lässt kaum was befürchten, allein die
Formkurve der letzten Wochen und Monate macht große Sorgen. Leider spuckten einige unverbesserliche Leute dem Image
der Austria-Fans in die Suppe, es kam zu Tumulten nach dem Spiel. Die
SAK-Anhänger, die nie provoziert hatten, bekamen die Dummheit dieser Chaoten
ebenso zu spüren wie unser eigener Sportdirektor. Der Verein kündigte noch am
Sonntag darauf ein hartes Vorgehen an.
Wie schon gewohnt veranstaltet Maria Alm die Heimspiele Sonntags,
so auch diesmal. Eine für den Sonntagstermin beträchtliche Kulisse von 1.450
Zuschauern machte viel Lust auf Landesliga-Fußball. Die Austria ist auf eine
schwierige Aufgabe eingestellt, denn anders als im Herbst ist Maria Alm jetzt
in der Liga angekommen und sammelt fleißig Punkte – besonders eindrucksvoll
vor einer Woche beim 4:0 über Zell am See. Die Austria gab ihren vielen mitgereisten Fans von Beginn
an ein gutes Gefühl für diese Partie, zeigte sich engagiert, kämpferisch und
absolut dominant. Bald wurden auch gute Chancen herausgespielt, es war eine
Frage der Zeit, wann das Führungstor fallen würde. Bevor es soweit war, stand
noch zweimal die Stange im Weg, besonders ein sehr starker Nico Mayer hätte
sich dabei sein Tor redlich verdient. Abwehrspieler Mario Milic war es dann,
der seine erneut tolle Leistung mit einem Tor krönte, ein herrlicher
Weitschuss aus der 2. Reihe schlug endlich im Netz ein. Bis weit in die
zweite Halbzeit hinein spielte die Austria weiter gut, verabsäumte es aber, das
zweite Tor nachzulegen und je länger das Spiel bei diesem knappen Spielstand
dauerte, umso nervöser wurde unsere Mannschaft. Mitte der 2. Halbzeit hielt
Trappl einen Elfmeter fest, nicht auszudenken, wie verzweifelt man dann für
die erneute Führung anrennen hätte müssen. Weitere zwei Lattentreffer der
Austria hielten die Partie spannend, es kam in der Schlussphase noch zur
einen oder anderen brenzligen Situation. Es passierte aber nichts mehr und so
blieb es bei einem Zittersieg, der aber vollkommen verdient war. Die Maria Almer waren ein freundlicher Gastgeber und
guter Veranstalter, allein die komisch motivierten Einlasskontrollen waren
lächerlich. Man wurde abgegriffen wie am Flughafen, wobei man dann vor der
Tribüne faustgroße Steine vorfand. Sie flogen übrigens nicht auf’s Spielfeld,
Austria-Fans sind wohl doch keine Verbrecher.
Seit dem 12. September 2009 ist dieses Wochenende heiß ersehnt.
Nach der 0:2-Niederlage in Saalfelden gibt es offene Rechnungen. Erstens muss
der Mannschaft bewiesen werden, wie viel da noch fehlt zur Stärke der
Austria. Klar war der 2:0-Sieg der Pinzgauer im Herbst nicht unverdient, er
kam über eine Defensivtaktik mit erfolgreichen Nadelstichen nach vorne und
der nötigen Portion Glück in der Abwehr in einzelnen Situationen zustande.
Ein Bündel von Dingen, die in einem Spiel mal aufgehen können – über kurz
oder lang geht es natürlich nur mit hochwertigem Angriffsspiel auf Platz 1.
Die Pinzgauer Lokalpresse, für die jeder Punktgewinn gegen die Austria
natürlich mit einer „sensationellen Leistung“ verbunden werden würde, gilt es
mundtot zu halten. Und da ist dann auch noch ein gewisser Lukas
Rottenspacher, Sohn ......... seines Trainers Hannes Rottenspacher, der ihm
noch nicht lernen konnte, wie man vor einer guten Kulisse Tore professionell
feiern kann. Besagter L.R. agierte an diesem Samstag auffällig
zentral, dass er der Buhmann der Runde war, dürfte er dennoch vernommen
haben. Die Austria machte einen großen Schritt aus dem Formtief, spielte eine
sehr gute erste Halbzeit und krönte diese mit 2 Toren von Bernd Winkler.
Besonders sehenswert war das 2:0 nach einem sensationellen Freistoßtrick. Was
kam von den Pinzgauern? Nichts. Wenig anders präsentierten sich die beiden
Mannschaften in der 2. Halbzeit, doch während die Austria das dritte Tor
knapp verpasste, senkte sich der Ball nach einem Missgeschick in nach einem
Abschlag noch zum 2:1 was die Angelegenheit noch mal spannend machte.
Sonderlich zittern musste man nicht, wenn doch dann unbegründet evt. halt ob
des knappen Spielstands. Die Gäste brachten nichts mehr zustande, es blieb
beim hochverdienten Sieg der Austria. Falls irgendein Saalfeldner noch mit
Westliga-Hoffnungen angereist ist, wurden sie ihm hier eingezogen. Hallwang
siegt noch, der Vorsprung beträgt weiterhin 4 Punkte. Man weiß ja nicht, ob man bei einer Wahnsinnsportion
Dummheit eher lachen oder weinen soll, angesichts des positiven Ausgangs
nennen wir es halt Lachnummer des Spieltags. Jaja, der Schiedsrichter. Aber
nicht weil er das Spiel nicht im Griff gehabt hätte oder krasse
Fehlentscheidungen getroffen hätte. Der Mann war diesmal gänzlich gestört.
Genau gesagt hatte er etwas gegen das schöne Transparent, dass wir Lukas
Rottenspacher gemalt haben. Er meinte, es durch seine Intervention entfernen
lassen zu können, sonst würde er gegen uns pfeifen. Der gute Mann kann seinen
Kompetenzbereich scheinbar nicht eingrenzen, ein absoluter Versager der sich
von jedem vernünftigen Fußballverband disqualifizieren würde – der SFV und
generell das Schiri-Wesen in Österreich hat scheinbar keine Alternativen zu
solchen Kasperln.
Herrliches Wetter am Samstagnachmittag am Ufer des
Zellersees, blauer Himmel und ein spannendes Landesliga-Match. Die Zeller,
sonst ja alles andere als hohe Zuseherzahlen gewohnt, machten das
„Fußballfest“ allerdings weitgehend dadurch zunichte, indem man einen
arroganten und hirnlosen Sicherheitsdienst anstellte. Gastfreundschaft sieht
anders aus, als über den Platzsprecher „unsere Freunde aus Salzburg“ zu
begrüßen und auf der anderen Seite über den Ordnerdienst einer Mutter mit
Kinderwagen Schikanen am Einlass zu legen, der Kinderwagen könnte ja auf’s
Spielfeld fliegen – man weiß ja nie bei den bösen Violetten. Das zum Event
stilisierte Landesliga-Match erfreute sich passend dazu auch über einen
eingeflogenen Matchball. Das Dosenimperium als Ideengeber für das Entfremden
eines Fußballspiels und Zeller als folgsame Lehrbuben dessen, doch auch wegen
des Spiels kam einem beinahe das K..... . Die Formkurve zeigt auch eine Woche
nach der Piesendorf-Pleite kaum nach oben, vor dem Führungtreffer hatte man
in mehreren Situationen Glück, nicht in Rückstand geraten zu sein. Wenn schon
die Form nicht zurückkam, so kam wenigstens das Glück wieder – denn auch in
der 2. Halbzeit, als man zwischenzeitlich in Unterzahl spielte (kurz vor
Schluss wurde auch ein Zeller ausgeschlossen), hätte Zell am See durchaus
ausgleichen können. Erst als Lubo Neubauer in der Nachspielzeit per Elfmeter
das 0:2 erzielte (Doppelpack, auch das 0:1 machte der Bayer) war alles klar.
Ein mühsamer Sieg, der uns den 4-Punkte-Vorsprung erhält und uns einen
Schritt weiter in Richtung Westliga bringt.
„Alles für Stadt, Land und Verein“ hieß es auf einem
Transparent der Fans bei einer kleinen Choreographie zu Spielbeginn. Alles
für den Verein sollten die 11 Violetten auf dem Platz geben, sei die Vorgabe
auch erfüllt worden – aber gelungen ist ihnen in dieser Woche leider gar
nichts. Die Druckphase zu Beginn verflachte bald, immer mehr kamen die
krassen Außenseiter aus Piesendorf zu Chancen. Zunächst hatte man noch Glück,
als den Gästen ein Treffer wegen Abseits aberkannt wurde, doch kurz vor der
Pause klappte es mit der Führung für Piesendorf. Nach Seitenwechsel
plätscherte die Partie dahin, die Austria fand kein Rezept gegen die Piesendorfer.
Erst mit der Einwechslung von Schleindl kam noch mal etwas Schwung ins
Angriffsspiel, besagter Schleindl traf kurz nach seiner Einwechslung mit dem
Kopf die Querlatte. Mit einem herrlichen Schuss traf auch Taboga wenig später
nur die Innenseite des Aluminiums – der Ball wollte einfach nicht hinein.
Unterm Strich reichte es diesmal also nicht mal zu einem Unentschieden im
Heimspiel gegen den krassen Außenseite aus dem Pinzgau, den man in der
Hinrunde auswärts noch mit 5:1 besiegen konnte. Der Wurm ist drin, die Kritik
einiger an Trainer Emich nimmt zu – Konkurrent Hallwang nutzte den Violetten
Ausrutscher mit einem Sieg in Zell am See. Einen solchen Auswärtssieg in der
Hauptstadt des Pinzgaus braucht die Austria nächste Woche jetzt unbedingt
auch, um nicht weiter an Boden zu verlieren. Dieser Punkteverlust war
jedenfalls nicht eingeplant.
Am Osterwochenende stand es echtes Spitzenspiel dieser
Landesliga-Saison auf dem Programm. „High Noon“ hieß es dazu in Hallwang, das
Spiel wurde auf 12:00 Uhr Mittags angesetzt an diesem wunderschönen Samstag.
Um 10 Minuten verspätete sich der Anstoß, als es soweit war, legte die
Austria dann kräftig los. Bereits in der 3. Minute verwertete Bernd Winkler
die erste Chance zum 0:1. Nach etwa einer Viertelstunde war man die Führung
wieder los und wiewohl sich die Austria-Abwehr gewisse Vorwürfe zum
Gegentreffer gefallen lassen muss, aber man wird den Eindruck nicht los, dass
der eigentliche Torschütze Schiedsrichter Gishammer war. Seine sonst so
kleinliche und strikte Linie setzte er kurzerhand außer Kraft. So konnte ein
Freistoß, der nahe der Seitenlinie ausgeführt werden sollte, plötzlich aus
viel zentralerer Position getreten werden – außerdem kam der Hallwanger
Freistoßschütze dem noch rollenden Ball beim Anlauf kaum nach, eigentlich
müsste das runde Leder ja ruhen bei Ausführung einer Standardsituation. Da
passt es einfach gar nicht dazu, dass ausgerechnet Herr Gishammer hier mal
beide Augen zudrückt. Wie auch immer, die hohe Flanke führte zum Ausgleich.
Daraufhin plätscherte das Spiel bis weit in die 2. Halbzeit hinein dahin, ehe
die Austria doch eine gewisse Schluss-Offensive startete. Leider führen
einige gute Chancen gegen Ende des Spiels nicht mehr zum vollen Erfolg und es
blieb beim 1:1. Komisch eigentlich, dass Hallwang kaum Offensivbemühungen
unternahm, eher drehte man beim Unentschieden an der Uhr – das bei einem in
der Vorwoche auf 7 Punkte angewachsenen Rückstand in der Tabelle und den
großen Worten, man wolle die Austria ärgern. Soviel dazu, es war dann ob der
Heimniederlage von Saalfelden gegen Eugendorf ein gewonnener Punkt.
Fünf Punkte Vorsprung auf zwei Verfolger, die ihre
Saisonziele bereits abgeschwächt haben – man wolle die Austria noch möglichst
lange ärgern – so gehen die Violetten in die 11 Frühjahrsrunden 2010. Die
Westliga ist fest im Visier von Fans und Verein, da bleibt dem Trainer kaum
noch Spielraum zu Understatement. Emich kann es dennoch und verwies in den
Interviews vor dem Spiel auf den zähen Frühjahrsauftakt vor einem Jahr, wo in
der 2. Landesliga daheim gegen Thalgau statt einem erhofften Schützenfest nur
ein glücklicher 2:1-Zittersieg herauskam. Nachdem man das Auswärtsspiel gegen
Strasswalchen im Herbst aber schon klar mit 5:1 gewinnen konnte, hatten die
wenigsten Fans Befürchtungen, dass es auch diesmal wieder eine Zitterpartie
werden könnte nach der langen Winterpause. Wir unbelehrbaren Optimisten: 1.300 Zuschauer in Maxglan
sahen eine feldüberlegene Austria – das war’s dann aber schon. Der Zug zum
Tor war kaum vorhanden, die großen Chancen und somit die Tore fehlten. Für
die Zuschauer war es schwere Kost, für gute Laune in der Halbzeit sorgte erst
in der Nachspielzeit der 1. Hälfte Bernd Winkler: Bezeichnend, dass er seinen
schwachen Elfmeter erst mit dem Nachschuss ins Netz stochern konnte – 1:0 zur
Pause. Wer auf Besserung in den zweiten 45 Minuten gehofft hat,
wurde enttäuscht. War das Spiel vor Seitenwechsel noch ein leichtes
Schlafmittel, so wurde es dann phasenweise zur Vollnarkose. Auf eine gewisse
Restspannung in den letzten 10 Minuten ob des knappen Spielstandes und sich
häufender gefährlicher Momente der Gäste hätten wir dann besser auch gleich
verzichten können. Kapitän Neubauer konnte mit seinem Tor zum 2:0 tief in der
Nachspielzeit nur noch erlösen, jedoch nicht mehr entschädigen für ein
unansehnliches Match zum Frühjahrsauftakt. Über kurz oder lang interessiert uns aber ohnehin nur
noch die Auswirkung dieses Nachmittags auf die Tabelle, die bleibt weiterhin
unsere liebste Liste. Hallwang verlor übrigens schon eine Woche vor dem
Schlagerspiel gegen uns Austrianer den Anschluss, spielte daheim nur 1:1
gegen Schlusslicht Henndorf. Mit einem Auswärtssieg am Karsamstag beim
direkten Duell würden wir sie schon mit fetten 10 Punkten auf Distanz halten
was in dann noch 9 ausstehenden Runden kaum aufzuholen sein würde. Saalfelden
bleibt einstweilen noch dran, gewann in Hallein mit 3:1 – die Pinzgauer
müssen sich aber den 24. April rot im Kalender anstreichen, wenn sie auswärts
in Maxglan eine heiße Austria erwartet. Noch ein Absatz zur Novelle im Pyrotechnikgesetz:
Bengalische Feuer und Co. gehören zu Austria Salzburg wie Fekter in die
Politiker-Pension. In Maxglan gehen die stimmungsvollen Lichter auch 2010
nicht aus, davon konnte man sich bereits diesen Samstag überzeugen.
Pyrotechnik ist kein Verbrechen!
Stier-Hallenturnier am 5./6.
Jänner 2010
Stark präsentierte
sich die Austria beim Hallen-Highlight dieses Winters. Nachdem die
Vorrunden-Gruppe zwar überstanden, aber nicht gewonnen wurde, mussten die
Violetten am Dreikönigstag schon am frühen Vormittag antreten. Diese
Zwischenrunde wurde erfolgreich absolviert und so wurde es dann am späten
Nachmittag spannend, als es der Entscheidung zuging. Gewonnen hat man den
Titel leider wieder nicht, das Scheitern im Halbfinale gegen
Landesliga-Konkurrent Hallwang hätte unglücklicher nicht verlaufen können:
Wirklich in der letzten Sekunde vor der Schluss-Sirene hat der Ball die Linie
zum 1:1-Ausgleich überschritten. Vorangegangen ist übrigens ein fragwürdiger
Feldverweis gegen die Austria wenige Sekunden vorher. In der
Golden-Goal-Verlängerung dauerte es dann wieder nur wenige Sekunden, bis
Hallwang der entscheidende Treffer gelang. Hallwang gewann dann später auch
das Finale gegen den SAK, der im Halbfinale nach Penaltyschießen die
Jungbullen ausschalten konnte. So bescherte uns das Spiel um Platz 3 das
Spiel gegen die Dosen, recht uninteressant war das Ganze – die Luft war
draußen. Die letzten Tropfen Bier verschüttete einer während dieses Spiels
auf das Spielfeld. Die nicht weiter dramatische Sache fand bei all der tollen
Stimmung, die die Austria-Fans dem Turnier in den beiden Tagen beschert
haben, zu einem faden Beigeschmack im Blätterwald. Der Veranstalter hätte
sich besser etwas Gedanken darüber gedacht, was die Austria dem Turnier
eigentlich bringt, anstallt eine Lappalie über alles zu stellen. Nicht wenige
würden einen Rückzieher der Austria vom Stier im nächsten Jahr deswegen
begrüßen. |
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G R O U N D H O P P I N G 1899 Hoffenheim – Werder Bremen Eintracht Frankfurt – Borussia
Dortmund Bayern München
– Werder Bremen FC Bayern München – Bayer 04 Leverkusen 1. FC Nürnberg – FC Ingolstadt 04 Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund TSV 1860 München – 1. FC Nürnberg Borussia Mönchengladbach – VfB Stuttgart Bayer Leverkusen – Borussia Dortmund FC Bayern München – TSV 1860
München 1. FC Köln –
TSV Alemannia Aachen FC Schalke 04 – Borussia Dortmund 1. FC Nürnberg – FC Schalke 04 Wacker
Burghausen – Erzgebirge Aue VfB Stuttgart – Borussia Dortmund 1. FC Köln – Wacker Burghausen Schalke 04 – Eintracht Frankfurt FC Bayern München – VfB Stuttgart FC Bayern München – FC Schalke 04 Udinese Calcio – AC Fiorentina 1. FC Kaiserslautern – SV Werder Bremen FC Bayern München – AFC Ajax Amsterdam Zu meiner Eintrittskarten-Sammlung
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